Also bspw. für die Nichte oder den Neffen (2. Grades)?
Wurde das bspw. versucht einen C64 oder Amiga 500 irgendwo im Auto oder
Gepäck zu verstecken und in den Osten zu schmuggeln mit dem Zweck, dass
er dort privat von dort lebenden Verwandten genutzt werden konnte?
Eventuell auch, in dem man ihn vorher in Einzelteile zerlegte und nach
und nach die Einzelteile rüber schaffte?
Nano schrieb:> Also bspw. für die Nichte oder den Neffen (2. Grades)?>> Wurde das bspw. versucht einen C64 oder Amiga 500 irgendwo im Auto oder> Gepäck zu verstecken und in den Osten zu schmuggeln mit dem Zweck, dass> er dort privat von dort lebenden Verwandten genutzt werden konnte?>> Eventuell auch, in dem man ihn vorher in Einzelteile zerlegte und nach> und nach die Einzelteile rüber schaffte?
Da musste man Nichts "schmuggeln". Meine Oma hat mir 1987 von einem
Verwandtenbesuch in West-Berlin völlig unangefochten einen Atari 1040
STFM in Original-Verpackung mitgebracht.
Sah aus wie ein bunt bedruckter Koffer mit Tragegriff und jeder konnte
lesen, was drin war. Habe auf dem Atari unter einem CP/M-Emulator viele
Jahre lang Turbo-Pascal-Programme für die DDR-Bürocomputer geschrieben.
Den 12-Zoll-SW-Monitor hatte ich hier (Leipzig) von jemand gekauft, der
eigentlich nur spielen wollte und dafür den Fernseher benutzt hat.
http://www.computermuseum-ebenthal.at/computermuseum/wp-content/uploads/2014/09/computer_atari1040ste.jpg
Mir ist auf ähnliche, ganz normale Art ein C64 zu eigen geworden.
Hat meine Schwester vom Besuch dort mitgebracht.
Ich mußte ihr allerdings die DM mitgeben, die ich in der DDR für 1:6
oder so schwarz getauscht hatte.
Die Verwandten dort wollte ich nicht anbetteln.
Konnte man die Dinger nicht sogar im Intershop kaufen?
Sowas war ja damals, als es noch kein Internet in dem Sinne gab, nichts
"gefährliches". Was du nicht durftest, waren (bestimmte) Kassetten,
Bücher, ... .
Ihr wart also die Leute auf die ich damals so neidisch war!
Ich weiß zwar nicht genau was die Teile damals in der BRD gekostet
haben, aber mal 6 wäre das bei mir in Richtung Jahresgehalt gegangen.
Beim Atari gern auch 2...
Das war jedenfalls so unerreichbar weit weg, dass man sich darüber keine
Gedanken gemacht hat. Ich hab damals nebenberuflich Tanzmusik gemacht
und hatte somit schon mein schwarzes Loch für vereinzelte DM.
Frank E. schrieb:> Da musste man Nichts "schmuggeln". Meine Oma hat mir 1987 von einem> Verwandtenbesuch in West-Berlin völlig unangefochten einen Atari 1040> STFM in Original-Verpackung mitgebracht.
Interessant, hier steht, dass Computer und Mikrochips einem Exportverbot
unterlagen:
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13517611.html
SRAMer schrieb:> waren (bestimmte) Kassetten
Kasetten wurden damals generell eingezogen (wenn sie gefunden wurden)!
Die hatten zu wenige für ihre Abhöranlagen...
Brauchte man nicht schmuggeln, wir sind damals zu viert glaube ich, als
Studenten in den Intershop gegangen und haben uns je einen C+4 gekauft.
Mein Vater hatte sich einen originalen gebrauchten IBM-PC von einer
Hochzeits-Besuchsreise aus der BRD mitgebracht.
Meine Aufgabe war dann Oracd SDT u. PCB darauf zu installierem :)
Hardy F. schrieb:> Alex W. schrieb:>>> Die hatten zu wenige für ihre Abhöranlagen...>> Quatsch !> ORWO hat genug produziert.
Um nochmal nachzutreten (obwohl du schon am Boden ligst):
https://youtu.be/YHcUNKTKslE?t=2133
Alex W. schrieb:> Hardy F. schrieb:>> Quatsch !>> ORWO hat genug produziert.>> Hatten sie nicht!
