Forum: Mikrocontroller und Digitale Elektronik Datenübertragung in leitendem Medium


von Andi G. (leander_g)



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Hallo!
Das ist mein erster Beitrag hier, vielleicht kann mir jemand 
weiterhelfen.
Gegeben ist folgendes:
o Ein Steuergerät soll mit mehreren Geräten kommunizieren
o Die Geräte haben eine gemeinsame GND-Verbindung
o Jedes Gerät hat eine eigene Stromversorgung
o Daten sollen in beide Richtungen gehen, aber nicht zur gleichen Zeit
o Die Geräte sind neben der GND Verbindung über blanke Kupferdrähte 
miteinander verbunden
o Die Verbindungen sollten einige Kilometer lang sein (5km müssten 
reichen)
o Drahtlose Kommunikation geht nicht, weil:
o Das ganze befindet sich in einem nicht näher beschriebenen 
elektrisch-leitenden Medium, welches als "GND-Verbindung" genutzt wird
o Keine hohe Übertragungsraten (ein paar Bytes pro Minute)
o (siehe Bild im Anhang)

Wie würde man so etwas realisieren? Extrem viel Leistung vorne in die 
Leitung reinschicken und hoffen, dass am Ende etwas brauchbares 
rauskommt?

Danke schon mal im Voraus für alle Antworten!

von Dergute W. (derguteweka)


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Moin,

Guck' dir an, wie U-Boote kommunizieren. Die schwimmen auch "in einem 
nicht genauer beschriebenen elektrisch leitenden Medium".

Gruss
WK

von Andi G. (leander_g)


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Dergute W. schrieb:
> Moin,
>
> Guck' dir an, wie U-Boote kommunizieren. Die schwimmen auch "in einem
> nicht genauer beschriebenen elektrisch leitenden Medium".
>
> Gruss
> WK

Haha, interessanter Ansatz, aber ich rede hier von drahtgebundener 
Datenübertragung, nicht von drahtloser Übertragung mit tiefen 
Frequenzen.

Aber danke schon mal für die schnelle Antwort.

von nicht näher beschriebener User (Gast)


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Hi,

warum sind denn die Datenleitungen blank? Damit schließt man sie doch 
über das nicht näher beschriebene Medium nach Masse kurz?!

von Andi G. (leander_g)


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nicht näher beschriebener User schrieb:
> Hi,
>
> warum sind denn die Datenleitungen blank? Damit schließt man sie doch
> über das nicht näher beschriebene Medium nach Masse kurz?!

Genau das ist ja das Problem! Die Leitungen sind dünn und blank, weil 
sie dadurch weniger Gewicht haben. Ich weiß, das ist blöd, aber das sind 
die Vorgaben dieser "Problemstellung".

Und es ist übrigens kein Kurzschluss (R = 0 Ohm) sondern nur eine sehr 
niederohmige Verbindung ;-)

von Günter Lenz (Gast)


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Es entsteht ein Spannungsteiler, "Signalquelle, nichtisolierte
Leitung, und leitendem Medium". Solange der Empfänger
das Ergebnis dieser Spannungsteilung noch detektieren kann,
kannst du damit Daten übertragen.

von Andi G. (leander_g)


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Günter Lenz schrieb:
> Es entsteht ein Spannungsteiler, "Signalquelle, nichtisolierte
> Leitung, und leitendem Medium". Solange der Empfänger
> das Ergebnis dieser Spannungsteilung noch detektieren kann,
> kannst du damit Daten übertragen.

Also dann einfach viel Strom durch die Leitung schicken -> größerer 
Spannungsabfall am "Kurzschluss" -> akzeptabe Spannung am anderen Ende.

Ganz einfach eigentlich.

von Andi G. (leander_g)


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Und die eigentliche Datenübertragung wie ein normaler One-Wire-Bus, 
dafür gibt es ja schon fertige Lösungen...

von Markus F. (mfro)


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Andi G. schrieb:
> Günter Lenz schrieb:
>> Es entsteht ein Spannungsteiler, "Signalquelle, nichtisolierte
>> Leitung, und leitendem Medium". Solange der Empfänger
>> das Ergebnis dieser Spannungsteilung noch detektieren kann,
>> kannst du damit Daten übertragen.
>
> Also dann einfach viel Strom durch die Leitung schicken -> größerer
> Spannungsabfall am "Kurzschluss" -> akzeptabe Spannung am anderen Ende.
>
> Ganz einfach eigentlich.

