Hallo,
kurz zu meiner Vorgeschichte: Ich habe seit kurzem einen Master in
Elektro- und Informationstechnik, und vor ein paar Tagen mein erstes
Vorstellungsgespräch in einem IG-Metall-Konzern gehabt.
Da habe ich erfahren, dass in dieser Abteilung jeder eine 40h-Woche hat.
Damit hatte ich absolut nicht gerechnet, und im Grunde war die Aussicht
auf 35h einer meiner Hauptgründe, um mich überhaupt auf die Stelle
bewerben.
Ich habe mir leider etwas anmerken lassen, dass mir die 40h nicht
sonderlich passen, aber darauf wurde überhaupt nicht eingegangen und mir
wurde nur gesagt, dass es ja auch mehr Geld gibt. Ein Angebot in
Richtung 35h kam überhaupt nicht. Trotzdem habe ich das Gefühl, noch
gute Chancen auf die Stelle zu haben (weil ich fachlich recht geeignet
bin), die Firma wird sich in den nächsten ca. 2 Wochen entscheiden.
Die 35h würde ich mir halt wünschen, weil ich neben der Arbeit auch noch
Zeit und Nerv für Hobbys, Sport, mich und Vereine haben möchte.
Work-Life-Balance eben. Und ich bin auch kein großer Karriere-, Konsum-
und Familienmensch, das Mehr an Gehalt ist für mich leider kaum eine
Motivation.
Eine 35h-Woche habe ich im Praxissemester schon gehabt und fand sie
perfekt.
Nun wäre halt die Frage wie ich am besten vorgehen sollte, um nicht ewig
auf den 40h festzusitzen falls ich diese Stelle bekommen sollte.
Optionen wären:
- Gleich anderweitig bewerben oder mit den 40h arrangieren, weil alles
andere eh unsinnig ist. Nur leider sind so gute Stellen für
Berufseinsteiger selten, daher würde ich das ungern tun
- Meinem ggf. künftigen Chef umgehend mitteilen, dass ich nochmal
darüber nachgedacht habe und nur 35h möchte. Damit steigt halt die
Chance massiv, dass er sich für einen Mitbewerber entscheidet, dafür
wär's aber ehrlich.
- Falls ich die Zusage bekomme sagen/schreiben, dass ich nach reiflicher
Überlegung lieber nur 35h möchte. Je nach Mitbewerber-Auswahl (die ich
natürlich nicht kenne) könnte er die Zusage dann aber auch nochmal
überdenken
- Erstmal auf 40h anfangen und irgendwann nach 6-12 Monaten sagen, dass
ich gern auf 35h reduzieren möchte. Damit handle ich mir zwar beim
Einstieg keinen Nachteil ein, finde das Vorgehen aber doch irgendwie
link.
Hat jemand so eine Arbeitszeitreduzierung gemacht und mag davon
berichten? Hier und auch ansonsten im Internet findet man ja leider
wenig zu dem Thema, der umgekehrte Weg (35h => 40h) scheint deutlich
häufiger zu sein.
Die 40h sind normalerweise ein Zusatzvertrag, den du einzeln
unterschreiben musst und der dann durch den Betriebsrat genehmigt werden
muss. Einfach den Hauptvertrag unterschreiben und den Zusatzvertrag
nicht.
Puh....wenn man das alles hier so liest...
Selbst mir wären 35 Stunden noch zuviel....30 Stunden maximal und man
kann nebenbei noch sein eigenes Business aufziehen....
Willst du immer bei einem Konzern knechten?
Ging mir auch schon genau so. Habe dann gesagt ich möchte 35 haben.
Sie haben natürlich alles versucht, um mich zu überreden.
Als ich bei meinem Wunsch geblieben bin, haben sie es dann doch möglich
gemacht.
Geht wohl einiges, wenn sie wollen.
MasterOfDisaster schrieb:> Ich habe seit kurzem einen Master in Elektro- und Informationstechnik,> und vor ein paar Tagen mein erstes Vorstellungsgespräch in einem
IG-Metall-Konzern gehabt.