Nun, ORWO produzierte genug, damit man sie jederzeit in jedem RFT-Laden
in unbegrenzter Stückzahl kaufen konnte.
Echte Mangelware waren nur Disketten. Die kosteten im A&V um die 50 Mark
pro Stück.
Nano schrieb:> Frank E. schrieb:>> Da musste man Nichts "schmuggeln". Meine Oma hat mir 1987 von einem>> Verwandtenbesuch in West-Berlin völlig unangefochten einen Atari 1040>> STFM in Original-Verpackung mitgebracht.>> Interessant, hier steht, dass Computer und Mikrochips einem Exportverbot> unterlagen:> http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13517611.html
Aber kein Spielzeug wie ne Z80-Heim-Gurke. So ne Embargoliste wird immer
auf den technischen Stand gebraucht und Consumer-Kram ist da nie
gelistet. Bei ner 32bit state-of-the-art Workstation, Supercomputer und
flugfähige Elektronik sahs anders. Da die Liste von 1989:
https://de.scribd.com/document/22775456/CoCom-Lists-1989
Interessant finde ich das digitale scopes mit mehr als 20MS/s darunter
fielen, während es bei analogen noch bis 250 MHz Bandbreite OK war. Zur
Erinnerung, Computer liefen damals eher im einstelligen MHz-Bereich.
Frank E. schrieb:> Den 12-Zoll-SW-Monitor hatte ich hier (Leipzig) von jemand gekauft, der> eigentlich nur spielen wollte und dafür den Fernseher benutzt hat.
der einzige Unterschied ist offenbar nur der,
dass man heute in jeder Stadt lastwagenweise
abgelegtes Zeugs kaufen könnte.
und das jeden Tag.
Listen Freak schrieb:> Aber kein Spielzeug wie ne Z80-Heim-Gurke. So ne Embargoliste wird immer> auf den technischen Stand gebraucht und Consumer-Kram ist da nie> gelistet. Bei ner 32bit state-of-the-art Workstation, Supercomputer und> flugfähige Elektronik sahs anders. Da die Liste von 1989:> https://de.scribd.com/document/22775456/CoCom-Lists-1989
Okay. Aber 1989 war jetzt auch schon recht spät.
Wie sah es denn 1984 aus, als der Amiga nagelneu war?
Immerhin war der 68k schon ein 32 Bit Prozessor.
Icke ®. schrieb:> Nun, ORWO produzierte genug, damit man sie jederzeit in jedem RFT-Laden> in unbegrenzter Stückzahl kaufen konnte.
Bei einem EVP von 12,80 Mark pro Rostkassette und 16 (?) für Cromdioxid
ist "unbegrenzt" schnell erreicht.
siehe http://www.robotrontechnik.de/
Nano schrieb:> Interessant, hier steht, dass Computer und Mikrochips einem Exportverbot> unterlagen:> http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13517611.html
D.h. der Export aus der BRD war verboten, nicht der Import in die DDR.
Das widerum heißt, der DDR Zöllner hatte nichts zu beanstanden.
Mach schrieb:> D.h. der Export aus der BRD war verboten, nicht der Import in die DDR.
Richtig.
> Das widerum heißt, der DDR Zöllner hatte nichts zu beanstanden.
Nicht zwangsläufig.
Wenn das Zeugs unterm Exportverbot des Westens stand, dann muss das
etwas gewesen sein, was der Osten gut gebrauchen konnte.
D.h. ich würde vermuten, dass so ein Computer der unter das Exportverbot
fiel, für die Zwecke des Staates auch einfach beschlagnahmt wenn konnte.
Nano schrieb:> Okay. Aber 1989 war jetzt auch schon recht spät.> Wie sah es denn 1984 aus, als der Amiga nagelneu war?>> Immerhin war der 68k schon ein 32 Bit Prozessor.
Lies selber:
https://de.scribd.com/document/22775440/CoCom-Lists-1985
Ich glaub da ist ein Passus von "32 Bit CPUS" zahlen als 16bit System
wenn der Datenbus 16bit aufgebaut ist (was beim Amiga der Fall ist). Und
dann steht was von 43 MBit/sec processing Speed was bei den 7.* MHz und
multicycle-Instructions (ein NOP braucht 7(?) Takte auf dem MC68000)
auch gegeben sein sollte.
