Ich wusste nicht wie ich den Thread Titel nennen sollte, finde den Titel
aber ziemlich treffend.
Häufig gehen kleine Dinge mit geringem Wert kaputt wenn man sie gerade
dringend braucht und ein Ersatz ist nicht in Reichweite.
Neulich ging im Bad das Glühobst kaputt und natürlich war kein Ersatz im
Haus. Ich habe dann den Spot gedreht so das sich die beiden Enden der
Heizwendel wieder berührten und hatte wieder Licht, nach ein paar Tagen
drehte ich den Spot wieder in Ursprungsposition weil die Glühwendel
wieder fest miteinander verschweißt war. Die Glühbirne leuchtet jetzt
schon seit ungefähr 2 Monaten, mal schauen wie lange sie noch durchhält
;)
Nun meine Frage:
Was waren eure „schwäbischsten“ Reparaturen?
René F. schrieb:> Neulich ging im Bad das Glühobst kaputt und natürlich war kein Ersatz im> Haus. Ich habe dann den Spot gedreht so das sich die beiden Enden der> Heizwendel wieder berührten und hatte wieder Licht, nach ein paar Tagen> drehte ich den Spot wieder in Ursprungsposition weil die Glühwendel> wieder fest miteinander verschweißt war. Die Glühbirne leuchtet jetzt> schon seit ungefähr 2 Monaten, mal schauen wie lange sie noch durchhält
Wie trollig!
Schön für Dich, dass es die Glühwendel wieder verschweißt hat...
René F. schrieb:> Was waren eure „schwäbischsten“ Reparaturen?
"Schwäbischste" Reparaturen?
Was soll denn das eigentlich sein??
Etwa das "Hinschütteln" von Heizwendeln, damit die (vielleicht) noch
etwas länger funktionieren?
Ich, aus Bayern stammend, war einige Jahre in BW berufstätig.
BW war für mich der Inbegriff für "Schwaben", obwohl auch in Bayern
Schwaben ansässig sind.
"Integrations-Probleme" von mir (außerhalb Bayerns) hatte ich noch nie.
:D
Mag auch daran liegen, daß wir Bayern in der BRD allgemein ganz
willkommen sind.
Wenn man mal von Dobrindt, Seehofer und Söder absieht.
Die m.E. wahrlich keine "Zierde" für Bayern sind.
Vielfach wird auch verkannt, welche geschichtlichen Wurzeln Bayern und
Schwaben verbinden:
https://www.wissenschaft.de/magazin/weitere-themen/sueben-oder-alamannen/
Denke, man tut den mir liebgewonnen Schwaben häufig Unrecht an.
Indem man sie als "geizig" oder übermäßig "sparsam" beschreibt.
Das genaue Gegenteil davon ist der Fall:
Schwaben sind i.d.R. bereit dazu, "Unsummen" an Geld zu investieren,
wenn sich das "rechnet".
Jederzeit und immer.
Aber dazu muß man sie erst mal überzeugen können.
Vielleicht etwas Funktionierendes interessiert die herzlich wenig.
Wie kommst Du also zu dem Begriff:
"schwäbische" Reparatur?
Grüße
L. H. schrieb:> "schwäbische" Reparatur?
Wahrscheinlich, dass er hunderte male seine Spots gedreht hat,
bis so eine Wendel zufällig sich verschweißt hat...
Aber von Reparatur zu sprechen ist wohl Mumpitz und ein trolliges
Thema, welches niemandem etwas bringt...
PS: Habe auch schon mal eine 100 Watt Glühbirne so repariert,
die hatte dann für eine halbe Stunde gut 150 Watt...
Ich habe mir die Sonnenbrille aufgesetzt...
Mani W. schrieb:> Aber von Reparatur zu sprechen ist wohl Mumpitz und ein trolliges> Thema, welches niemandem etwas bringt...
Ja, hast wohl recht damit. :)
Grüße
> Ne 20A Glasrohrsicherung ist in Kalifornien uns mal durchgebrannt.> Ersatz nur in Europa. Lösung: Alufolie rundrumgewickelt.
Super Idee. Ein Kumpel von einem Freund war so blöd, das in einem
deutschen Neubaublock zu machen. Ergebnis: Fast die Bude abgefackelt.