> im Grunde war die Aussicht auf 35h einer meiner Hauptgründe, um mich überhaupt
auf die Stelle bewerben.
> Work-Life-Balance eben.
Für mich übersetze ich mal: "Ich bin zu faul zum Arbeiten".
Gerade in jungen Jahren steckt man die Stunde mehr besser weg als
später. Wenn die Arbeit interessant ist, sowieso.
Es gibt jede Menge Threads hier, dass gerade Anfänger eher selten einen
Einstieg in tarifgebundene Konzerne finden. Also nimmst Du das Angebot
an oder gehst direkt zur Agentur für Arbeit, Deine Haltung untermauert
die Aussage, weshalb viele Firmen keine Frischlinge haben wollen oder
diese als unbrauchbar abstempeln.
Danke schon mal für die Anworten!
Wenn, dann möchte ich das schon "im Guten" machen. Also in Absprache mit
dem Vorgesetzten, und nicht durch Nicht-Unterschreiben eines
Vertragsteils oder durch Androhen eines Arbeitsgerichts-Prozesses.
Flitz schrieb:> eher nein, sondern wahrscheinlich 50--->60 Stunden...
Da würde ich dann einfach mal fragen, welche Aufgaben jetzt elementar
wichtig sind und was liegen bleiben soll.
Natürlich würde ich auch bei einem 35h-Vertrag mal ausnahmsweise eine
>50h-Woche machen, wenn etwas wirklich dringend fertig werden muss oder
ein Kundenproblem auftaucht.
Aber auf Dauer Überstunden zu machen und herzuschenken sehe ich nicht
ein. Wenn dauerhaft zu viel Arbeit für die Menge an Personal da ist, ist
das nicht mein Problem als Mitarbeiter. Da müsste man schlicht ein paar
mehr Leute einstellen.
MasterOfDisaster schrieb:> auf Dauer Überstunden zu machen
Die Leute, die nun 40h gewählt haben, werden gemerkt haben, daß
Überstundenberge manchmal verfallen oder siew brauchen ganz nötig Geld.
WENN man am Anfang gleich auf 35 besteht, könnte man später immer noch
auf 40 erhöhen wenn die Auftragslage so gut ist. Andererseits ist
Freizeit auch ganz schön, wenn man Verpflichtungen hat wie Kind abholen
....
oszi40 schrieb:> Andererseits ist> Freizeit auch ganz schön, wenn man Verpflichtungen hat wie Kind abholen> ....
Nö, am besten ist dann Vertrauensarbeitszeit bzw mobiles Arbeiten.
Auch mit 7h ist man ned um 2-3 am Kindergarten zum abholen. Wenn man
dagegen abends wenn der Racker schläft noch 2-3h arbeitet geht das viel
leichter.
@TE
Mach doch erstmal 40h für ein Jahr und guck dann. Die eine Stunde merke
ich jedenfalls kaum.
Dr. Seltsam schrieb:> @TE> Mach doch erstmal 40h für ein Jahr und guck dann. Die eine Stunde merke> ich jedenfalls kaum.
Kann es sein, dass Du eine bessere Motivation hast? Du hast studiert,
weil Dich die Technik interessiert und nicht in der Hoffnung, mit wenig
Arbeit viel Geld zu bekommen?
Hallo,
ich hatte 8 Jahre 35 Stunden, danach zwangsweise 40 Stunden (IGM).
Fazit:
Genau soviel geschafft wie vorher. Bei allen Kollegen wurde die Arbeit
einfach nur gestreckt.
Die eine Stunde hat mir gefühlsmäßig bei meiner Freizeit dann aber doch
gefehlt. Im Winter im Hellen nach Hause laufen war angenehmer als im
Dunkeln. Im Sommer um 16:00 am Badesee anstatt um 17:00 war auch besser.