Alternativ kann man in den GENEX-Katalog aus der zeit schauen, da findet
sich so einiges was offiziell lieferbar war.
https://www.kraftfuttermischwerk.de/genex/genexkatalog1986.pdf
Und 1984 zählte der Amiga 1000 auch offiziel noch nicht zu Spielzeug,
(der wurde ohnehin erst 1985 vorgestellt), das war erst mit dem Amiga
500 1987 der Fall.
wenn das Geld stimmt, verliert auch der Kommunismus das bedrohliche.
Quelle war da ja ein guter Vorreiter...
Und wäre eine Zeitung nicht so "termingerecht" auszuliefern,
wäre ein A. Springer mit Sicherheit zum Drucken auch dahin gegangen.
Mach schrieb:> D.h. der Export aus der BRD war verboten, nicht der Import in die DDR.
Der Verkauf über den Ladentisch war aber ok. Ein Elektronikhändler in
West-Berlin erzählte mir in den 80ern, dass er mehrfach stangenweise den
heißen Scheiss wie z.B. TMS320 und 68xxx an Leute verkauft hat, die dann
in Autos mit CD-Kennzeichen (Diplomaten) gestiegen sind. Bezahlt wurde
bündelweise bar. win - win ;)
Kleine Geschichte:
Ich hatte 1987 bei einer Reise zu Verwandten (Tante 75. Geburtstag) in
Wuppertal in einem Elektronikladen einen TI99/4A für 60 DM gebraucht
gekauft und mit in die DDR genommen, keine Probleme. Mehr war nicht
drin, nach meiner Erinnerung kostete damals ein C16 ca. 300 DM und ein
C64 ca. 500 DM.
Die haben mir dort für lau noch ihre Restbestände von 40 St. 16k DRAM
eingetütet - kauft eh keiner mehr, wollen alle >=64k. War in der DDR
Goldstaub :-)
Ich war dann noch bei dem Verkäufer zu Hause, hätte noch 2 8"
Diskettenlaufwerke mitnehmen können, aber die waren zu groß für den
Transport. Er wünschte sich aus der DDR das Antennenbuch von Rothammel.
Ich habe es gleich nach meiner Rückkehr gekauft und an ihn geschickt,
parallel dazu noch einen Brief, leider nie wieder was von ihm gehört.
Nach heutigem Kenntnisstand würde ich vermuten, dass das Paket und Brief
von der StaSi rausgefischt wurden und die BRD nie erreicht haben.
Reinhard
Wenn ich mich noch recht erinnere, hatte ich damals ~87 oder 88 einen
c64 im Intershop für etwa 300 DM gekauft. Vorher hatte ich meinen Atari
800xe für 2500 Ost Mark verkauft, was dem etwaigen damaligen
Umrechnungskurs von 1:8 entsprach.
Diskettenlaufwerk war dann nicht mehr drin.
Der Verdienst war damals bei rund 1000 Ost Mark, damit waren 120 DM etwa
ein Monatsgehalt...
Thomas
Thomas H. schrieb:> c64 im Intershop für etwa 300 DM gekauft.
Da gab's doch den DDR-Witz, als die Oma vom Besuch im Westen zurückkam
und nach den Unterschieden Ost/West gefragt wurde: "Im Westen ist es
genau wie bei uns, für DM bekommt man alles."
Alex W. schrieb:> Um nochmal nachzutreten (obwohl du schon am Boden ligst):> Youtube-Video "Fasse dich kurz - Telefonieren in der DDR"
Und natürlich - das was dort gesagt wird ist die blanke Tatsache und nur
die Wahrheit !
Das muss einfach richtig sein :-)
Ich habe 45 Jahre in der DDR gelebt und "lag nie auf dem Boden".
Zumindest meine Kassetten konnte ich immer kaufen ;-)
Von diesen Stasi-Laufwerken hatte ich dann nach der Wende sogar welche
in der Bastler Wühlkiste vom Elektronikladen gefunden. Da waren richtig
gute Yamaha-Tonköpfe drin. Hätte ich Jahre vorher gern gehabt...
Nano schrieb:> Interessant, hier steht, dass Computer und Mikrochips einem Exportverbot> unterlagen:
Vieles im Artikel passt schon, aber einiges ist auch ziemlicher Quark.
Eine Geldkarte (so hieß sie offiziell) als „Statussymbol der Eliten“?
Erstens bekam sie jeder, der ein Konto hatte. Zweitens, ein Statussymbol
müsste man ja irgendwo raushängen lassen, oder? Wer macht das schon mit
einer Scheckkarte?