... und Millionen toter Maulwürfe im "nicht näher bezeichneten Medium" 
;).

von Andi G. (leander_g)


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Markus F. schrieb:
> Andi G. schrieb:
>> Günter Lenz schrieb:
>>> Es entsteht ein Spannungsteiler, "Signalquelle, nichtisolierte
>>> Leitung, und leitendem Medium". Solange der Empfänger
>>> das Ergebnis dieser Spannungsteilung noch detektieren kann,
>>> kannst du damit Daten übertragen.
>>
>> Also dann einfach viel Strom durch die Leitung schicken -> größerer
>> Spannungsabfall am "Kurzschluss" -> akzeptabe Spannung am anderen Ende.
>>
>> Ganz einfach eigentlich.
>
> ... und Millionen toter Maulwürfe im "nicht näher bezeichneten Medium"
> ;).

Ha!
Frage: Ist Glasfaser eigentlich leichter als Kupferdraht? Da hätte man 
das Problem mit den Kurzschlüssen ja gar nicht!!

von Jim M. (turboj)


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Andi G. schrieb:
> Und die eigentliche Datenübertragung wie ein normaler One-Wire-Bus,
> dafür gibt es ja schon fertige Lösungen...

Bei blanken Drähten darf kein DC Offset drauf sein, sonst korrodiert das 
in Nullkommanix weg. Damit fallen UART Protokolle und One-Wire weg.

Aus ebendiesem Grunde hätte ich Lackdraht genommen - der Lack wiegt im 
Vergleich zum Kupfer praktisch nix, isoliert und verhindert Korrosion.

Sowas wie DCC wie bei der Modelleisenbahn könnte funktioniern (siehe 
OpenDCC.de Webseite). Da ist normalerweise kein Gleichspannungs-Anteil 
drauf.

von Ralf D. (doeblitz)


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Andi G. schrieb:
> Günter Lenz schrieb:
>> Es entsteht ein Spannungsteiler, "Signalquelle, nichtisolierte
>> Leitung, und leitendem Medium". Solange der Empfänger
>> das Ergebnis dieser Spannungsteilung noch detektieren kann,
>> kannst du damit Daten übertragen.
>
> Also dann einfach viel Strom durch die Leitung schicken -> größerer
> Spannungsabfall am "Kurzschluss" -> akzeptabe Spannung am anderen Ende.
>
> Ganz einfach eigentlich.

Tja, nur beißt sich das irgendwie mit dem "dünne blanke Leitung wegen 
geringem Gewicht". Wenn die Leitung wirklich so dünn ist, dass eine 
Isolation einen deutlichen Gewichtsnachteil bringt, dann wage ich mal zu 
bezweifeln, dass diese Leitung den nötigen Speisestrom verkraftet.

Ich bin jetzt aber zu faul um das mal modellhaft durchzurechnen. ;-)

von Andi G. (leander_g)


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Jim M. schrieb:
> Andi G. schrieb:
>> Und die eigentliche Datenübertragung wie ein normaler One-Wire-Bus,
>> dafür gibt es ja schon fertige Lösungen...
>
> Bei blanken Drähten darf kein DC Offset drauf sein, sonst korrodiert das
> in Nullkommanix weg. Damit fallen UART Protokolle und One-Wire weg.
>
> Aus ebendiesem Grunde hätte ich Lackdraht genommen - der Lack wiegt im
> Vergleich zum Kupfer praktisch nix, isoliert und verhindert Korrosion.
>
> Sowas wie DCC wie bei der Modelleisenbahn könnte funktioniern (siehe
> OpenDCC.de Webseite). Da ist normalerweise kein Gleichspannungs-Anteil
> drauf.

Lackisolierter Draht, also das Zeug was man bei den Wicklungen von 
Motoren und so verwendet?