Es hängt auch immer davon ab, ob man mit seiner Freizeit sinnvolles
anfangen kann oder nicht. Wer zuhause sofort wieder im Internet surft
kann das auch in der Firma tun und das Geld mitnehmen.
Tipp:
Lächeln und den 40 Stunden-Vertrag unterschreiben, IGM ist heute GOLD
wert.
Ein Jahr warten und die Lage checken. Hast Du dich da etabliert und
leistet gute Arbeit kannst du das Thema langsam wieder aufwärmen.
Übrigens: Als die Konjunktur abflaute kam die Firma sofort mit dem
Rückkehrangebot nach 35 Stunden. Und genau das steht uns in nächster
Zeit bevor! (Brexit, Ölpreis, Zölle, usw.).
Unterschreiben, unterschreiben, unterschreiben .
Gruß
> Autor: Flitz (Gast)> Datum: 05.10.2018 20:49> Sprichst Du von dir?
Macht erwohl, der Spinner !
> Zocker_54 schrieb:> Super soll man dann nach einem Tag kündigen oder was?
Quatsch, geh doch erst nicht hin.
Meinst du die braten dir eine Extrawurst ?
EX-Ing schrieb:> Hallo,>> ich hatte 8 Jahre 35 Stunden, danach zwangsweise 40 Stunden (IGM).
Warum denn zwangsweise? 40h sind bei IG Metalltarif immer nur auf
freiwilliger Basis, 35h die Regel.
> Genau soviel geschafft wie vorher. Bei allen Kollegen wurde die Arbeit> einfach nur gestreckt.
Meine Arbeit ist nicht so genau messbar, aber ich würde schon sagen,
dass ich in 40h etwas mehr schaffe als in vorher 35h, auch wenn es
vermutlich nicht 14% mehr sind.
> Die eine Stunde hat mir gefühlsmäßig bei meiner Freizeit dann aber doch> gefehlt.
Das kann ich mittlerweile bestätigen, die 5 Stunden pro Woche mehr
machen sich schon bemerkbar. Hätte ich auch nicht erwartet.
> Es hängt auch immer davon ab, ob man mit seiner Freizeit sinnvolles> anfangen kann oder nicht.
Wer das nicht kann, tut mir leid. Wobei hier "sinnvoll" vielleicht nicht
das richtige Wort ist, in der Freizeit ist im Prinzip alles erlaubt, was
Spaß macht, das muss nicht unbedingt immer sinnvoll sein.
> Wer zuhause sofort wieder im Internet surft> kann das auch in der Firma tun und das Geld mitnehmen.
Das wäre allerdings so etwas wie vorsätzlicher Betrug am Arbeitgeber.
Davon kann man nur abraten.
> Lächeln und den 40 Stunden-Vertrag unterschreiben, IGM ist heute GOLD> wert.
Das stimmt. Es ist das beste Gesamtpaket, was einem beruflich passieren
kann.
Qwertz schrieb:> Das stimmt. Es ist das beste Gesamtpaket, was einem beruflich passieren> kann.
Zumindest als normal abhängig Beschäftigter ohne besondere herausragende
Fähigkeiten.
> Lächeln und den 40 Stunden-Vertrag unterschreiben, IGM ist heute GOLD> wert.>> Das stimmt. Es ist das beste Gesamtpaket, was einem beruflich passieren> kann.
Ja das ist korrekt. Manchmal denke ich mir zu schön um wahr zu sein!
Vielleicht ist es nur ein Traum und wenn ich aufwache arbeite ich im
Callcenter ;-)
Qwertz schrieb:> Hallo,>>>> ich hatte 8 Jahre 35 Stunden, danach zwangsweise 40 Stunden (IGM).>> Warum denn zwangsweise? 40h sind bei IG Metalltarif immer nur auf> freiwilliger Basis, 35h die Regel.
Ganz einfach. Friss oder Stirb! Sozusagen gezwungenermaßen freiwillig.
