Röhrenradio : Phonoeingang nutzen

Gast #5572667
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Hallo Leute,

ich hab ein altes Röhrenradio auf dem Flohmarkt für 15 Eus geschossen, 
wollte eigentlich nur das Gehäuse haben, um dort ein BT/WLAN-Radio evtl. 
mit Raspi reinzubauen. Allerdings funzt der UKW Teil noch echt super, 
Klang ist OK, "magisches Auge" funzt, nur die Displaybeleuchtung müsste 
mal repariert werden.

Also würde ich das Teil, solange UKW funzt noch in Betrieb lassen. 
Allerdings interessiert mich der Phono-Eingang und ich fänd spitze hier 
irgendwas mit Line-Pegel ansclhiessen zu können, ne Mini-Klinke für 
Handy, MP3-Player, Lappi o.ä.

Was würdet ihr denn Schaltungstechnisch empfehlen, was klanglich 
einigermaßen passt ? Kann ich mir das mit einem kleinen Platinchen 
selber löten, oder lieber was fertiges holen ?

Edit : nach weiterer Lektüre -> Oder das RR doch aufschrauben und 
probieren , ob ich die Phono Entzerr/Vorverstärkerstufe umgehen kann ?

THX und LG
Gast #5572687
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Bastler schrieb:
> Jörch B. schrieb:
>> die Displaybeleuchtung müsste mal repariert werden.
>
> ;-)
>
> Nennt sich Skala, die von einer (oder mehreren) Glühlampe(n)
> beleuchtet wird. aka Skalenlampe.

Das waren halt noch Zeiten! Erst hat man uns EL-Folie, dann CCFL und 
schließlich LED aufgedrückt, dabei haben die Glühlampen so schön 
gewärmt...
Gast #5572773
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Ingo W. schrieb:
>Wenn das Gerät mit defekter Skalenbeleuchtung noch funktioniert, ist es
>mit wahrscheinlich kein Allstromgerät, dann wäre der Heizkreis
>unterbrochen.

Es gab auch Radios mit E-Röhren, die hatten einen Heiztrafo,
aber die Anodenspannung wurde trotzdem direkt aus dem Netz
gewonnen oder mit einem Spartrafo. Also wir brauchen erst
mal den Namen des Radios.

 Jörch B. schrieb:
> ich fänd spitze hier
>irgendwas mit Line-Pegel ansclhiessen zu können, ne Mini-Klinke für
>Handy, MP3-Player, Lappi o.ä.

Das Radio wird wohl ein Mono-Radio sein, deshalb dein
Stereosignal über je einen Widerstand, so etwa 1kOhm zu
einem Monosignal zusammenführen.
Gast #5572791
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hinz schrieb:
> Kann man problemlos als Lineeingang nutzen. Wenns allerdings eine ganz
> alte Möhre ist, dann ist der Anschluss nicht vom Netz getrennt.

Das hat nichts mit alt und ganz alt zu tun. Es hängt vom Aufbau des 
Radios ab, ob der Anschluß vom Netzt getrennt ist. Ich habe einen alten 
AEG Empfänger von 1938 und der ist vom Netzt getrennt. Die 
Allstromempfänger die Du da ansprichst, waren nach dem Krieg bis Anfang 
der 60'ziger sehr populär, was verschiedene Gründe hatte.
Fernseher mit Röhren waren noch bis in die siebziger als Allstromgeräte 
ausgelegt, u.a. auch deswegen weil man das Streufeld des Trafos nicht 
haben wollte, denn das hätte aufwendige Abschirmmaßnahmen bedeutet.
Gast #5572797
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npn schrieb:
> Du meinst allen ernstes, daß das gesamte Gerät in Reihe mit der
> Skalenbeleuchtung hängt? ;-)