Steckdosenleiste kurz vor'm Flammen schlagen, Sicherungskasten mit
lautem Bumms zerstört und Strangsicherung des gesamten Aufgangs
geschossen. Soll recht teuer gewesen sein der Spaß.
Ben B. schrieb:> Lösung: Alufolie rundrumgewickelt.
War wohl zu dick, bei uns heißt das "Pensionistenserviette"...
Aber mit der flicken ist schon ein "Mordsspass"...
Ben B. schrieb:>> Ne 20A Glasrohrsicherung ist in Kalifornien uns mal durchgebrannt.>> Ersatz nur in Europa. Lösung: Alufolie rundrumgewickelt.> Super Idee. Ein Kumpel von einem Freund war so blöd, das in einem> deutschen Neubaublock zu machen. Ergebnis: Fast die Bude abgefackelt.> Steckdosenleiste kurz vor'm Flammen schlagen, Sicherungskasten mit> lautem Bumms zerstört und Strangsicherung des gesamten Aufgangs> geschossen. Soll recht teuer gewesen sein der Spaß.
Da gibts nur eins, verkohlte Sicherung unauffällig wieder rausziehen und
so tun, als wäre nichts gewesen...... ;-)
Den Schwaben wird ja eher, ähnlich wie den Schotten, eine übertriebene
Sparsamkeit nachgesagt. (...Hond verkaufe, sälber bälle...),
andererseits auch die Fähigkeiten von "Tüftlern". Letzteres war wohl
gemeint.
Wenn man schon eine Glasrohrsicherung Not reparieren will so kann man
versuchen die Endkappen vom Glasrohr zu entfernen.(Eventuell erwärmen)
In den Kappen wird dann mittig ein kleines Loch gebohrt.
Dann werden die Kappen wieder auf das Glasrohr gesteckt.
Jetzt kann man ein feinen Draht (Einzelne Litze) durch fädeln.
An den Enden wird die Litze dann verlötet.
Diese Vorgehensweise ist deutlich sicherer als das man die Sicherung mit
Alufolie einwickelt.
Ben B. schrieb:>> Ne 20A Glasrohrsicherung ist in Kalifornien uns mal durchgebrannt.>> Ersatz nur in Europa. Lösung: Alufolie rundrumgewickelt.> Super Idee. Ein Kumpel von einem Freund war so blöd, das in einem> deutschen Neubaublock zu machen.
In welchem deutschen Neubaublock findet man denn bitteschön Sicherungen,
die man mit Alufolie überbrücken könnte?
L. H. schrieb:> Schwaben sind i.d.R. bereit dazu, "Unsummen" an Geld zu investieren,
Yep, siehe Stuttgart 21
> wenn sich das "rechnet".
auch wenn es sich nicht rechnet, siehe oben.
> Vielleicht etwas Funktionierendes interessiert die herzlich wenig.
Nochmal yep, siehe oben
> Wie kommst Du also zu dem Begriff:> "schwäbische" Reparatur?
er meinte wohl "schwäbische Bauart", denn die Reparatur beginnt schon
während der Bauphase.
SCNR
wenn schwäbische Reparaturen einfach kostengünstige und alternative
Reparaturen sind.
Bei meinem Laptop war die Buchse für den Netzstecker kaputt. Ich habe
das Gehäuse drumherum mit dem Seitenschneider aufgebrochen. Dann den
Stecker vom Kabel abgezwickt und die Adern passen ans Board angelötet.
Danach mit Panzertape die offene Stelle verschlossen.
Der fieseste Schwabenwitz stammt von dort, "s'Äffle und s'Pferdle"
Pausenfüller im Stuttgarter Werbefernsehen.
Das Pferdle im weißen Kittel vor seiner Apotheke: "Jetz hann i grad oim
statt Aspirin Arsen verkauft. Des is m'r jetz aber peinlich" "Ha, wieso
denn?" "Na 's Arsen koscht halt e bissle meh'."
Roland E. schrieb:> Allein im Osten mangelte es an der Alufolie für solche Stunts.
Momente mal! Wenn wir eins im Osten genügend hatten, dann war das
Alufolie. Wir hatten davon soviel, dass wir die zu Drähten gedreht und
als Stromleitungen eingebaut haben.
Und natürlich auch um Neozed Einsätze gewickelt haben.