>>> Genau soviel geschafft wie vorher. Bei allen Kollegen wurde die Arbeit>> einfach nur gestreckt.>> Meine Arbeit ist nicht so genau messbar, aber ich würde schon sagen,> dass ich in 40h etwas mehr schaffe als in vorher 35h, auch wenn es> vermutlich nicht 14% mehr sind.
Hängt sicherlich von der Tätigkeit ab. Bei uns (Entwicklung) war es halt
so.
Gruß
Danke für die Tipps und Infos!
Ja, ich denke auch, dass ich erstmal mit 40h anfangen werde, sofern ich
die Stelle denn überhaupt bekomme. Es wäre recht unvernünftig, sich
diese Chance entgehen zu lassen.
Vielleicht läuft's ja auch überrraschend gut, und ich will in ein paar
Monaten die Arbeitszeit gar nicht mehr reduzieren. Falls doch, kann ich
das Thema ja nach 6-12 Monaten ansprechen.
Manfred schrieb:> Kann es sein, dass Du eine bessere Motivation hast? Du hast studiert,> weil Dich die Technik interessiert und nicht in der Hoffnung, mit wenig> Arbeit viel Geld zu bekommen?
Also ich habe v.a. studiert, weil für die Berufe die mich am meisten
interessieren fast nur mit Studium bekommt.
Die Technik interessiert mich absolut, und ich möchte mich auch neben
der Arbeit im Open-Source-Bereich engagieren (habe ich mal mit zu Hobbys
gezählt).
Nur wird man halt im Studium nach Leistung "bezahlt", in der Arbeit
erstmal nur nach Zeit. Und im Studium habe ich's tatsächlich meistens
geschafft, mit minimalem Arbeitseinsatz ordentliche Ergebnisse zu
bekommen.
In der Arbeit geht's halt mehr um Gehaltserhöhungen und Beförderung,
beides ist aus meiner derzeitigen Sicht (kann sich ändern) keine große
Motivation für Mehrarbeit.
Qwertz schrieb:> Das wäre allerdings so etwas wie vorsätzlicher Betrug am Arbeitgeber.> Davon kann man nur abraten.
Sowas würde ich normalerweise auch nicht machen, zumindest nicht im
größeren Umfang. 15-20 Minuten surfen am Tag erscheinen mir völlig okay,
gerade wenn man Nichtraucher ist und Raucherpausen bezahlt werden. Eine
Stunde finde ich aber deutlich zu viel.
Ob 40h "schlimm" sind oder nicht, hängt auch maßgeblich davon ab wieviel
Zeit man auf der Straße lässt. In meiner jetzigen Lebensphase hätte ich
liebend gerne feste 40h. Ist jetzt auch nicht schlimm keine zu haben,
das GLZ-Konto füllt sich quasi von selbst und im aktuellen Projekt
kriegt man seine Mehrarbeitsanträge ohne Probleme durchgewunken.
Aber als ich vom Werkvertrag zum Internen gewechselt habe, habe ich
meine gewohnten 40h einfach beibehalten, mein Arbeitsweg sind auch nur
15 Minuten einfach.
Qwertz schrieb:> EX-Ing schrieb:>> ich hatte 8 Jahre 35 Stunden, danach zwangsweise 40 Stunden (IGM).> Warum denn zwangsweise? 40h sind bei IG Metalltarif immer nur auf freiwilliger
Basis, 35h die Regel.
Vor einigen Jahren ging es den Unternehmen schlecht, sie haben
Sondertarifverträge abgeschlossen, 40h ohne Lohnausgleich.
Nachdem das einige Große erfolgreich gemacht hatten, kamen alle auf den
Trip, 40h ohne Lohnausgleich haben zu müssen oder andernfalls Pleite
gehen zu wollen.
Ich war leider auch in einem solchen Drecksladen, der 40h durchgesetzt
hat und danach die damit verbundenen Verpflichtungen (Standortgarantie /
Beschäftigungsgarantie) ignoriert hat. Wir Kollegen wurden betrogen,
ohne dass es für die Vorstandsvorsitzende irgendwelche Negativfolgen
gehabt hätte.