Nano schrieb:> Immerhin war der 68k schon ein 32 Bit Prozessor.
Aus Sicht der dämlichen Cocom-Liste nicht. Ich habe noch 1990 Software
umgeschrieben, die ursprünglich für einen 68030 geschrieben war und nun
auf einem 68020 laufen musste, damit die Maschine in die
Tschechoslowakei exportiert werden durfte. Der '020 zählte halt als
16-bit-Prozessor.
Icke ®. schrieb:> Echte Mangelware waren nur Disketten. Die kosteten im A&V um die 50 Mark> pro Stück.
Hatte welche für 20 Mark bekommen, irgendwo privat, immer noch teuer
genug, als dass man sich nicht so viele davon leisten konnte …
Jörg W. schrieb:> Eine Geldkarte (so hieß sie offiziell) als „Statussymbol der Eliten“?> Erstens bekam sie jeder, der ein Konto hatte.
Stimmt, die bekam jeder. Manchmal mußte man sogar am Geldautomaten
anstehen, also wie heutzutage wieder.
Nach der Wende dachte ich, ich bin im falschen Film, als ich mit der
neuen EC-Karte ne HiFi-Anlage bezahlen wollte. Ich mußte 10 Euroschecks
a 400,-DM ausfüllen und obendrein wurde der PA kopiert.
Peter D. schrieb:> Nach der Wende dachte ich, ich bin im falschen Film, als ich mit der> neuen EC-Karte ne HiFi-Anlage bezahlen wollte. Ich mußte 10 Euroschecks> a 400,-DM ausfüllen und obendrein wurde der PA kopiert.
Das ist in der Tat Overkill. Eurocheques waren damals, sofern die Nummer
der ec-Karte ordentlich übertragen wurde, pro Stück bis 400,00 DM
garantiert, und zwar in beliebiger Anzahl. Es hat damals auch allerlei
Missbrauch gegeben, aber der ging stets zu Lasten der bezogenen Bank.
Thomas H. schrieb:> Wenn ich mich noch recht erinnere, hatte ich damals ~87 oder 88 einen> c64 im Intershop für etwa 300 DM gekauft.
Und damit das System unterstützt
Mitläufer!!!
;)
Listen Freak schrieb:> Aber kein Spielzeug wie ne Z80-Heim-Gurke. So ne Embargoliste wird immer> auf den technischen Stand gebraucht und Consumer-Kram ist da nie> gelistet. Bei ner 32bit state-of-the-art Workstation, Supercomputer und> flugfähige Elektronik sahs anders. Da die Liste von 1989:> https://de.scribd.com/document/22775456/CoCom-Lists-1989
Ein MC68000 mit 1MB RAM war zu der Zeit gewiss kein Spielzeug. Mit
Hi-Res-Bildschirm und GUI/Maus war er noch jahrelang "der Mac des
kleinen Mannes".
Viele denken, wenn Sie "Atari" hören nur an den 800XL oder die
Spielkonsolen. Die Produktlinien ST, Mega ST, TT ... waren echte
Profi-Maschinen.
Habe jetzt nicht alles gelesen, aber der C64 ansich war in der DDR kein
Problem. Den konnte man frei importieren oder zu einem stattlichen Preis
(und gegen DM oder Dollar, nicht Alu-Chips) im Intershop kaufen.
Problematisch war die Einfuhr von Software bzw. beschriebenen Disketten.
Davon war vieles verboten und DDR-Software für den C64 quasi nicht
existent.
Hardy F. schrieb:> Alex W. schrieb:>> Um nochmal nachzutreten (obwohl du schon am Boden ligst):>> Youtube-Video "Fasse dich kurz - Telefonieren in der DDR">> Und natürlich - das was dort gesagt wird ist die blanke Tatsache und nur> die Wahrheit !> Das muss einfach richtig sein :-)>>>> Ich habe 45 Jahre in der DDR gelebt und "lag nie auf dem Boden".>> Zumindest meine Kassetten konnte ich immer kaufen ;-)>> Von diesen Stasi-Laufwerken hatte ich dann nach der Wende sogar welche> in der Bastler Wühlkiste vom Elektronikladen gefunden. Da waren richtig> gute Yamaha-Tonköpfe drin. Hätte ich Jahre vorher gern gehabt...
