Forum: Offtopic LEDs im Stresstest - Eure Ideen


von IncreasingVoltage .. (increasingvoltage)


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Hi,

ich habe vor (aus reinem Interesse) einen Langzeit-Versuchsaufbau zu 
machen, in dem standard-LEDs in verschiedenen elektrischen und 
klimatischen Bedingungen dem Dauerbetrieb nahe oder Über den Grenzdaten 
des Datenblatts betrieben werden, um Langzeitfolgen zu beobachten.

Bisher geplant hatte ich:

Normalbetrieb - 2mA
Normalbetrieb - 2mA, jedoch beheizt (>120°C)
Kein Betrieb - Lagerung bei >120°C
Normalbetrieb - 2mA, aber Temperaturzyklen 30°C-120°C (Zeitintervall 
muss noch erprobt werden, aber so schnell wie thermisch machbar)
Gepulst mit 100mA - 2mA im Mittel (10kHz PWM)
Gepulst mit 1A - 2mA im Mittel
Überstrom dauerhaft - 100mA (?)

Nach einigen Wochen und Monaten wird dann mittels Phototransistor in 
einer dunklen Metallkiste die Helligkeit gemessen. Leider ein einfacher 
und sicherlich relativ ungenauer Aufbau, aber dafür günstig.

Habt Ihr noch Ideen, was interessant werden könnte?

Welche LEDs ich nutze, ist noch unklar. Tendiere aber zu 3mm Blau. Ich 
muss mal schauen, welche LEDs im neuwertigen Zustand am wenigsten 
Abweichungen im Lichtstrom haben. Und was ich natürlich hier habe.


EDIT: Sry, habe vergessen zu erwähnen, dass ich natürlich die Ergebnisse 
regelmäßig hier posten werde. Und ich bin seit min. 2014 regelmäßig hier 
unterwegs, also ich halte mein Wort.

von Matthias S. (da_user)


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Ich würde den Phototransistor auch ähnlichen Tests aussetzen, 
insbesondere den Klimatests.
Dann könntest du evlt. gleichmal auch absehen, wie sich der entwickelt.

Und dann natürlich noch eine LED "kein Betrieb, normal gelagert". Das 
wäre ja irgendwie deine Referenz.

von Robert L. (lrlr)


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würde "moderne" Weiße LED nehmen
und zusätzlich schauen wie sich die Farbe ändert..


(bei Blauen standard LED ist es wohl ziemlich Wurscht ob die nach 10 
Jahren nicht mehr 100% leuchten..)

von Einhart P. (einhart)


Angehängte Dateien:

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Deine Idee finde ich gut. Für mich wären allerdings LEDs für 
Beleuchtungszwecke interessanter.

Die kleinen 3 und 5mm Dinger halten gefühlt ewig. Das kann man von den 
meistens nahe an der Grenze belasteten Beleuchtungs LEDs nicht sagen.

Testobjekte z.B. 0,5 ... 1W LEDs wie im Foto gezeigt.

von IncreasingVoltage .. (increasingvoltage)


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Weisse LEDs wären natürlich auch interessant.

Jedoch habe ich kein Spektroskop und auch kein Photogoniometer.

Die Photodiode will ich nicht altern lassen. Wenn, dann wäre das ein 
anderer Test. Und die Diode, die ich habe, ist nicht günstig und ist 
NOS. Also vermutlich daher sehr konstant bezüglich den Messwerten. Ist 
ne BPW21 aus 199x oder 200x. Keine Ahnung, wann die hergestellt wurde, 
ist aber min. 10 Jahre in meinem Besitz. Der große "die" und das Alter 
lassen zumindest vermuten, dass man damit wiederholbare Ergebnisse 
erzielen kann.

Hochleistungs-LEDs wären sehr interessant!
Allerdings möchte ich den Stromverbrauch unter 5W halten.
Selbst 5W Dauerverbrauch 24/7 sind dann 12-15€ im Jahr (Klar, heizen tut 
es ja auch, aber meistens ungewollt).

Für Hochleistungs-LEDs wären die Stromkosten (geschätzt 50€) dann doch 
etwas viel. "Relativ" viel.
Leute mit mehr Gehalt als ich sehen das natürlich anders.
Aber interessant wäre es schon. Die Hersteller verraten ja nicht so 
gerne, was den LEDs schadet. Da muss man schon mit Millionen-Umsatz bei 
ihnen einkaufen, um das vollständige Datenblatt zu erhalten.