Man beachte: IGM ist gut, aber oft genug werden für den individuellen
Laden "Ergänzungstarifverträge" abgeschlossen. Da gibt es dann eben kein
Urlaubs- und / oder Weihnachtsgeld, die Tariferhöhung wird ein halbes
Jahr ausgesetzt und weitere Späße. Im Gegenzug verspricht die
Geschäftsleitung gewisse Dinge, die sie dann einfach ignoriert oder
schlampig umsetzt, der Arbeitnehmer ist immer der Dussel.
Die Mitarbeiter haften für Fehler der Geschäftsführung.
Manfred schrieb:> Vor einigen Jahren ging es den Unternehmen schlecht, sie haben> Sondertarifverträge abgeschlossen, 40h ohne Lohnausgleich.
Komisch, davon habe ich null mitbekommen. Wie lange soll das denn her
sein, mehr als 10 Jahre? Welches Bundesland?
Abradolf L. schrieb:> Zumindest als normal abhängig Beschäftigter ohne besondere herausragende> Fähigkeiten.
Das trifft alles auf mich zu, da mache ich mir keine Illusionen.
Curby23523 N. schrieb:> Wer 35h statt 40h will wird hier wieder mal gleich als faul> abgestempelt. Armes Deutschland.
Yep, die Dummheit kennt hier keine Grenzen.
Henry G. schrieb:> Curby23523 N. schrieb:>> Wer 35h statt 40h will wird hier wieder mal gleich als faul>> abgestempelt. Armes Deutschland.>> Yep, die Dummheit kennt hier keine Grenzen.
Warum denn dumm, es gibt doch auch entsprechend mehr Geld? So bleibt
jeden Monat mehr übrig.
Ja, man muss nach Ergebnis bezahlt werden, nicht nach Anwesenheit. Das
ganze System Krankheit gewaltig.
Mit 35h Arbeitszeit ist man nicht nur produktiver, sondern auch
erholter.
In Zeiten der Automatisierung sollte es das Ziel sein, Arbeitszeit zu
verringern, ansonsten ist das allgemein ein Widerspruch in sich.
klausi schrieb:> Ja, man muss nach Ergebnis bezahlt werden, nicht nach Anwesenheit.
Dir ist aber schon klar, dass das weder dein Vorgesetzter, noch jemand
darüber objektiv kann? Du kennst die Parabel von den 2 Programmierern?
klausi schrieb:> Ja, man muss nach Ergebnis bezahlt werden, nicht nach Anwesenheit. Das> ganze System Krankheit gewaltig.
Dann strebe AT an. Bei uns hat man da komplette Zeitsouveräntität.
Nirgends wird die Anwesenheit erfasst. Dafür gibt es eine
Zielvereinbarung von der ein Bonus und eine mögliche Steigerung des
Grundgehaltes abhängen.
Ist doch im Prinzip was du forderst.
Cyblord -. schrieb:> klausi schrieb:> Ja, man muss nach Ergebnis bezahlt werden, nicht nach Anwesenheit. Das> ganze System Krankheit gewaltig.>> Dann strebe AT an. Bei uns hat man da komplette Zeitsouveräntität.> Nirgends wird die Anwesenheit erfasst. Dafür gibt es eine> Zielvereinbarung von der ein Bonus und eine mögliche Steigerung des> Grundgehaltes abhängen.>> Ist doch im Prinzip was du forderst.
AT ist Ausbeutung per Dekret. Wer sich darauf einlässt hat nicht mehr
alle beisammen.
Qwertz schrieb:> Henry G. schrieb:>> Curby23523 N. schrieb:>>> Wer 35h statt 40h will wird hier wieder mal gleich als faul>>> abgestempelt. Armes Deutschland.>>>> Yep, die Dummheit kennt hier keine Grenzen.>> Warum denn dumm, es gibt doch auch entsprechend mehr Geld? So bleibt> jeden Monat mehr übrig.