Bezüglich dem Protokoll, das ist nicht das Problem, da würde ich mir 
selbst was einfallen lassen ...

Aber ich glaube mit lackisoliertem Draht wäre das Problem gelöst!
Wiedermal sieht man, dass die Lösung für ein Problem so einfach sein 
kann, dass man selbst nicht draufkommt ;-)

Danke für alle Antworten!

von Andi G. (leander_g)


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Ralf D. schrieb:

> Tja, nur beißt sich das irgendwie mit dem "dünne blanke Leitung wegen
> geringem Gewicht". Wenn die Leitung wirklich so dünn ist, dass eine
> Isolation einen deutlichen Gewichtsnachteil bringt, dann wage ich mal zu
> bezweifeln, dass diese Leitung den nötigen Speisestrom verkraftet.
>
> Ich bin jetzt aber zu faul um das mal modellhaft durchzurechnen. ;-)

Ich habe bei isoliertem Draht an Leitungen mit schön dicker Isolation 
gedacht, deshalb. Weil ich lackisolierten Draht so gut wie nie verwende, 
ist mir das nicht in den Sinn gekommen ;-)

von Phil E. (aktiver_mitleser)


Angehängte Dateien:

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Machen wir eine Abschätzung. Statt einem kontinuierlichem Medium nehmen 
wir ein Gitter mit Seitenlänge 1m und diskrete Komponenten, und nehmen 
mal an dass die Treiberausgänge und GND einen Meter entfernt sind. Dann 
sieht dein Schaltbild wie das angehängte aus, nur dass die Reihe 5000 
Widerstände lang ist. Wenn man die Schaltung umstellt, kommt das zweite 
Bild raus, das das Problem zeigt - jeder Meter halbiert die Spannung. 
Bei 5000 Halbierungen ist der Pegel am Ende 2^-5000, oder 10^-1500, oder 
eine Dämpfung von 30000dB. Das ist noch nicht mal mehr astronomisch...

Entweder du machst den Abstand zwischen Output und GND vergleichbar zum 
Abstand zwischen Sender und Empfänger (unhandliche 5km breite Geräte), 
oder du musst dein Kabel isolieren.

von Andi G. (leander_g)


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Philipp M. schrieb:

> ... eine Dämpfung von 30000dB. Das ist noch nicht mal mehr astronomisch...
>
> Entweder du machst den Abstand zwischen Output und GND vergleichbar zum
> Abstand zwischen Sender und Empfänger (unhandliche 5km breite Geräte),
> oder du musst dein Kabel isolieren.

Wow! Hätte nicht gedacht, dass das so krass abgeschwächt wird! Also 
dann, wie ich sagte, lackisolierter Draht oder Lichtwellenleiter.

von Günter Lenz (Gast)


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Markus F. schrieb:
>... und Millionen toter Maulwürfe im "nicht näher bezeichneten Medium"
>;).

Je nach dem wie niederohmig das Ganze ist, werden wohl keine
großen Spannungen entstehen, vieleicht wenige Volt oder
Millivolt. Das überleben die Maulwürfe.

Ein ähnliches Problem gibt es zum Beispiel auch bei
der Frage, kann man über Eisenbahnschienen telefonieren?
Die beiden Schienen sind ja ein nichtisoliertes Leitungspaar.
Aus Neugier habe ich mal bei einer stillgelegten Strecke
gemessen. Die Schienen lagen auf Holzschwellen.
Zwischen den Schienen habe ich einen Widerstand von
unter 1 Ohm gemessen. Wenn man da NF mit ordentlich
Leistung, vielleicht 10 - 20W niederohmig einspeist,
könnte ich mir vorstellen, daß man in einigen km
entfernung noch was hören kann. Ich habe es aber nicht
ausprobiert. Was ich aber gemacht habe, ist die Schienen
an einen NF-Verstärker angeschlossen. Man hört dann
Brummen, Sferics und Knistern. Was ich noch gemacht habe,
die Schienen als Erde für einen Kurzwellenempfänger
zu benutzen, geht prima.

von Stephan (Gast)


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Philipp M. schrieb:
> Statt einem kontinuierlichem Medium nehmen
> wir ein Gitter mit Seitenlänge 1m und diskrete Komponenten, und nehmen
> mal an dass die Treiberausgänge und GND einen Meter entfernt sind. Dann
> sieht dein Schaltbild wie das angehängte aus, nur dass die Reihe 5000
> Widerstände lang ist.