Des weiteren werde ich die Schwelle prüfen, bei der für mich ein 
erkennbares Leuchten der LED statt findet (natürlich nach "Anpassen" der 
Augen an vollständige Dunkelheit in Zeit X. Das werden wenige µA oder nA 
sein, aber evtl. tut sich da ja auch etwas.

von T. P. (brukernavn)


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Genau über dieses Thema habe ich meine Bachelorarbeit geschrieben. 
Verwendet habe ich hierbei 5 mm Weißlicht-LEDs eines bekannten 
Herstellers und eines China-Produktes.
Diese habe ich dann auch unter verschiedenen Bedingungen altern lassen. 
Bewährt hat sich hierbei eine erhöhte Umgebungstemperatur von 80 grad 
und den Betrieb mit Maximalstrom und schwubs waren nach zwei Wochen die 
ersten China-LEDs dunkel. Die Marken-LEDs haben bis zum schluss 
durchgehalten (insgesamt 1000 Stunden), der Lichtstrom sank aber 
deutlich.
Als Messinstrumente hatte ich eine Ulbrichtkugel, Photometer, 
Spektrometer usw. zur Verfügung. Aber die Ergebnisse waren so deutlich, 
dass du mit einer Photodiode schon gut messen kannst. Das Spektrum hat 
sich hierbei kaum verändert.

Mit Blaulicht-LEDs hatte ich Vorversuche gemacht um ein Gefühl für die 
Temperatur und Zeit zu bekommen.
In diesem Bereich lässt sich wirklich viel rumexperimentieren, aber um 
eindeutige Aussagen zu treffen brauch mal halt schon etwas größere 
Stückzahlen, viel Zeit und muss die Betriebsparameter unbedingt 
überwachen/loggen.

von Martin H. (horo)


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Zur Abschätzung der Beschleunigung durch hohe Temperatur bietet sich die 
Berechnung nach Arrhenius an, die wird z.B. gerne im 
Automotive-Bereich verwendet, um Lebensdauertests (Realität: viele 
tausend Stunden Betrieb im Temperaturbereich -40..85°C, die meisten 
davon jedoch bei 20..50°C) auf ca. 1000h bei konstant 85°C zu verkürzen 
(Hochtemperaturdauerlauf). Der Trick ist, die Aktivierungsenergie für 
das interessante Schädigungsmodell zu finden. Ein akzeptierter Wert für 
Automotive-Elektronik ist 0,45 eV.

Der Beschleunigungsfaktur A ergibt sich zu:

dabei sind
Ea: Aktivierungsenergie (z.B. 0,45 eV)
k: Boltzmann-Konstante 8,617 * 10^-5 eV/K)
Tn: Nominale Betriebstemperatur in Kelvin
Tt: Test-Temperatur in Kelvin

https://en.wikipedia.org/wiki/High-temperature_operating_life
https://en.wikipedia.org/wiki/Arrhenius_equation

Ein zusätzlicher Test zu den von IncreasingVoltage vorgeschlagenen 
könnte eine (indirekt) mechanische Belastung durch An-Aus-Zyklen mit 
(max.) Nennstrom im 5-10 Sekundenrhythmus sein, bei denen Kristall, 
Bonding, Mold etc. durch Aufheizen und Abkühlen gestresst werden.

Ciao, Martin

von Soul E. (Gast)


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IncreasingVoltage .. schrieb:

> Habt Ihr noch Ideen, was interessant werden könnte?

Wenn Du es "offiziell" machen willst, das hier ist die Norm:
http://www.aecouncil.com/Documents/AEC_Q102_Initial_Release_Final.pdf
http://www.aecouncil.com/W.3b_AEC-Q102_LED_Qualification_Overview.pdf

von Thomas (kosmos)


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Umso höher der Strom desto höher die Wärme. Eine einzelne LED wird hier 
länger leben als so ne MR16 Leuchte mit 72 LED in einer kleinen Kiste 
eingebaut da hier die Temperatur schon um einiges steigen wird.

Aber die Erfahrung habe ich auch mit normalen Glühbirnen und sogar 
Leuchtstofflampen gemacht sobald da ein Reflektor dran ist gehen diese 
schneller kaputt als freihängende Exemplare da die deutlich besser die 
Wärme abführen können.

von Robert L. (lrlr)


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genau das Gegenteil ist der Fall...

72 schwache LED brauchen alleine schon so viel Platz, dass sie Wärme 
leicht los werden.. bei einer einzelnen  10Watt "Cree igrendwas" schauts 
da gleich ganz anders aus..

aber das hat ja sowieso nichts mit dem thema/experient zu tun, Wärme an 
der LED wird man hier ja Regeln.. (mit Lüftern usw. )

von Manfred P. (pruckelfred)


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T. P. schrieb:
> Genau über dieses Thema habe ich meine Bachelorarbeit geschrieben.

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