Und was willst du mit dem bisschen mehr Geld, was dir eh
weginflationiert und abgesteuert wird? Lieber eine bessere
Work-Life-Balance, das können dir ein paar Kröten mehr niemals bieten.
Wenn der Beruf der alleinige Lebensmittelpunkt ist und man gerne 40h die
Woche im Büro hockt, ist man eh ein ganz armes Würstchen.
Henry G. schrieb:> Und was willst du mit dem bisschen mehr Geld, was dir eh> weginflationiert und abgesteuert wird?
Die Inflation stört mich nicht, solange meine Rendite darüber liegt, und
das tut sie bisher. Der mittlere Steuersatz steigt zwar leicht durch die
progressive Besteuerung, aber es fallen keine weiteren Sozialbeiträge
an, da ich ja mit 35h schon über den Beitragsbemessungsgrenzen lag.
Ich sehe die 14% brutto mehr als relativ leicht verdientes Geld an, da
mir mein Job gefällt. Wirklich brauchen tu ich sie allerdings nicht,
zumindest aktuell; in ein paar Jahren vielleicht schon.
> Lieber eine bessere> Work-Life-Balance, das können dir ein paar Kröten mehr niemals bieten.
Es ist eine Frage der eigenen Bewertung. Ich bin da auch etwas hin- und
hergerissen. Viel Geld im Rücken zu haben gibt mir immerhin Sicherheit
und ein gutes Gefühl.
> Wenn der Beruf der alleinige Lebensmittelpunkt ist und man gerne 40h die> Woche im Büro hockt, ist man eh ein ganz armes Würstchen.
Ich gebe dir recht, dass der Beruf nicht der alleinige Lebensmittelpunkt
sein sollte, aber das ist er mit einer 40h-Woche auch nicht, da bleibt
schon noch Zeit für andere Dinge.
Henry G. schrieb:> Und was willst du mit dem bisschen mehr Geld
600 NETTO im Monat (ab 2019 bei EG12 und SK3) haben oder nicht ist jetzt
nicht so wenig.
Klar brauchen tut man das nicht, aber ist ja auch ein schöner Urlaub im
Jahr.
;-)
Und ob man nun 35h oder 40h macht. Selbst mit letzterem bleibt genug
Freizeit.
Weil die 1h amcht sicherlich nicht aus "0 Freizeit für nix" nicht
aufeinmal die supoer WL Balance mit zig Freistunden...
Dr. Seltsam schrieb:> Henry G. schrieb:>> Und was willst du mit dem bisschen mehr Geld>> 600 NETTO im Monat
Ja gut, das wird in meisten Fällen deutlich weniger sein. Aber 600 netto
(falls nicht wieder geflunkert) ist natürlich eine Überlegung wert, das
stimmt.
Das ist halt (meine) EG12.
In EG10 damals waren es "nur" so um die 400.
Bei SK1 oder 4 sieht es natürlich etwas anders aus.
Was man ja nicht vergessen darf es sind ja nicht 12 Gehälter, sondern
mehr. Das spielt da auch mit rein. Bei uns gibt es dann noch
Gewinnbeteiligung.
Insgesagt sind es also nächstes jahr 14 Gehälter.
Das sind dann im Schnitt 600 netto mehr bei 40h im Monat.
Dr. Seltsam schrieb:> Das ist halt (meine) EG12.> In EG10 damals waren es "nur" so um die 400.> Bei SK1 oder 4 sieht es natürlich etwas anders aus.
Ich habe mal meine Zahlen bei Steuerklasse 1 für das Jahr 2019 durch den
Brutto-Netto-Rechner gejagt, was netto effektiv so der Unterschied ist
(basierend auf IGM BY EG 12b).
Dazu habe ich das jeweilige Jahresbrutto inklusive Weihnachts- und
Urlaubsgeld sowie das tarifliche Zusatzgeld für 2019 berücksichtigt.
