Das kann man noch reparieren / Schwäbische Reparaturen

Gast #5558433
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Ich wusste nicht wie ich den Thread Titel nennen sollte, finde den Titel 
aber ziemlich treffend.

Häufig gehen kleine Dinge mit geringem Wert kaputt wenn man sie gerade 
dringend braucht und ein Ersatz ist nicht in Reichweite.

Neulich ging im Bad das Glühobst kaputt und natürlich war kein Ersatz im 
Haus. Ich habe dann den Spot gedreht so das sich die beiden Enden der 
Heizwendel wieder berührten und hatte wieder Licht, nach ein paar Tagen 
drehte ich den Spot wieder in Ursprungsposition weil die Glühwendel 
wieder fest miteinander verschweißt war. Die Glühbirne leuchtet jetzt 
schon seit ungefähr 2 Monaten, mal schauen wie lange sie noch durchhält 
;)

Nun meine Frage:

Was waren eure „schwäbischsten“ Reparaturen?
#5558490
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René F. schrieb:
> Neulich ging im Bad das Glühobst kaputt und natürlich war kein Ersatz im
> Haus. Ich habe dann den Spot gedreht so das sich die beiden Enden der
> Heizwendel wieder berührten und hatte wieder Licht, nach ein paar Tagen
> drehte ich den Spot wieder in Ursprungsposition weil die Glühwendel
> wieder fest miteinander verschweißt war. Die Glühbirne leuchtet jetzt
> schon seit ungefähr 2 Monaten, mal schauen wie lange sie noch durchhält

Wie trollig!

Schön für Dich, dass es die Glühwendel wieder verschweißt hat...
#5558505
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René F. schrieb:
> Was waren eure „schwäbischsten“ Reparaturen?

"Schwäbischste" Reparaturen?
Was soll denn das eigentlich sein??

Etwa das "Hinschütteln" von Heizwendeln, damit die (vielleicht) noch 
etwas länger funktionieren?

Ich, aus Bayern stammend, war einige Jahre in BW berufstätig.
BW war für mich der Inbegriff für "Schwaben", obwohl auch in Bayern 
Schwaben ansässig sind.

"Integrations-Probleme" von mir (außerhalb Bayerns) hatte ich noch nie. 
:D
Mag auch daran liegen, daß wir Bayern in der BRD allgemein ganz 
willkommen sind.
Wenn man mal von Dobrindt, Seehofer und Söder absieht.
Die m.E. wahrlich keine "Zierde" für Bayern sind.

Vielfach wird auch verkannt, welche geschichtlichen Wurzeln Bayern und 
Schwaben verbinden:
https://www.wissenschaft.de/magazin/weitere-themen/sueben-oder-alamannen/

Denke, man tut den mir liebgewonnen Schwaben häufig Unrecht an.
Indem man sie als "geizig" oder übermäßig "sparsam" beschreibt.

Das genaue Gegenteil davon ist der Fall:
Schwaben sind i.d.R. bereit dazu, "Unsummen" an Geld zu investieren, 
wenn sich das "rechnet".
Jederzeit und immer.
Aber dazu muß man sie erst mal überzeugen können.

Vielleicht etwas Funktionierendes interessiert die herzlich wenig.
Wie kommst Du also zu dem Begriff:
"schwäbische" Reparatur?

Grüße
#5558508
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L. H. schrieb:
> "schwäbische" Reparatur?

Wahrscheinlich, dass er hunderte male seine Spots gedreht hat,
bis so eine Wendel zufällig sich verschweißt hat...

Aber von Reparatur zu sprechen ist wohl Mumpitz und ein trolliges
Thema, welches niemandem etwas bringt...

PS: Habe auch schon mal eine 100 Watt Glühbirne so repariert,
die hatte dann für eine halbe Stunde gut 150 Watt...

Ich habe mir die Sonnenbrille aufgesetzt...
(Firma: Funkenflug Industries) #5558521
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> Ne 20A Glasrohrsicherung ist in Kalifornien uns mal durchgebrannt.
> Ersatz nur in Europa. Lösung: Alufolie rundrumgewickelt.
Super Idee. Ein Kumpel von einem Freund war so blöd, das in einem 
deutschen Neubaublock zu machen. Ergebnis: Fast die Bude abgefackelt. 
Steckdosenleiste kurz vor'm Flammen schlagen, Sicherungskasten mit 
lautem Bumms zerstört und Strangsicherung des gesamten Aufgangs 
geschossen. Soll recht teuer gewesen sein der Spaß.
#5558867
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Ben B. schrieb:
>> Ne 20A Glasrohrsicherung ist in Kalifornien uns mal durchgebrannt.
>> Ersatz nur in Europa. Lösung: Alufolie rundrumgewickelt.
> Super Idee. Ein Kumpel von einem Freund war so blöd, das in einem
> deutschen Neubaublock zu machen. Ergebnis: Fast die Bude abgefackelt.
> Steckdosenleiste kurz vor'm Flammen schlagen, Sicherungskasten mit
> lautem Bumms zerstört und Strangsicherung des gesamten Aufgangs
> geschossen. Soll recht teuer gewesen sein der Spaß.