..habe erst vor ca. 2 Monaten eins geschenkt bekommen, ein CAW..mit
Yamaha
Glasferritkopf für "Autoreverse". Habs aber noch nicht mal ausprobiert.
Beim Computer Import gabs nie Probleme, jedenfalls nicht bei den DDR
Grenzern/Zoll. XTs wie PC1512/1640 von Schneider wurden regelmäßig
importiert und über die A&Vs zu utopischen Preisen weiter verhökert,
dito Disketten.
Für Kassetten interessierte sich keine Sau.
Gruß,
Holm
Alex W. schrieb:> Kasetten wurden damals generell eingezogen
Kassette hatte ich 1972 in der Hosentasche geschmugelt, auf die Frage
vom VoPo antwortete ich nur Bundhose ohne Tasche, klappte (blöd war es
trotzdem, nur weil ich im Käfer Musik hören wollte)
Ich hatte damals einen kleinen 12V Fernseher in der Mittelkonsole. Den
durfte ich in die DDR mitnehmen, aber sie haben es im Pass eingetragen,
damit ich ihn sicher wieder ausführe.
Eine Musikkassette habe ich geschmuggelt, damit ich im Auto Musik hatte.
Später hatte ich eine Videokamera mitgenommen, die war kein Problem. Es
erregte nur Aufmerksamkeit, wenn man auf der Strasse gefilmt hat und man
durfte natürlich keine militärischen Anlagen filmen. 2,3 Mal hatte ein
Polizist gefragt, was ich da filme. Mit der Antwort: Nur private
Urlaubserinnerungen für die Familie daheim, weil es hier so schön ist
- war er zufrieden.
Nur einmal, als mein 'DRR'-Opa gestorben ist, wollte mein Vater eine Uhr
als Andenken und gebrauchte Bettwäsche in den Westen nach Hause
mitnehmen, was verboten war. Die haben dann an der Grenze das ganze Auto
durchsucht und uns verhört - 4h lang. Sogar das BMW Emblem im Lenkrad,
unter dem die Lenkradschraube sitzt, haben sie rausgehebelt, um zu
sehen, ob da was versteckt ist. Wir mussten dann zurückfahren und die
Sachen per Post an Verwandte im Osten zurückschicken.
Ben B. schrieb:>> Davon war vieles verboten und DDR-Software für den C64 quasi nicht> existent.
Es gab sogar einen basic Kurs mit 6 Kassetten incl. Software für den c64
in der DDR zu kaufen...
● J-A V. schrieb:> Und damit das System unterstützt>> Mitläufer!!!>> ;)
Genau darum lief unser ausreiseantrag auch 2 Jahre und anschließend
wurden wir per Urkunde entlassen :D
C64 War mir zu spielelastig weshalb ich mich für den 800XE entschied.
Die HW existiert noch und auch viel SW unter anderem ein 80 sw emulator,
die HW unterstützte nur 40 Zeichen.
Für diesen habe ich einen dann noch ein Minitexteditor in Basic selbst
geschrieben mit „Druckertreiber“ für ATARI-Matrixtrucker und S3004
integriert.
Namaste
Herr M. schrieb:> Ich hatte damals einen kleinen 12V Fernseher in der Mittelkonsole. Den> durfte ich in die DDR mitnehmen, aber sie haben es im Pass eingetragen,> damit ich ihn sicher wieder ausführe.
Was natürlich besonders albern war, da es solche Fernseher aus
sowjetischer Produktion als "Grauimporte" in der DDR gab … (Elektronika
WL-100)
... meinem Cousin hatte ich einen C64 mitgebracht, der war kein Problem.
Der Sony Walkman für einen anderen Cousin hingegeben schon, der wurde an
der Grenze konfisziert.
Ich denke, dass das bisweilen auch der Willkür der Grenzer geschuldet
war...
Naja Willkür der Grenzer. Du darfst nicht vergessen, daß die meisten
Grenzer von solcher Technik absolut keine Ahnung hatten. Wie sollen sie
entscheiden ob etwas eingeführt werden darf oder nicht, was sie nicht
kennen? Also geht man in solchen Fällen auf Sicherheit, damit man selber
keinen Anschiss von oben bekommt.