Dabei komme ich im Durchschnitt auf ein monatliches Nettoeinkommen:
- bei 35h von 4300 €
- bei 40h von 4900 €
Die Gewinnbeteiligung habe ich hierbei noch nicht berücksichtigt, da
diese in ihrer Höhe noch nicht feststeht; außerdem fällt diese meines
Wissens nicht unterschiedlich für 35h oder 40h aus, da beides als
Vollzeit gilt, nur für Teilzeit gibt es anteilig weniger.
Ich komme also wie Dr. Seltsam zufällig ebenfalls auf ca. 600 € netto
mehr pro Monat, allerdings für Steuerklasse 1, nicht für 3. Seltsam.
Interessant dabei finde ich, dass sich am prozentualen Unterschied von
ca. 14% zwischen 40h und 35h zwischen brutto und netto fast nichts
verschlechtert, nur ca. 0,3% (allein durch höhere Lohnsteuer + Soli
bedingt, Sozialbeiträge sind ja identisch). Da hätte ich sogar mit mehr
Steuerprogression gerechnet.
Qwertz schrieb:> Ich komme also wie Dr. Seltsam zufällig ebenfalls auf ca. 600 € netto> mehr pro Monat, allerdings für Steuerklasse 1, nicht für 3. Seltsam.
@Dr. Seltsam: Mit meinen Zahlen komme ich für Steuerklasse 3 im
Brutto-Netto-Rechner übrigens auf einen rechnerischen Unterschied von
666 € netto im Monat zwischen 35h und 40h. Die Zahl des Teufels. ;-)
Qwertz schrieb:> Seltsam.
SK macht in dem Fall halt nicht so viel aus
Meine LZ ist auch nicht so prall :-P
muss erstmal noch weitere 2.3 Jahre auf dem Job knechten ;)
Qwertz schrieb:> 35h und 40h
Beides Mist, 32h ist das Maß der Dinge ;) 4x8h und 1 Tag mehr gehört
Dir.
a la Fanta4 "montags ist er nie da" ;)
Tischnachbar hat 4x7h, gibt Konzerne die wirklich alles erdulden. Der
Kerle ist aber schon Inventar, sprich 35 Jahre dabei.
Berufsberater schrieb:> Tischnachbar hat 4x7h, gibt Konzerne die wirklich alles erdulden.
Was heißt erdulden? Teilzeit steht einem zu, wenns nicht grad ne
Winzbude oder so ist.
Qwertz schrieb:> Dr. Seltsam schrieb:> Meine LZ ist auch nicht so prall :-P> muss erstmal noch weitere 2.3 Jahre auf dem Job knechten ;)>> Oh, du Ärmster!
Ja, aber lieber arm dran als Bein ab ;-)
Berufsberater schrieb:> Beides Mist, 32h ist das Maß der Dinge ;) 4x8h und 1 Tag mehr gehört> Dir. a la Fanta4 "montags ist er nie da" ;)
Kann man machen, Teilzeit spült aber deutlich weniger Geld in die Kasse.
Auch für die Karriere ist es in der Praxis nachteilig, sofern man noch
Ambitionen hat.
Wenn man aber schon genug Geld hat und nicht mehr befördert werden
möchte, ist das sicher eine gute Sache.
Dr. Seltsam schrieb:> Nö, am besten ist dann Vertrauensarbeitszeit bzw mobiles Arbeiten.> Auch mit 7h ist man ned um 2-3 am Kindergarten zum abholen.
Natürlich. Wenn man um 7 anfängt oder, wenns geht, halb 7 schafft man
das.
> Wenn man> dagegen abends wenn der Racker schläft noch 2-3h arbeitet geht das viel> leichter.
Abends ist man aber oft auch einfach kaputt und/oder nicht in Stimmung
für die Arbeit. Zudem würd ich nicht von 20-23 Uhr noch arbeiten wollen.
> @TE> Mach doch erstmal 40h für ein Jahr und guck dann. Die eine Stunde merke> ich jedenfalls kaum.