Die Querwiderstände hätte ich eher mit 20 Ohm angesetzt.

Die Kontaktfläche Draht/Medium ist bei z.B. einem 1qmm-Draht nur 35cm^2 
und ich vermute die 3 Ohm/m beziehen sich auf einen deutlich größeren 
Querschnitt.
Ist aber nur Vermutung: 3 Ohm/m ist keine Leitfähigkeitsangabe mit der 
man was anfangen könnte ...


Philipp M. schrieb:
> Wenn man die Schaltung umstellt, kommt das zweite
> Bild raus, das das Problem zeigt - jeder Meter halbiert die Spannung.
> Bei 5000 Halbierungen ist der Pegel am Ende 2^-5000, oder 10^-1500, oder
> eine Dämpfung von 30000dB.

Nicht ganz. Nachdem der untere Widerstand belastet ist ist die Dämpfung 
noch stärker.
erste Näherung: 3 || 6 Ohm = 2 Ohm (> Teiler 2:5)
zweite Näherung: 3 || 5 Ohm = 1.875 Ohm (> Teiler 1.875:4.875)
das sind dann 0.38^5000 oder 1.??e-2075 oder 41500db Dämpfung.

Bei 20 Ohm Querwiderstand sind es 1.??e-836 oder 16720dB Dämpfung.
(Durch die Belastung des Spannnungsteilers werden aus den 20Ohm ca. 
6.5Ohm.)

Günter Lenz schrieb:
> Je nach dem wie niederohmig das Ganze ist, werden wohl keine
> großen Spannungen entstehen, vieleicht wenige Volt oder
> Millivolt. Das überleben die Maulwürfe.

Niederohmig ja. Kleine Spannung nein.
Genauer gesagt: Alle Sterne der Milchstraße zusammen produzieren nicht 
genug Energie, um 1 Picovolt am Ausgang zu erzeugen.

Andi G. schrieb:
> Wow! Hätte nicht gedacht, dass das so krass abgeschwächt wird! Also
> dann, wie ich sagte, lackisolierter Draht oder Lichtwellenleiter.

Kommt auch auf die mechanische Belastung an. Ein paar Löscher im Lack 
und es funktioniert nicht mehr.

von Günter Lenz (Gast)


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@Andi G., Was ist denn nun das leitende Medium,
Erde Wasser Salzwasser?

von Phil E. (aktiver_mitleser)


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Stephan schrieb:
> Nicht ganz. Nachdem der untere Widerstand belastet ist ist die Dämpfung
> noch stärker.
> erste Näherung: 3 || 6 Ohm = 2 Ohm (> Teiler 2:5)
> zweite Näherung: 3 || 5 Ohm = 1.875 Ohm (> Teiler 1.875:4.875)
> das sind dann 0.38^5000 oder 1.??e-2075 oder 41500db Dämpfung.
>
> Bei 20 Ohm Querwiderstand sind es 1.??e-836 oder 16720dB Dämpfung.
> (Durch die Belastung des Spannnungsteilers werden aus den 20Ohm ca.
> 6.5Ohm.)

Egal welcher Wert, wenn man bei Kilodezibel angekommen ist hat man 
sich entweder verrechnet oder die Grenzen realer Physik verlassen. Ein 
Elektron pro Sekunde ist 10^-19 A, es gibt 10^80 Elektronen im 
Universum, fehlen also nur noch irgendwas wie 10^737...

--> Isolation.

von Frank (Gast)


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Hallo, ich würde den dünnen Draht straff ziehen und an den Enden jeweils 
eine Blechdose anknüpfen -> und schon können zwei kommunizieren :-)

von Bernd B. (microwave-designer)


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Andi G. schrieb:
> Genau das ist ja das Problem! Die Leitungen sind dünn und blank, weil
> sie dadurch weniger Gewicht haben. Ich weiß, das ist blöd, aber das sind
> die Vorgaben dieser "Problemstellung".
>
> Und es ist übrigens kein Kurzschluss (R = 0 Ohm) sondern nur eine sehr
> niederohmige Verbindung ;-)

Also, ich schmeiße einmal etwas in die Runde:

Kann man nicht den Skin-Effekt nutzen, dann fließt doch der Strom an der 
Oberfläche?

