Ich möchte das Protokoll zu einem mir unbekannten Druckkopf analysieren.
Dazu will ich mit dem analogen Oszilloskop erst einmal alle Signale
abtasten, um digitale und analoge Signale und Spannungsquellen zu
separieren.
Inzwischen weiss ich, dass zumindest ein digitales Signal bidirektional
ist. Es gibt ausserdem ein analoges Signal, dass vom Kopf an den Drucker
die Temperatur meldet, eine regelbare Stromquelle, die den Kopf
vorheizt, und eine Spannungsquelle, dass die Tintentropfen feuert. Aber
wer ist wer, und wie messe ich ihn?
Wie weiss ich, in welche "Richtung" das Signal läuft? Also vom Kopf zum
Controller, oder vom Controller zum Kopf?
Doof gedacht geht das m.E. mit eine Widerstand in der Leitung. Ist die
Spannung links vom Widerstand höher, als rechts (zwei Tastköpfe), dann
kam das Signal von links, und umgekehrt.
Aber wie macht man es richtig? Und ohne das Signal zu sehr zu verändern?
Danke,
- Matthias
"Aber wie macht man es richtig? Und ohne das Signal zu sehr zu
verändern?"
Du müßtest heraus finden, auf welcher Seite des Widerstandes das Signal
niederohmiger ist, und ob es "open collector" -Signale gibt. Hierzu
ließe sich über einen relativ hohen Widerstand ein Rechtecksignal
zuführen.
MfG
Matthias schrieb:> Doof gedacht geht das m.E. mit eine Widerstand in der Leitung. Ist die> Spannung links vom Widerstand höher, als rechts (zwei Tastköpfe), dann> kam das Signal von links, und umgekehrt.>> Aber wie macht man es richtig? Und ohne das Signal zu sehr zu verändern?
So falsch ist das gar nicht.
Man könnte noch (hochohmige) Lastwiderstände auf beiden Seiten
verwenden, die zusammen mit dem Längswiderstand je einen Spannungsteiler
bilden und das Signal nur um vielleicht 10% reduzieren. Dann ist leicht
am Pegelunterschied auszumachen, ob die gemessene Seite treibt oder
empfängt.
Man muss allerdings aufpassen, dass z.B. Tri-State-Phasen oder
OC-Ausgänge nicht einen falschen Pegel liefern und damit die Schaltung
durcheinanderbringen. Und dass nach dem Teiler die Logikpegel noch in
Spec sind.
Oft sieht man auch an der Kurvenform auf Grund der leichten kapazitiven
Belastung durch die Tastköpfe, welche Seite treibt (da ist das Signal
noch schön eckig) und welche empfängt (da hat das C im Tastkopf die
Flanken etwas verrundet).
Matthias schrieb:> Wie weiss ich, in welche "Richtung" das Signal läuft? Also vom Kopf zum> Controller, oder vom Controller zum Kopf?
Da Strom immer im Kreis fließt und die Stromstärke an jedem Punkt im
Kreis immer gleich hoch ist, kannst du von außen nicht erkennen, was
Quelle und was Senke ist.
Du müsstest den Kreis unterbrechen und dann schauen, welche Seite den
Strom liefert. Mit einer einfachen Spannungsmessung ist das aber nicht
immer erledigt, denn TTL IC's liefern zum Beispiel auch eine Spannung an
ihren Eingängen. Messe unter Last, und zwar so viel Last wie da
normalerweise im Betrieb drauf ist. Dann kommst du zu klaren
Messergebnissen.
Wie oben schon erwähnt kannst du auch einen Widerstand einschleifen und
dann den Spannungsabfall messen. Dann weisst du, welche Seite die höhere
Spannung hat, das wird dann wohl die Quelle sein (obwohl auch das nicht
zwingend der Fall sein muss. Als Ausnahme kann ich wieder TTL IC's
nennen).
TTL wird's wohl eher nicht mehr sein. Zu der Zeit gab es kaum
Tintenspritzer :-).
Gehen wir mal von CMOS aus: Es reicht, wenn man die HIGH-Pegel
betrachtet und die Schaltung dazwischen baut:
1
1k
2
___
3
o--o------|___|------o----o
4
| |
5
.-. .-.
