Vibrationstests: typische Werte

Gast #5587175
Lesenswert?

Hallo zusammen,

in meiner Firma haben wir ein Projekt, wo wir das erste mal mit 
Vibrationstests in Berührung kommen. Wir sind alle Elektroniker und 
haben von der Materie keine Ahnung. Die Werte, die der Kunde 
vorschreibt, klingen hart und ich habe mir generell die Frage gestellt, 
ob das üblich ist. Habe versucht typische Werte für Fahrzeugelektronik 
zu finden, irgendwie finde ich da nichts konkretes. Unten finden Sie die 
Werte, die vorgeschrieben werden. Ist das so üblich?


1. Vibrationsbelastung
- XY-Ebene
- Sinus - 50Hz
- Maximale Beschleunigung: 50 m/s2
- Dauer: 8 Stunden

2. Schockbelastung
- XY-Ebene
- Maximale Beschleunigung: 100 m/s2
- Beschleunigungsdauer: 7ms
- Dauer: 10.000 mal


Für jeden Tipp wäre ich sehr dankbar. Wir haben kommende Woche eine 
Beschprechung mit dem Labor und ich versuche mich soweit es geht 
vorzubereiten.


Viele Grüße
Stefan
#5587311
Lesenswert?

Stefan schrieb:
> Die Werte, die der Kunde
> vorschreibt, klingen hart

Stefan schrieb:
> 1. Vibrationsbelastung
> - XY-Ebene
> - Sinus - 50Hz
> - Maximale Beschleunigung: 50 m/s2
> - Dauer: 8 Stunden
>
> 2. Schockbelastung
> - XY-Ebene
> - Maximale Beschleunigung: 100 m/s2
> - Beschleunigungsdauer: 7ms
> - Dauer: 10.000 mal

DON'T PANIC

Bitte daran denken: 1 g sind 9,81 m/s² also knapp 10 m/s²

-Vibration 50 m/s² sind also 5 g, für 8 h Dauer ist das relativ mild. 
Die M04 aus der LV124 hat allerdings kein Profil mit nur 50 Hz, dort 
entweder Breitbandrauschen oder Sweep von 100 Hz aufwärts, außerdem ist 
ein überlagertes Temperaturprofil definiert. Auch die CETP von Ford etc. 
passt nicht, die o.g. Forderung scheint woanders her zu kommen.

-Schock 100 m/s² sind 10 g (das entspricht im täglichen Leben einem Fall 
aus 1 m Höhe auf eine 10 cm dicke Bettdecke, das überlebt sogar ein 
Weinglas; 100 g / 7 ms wären der Fall aus 1 m Höhe auf einen Flokati).

Ciao, Martin
Gast #5588015
Lesenswert?

> Die Werte, die der Kunde vorschreibt, klingen hart und ich habe mir
> generell die Frage gestellt, ob das üblich ist

Das ist noch relativ ueberschaubar. Hart ist es wenn der Tester bis auf 
die Resonanzfrequenz hoch faehrt und da fuer eine Minute bleibt. Also 
keine Panik.

Olaf
Gast #5593799
Lesenswert?

Ich weiss nicht wie Dein Prüfteil aussieht. Die Anforderungen sind 
gering. Du brauchst eine Halterung, die Deinen Prüfling auf dem Shaker 
fixiert. Die muss eigenresonzfrei im Prüfbereich sein. Da musst Du mit 
den Technikern vom Testhaus zusammenarbeiten. Meist braucht es zwei 
Monate vom ersten Anruf, bis der Prüfling am Shaker ist. Wenn nichts 
dagegen spricht, würde ich zuerst in X Richtung Vibration und Schock 
fahren, dann Y. Spart Zeit beim Umspannen.
#5595353
Lesenswert?

rumms da fiel die Lampe um - dann stank es nach Petroleum...

das könnte eine Norm dazu sein:
https://www.beuth.de/de/norm/din-en-60068-2-31/116386216
Umgebungseinflüsse - Teil 2-31: Prüfverfahren - Prüfung Ec: Schocks 
durch raue Handhabung, vornehmlich für Geräte

Ich hatte noch den "Freifall-Test" für Schwingquarze in Erinnerung, da 
stand noch der Vorgänger dieser Norm.
http://www.axtal.com/cms/iwebs/download.aspx?id=87529 Seite 52

Antwort schreiben

Bitte melde dich an, um einen Beitrag zu schreiben.

oder

Mit Google-Account einloggen

Die Registrierung ist kostenlos und dauert nur eine Minute.

Jetzt registrieren