Bei Allstomgeräten hingen alle Heizfäden mit der Skalenbeleuchtung in 
Serie, das war so. Bei Geräten mit P-Röhren (praktisch alle 
Fernsehgeräte) betrug der Heizstrom für alle Röhren einheitlich 300mA 
die nötige Heizleistung wurde dann durch unterschiedliche Heizspannungen 
realisiert. Bei Radios wurden meist U-Röhren mit 100mA eingesetzt. Diese 
hatten dann noch höhere Heizspannungen um auf die gleiche Heizleistung 
zu kommen.
Im Gegensatz dazu waren in den Geräten mit Netztrennung E-Röhren 
eingesetzt. Diese hatten alle 6,3V Heizspannung aber je nach Röhre einen 
unterschiedlichen Heizstrom.
Gast #5572847
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Peter D. schrieb:
> hinz schrieb:
>> Hat das Radio denn einen Namen?
>
> Bestimmt steht auf der Rückwand die exakte Bezeichnung drauf und innen
> auch der Schaltplan oder er ist auf der Bodenplatte.
> Der Fragesteller will wohl keine genauen Antworten habem, sondern nur
> Vermutungen.

Der Fragesteller bedankt sich für die Unterstellung aufgrund der 
Tatsache, dass das Radio zum Zeitpunkt der Fragestellung im Forum einige 
Räume, Treppen usw. entfernt vom Fragesteller und seinem 
Fragestellungsgerät stand. Der Fragesteller stellt sich die Frage, ob 
Unterstellungen gerechtfertig sind, die auf nichts fußen, außer der 
Tatsache, dass der Fragesteller nicht innerhlab von Microsekunden nach 
Hinz Frage direkt sofort geantwortet hat. Somit würde ich den Sinn der 
Unterstellung in Frage stellen.
Gast #5572865
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Ingo W. schrieb:
> Wenn das Gerät mit defekter Skalenbeleuchtung noch funktioniert, ist es
> mit wahrscheinlich kein Allstromgerät, dann wäre der Heizkreis
> unterbrochen.
> Wenn die Soffitte allerdings mit Alufolie umwickelt ist, dann Vorsicht!

Na, ich werds nachher mal vorsichtig öffnen und reinlunsen
Gast #5572870
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Erstmal Danke wg. der Tipps mit dem (vermutl.) Linearen Eingang !

Also wäre hier ein Test mit einer kleinen Schaltung, die auf Mono 
wandelt und vorsichtigem Herantasten des Ausgangspegel der Quelle eine 
Möglichkeit.

LG und THX
#5572889
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ich hab bei meinem Röhrenradio (allerdings Loewe Opta) ein passives 
Klangregelwerk (nannte sich mal Kuhschwanzentzerrer) mit 
nachgeschaltetem NF- Verstärker (TL84) einen guten Klang erzeugt. 
Linearabweichung, wenn man meinem Microphone - Sennheiser -  glauben 
darf, +0,3 dB .. -1.1 dB. Der Eingang wird jetzt entweder als Line In 
oder von einem Bluetoothmodul gefüttert.

Sorry für die Bilddateigröße... bin im Urlaub und habs nur auf dem Handy
Angehängte Dateien:
Gast #5572902
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Ralph S. schrieb:
> ich hab bei meinem Röhrenradio (allerdings Loewe Opta) ein passives
> Klangregelwerk (nannte sich mal Kuhschwanzentzerrer) mit
> nachgeschaltetem NF- Verstärker (TL84) einen guten Klang erzeugt.
> Linearabweichung, wenn man meinem Microphone - Sennheiser -  glauben
> darf, +0,3 dB .. -1.1 dB. Der Eingang wird jetzt entweder als Line In
> oder von einem Bluetoothmodul gefüttert.
>
> Sorry für die Bilddateigröße... bin im Urlaub und habs nur auf dem Handy

THX schonmal ! Gugel ich ma.

LG
Gast #5572947
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@TO
Falls Du den Schaltplan suchsst, den gibt es hier 
https://nvhrbiblio.nl/schema/Graetz_4R416.pdf . Das Radio hat 
Netztrennung, Du kannst also bedenkenlos was an den Phonoeingang 
anschließen. Phonoeingang hat auch keinerlei Frequenzgangkorrekturen und 
dürfte auch ausreichend hochohmig sein., so das er die Quelle nicht 
belastet. Du mußt Dir also nur einen Adapter bauen von Klinke, DIN oder 
was Du auch immer hast auf Bananenstecker. Man könnte natürlich auch 
eine neue Buchse einbauen, damit verbastelst Du aber das schöne Radio.
Gast #5573000
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Zeno schrieb:
> @TO
> Falls Du den Schaltplan suchsst, den gibt es hier
> https://nvhrbiblio.nl/schema/Graetz_4R416.pdf . Das Radio hat
> Netztrennung, Du kannst also bedenkenlos was an den Phonoeingang
> anschließen. Phonoeingang hat auch keinerlei Frequenzgangkorrekturen und
> dürfte auch ausreichend hochohmig sein., so das er die Quelle nicht
> belastet. Du mußt Dir also nur einen Adapter bauen von Klinke, DIN oder
> was Du auch immer hast auf Bananenstecker. Man könnte natürlich auch
> eine neue Buchse einbauen, damit verbastelst Du aber das schöne Radio.

