Hiho,
ich habe letztens meinem Küchenbauer über die Schulter gesehen, als er
das Kochfeld und den Backofen angeschlossen hat. Es kamen 4 Wago-Klemmen
der Reihe 221-... zum Einsatz, um den vorhandenen Herdanschluss auf zwei
Stromkreise aufzuteilen. Da es ihm mehrfach nicht gelang, die
Ader-Endhülsen der Backofen-Anschlussleitung in die Klemmen einzuführen,
schnitt und isolierte er irgendwann das flexible Kabel ab und verdrillte
die einzelnen Leiter mit den Fingern, bevor er sie dann in der Wago
festklemmte. Im Nachhinein frage ich mich, ob das Einklemmen von
verdrillten Adern richtig war, da der Mann von den vorhergehenden
Arbeiten ziemlich staubige/dreckige Hände hatte. Das Einklemmen von
nicht verdrillten Adern ist aber meiner Erfahrung nach auch nicht ganz
ohne, weil sich dann teilweise einzelne Drähte abspleißen können, die im
schlimmsten Fall aus der Klemme rausragen und für einen elektrischen
Schlag sorgen können. Eine Ader-Endhülse hätte meiner Ansicht nach den
weiteren Vorteil, dass die Drähte so beim Bewegen des Leiters besser
gegen Bruch geschützt sind, da es vom Prinzip her ein wenig wie ein
Knickschutz bei elektrischen Maschinen wirken dürfte. Aber ob die
Ader-Endhülse den elektrischen Kontakt genau so gut herstellt wie ein
unverdrillter und durch die Klemme plattgedrückter Leiter? Keine Ahnung!
Jan
Jan schrieb:> Im Nachhinein frage ich mich, ob das Einklemmen von verdrillten Adern> richtig war, da der Mann von den vorhergehenden Arbeiten ziemlich> staubige/dreckige Hände hatte.
Jan hatte noch ganz andere "Probleme" bei dem Vorgang beachtet...
Dazu sage ich nur: man kann sich auch besonders Kirre machen!
Möglicherweise müssen/sollten wir zukünftig dei Abisolierten Drähte vor
dem Einklemmen erst noch desinfizieren und insbesondere bei
Baustellenbetrieb vor jedem Vorgang frische Handschuhe anziehen damit
gewiss kein Furz an die Klemmstelle kommt.
Mich würde übrigens interessieren wie "dreckig" es auf seiner
Küchenbaustelle zuging.
Mach mal Bilder. Ich hoffe Du hattest an Arbeitsschutz gedacht und dem
armen Teufel Schutzmasken angeboten.
Recherche schrieb:> Und siehe da unter Anschlussdaten nach einem Klick auf mehr, wirst du> feststellen dass sowohl eindrähtige, mehr und feindrähtige Leiter> erlaubt sind.
Es ging mir weniger um die Frage, welche Leiter-Typen an sich erlaubt
sind, sondern mehr darum, auf welche Weise bzw. mit welchen
Vorbereitungen der Leiter in der Wago-Klemme eingeklemmt wird (z.B.
verdrillt vs. nicht verdrillt)?
ichbin schrieb:> (jede Menge dümmliche Polemik)
Such Dir jemand anderen zum streiten!
Der Küchenbauer hat alles richtig gemacht. Mit aderendhülse wäre nicht
vorgesehen und sicher schlechter vom kontakt (Aderendhülsen nicht in
federzugklemmen). Der Mann tut mir aber echt leid, wenn einer ihm SO
über die schultern schaut!
Das ist so nicht richtig. Es gibt durchaus Federzugklemmen, bei denen
auch Aderendhülsen zugelassen sind. Bei solchen Dingen sollte man sich
immer an das Datenblatt vom Hersteller halten.
Sven schrieb:> Es gibt durchaus Federzugklemmen, bei denen> auch Aderendhülsen zugelassen sind. Bei solchen Dingen sollte man sich> immer an das Datenblatt vom Hersteller halten.
Mag sein. Aber hier steht es schon im Titel, dass es um die 221 geht.
Und da benötigt man keine Aderendhülsen.
Verdrillen des Drahtes kann man machen muss man aber nicht.
Bei uns im Betrieb war auch eine Zeitlang vorgeschrieben AEH trotz
Reihenklemmen mit Käfigzugfeder zu benutzen...
flip schrieb:> Der Mann tut mir aber echt leid, wenn einer ihm SO> über die schultern schaut!
Das kannst Du aus der Ferne gar nicht beurteilen, oder glaubst Du ich
stand die ganze Zeit mit der Knute hinter ihm? Der kam übrigens alleine,
obwohl vorher fest stand, dass eine über 3 Meter große Arbeitsplatte und
diverse schwere Geräte zu installieren sind. Ich habe deswegen natürlich
öfter mal mit anpacken müssen und hätte vermutlich hier gar nicht
nachgefragt, wenn er nicht erst vergeblich versucht hätte, die
Ader-Endhülsen einzuführen, nur um dann irgendwann die Adern zu kappen
und mit einem Cutter-Messer abzuisolieren. :)
Lieber Jan,
mit solch einem Anschluss kannst du ganz beruigt schlafen.