Hardy F. schrieb:> An der Grenzkontrolle der Westgrenze waren keine gewöhnlichen> Grenz-Soldaten.>> Das war alles MfS. Und da hatten sie sicher nicht die Dümmsten....
und manchmal kamen sie mir sehr menschlich vor
Der junge Grenzer der mit wirklichen sehnsuchtvollen Augen mein
Verkaufsschild vom Escort sah der tat nicht nur so, ich war sicher er
hätte den sehr gerne genommen und wir plauderten nett, ich bot den '77
an wie sauer Bier, zuletzt für 500,- DM, porscherot lackiert! RS
Stoßstangen.
https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/3/39/Ford_Escort_RS2000_MkI.jpg/1200px-Ford_Escort_RS2000_MkI.jpg
Ralph S. schrieb:> Der Sony Walkman für einen anderen Cousin hingegeben schon, der wurde an> der Grenze konfisziert.
Was auch wieder völlig unklar ist, denn in den 1980ern wurden Walkman
(ja, die von Sony) mal sackweise ganz offiziell importiert.
Ben B. schrieb:> Problematisch war die Einfuhr von Software bzw. beschriebenen Disketten.> Davon war vieles verboten und DDR-Software für den C64 quasi nicht> existent.
Mein Onkel hat mir einen Commodore Plus und Atari 800Xl ganz legal über
die Grenze mitgebracht. Zudem auch ettliches an Software auf normalen
Kassetten. Der DDR Zöllner fragte was da denn drauf sei. Mein Okel legte
die Kassette ins Autoradio und spielte sie ab. Der Zöllner daraufhin:
"ist ja nur Gepiepse drauf, können sie einführen".
War damals also auch kein Problem ;)
Nano schrieb:> Wurde das bspw. versucht einen C64 oder Amiga 500 irgendwo im Auto oder> Gepäck zu verstecken und in den Osten zu schmuggeln mit dem Zweck, dass> er dort privat von dort lebenden Verwandten genutzt werden konnte?
Tja, noch heute so zu denken das ist das Resultat jahrzehntelanger
US-Propagandabehämmerung…
Genau wie es heute Korruption nur in Pakistan und Afghanistan gibt, so
gab es seinerzeit Lügen und Propaganda nur im Ostblock.
Nano schrieb:> Interessant, hier steht, dass Computer und Mikrochips einem Exportverbot> unterlagen:
Ach und du meinst, die DDR war für die Durchsetzung des Embargos
zuständig?
Ich hatte Mitte der 80er Jahre mal vorübergehend einen Job in Moskau bei
einer Bank. Dort standen die modernsten HP-Rechner reihenweise herum -
wir hätten die niemals an die Russen verkaufen dürfen, ohne dafür
hinterher reichlich gesiebte Luft atmen zu dürfen.
Anders die Amis: die durften alles verkaufen und hatten die Konkurrenten
vom Rest der Welt vom Hals, was sie weidlich ausnützen, denn die Russen
zahlten astronomische Preise.
Uhu U. schrieb:> Nano schrieb:>> Wurde das bspw. versucht einen C64 oder Amiga 500 irgendwo im Auto oder>> Gepäck zu verstecken und in den Osten zu schmuggeln mit dem Zweck, dass>> er dort privat von dort lebenden Verwandten genutzt werden konnte?>> Tja, noch heute so zu denken das ist das Resultat jahrzehntelanger> US-Propagandabehämmerung…>> Genau wie es heute Korruption nur in Pakistan und Afghanistan gibt, so> gab es seinerzeit Lügen und Propaganda nur im Ostblock.
Hm. Ich weiß nicht, wie der Fragende denkt, aber ich kann mir ohne
Weiteres vorstellen, dass damalige Zeitgenossen solches unternommen
haben, aus welcher Vorstellung oder Überzeugung heraus auch immer.
Das ist das besagte Problem, was mir oben irgendwo nicht geglaubt wurde:
Viele Grenzer hatten von der Technik nicht viel Ahnung. Der technisch
interessierte DDR-Bürger wußte auch damals schon, wie sich Daten auf
einer Kassette anhören oder Datenfunk-Übertragungen. Einem
pflichtbewusstem Stasi-Grenzer wäre das Gepiepse auch zumindest mal
suspekt vorgekommen und Dir wäre eine genauere Überprüfung sicher
gewesen, welche West-Agenten mit geheimen Informationen er da vor sich
hat.
Edit:
Bei einer Diskette war natürlich für jeden Laien offensichtlich, daß da
keine Unterhaltungsmusik drauf sein konnte. Leere Disketten waren
glaube ich unproblematisch, aber man mußte bestimmt nachweisen, daß sie
leer sind.