Hi, vielen Dank für die Info !

Naja, ich denke, bevor da draussen ein Kabelgedöns rumliegt, würde ich 
das dezent hinter eine Klinkenbuchse für AUX in die Rückwand setzen, die 
könnte man minimal-invasiv vielleicht sogar durch eines der 
Lüftungslöcher schrauben.

OK, na dann probier ich das mal, nachdem ich grad gefühlt 3 Kilo 
Rauchschmock da raus transportiert ha, bäh.

THX und Gruß
Gast #5573230
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Jörch B. schrieb:
> BT

Jörch B. schrieb:
> minimal-invasiv vielleicht sogar

BT-Modul einbauen. Kann man auch wieder entfernen,
ohne dass Spuren übrig bleiben.

Ich betreibe das Bluetooth-Modul aus der Heizspannung
und schalte es aktiv, wenn die TA-Taste gedrückt wird.

Günter Lenz schrieb:
> OK, er hat Netztrennung, also keine Gefahr, die Masse
> darf berührt werden. Das heißt aber nicht das die
> Anodenspannung berührt werden darf.
>
> https://nvhrbiblio.nl/schema/Graetz_4R416.pdf

Die Gefahr droht von Bauteil 147.
Besser gleich auf der Netzseite abtrennen.
Unbedingt C122 prüfen oder gleich einen 10nF
mindestens 630V Folienkondensator neuer Herstellung
einbauen. Prüfen ob die Netzsicherung nicht
mehr als die angegebenen 400mA hat.

Das sind so die Dinge die ein interessierter Laie
vorab machen kann.


LG
old.
Gast #5573261
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Günter Lenz schrieb:
> Jörch B. schrieb:
>> ist ein Graetz Comedia 4R/416
>
> OK, er hat Netztrennung, also keine Gefahr, die Masse
> darf berührt werden. Das heißt aber nicht das die
> Anodenspannung berührt werden darf.

Sehr wohl darf die Anodenspannung berührt werden.
Welche gesetzliche Vorschrift sollte das denn Verbieten, und welche 
Institution sollte das kontrollieren ?

Wenn man das mit Isoliertem Material tut, ist es soger Schmerzfrei !

euer Rudi
Gast #5727258
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Hi Leute, dazu noch 3,5 Fragen :

Kann ich einfach eine neue EM80 kaufen und einsetzen ? Meine ist schon 
sehr schwach und evtl. würde ein Tausch da was bringen.

Wo im Schaltbild finde ich denn die Heizspannung, von der ich gefahrlos 
die Speinsung abzweigen kann für einen BT-Empfänger ? Aber auch für 
diesen müsste ich dann wieder mit 2 Rs Stereo auf Mono löten, oder gibts 
sowas auch mit Mono-Out ?

Kann ich ebenfalls von dieser Heizspannung eine Ersatz-LED-Beleuchtung 
speisen, die die kaputte "Display-Beleuchtung" ersetzt ?

THX und LG

Jörch
Gast #5727268
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Jörch B. schrieb:
> Kann ich einfach eine neue EM80 kaufen und einsetzen ? Meine ist schon
> sehr schwach und evtl. würde ein Tausch da was bringen.

Ja, das ist so vorgesehen. Deshalb haben Röhren einen Sockel und sind 
nicht fest eingelötet ;)

Die Heizspannung musst du vorher gleichrichten und mit einem 7805 z.Bsp. 
auf die 5V für das BT Modul, Skalenbirnchen kann man durch LED ersetzen, 
wem's gefällt.

Aber einfacher wäre es, sich eines dieser neuen "Retro-Radios" mit BT 
schon eingebaut zu kaufen. Da gibts sogar optisch recht gut gelungene.