Erstens, sind die Klemmen für Einzeladern geeignet.
Zweitens, werden sie dir nicht brechen da sie nie bewegt werden hinter
dem Ofen.
Drittens, sollten sich Äderchen abspleißen und einen Kurzschluss
verursachen so kümmert sich da deine Sicherrung ziehmlich schnell drum.
Zudem liefern die feinen Adern einen so guten Kontakt zu den
Federzugklemmen das du dir über Verschmutzung keine Gedanken machen
musst. Wenn man bedenkt das früher nur Schraubklemmen eingesetzt wurden
und diese einen deutlich höheren Widerstand verursacht haben ist bei dir
hingegen alles im tiefen grünen Bereich.
Genieß deine neue Küche :-) !
Ich will mal das Wissen streuen, dass andernorts jemand durch konkrete
Nachfrage bei WAGO generiert hat - es geht explizit um WAGO 221. Für
mich war das relevant, weil ein Herd und Backofen anzuschließen war, und
ich dafür eine Anschlussdose von Merten (MEG1010-9019 UP) mit
eingebauten WAGOs 221 verwendet habe (sehr praktisch übrigens!), um die
drei Phasen auf 2P für Kochfeld und 1P für Backofen (Schuko-Weibchen mit
kurzem Kabel, ähnlich den relativ teuren Splittern) aufzuteilen. Besser
wäre es, den Schuko abzuschneiden, aber das will man nicht wegen
Garantieverlust, und der Anschluss am Ofen ist nicht trivial genug, um
ihn einfach durch eine neue Anschlussleitung zu ersetzen
(Flachsteckhülsen, die interne Leitungen kombinieren). Merten sagt,
keine Aderendhülsen erlaut gemäß Beipackzettel. WAGO sagt:
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Die WAGO COMPACT-Verbindungsklemme Serie 221 für 4mm² und 6mm² ist für
den Gebrauch mit Kupferleitern ohne Vorbehandlung konzipiert.
Unter bestimmten Voraussetzungen können die beiden Varianten der Serie
221 auch mit Aderendhülsen verwendet werden.
Diese Voraussetzungen sind:
- Verwendung von verzinnten Aderendhülsen nach DIN 46228-1 bzw. -2 und
gasdichte Vercrimpung zu einem quadratischen Querschnitt bspw. mit der
Variocrimp 4 206-1204
- die Länge der Aderendhülse (L1 bzw. L) muss je nach Ausführung der
Aderendhülse der in unserem Katalog bzw. auf der Verpackung angegebenen
Abisolierlänge der verwendeten Variante entsprechen (221 / 4mm² = 11mm;
221 / 6mm² = 12…14mm).
- die Aderendhülse muss bis zum Anschlag in die Klemme eingesteckt
werden.
- bei der Variante 221 / 4mm² können max. 2,5mm² Aderendhülsen ohne
Kunststoffkragen und max. 1,5mm² Aderendhülsen mit Kunststoffkragen
verwendet werden.
Im Fall der Variante 221 / 6mm² ist ein Anschluss bis max. 4mm²
Aderendhülsen ohne Kunststoffkragen und max. 2,5mm² Aderendhülsen mit
Kunststoffkragen möglich.
Bei den o. g. Voraussetzungen handelt es sich um Herstellervorgaben, die
nicht separat in der bestehenden Zulassung zu finden sind.
In Verbindung mit Aderendkrallen (siehe Abbildung unten) wie sie z. B.
an Herdanschlussleitungen oder Lampenanschlussleitungen zu finden sind
besteht keine Freigabe, weil die Aderendkrallen unter die DIN 46228-3
fallen.
Wir empfehlen in dem Fall die jeweiligen Aderenden abzuschneiden und neu
abzusetzen.
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Ich musste dann eine Adernendhülse verwenden, weil das Kochfeld mit 2x
N/Blau daher kam, die in einer Aderendkralle gebündelt waren. Diese habe
ich gemäß WAGO-Empfehlung direkt abgeschnitten, allerdings war es mir
nicht möglich, die offenen Leiterenden ohne abstehende Litzen gemeinsam
in einen der Kontake von der 221 einzuführen. Entsprechend habe ich
beide Litzen in eine 2,5mm² Aderendhülse ohne Kragen eingeführt und mit
dem Knipex-Werkzeug (97 53 09) quadratisch verpresst, wodurch sich beide
Adern gemeinsam sauber und ohne Widerstand in die 221 einführen ließen.