Da gibts nur eins, verkohlte Sicherung unauffällig wieder rausziehen und 
so tun, als wäre nichts gewesen...... ;-)
#5558915
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Wenn man schon eine Glasrohrsicherung Not reparieren will so kann man 
versuchen die Endkappen vom Glasrohr zu entfernen.(Eventuell erwärmen)
In den Kappen wird dann mittig ein kleines Loch gebohrt.
Dann werden die Kappen wieder auf das Glasrohr gesteckt.
Jetzt kann man ein feinen Draht (Einzelne Litze) durch fädeln.
An den Enden wird die Litze dann verlötet.

Diese Vorgehensweise ist deutlich sicherer als das man die Sicherung mit 
Alufolie einwickelt.
#5558916
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Ben B. schrieb:
>> Ne 20A Glasrohrsicherung ist in Kalifornien uns mal durchgebrannt.
>> Ersatz nur in Europa. Lösung: Alufolie rundrumgewickelt.
> Super Idee. Ein Kumpel von einem Freund war so blöd, das in einem
> deutschen Neubaublock zu machen.

In welchem deutschen Neubaublock findet man denn bitteschön Sicherungen, 
die man mit Alufolie überbrücken könnte?
Gast #5559029
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L. H. schrieb:
> Schwaben sind i.d.R. bereit dazu, "Unsummen" an Geld zu investieren,

Yep, siehe Stuttgart 21

> wenn sich das "rechnet".

auch wenn es sich nicht rechnet, siehe oben.

> Vielleicht etwas Funktionierendes interessiert die herzlich wenig.

Nochmal yep, siehe oben

> Wie kommst Du also zu dem Begriff:
> "schwäbische" Reparatur?

er meinte wohl "schwäbische Bauart", denn die Reparatur beginnt schon 
während der Bauphase.

SCNR
#5559041
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wenn schwäbische Reparaturen einfach kostengünstige und alternative 
Reparaturen sind.

Bei meinem Laptop war die Buchse für den Netzstecker kaputt. Ich habe 
das Gehäuse drumherum mit dem Seitenschneider aufgebrochen. Dann den 
Stecker vom Kabel abgezwickt und die Adern passen ans Board angelötet.
Danach mit Panzertape die offene Stelle verschlossen.
Gast #5560015
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Ok, mal von den Witzen und (teilweise berechtigten) Vorurteilen 
gegenüber Schwaben abgesehen, möchte ich ein paar Dinge erklären.

Der Schwabe an sich ist sparsam, aber nicht geizig! Es wird nur oft 
falsch wahrgenommen, da sich der Schwabe samstags um das Sauberhalten 
des Gehweges kümmert und seinen Benz poliert. Das stimmt wirklich. Dies 
führt dazu, dass der Schwabe seine Samstage nicht in Geiz- und 
Blödmärkten zubringen kann und daher als Konsumverweigerer angesehen 
wird. Wir kaufen halt nicht jeden Chinadreck, der dann ein Jahr hält, 
sondern eben anders.

Wann immer es um eine Neuanschaffung geht, gleich welcher Art, so ist 
dem Schwabe das teuerste, was man auf dem Markt bekommen kann, gerade 
gut genug. Allerdings hält dann diese Anschaffung viele Jahre bis 
Jahrzehnte und in dieser Zeit konsumiert er halt in der Richtung nichts. 
Daher gibt es auch keine klassische "schwäbische Reparatur" wie vom TE 
gemeint. Der Schwabe murkst nicht, er tüftelt und denkt gründlich.

Nicht umsonst gehört Baden-Württemberg neben Bayern zu den 
wirtschaftsstärksten Gebieten in ganz Europa. Zahlreiche Weltmarktführer 
sind (oder waren) hier angesiedelt. Der materielle Wohlstand ist also 
einerseits dem Erfinderreichtum gepaart mit bescheidener Lebensweise zu 
verdanken. Weiterhin dem Umstand, dass Unternehmen ihre Mitarbeiter gut 
bezahlen müssen wegen der räumlichen Nähe zur Schweiz. Wer hier nicht 
genug verdienen würde, der geht halt in die Schweiz zum Arbeiten 
(einfach gesagt).

So habe ich es zumindest die letzten 71 Jahre, die ich nun schon in 
Baden-Württemberg (das es damals noch nicht gab) lebe mitbekommen. Ein 
Beispiel für Bescheidenheit ist auch Arthur Fischer, den ich persönlich 
kannte. Weltweit "nur" für seine Dübel bekannt, hat es Herr Fischer in 
seinem Leben auf mehr als 1000 Patente gebracht. Aber gewohnt hatte er 
genauso bescheiden wie seine Mitarbeiter. Kein zur Schau gestellter 
Luxus, das sind meist die Poser, die alles auf Kredit haben und die gibt 
es leider auch bei uns.

Klar, man wirft uns auch vor, dass wir in Berlin und Köln die Mieten 
hochtreiben, aber das ist keine Absicht. Wir meinen es nicht so.

Selbe auch mit meinem blöden Glühlampenwitz weiter oben. In meinem 
Haushalt gibt es seit mehr als 20 Jahren keine Glühlampen mehr (ok im 
Heizungskeller ist noch eine) und viele der damals wirklich teuren 
Energiesparlampen leben noch heute. Kommt zwar kaum noch Licht raus, 
aber sie gehen noch. Auch da galt: Markenware kaufen, nicht das Gelumpe 
vom Grabbeltisch.

Und auch wenn wir lange brauchen, um mit fremden Menschen warm zu 
werden, eigentlich sind wir ganz nett. Wirklich ;)

Gruß, Wolle
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