Ben B. schrieb:> Bei einer Diskette war natürlich für jeden Laien offensichtlich, daß da> keine Unterhaltungsmusik drauf sein konnte. Leere Disketten waren> glaube ich unproblematisch, aber man mußte bestimmt nachweisen, daß sie> leer sind.
Ob Diskette oder Datasette, es könnte auf jeden Fall Propaganda darauf
gespeichert sein. Der oben geschilderte Fall des Onkels, der im
Autoradio demonstrierte, dass er nur "Gepiepse" einführte, spricht daher
für gewisse Nachlässigkeiten bei der Kontrolle.
Percy N. schrieb:> Hm. Ich weiß nicht, wie der Fragende denkt, aber ich kann mir ohne> Weiteres vorstellen, dass damalige Zeitgenossen solches unternommen> haben, aus welcher Vorstellung oder Überzeugung heraus auch immer.
Meinst du, damals hätte die US-Propagandabehämmerung noch nicht gewirkt?
Uhu U. schrieb:> Percy N. schrieb:>> Hm. Ich weiß nicht, wie der Fragende denkt, aber ich kann mir ohne>> Weiteres vorstellen, dass damalige Zeitgenossen solches unternommen>> haben, aus welcher Vorstellung oder Überzeugung heraus auch immer.>> Meinst du, damals hätte die US-Propagandabehämmerung noch nicht gewirkt?
Genau das meine ich nicht. Nur brauchten wir dafür nicht die US, das
konnten "unsere" auch ganz gut. So gut, dass hier Jahrzehnte hindurch
geglaubt wurde und wird, die NATO sei ein Schutzbündnis auf
Gegenseitigkeit zur Verteidigung der Freiheit. Damit das auch weiterhin
geglaubt wird, will Herr Trump gerade die Mitgliedsbeiträge anheben -
denn je mehr wir zahlen, desto mehr erwerben wir das Recht, zu glauben,
der Aufwand komme unseren Interessen zugute.
Percy N. schrieb:> So gut, dass hier Jahrzehnte hindurch> geglaubt wurde und wird, die NATO sei ein Schutzbündnis auf> Gegenseitigkeit zur Verteidigung der Freiheit.
Ist das was anderes, als US-Propaganda? Macht es einen Unterschied, ob
der Mist aus einem deutschen, oder einem amerikanischen Laustprecher
dröhnt?
Bitte bleibt beim Thema …
Percy N. schrieb:> Ob Diskette oder Datasette, es könnte auf jeden Fall Propaganda darauf> gespeichert sein.
Rigoros ging man auf DDR-Seite gegen jegliche westliche Druckerzeugnisse
vor. Der DDR-Bürger sollte halt nicht in die Verlegenheit kommen,
plötzlich eine BILD in den Fingern halten zu müssen, obwohl er deren
"alternative Fakten" (auch wenn das Wort da noch gar nicht erfunden war)
sicher hätte ohne weiteres durchschauen können. ;-)
Klar, heutzutage kann man auf Datenträgern bündelweise den Inhalt von
Zeitungen oder Büchern mit sich rumtragen. Die paar Kilobyte damaliger
Datenträger hätten da vergleichsweise wenig Platz geboten: eine
C60-Kassette, mit 1200 Bd beschrieben, bietet brutto gerade mal 250 KB
Platz, mit Framing und Blocklücken netto wahrscheinlich nur die Hälfte.
Bilder als Daten zu übertragen, war in den 1980ern praktisch noch gar
nicht üblich, GIF wurde erst 1987 erfunden. Insofern klaffte da schon
eine mächtige Lücke, wenn man es mit einer ganz gewöhnlichen Zeitung
vergleicht, sodass die DDR-Gesetze sowas sicher zu dem Zeitpunkt noch
gar nicht im Visier hatten.
Weiß gar nicht, inwiefern Unterhaltungsmusik offiziell geschasst war
oder nicht. AMIGA-Lizenzplatten waren ja heiß begehrt, westliche Musik
wurde im Radio rauf und runter gedudelt (wenngleich auch immer mit einer
60:40-Klausel, also die „einheimische“ Musik durfte nicht zu knapp
wegkommen). Kann natürlich sein, dass man irgendwelche
Schwarzmarkt-Aktivitäten unterbinden wollte (die es natürlich trotzdem
ausreichend gab).
