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Forum: HF, Funk und Felder Störungen durch LED Leuchtmittel


Autor: Thorsten S. (thorstens)
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Hallo zusammen,

ich habe seit einem Monat eine LED "Glühbirne" (4W, E14) von Ikea im 
Einsatz. Daneben steht ein selbst entwickeltes Gerät mit ESP8266 
Prozessor und LCD-Display. Die Glühbirne stört das WLAN und sogar das 
Display kommt durcheinander (Darstellung stimmt nicht, oder zeigt gar 
nichts mehr an). Jetzt ist mir der WLAN Teil des ESP8266 sogar gestorben 
(Prozessor treibt noch das Display korrekt an, kann sich aber gar nicht 
mehr mit dem WLAN verbinden).

Ich habe einen neuen ESP8266 verbaut und das Gerät einen Meter weiter 
weg gestellt. Das Netzteil steckt noch genauso gemeinsam mit der Lampe 
in der Steckdose, wie zuvor. Störungen sind weg. Es kommt also nicht 
über das Netzteil rein.

Dazu zwei Fragen:
1) Kann der WLAN Teil des ESP8266 wirklich durch elektromagnetische 
Strahlung zerstört worden sein, oder ist das Zufall?

2) Was kann ich tun, um mein Gerät gegen die elektromagnetische 
Strahlung zu schützen? Es ist in einem durchsichtigen Plexiglas-Gehäuse, 
mit Alufolie auskleiden geht daher nicht. Kann ich schaltungstechnisch 
etwas machen?

Grüße
Thorsten

: Verschoben durch Moderator
Autor: Rufus Τ. F. (rufus) (Moderator) Benutzerseite
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Hast Du denn den alten ESP8266 auch mal weiter von der Lampe entfernt? 
Daß die die WLAN-Hardware "zerstört", ist mehr als unwahrscheinlich.

Autor: holger (Gast)
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>1) Kann der WLAN Teil des ESP8266 wirklich durch elektromagnetische
>Strahlung zerstört worden sein, oder ist das Zufall?

Da würde ich eher an Zufall glauben. Stell die Schaltung doch mal
wieder direkt neben die Lampe und warte ab was passiert.

Autor: Thorsten S. (thorstens)
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Ich hatte beim alten ESP die Lampe ausgeschaltet und er bekam trotzdem 
keine Verbindung mehr zum WLAN. Wenn ich den neuen ESP an die alte 
Stelle setze, treten die beschriebenen Störungen auf.

Die Frage ist, ob man schaltungstechnisch etwas machen kann?

: Bearbeitet durch User
Autor: Felix (Gast)
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Wenn Ikea da nicht CE-konformen Mist verkauft, könnte

(stimmt das so?)

die Bundesnetzagentur über das Produkt informiert werden und dem 
nachgehen (so sie denn wollen).

Autor: HF-Werkler (Gast)
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Hast du schon geprüft, ob die Störung nicht ev. direkt über das gepulste 
Licht der Lampe kommt?

Es gab afaik mindestens einen Fall, in dem ein Flip-Chip (fast nacktes 
Silizium Die) als Spannungsregler Probleme machte, wenn er starkem 
Wechsellicht ausgesetzt wurde. Der Spannungsregeler hat dann die 
Spannung nicht mehr richtig geregelt, was zum Absturz des uC führte. Der 
Chip hat vermutlich direkt das Licht wie eine Solarzelle aufgenommen´und 
seine Regelung gestört. Eine falsche Spannung kann auch Komponenten 
zerstören.

Eine Zerstörung eines WLAN-Bausteins durch die Störabstrahlung einer 
LED-Lampe klingt dagegen sehr unwahrscheinlich.

Gruss

Autor: Thorsten S. (thorstens)
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Auswirkungen durch Lichteinfall schließe ich aus. Es ist ein LM1117-3.3 
verbaut, der 5V vom Netzteil auf 3,3V herunterregelt. Der ESP sitzt in 
einem Metallgehäuse.

Ich hatte erst Wechselwirkungen über das Stromnetz im Verdacht, da beide 
in der gleichen Steckdose stecken. Aber da das Gerät seit 3 Tagen stabil 
läuft, obwohl an der Steckdosenkonfiguration nichts verändert wurde, 
kann das ausgeschlossen werden. Vorher lief das immer nur 4-8 Stunden 
stabil.

Frage: Ich habe die im Anhang gezeigte Schaltung auf der Eingangsseite 
der Stromversorgung verbaut. Wären da noch zusätzliche Kondensatoren 
sinnvoll?

Autor: HF-Werkler (Gast)
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Hast du wirklich Tantal-Kondensatoren genommen? Wenn nein, was hast du 
verbaut (genaue Bezeichnung)?