Smiley

Bernd

von (prx) A. K. (prx)


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Günter Lenz schrieb:
> Zwischen den Schienen habe ich einen Widerstand von
> unter 1 Ohm gemessen.

Und nebenbei weisst du dann auch etwas über das Wetter. ;-)

von Bürovorsteher (Gast)


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Glasfaser, alles andere ist Nonsens.
Wie lange so eine Vorlauffaser in Salzsäure funktionsfähig bleibt, wäre 
ggf zu ermitteln.

von Wolfgang (Gast)


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Andi G. schrieb:
> Genau das ist ja das Problem! Die Leitungen sind dünn und blank, weil
> sie dadurch weniger Gewicht haben.

Dann guck dir mal an, wie bei XBTs die Übertragung funktioniert. Das 
funktioniert, seit dem U-Boote sich für Temperaturprofile interessieren. 
Die machen die Übertragung, ganz allgemein formuliert, auch in einem 
nicht näher beschriebenen, elektrisch-leitenden Medium über einen Draht.

Wenn ein paar mehr Eigenschaften des Mediums bekannt wären, könnte man 
mehr dazu sagen. Wieso interessiert überhaupt das Gewicht des Drahtes?

von Elias K. (elik)


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Wolfgang schrieb:
> Dann guck dir mal an, wie bei XBTs die Übertragung funktioniert.

Zitat aus Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Bathythermograph
1
[...]Das Gerät ist mit einem sehr dünnen isolierten Doppeldraht mit einem Messschreiber an Bord des Schiffes verbunden. [...]
Da wird nichts über das unspezifizierte Medium Wasser übertragen.

Edit: Ganz klar ist es nicht. Andere Quellen sprechen von einem 
Signal-Wire. Aber sagen nicht konkret, ob das Wasser wirklich als 
Ground-Verbindung genutzt wird.
https://swfsc.noaa.gov/publications/CR/1972/7238.PDF
https://web.archive.org/web/20130203235153/http://www.sippican.com/stuff/contentmgr/files/0dad831400ede7b5f71cf7885fdeb110/sheet/xbtxsv92005.pdf

von Andi G. (leander_g)


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Frank schrieb:
> Hallo, ich würde den dünnen Draht straff ziehen und an den Enden jeweils
> eine Blechdose anknüpfen -> und schon können zwei kommunizieren :-)

Schön wäre es, wenn es so einfach wäre. Aber der Sinn und Zweck des 
ganzen ist ja, dass die "Geräte" frei beweglich und doch verbunden sind.

Wolfgang schrieb:
> Wieso interessiert überhaupt das Gewicht des Drahtes?

Weil der Draht irgendwo auf einer Rolle aufgewickelt "herumsteht" wenn 
man ihn nicht gerade braucht. Und es braucht eben weniger Energie 
leichte Sachen von A nach B zu bringen ;-)

von Andi G. (leander_g)


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Elias K. schrieb:
> Wolfgang schrieb:
>> Dann guck dir mal an, wie bei XBTs die Übertragung funktioniert.
>
> Zitat aus Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Bathythermograph
>
1
[...]Das Gerät ist mit einem sehr dünnen isolierten Doppeldraht 
2
> mit einem Messschreiber an Bord des Schiffes verbunden. [...]
3
>
> Da wird nichts über das unspezifizierte Medium Wasser übertragen.
>
> Edit: Ganz klar ist es nicht. Andere Quellen sprechen von einem
> Signal-Wire. Aber sagen nicht konkret, ob das Wasser wirklich als
> Ground-Verbindung genutzt wird.
> https://swfsc.noaa.gov/publications/CR/1972/7238.PDF
> 
https://web.archive.org/web/20130203235153/http://www.sippican.com/stuff/contentmgr/files/0dad831400ede7b5f71cf7885fdeb110/sheet/xbtxsv92005.pdf