Das kann persönlich verschieden sein, aber ich denke auch, das es
prinzipiell schlimmeres gibt. Die Änderung auf 35h könnte aber halt
schwierig werden vonwegen Chef.
Mir wären flexible Arbeitszeiten (also auch mal bis 18:00, dafür an nem
anderen Tag halt nur von 11 bis 16:00) wichtiger, aber das hängt halt
auch von den persönlichen Hobbys ab.
Reinhard S. schrieb:> Mir wären flexible Arbeitszeiten (also auch mal bis 18:00, dafür an nem anderen
Tag halt nur von 11 bis 16:00) wichtiger,
Ich bin gerne erst gegen 10:00 in die Firma gekommen und habe
entsprechend lange gearbeitet - bis dann ärmliche Kleingeiste die
Einhaltung der Kernzeit durchgesetzt haben. Effektiver wurde ich dadurch
jedenfalls nicht!
Gucke ich auf andere Softwerker, vor 11 Uhr habe ich garnicht versucht,
die ans Telefon zu bekommen. Compilerläufe haben sie meistens nach 21:00
gemacht.
Es ist einfach nur dumm, Uhrzeiten vorzugeben.
Reinhard S. schrieb:> Natürlich. Wenn man um 7 anfängt oder, wenns geht, halb 7 schafft man> das.
Kommt halt drauf an:
7 Uhr anfangen. 7 Std arbeiten = 14 Uhr, 30 Minuten Pause dazu, 45
Minuten Strecke sind wir bei 15:15
Bei 30 Minuten pendeln geht es sich gerade um 15 Uhr aus.
Dafür steht man dann um halb 5 auf.
Reinhard S. schrieb:> Abends ist man aber oft auch einfach kaputt und/oder nicht in Stimmung> für die Arbeit. Zudem würd ich nicht von 20-23 Uhr noch arbeiten wollen.
Ist man Fließbandarbeiter oder Steineschlepper? Paar Mails schreiben
schon hat man leicht ne Stunde voll. Bisschen noch an der PP arbeiten
wieder 1h voll
Man muss ja auch kaum 3h jeden Tag ranklotzen.
Dr. Seltsam schrieb:> Ist man Fließbandarbeiter oder Steineschlepper? Paar Mails schreiben> schon hat man leicht ne Stunde voll. Bisschen noch an der PP arbeiten> wieder 1h voll> Man muss ja auch kaum 3h jeden Tag ranklotzen.
Auch davon ist man nach ein paar Stunden erschöpft, zumindest geistig.
Kommt halt drauf an auf die Töätigkeiten. Paar Mails bearbeiten
erschöpft mich geistig nicht, ne 0185 Commercial Präsentation als PM
machen auch nicht.
Was ich sagen wollte bzw gesagt habe:
Besser als fixe 35h arbeiten damit man Kind ausm KiGa abholen kann finde
ich (für mich):
Lieber flexible Arbeitszeit, also 8 Uhr anfangen, bis 14 Uhr machen dann
Kind abholen und die fehlenden 2h abends nachholen.
Dr. Seltsam schrieb:> Lieber flexible Arbeitszeit, also 8 Uhr anfangen, bis 14 Uhr machen dann Kind
abholen und die fehlenden 2h abends nachholen.
Vollkommen richtig, aber deutsche Firmen sind zu dämlich, sowas
zuzulassen.
Wo kämen wir denn hin, wenn die Leute dann arbeiten könnten, wenn sie
leistungsbereit / leistungsfähig sind?
Manfred schrieb:> Vollkommen richtig, aber deutsche Firmen sind zu dämlich, sowas> zuzulassen.
Gerade im Home Office kann man sich seine Zeit sehr gut selbst
einteilen. Bei AT-Veträgen sowieso.
Klaus schrieb:> Die Wirtschaft setzt gerade zur Talfahrt an...>> da kommt für einige die 0h Woche!!!>> Klaus
Ähhh?????
Wie immer: Gestern Boomm, Heute Buumm!