Percy N. schrieb:> spricht daher> für gewisse Nachlässigkeiten bei der Kontrolle.
oder Unwissenheit der Grenzorgane oder sogar Sympathie weil er selber
einen Compi mit Datasette hatte.
Jörg W. schrieb:> Der DDR-Bürger sollte halt nicht in die Verlegenheit kommen,> plötzlich eine BILD in den Fingern halten zu müssen, obwohl er deren> "alternative Fakten" (auch wenn das Wort da noch gar nicht erfunden war)> sicher hätte ohne weiteres durchschauen können. ;-)
Russischer Witz:
"Alles, was die Sowjets uns über den Kommunismus erzählt haben, war eine
Lüge. Was sie uns über den Kapitalismus erzählt haben, war aber leider
alles wahr."
Jörg W. schrieb:> Bitte bleibt beim Thema …>
Vollständig aus den politischen Rahmenbedingungen herauslösen lässt sich
das nicht. Auch "Bambi" ist streckenweise äußerst brutal.
> Weiß gar nicht, inwiefern Unterhaltungsmusik offiziell geschasst war
Ich erinnere mich, dass ich mich zeitweilig gefragt habe, ob Katja
Ebstein übergesiedelt sei. Im Westen sah und hörte man damals so gut wie
nichts - was viele als angenehm empfunden haben dürften - dafür radelte
sie im DFF durch die halbe Republik, mit entsprechender
Geräuschentwicklung.
Uhu U. schrieb:> Russischer Witz:> "Alles, was die Sowjets uns über den Kommunismus erzählt haben, war eine> Lüge. Was sie uns über den Kapitalismus erzählt haben, war aber leider> alles wahr."
Wobei man einen besonderen Humor benötigt um in derartigen
Tatsachenbeschreibung den tatsächlichen Witz zu erkennen.
By the way, "The Wall" hat meine Tante aus WB offiziell eingeführt als
Geburtstagsgeschenk für mich, Nach dem der Rias die Freigabe offiziell
verkündet hatte.
Namaste
Winfried J. schrieb:> By the way, "The Wall" hat meine Tante aus WB offiziell eingeführt als> Geburtstagsgeschenk für mich, Nach dem der Rias die Freigabe offiziell> verkündet hatte.
RIAS als Verkündungsorgan der DDR? Sonderbar! Warum nicht gleich SFB?
Btw: Pink Floyds "Money" lief in den 90ern bei mindestens einer großen
Sparkasse im Beitrittsgebiet als Warteschleifenmusik in der
Telefonanlage. Ich wüsste zu gern, wer sich dabei genau was gedacht hat
...
Winfried J. schrieb:> Wobei man einen besonderen Humor benötigt um in derartigen> Tatsachenbeschreibung den tatsächlichen Witz zu erkennen.
Die Russen haben einen besonderen Humor und ich liebe den…
Ich hatte bei "Schlager der Woche" die Info gehört, sie hat nachgefragt,
Bestätigung erhalten, gekauft mitgebracht.
Insofern ist die Erinnerung klar.
Namaste
Jörg W. schrieb:> Percy N. schrieb:>> RIAS als Verkündungsorgan der DDR?>> Brauchte man nicht, die LP wurde auch so schon bei DT64 lang und breit> vorgestellt.
Nach meiner Erinnerung gab es dazu auch einen Videoclip mit Massen von
im Gleichschritt marschierenden Hämmern und Sicheln (oder so ähnlich
...). Das scheint nicht weiter gestört zu haben.
Mich hat das Album allerdings nicht sonderlich interessiert.
Das ist der Schluss des fast anderthalbstündigen Videos und es sind nur
ausschlisslich Hämmer ... verry british und durchaus aktuell.
https://m.youtube.com/watch?v=fvPpAPIIZyo
Namaste
Percy N. schrieb:> RIAS als Verkündungsorgan der DDR? Sonderbar! Warum nicht gleich SFB?
Der rias, insbesondere rias2 war für den DDR Bürger {Ost Berlin)
ausgelegt. Es wurden dort viele Meldungen gebracht, die ausschließlich
den Osten betrafen. Ich glaube es war sogar der leistungsstärkste Sender
im Westen.
Bei uns lief damals nichts anderes. Ab und zu mal SFB weil die bei den
Aufnahmen nicht immer so viel aufs Band gequatscht haben...