6
| | | |
7
| |18k 18k| |
8
'-' '-'
9
| |
10
o--o-----------------o----o
11
(created by AACircuit v1.28.6 beta 04/19/05 www.tech-chat.de)
Man braucht eigentlich nur auf einer Seite messen. Ist der Pegel höher,
sendet diese gerade, ist er etwas niedriger, dann sendet die andere
Seite.
Hat man tatsächlich noch uraltes TTL vorliegen könnte es schon reichen,
nur den LOW-Pegel anzusehen. Ein Vermutung von mir ...
Und wenn nun die Last (wie bei TTL) zwischen der gemessenen Leitung und
einer positiven Versorgungsspannung liegt (wie das bei Relais und oft
auch bei LEDs üblich ist), was dann?
Ich denke, man kann das nur ausmessen, wenn man die Eigenschaften der
Quelle und Senke kennt.
Stefanus F. schrieb:> Und wenn nun die Last (wie bei TTL) zwischen der gemessenen Leitung und> einer positiven Versorgungsspannung liegt (wie das bei Relais und oft> auch bei LEDs üblich ist), was dann?
Naja, es ging um eine bidirektionale Kommunikationsverbindung. Da passen
LED und Relais nicht so richtig dazu.
Mein Vorschlag war ein Beispiel. Dass man sowohl Quelle als auch Senke
einigermaßen kennen muss, ist doch selbstredend. Für eine Überlegung,
wie man unterscheiden kann, auf welcher Seite gerade gesendet wird, war
sein Ansatz ganz ok, ich hab's ein wenig verfeinert.
Das Ganze gibt kein Serienprodukt, sondern ist ein Debughilfsmittel.
Ich habe, ohne einen R, nur mit dem Stück Leitung zwischen Prozessor und
RAM, schon die Signalrichtung an einem DDR-Interface feststellen können.
Wenn die Kommunikationsleitung etwas länger ist und man ein schnelles
Skope hat, kann man ev. schon aus den Laufzeitunterschieden
herausfinden, wer sendet. Grob: 10cm ≙ 1ns.
Super, tausend Dank für die Vorschläge.
@Gustel B. Schaltplan oder Platine anschauen ist nicht so spannend.
Schaltpläne gibt es nicht, und die Platine hat nur einen dicken
schwarzen custom chip. Die Spannungsversorgungen und Masse finde ich da
noch. Der Rest ist nicht weiter beschaltet.
@HildeK, ja, so werde ich es probieren. Ich muss allerdings erst noch
mechanisch irgendwo mich einschleifen können. Bis jetzt konnte ich
messen, wo die Folienleiterbahn in der Hauptplatine verschwindet.
Einschleifen ist da komplizierter, zumal die Pinabstände enger ind als
meine Zitteramplitude ;-)
Ich werde von meinen Messungen berichten sobald ich mehr habe!
Matthias schrieb:> zumal die Pinabstände enger ind als meine Zitteramplitude ;-)
(-: ...und der Spitze-Spitze-Wert besagter Amplitude ja noch zum Ø
der TaKo-Spitze addiert werden muß... dazu muß man keine 100J sein!
Ein klein wenig könnte helfen, den Arbeitsplatz stark zu heizen...
Oha - nachgedacht: Man zittert möglicherweise zwar nicht perfekt
auf einer Linie, aber doch mit "Vorzugsrichtung" (und deren Gegen-
richtung natürlich). Da könnte es helfen, die zitternde Hand mal
um 90° gedreht an den Meßpunkt zu führen, um statt zw. 2 Pins hin-
und her- besser auf einem Pin auf- und- ab-zu-zittern? (grübel)
Ich fühle jedenfalls mit Dir, als ebenfalls "Zittermännchen".
-bibber- schrieb:> Da könnte es helfen, die zitternde Hand mal> um 90° gedreht an den Meßpunkt zu führen,
Es könnte auch helfen, sich etwas zu dopen ...
Bei Sportschützen soll Alkohol ein Dopingmittel sein.
Eigene Erfahrung: Um die Weihnachtszeit sollte ich mal für die
Softwerker zum Testen ein paar Pins von einem TSSOP zugänglich machen.
Nach der kleinen Weihnachtsfeier mit einem Glas Glühwein ging es
deutlich besser als vorher :-).
Ich will aber keinen Abstinenzler zum Trinken verführen!