Die Schaltungen im Datenblatt sind in der Regel nur Funktionsbeispiele, 
aber keine "fertige" Schaltung.

Ich habe langsam den Verdacht, dass deine Schaltung nicht wirklich 
EMV-Gerecht sein könnte. Kannst du bitte ein Foto deines Aufbaus der 
Schaltung (inkl. der Verkabelung) hier einstellen?

Autor: Tip (Gast)
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Thorsten S. schrieb:
> durchsichtigen Plexiglas-Gehäuse

vielleicht ESD-Schaden

Autor: Thorsten S. (thorstens)
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Ja, es sind Tantal Kondensatoren. Foto mache ich morgen. Es ist viel 
verkabelt. Vom ESP gehen 8-10 Datenleitungen zum LCD Display, eine 
Datenleitung zu einem DHT-22, eine Datenleitung zu einem 433MHz Sender 
und eine Datenleitung zu WS2812 LEDs. Wenn sich das LCD Display 
weghängt, fängt es sich vermutlich Störstrahlung über die Kabel ein. 
Aber wäre mir neu, dass man die ca. 15cm langen Datenleitungen 
abschirmen müsste. Wenn ich da an die IDE Kabel von früher denke...

Autor: Mark S. (voltwide)
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Ungeschützte Parallellports in dieser Größenordnung sind Antennen.
Hast Du differentielle Datenübertragung?
Hast Du zu jeder Datenleitung eine eigene GND-Rückleitung in Deinem 
Flachkabel spendiert?
Du weißt dass die Wellenlänge von 2,4GHz bei 8cm liegt?

: Bearbeitet durch User
Autor: Michael U. (amiga)
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Hallo,

speziell die ungeschirmten ESP8266-01 und -03 ließen sich bei mir durch 
die Zuleitung Trafo->Halogenspot bis in ca. 15cm Entfernung komplett aus 
dem Konzept bringen. Ein geschirmtes -12 blieb in rund 3cm Anstand 
stabil.
Es stört wohl direkt in den ESP8266-Chip rein und bringt den aus dem 
Konzept.

Kein WLAN-Connect kann auch an versauten Connect-Daten im config-Bereich 
des Flashs liegen, Flash komplett löschen und esp_init_data_default.bin 
und blank.bin neu flashen hilft dann. Die aktuelle ArduinoIDE bietet 
dafür den Mode Erase All Flash Contents an.

Gruß aus Berlin
Michael

Autor: Uwe M. (uwe_mettmann)
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Thorsten S. schrieb:
> Auswirkungen durch Lichteinfall schließe ich aus.

Das kannst du nur dann ausschließen, wenn du dein Gerät wieder in die 
Nähe des LED-Lichtes stellst und dann das Plexiglasgehäuse mit etwas 
lichtdichtem abdeckst.

Es ist ziemlich unwahrscheinlich, dass die LED-Lampe WLAN stört, weil 
LED-Lampen in diesem hohen Frequenzbereich nicht mehr stören.

Weiterhin ist es auch unwahrscheinlich, dass dein Gerät durch direkte 
elektromagnetische Einstrahlung durch die LED gestört wird, denn dann 
müsste dein Gerät aber extrem empfindlich sein.

Auch Netzrückwirkungen über das Stromnetz sind recht unwahrscheinlich.

Da alles unwahrscheinlich ist, solltest du die eine unwahrscheinliche 
Variante, die du einfach testen kannst, auch ausschließen, also die 
Ursache durch die direkte Lichteinstrahlung.


Thorsten S. schrieb:
> Ja, es sind Tantal Kondensatoren. Foto mache ich morgen. Es ist viel
> verkabelt. Vom ESP gehen 8-10 Datenleitungen zum LCD Display, eine
> Datenleitung zu einem DHT-22, eine Datenleitung zu einem 433MHz Sender
> und eine Datenleitung zu WS2812 LEDs.

Du solltest alles auf eine Bezugsmasse beziehen, also die Masse der 
einzelnen Komponenten extrem kurz mit der Bezugsmasse verbinden. Als 
Bezugsmasse kannst du z.B. eine Kupferlebefolie nehmen, mit der du den 
Boden (und eventuell eine Seitenwand) deines Gerätes beklebst.

Außerdem kaufe dir doch eine  LED-Lampe von einem anderen Hersteller. 
Bei einer Osram-LED-Lampe habe ich mir mal die Störungen auf der 
Netzleitung angeschaut und das sah nicht schlecht aus. Mit Philips habe 
ich keine guten Erfahrungen gemacht (ist aber schon länger her).

Ansonsten, wo bleiben die Fotos, die schon gestern posten wolltest?


Gruß

Uwe

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