Und das originale Röhrenradio so lassen oder jmd. schenken, der es zu 
schätzen weiß.

viel Spaß,
Serge
#5727375
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Die EM80 gibt es neu produziert nicht mehr, evtl. NOS, dann aber 
sündhaft teuer. Soweit ich mich erinnere kann man die bezahlbar als 
Russenversion kaufen, den Namen dieses Vergleichstyp kann man googln. 
Die Russen (oder gar Chinesen) halten allerdings nicht so lange wie die 
originalen EM80.

Hast du den Tipp von "Aus der W." bzgl. des Kondensatortauschs 
berücksichtigt? Dazu kann ich nur dringenst raten. Es besteht sonst die 
Gefahr, dass die NF-Endröhre (wahrsch. EL84) kaputt geht. Wenn es ganz 
schlecht läuft, fängt das Gerät sogar Feuer durch defekte Kondensatoren, 
genannt "Teerbomben".

Wende dich mal an das "Dampfradioforum" bzw. suche dort nach 
"Kondensatorkur". Dort wird man die sagen, welche weiteren Kondensatoren 
kritisch sind und womit sie ausgetauscht werden können (Stichwort: X2 
Kondensator).

Skalenbirnchen gibt es zB bei Reichelt: 6V/0,3A. (bzw. 6,3V).
LED mit dem passenden E10 Sockel vertragen die Heizwechselspannung 
nicht. Außerdem steigt die Heizspannung etwas an, da der Trafo weniger 
belastet wird. Ggf. nachmessen, ob 7V überschritten werden. Das ist die 
ungefähr die Höchstgrenze.
Gast #5727860
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Hi, Danke für die Tipps !
Nee, Kondesntaoren wurden noch keine getauscht, mir war die Gefahr nicht 
so bewusst. Hinsichtlich der Tatsache dass das Gerät seit Weihnachten 
sein dasein in unserer neuen sanierten Fachwerkküche im Altbau fristet, 
sollte ich mich da mal dran machen.
Damned.

THX und Gruß
#5727893
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Jörch B. schrieb:
> Wo im Schaltbild finde ich denn die Heizspannung, von der ich gefahrlos
> die Speinsung abzweigen kann für einen BT-Empfänger ?

Die Wicklung, die einseitig auf GND geht. Daher ist es tricky, die für 
andere Zwecke zu mißbrauchen. Man kann sich leicht Brummen durch den 
Heizstrom einfangen. Meistens ist reichlich Platz für einen extra 6V 
Trafo.

Das Radio ist eh nicht sehr hochwertig, die Siebung erfolgt in 
Kompensationsschaltung, das spart die Siebdrossel ein. Solche Geräte 
brummen immer leise, da die Kompensation nie exakt ist. Sie hängt vom 
Arbeitspunkt der EL84 ab und der kann streuen bzw. sich mit dem Alter 
ändern.
Gast #5728375
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Hi Peter,
ja vermutlich macht es eher Sinn direkt am 230V Eingang mit nem eigenen 
Netzteil meine Versorgung von anderen Komponenten zu speisen.
Ich hoffe dass man Netzteile bekommt, die dann nicht von innen her 
darumstreuen und Störungen verursachen :-(

Ich hab neulich mal so´n ganz billigen Radiosender mit Klinkenstecker in 
der Nähe des Radios ausprobiert, das funzte tatsächlich gar nicht ma so 
schlecht.
Das Ding gammelte seit bestimmt 10-12 Jahren bei mir in der 
Elektromüllschublade und war eigntelich fürs Autoradio gedacht. Kostete 
mal irgendwas im unteren einstelligen Eurobereich und frisst 
AAA-Batterien wie sonstwas.

Wäres das nicht auch eine Variante, so ein Senderchen und BT-Modul 
zusammen ins Radio reinzupacken ? Dann bräucht ich nur die 
Stromversorgung dafür abzuzweigen.

Alternativ natürlich immer noch die Variante mit Klinke/BT, 
Stereo-auf-Mono und Bananenstecker den TA Eingang benutzen ...

Ach, immer diese Entscheidungen ;-)

THX und schönes WE

EDIT: kein Sender, sondern ein erlaubter FM-Transmitter, um nochmal 
ausdrücklich zu betonen.

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