Ok, mal von den Witzen und (teilweise berechtigten) Vorurteilen
gegenüber Schwaben abgesehen, möchte ich ein paar Dinge erklären.
Der Schwabe an sich ist sparsam, aber nicht geizig! Es wird nur oft
falsch wahrgenommen, da sich der Schwabe samstags um das Sauberhalten
des Gehweges kümmert und seinen Benz poliert. Das stimmt wirklich. Dies
führt dazu, dass der Schwabe seine Samstage nicht in Geiz- und
Blödmärkten zubringen kann und daher als Konsumverweigerer angesehen
wird. Wir kaufen halt nicht jeden Chinadreck, der dann ein Jahr hält,
sondern eben anders.
Wann immer es um eine Neuanschaffung geht, gleich welcher Art, so ist
dem Schwabe das teuerste, was man auf dem Markt bekommen kann, gerade
gut genug. Allerdings hält dann diese Anschaffung viele Jahre bis
Jahrzehnte und in dieser Zeit konsumiert er halt in der Richtung nichts.
Daher gibt es auch keine klassische "schwäbische Reparatur" wie vom TE
gemeint. Der Schwabe murkst nicht, er tüftelt und denkt gründlich.
Nicht umsonst gehört Baden-Württemberg neben Bayern zu den
wirtschaftsstärksten Gebieten in ganz Europa. Zahlreiche Weltmarktführer
sind (oder waren) hier angesiedelt. Der materielle Wohlstand ist also
einerseits dem Erfinderreichtum gepaart mit bescheidener Lebensweise zu
verdanken. Weiterhin dem Umstand, dass Unternehmen ihre Mitarbeiter gut
bezahlen müssen wegen der räumlichen Nähe zur Schweiz. Wer hier nicht
genug verdienen würde, der geht halt in die Schweiz zum Arbeiten
(einfach gesagt).
So habe ich es zumindest die letzten 71 Jahre, die ich nun schon in
Baden-Württemberg (das es damals noch nicht gab) lebe mitbekommen. Ein
Beispiel für Bescheidenheit ist auch Arthur Fischer, den ich persönlich
kannte. Weltweit "nur" für seine Dübel bekannt, hat es Herr Fischer in
seinem Leben auf mehr als 1000 Patente gebracht. Aber gewohnt hatte er
genauso bescheiden wie seine Mitarbeiter. Kein zur Schau gestellter
Luxus, das sind meist die Poser, die alles auf Kredit haben und die gibt
es leider auch bei uns.
Klar, man wirft uns auch vor, dass wir in Berlin und Köln die Mieten
hochtreiben, aber das ist keine Absicht. Wir meinen es nicht so.
Selbe auch mit meinem blöden Glühlampenwitz weiter oben. In meinem
Haushalt gibt es seit mehr als 20 Jahren keine Glühlampen mehr (ok im
Heizungskeller ist noch eine) und viele der damals wirklich teuren
Energiesparlampen leben noch heute. Kommt zwar kaum noch Licht raus,
aber sie gehen noch. Auch da galt: Markenware kaufen, nicht das Gelumpe
vom Grabbeltisch.
Und auch wenn wir lange brauchen, um mit fremden Menschen warm zu
werden, eigentlich sind wir ganz nett. Wirklich ;)
Gruß, Wolle
Wolle R. schrieb:> Auch da galt: Markenware kaufen, nicht das Gelumpe vom Grabbeltisch.
Na ja, mittlerweile ist das Gelumpe in den Abteilungen für höchste
Qualität angekommen…
Uhu U. schrieb:> Na ja, mittlerweile ist das Gelumpe in den Abteilungen für höchste> Qualität angekommen…
Das ist leider wahr. Wirklich gute Qualität zu bekommen wird immer
schwieriger. Namen sind halt nur noch Schall und Rauch, nicht nur bei
Leuchtmitteln.
● J-A V. schrieb:> das waren doch die>> wo Probleme mit die Relativsätz hennt>> oder so :]
Dir schmeiß i glei 's Breschtlingsgsälzhäfele an dr Meggel no.
L. H. schrieb:> Mag auch daran liegen, daß wir Bayern in der BRD allgemein ganz> willkommen sind.
Auch wenn die Schwaben noch komischer sprechen... Mir sind zehn davon
lieber als ein Bayer...