Interessant ...

von Andi G. (leander_g)


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Je mehr ich mir die Sache durch den Kopf gehen lasse, desto besser 
klingt die Verbindung mit Lichtwellenleiter. Denn ein sehr langer Draht 
empfängt sehr gerne sehr viele Störungen, vor allem wenn Dinge wie 
Motoren, Frequenzumrichter und andere technische Spielereien in der Nähe 
sind ...

von Wolfgang (Gast)


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Andi G. schrieb:
> Weil der Draht irgendwo auf einer Rolle aufgewickelt "herumsteht" wenn
> man ihn nicht gerade braucht. Und es braucht eben weniger Energie
> leichte Sachen von A nach B zu bringen ;-)

Weißt du, wie groß die Drahtrolle bei einem XBT ist?
Manchmal muss man Prioritäten setzen und ich würde Funktionalität 
deutlich höher bewerten als Rumstehgewicht.

Wenn du dir allerdings in den Kopf gesetzt hast, das Problem mit einem 
unisolierten Draht in einem nicht näher beschriebenen, 
elektrisch-leitenden Medium zu lösen, tue das.
Vielleicht kannst du das an die Marinen dieser Welt verkaufen.

von Andi G. (leander_g)


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Wolfgang schrieb:

> Weißt du, wie groß die Drahtrolle bei einem XBT ist?
...
> Vielleicht kannst du das an die Marinen dieser Welt verkaufen.

Nein, weiß ich nicht.

Ich bin normalerweise der, der sagt "Ah Preis oder Gewicht ist doch 
völlig egal, solange es funktioniert!", bei privaten Basteleien ist das 
ja kein Problem. Das hier ist das erste Mal, dass ich mir über solche 
Dinge (zuviel?) Gedanken gemacht habe und man sieht ja, was dabei 
herausgekommen ist ...



Und nein, ich möchte nichts verkaufen ;-)
Würde ich etwas verkaufen wollen, so würde ich nicht hier um Lösungen 
für fiktive Probleme fragen.
Aber danke für den Vorschlag :-)

von Wolfgang (Gast)


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Andi G. schrieb:
> Schön wäre es, wenn es so einfach wäre. Aber der Sinn und Zweck des
> ganzen ist ja, dass die "Geräte" frei beweglich und doch verbunden sind.

Bei "frei beweglich" muss man deutlich Einschränkungen in Kauf nehmen, 
wenn da ein 5km langer Draht hinten dran hängt. Da tut man gut dran, 
wenn der durch eine Umhüllung zumindest in der Dichte so ausbalanciert 
ist, dass er nicht auf Grund seines eigenen Gewichtes reißt. Und die 
Umhüllung läßt sich dann gleichzeitig auch als Isolierung nutzen.
Falls "frei beweglich" Schneckentempo bedeutet, muss du dir zumindest um 
Strömungs- und Trägheitskräfte wenig Gedanken machen.

von J. S. (engineer) Benutzerseite


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Markus F. schrieb:
> ... und Millionen toter Maulwürfe im "nicht näher bezeichneten Medium"

:-)

Andi G. schrieb:
> Je mehr ich mir die Sache durch den Kopf gehen lasse, desto besser
> klingt die Verbindung mit Lichtwellenleiter. Denn ein sehr langer Draht
> empfängt sehr gerne sehr viele Störungen, vor allem wenn Dinge wie
> Motoren, Frequenzumrichter und andere technische Spielereien in der Nähe
> sind ...

Also entweder lautet die Aufgabenstellung "Draht" oder "nicht Draht".

Bei Draht und einem Widerstandsbelag muss man das R/C des Systems 
bestimmen und eine hochfrequente Pulswelle durchtreiben, die am 
Übergangswiderstand von "Draht" und "Erde" reflektiert wird.

Ein LWL macht auch nichts anderes, nur auf höheren Frequenzen.

Ich plädiere für eine pulskomprimierte Neumann'sche Hohlraumwelle an der 
Oberfläche des Leiters.

Sowas gibt es im Übrigen auch in Luft mit Schallwellen. Dann eben auf 
geringen Frequenzen.

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