Forum: Analoge Elektronik und Schaltungstechnik Kann man Wechselkontakt Relais schneller schalten als Arbeits- oder Ruhekontakt Relais?


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von Nano (Gast)


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Sofern ich das Prinzip von Relais mit Wechselkontakt richtig verstanden 
haben, dann müssen die aktiv auf LOW oder High gezogen werden, während 
ein offener Schaltkreis dann eher undefiniert wäre.

Ist das so weit richtig?

Falls ja, ergeben sich durch diese aktiven Schaltzustände kürzere 
Schaltzeiten als bei Ruhe- oder Arbeitsstromrelais, die in einem Zustand 
immer stromlos sind, also der Schaltkreis offen in der Luft hängen darf?

Auch nehme ich mal an, dass durch dieses aktive Schalten der 
Stromverbrauch über die Zeit hinweg höher ist. Ist das so richtig?

Und dann noch eine Frage am Rande, was ist bei Relais der Unterschied 
zwischen monostabe und bistabe Relais?

: Verschoben durch Moderator
von Stefan ⛄ F. (stefanus)


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Nano schrieb:
> Sofern ich das Prinzip von Relais mit Wechselkontakt richtig verstanden
> haben, dann müssen die aktiv auf LOW oder High gezogen werden, während
> ein offener Schaltkreis dann eher undefiniert wäre.

Ich glaube, du verwechselst binäre Logikgatter mit Relais

Welche Wechsel wie lange dauern, hängt sehr vom konkreten Rails ab, dazu 
kann man keine pauschale Aussage treffen.

> Und dann noch eine Frage am Rande, was ist bei Relais der Unterschied
> zwischen monostabe und bistabe Relais?

Monostabil = Ein stabiler zustand, nämlich abgefallen.
Bistabil = Zwei stabile Zustände (z.B. An und Aus, oder Links und 
Rechts).

Monostabile Relais fallen bei Stromausfall in den Ruhezustand zurück. 
Bistabile tun das nicht.

: Bearbeitet durch User
von Peter D. (peda)


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Nano schrieb:
> Sofern ich das Prinzip von Relais mit Wechselkontakt richtig verstanden
> haben, dann müssen die aktiv auf LOW oder High gezogen werden, während
> ein offener Schaltkreis dann eher undefiniert wäre.

Einen Umschaltkontakt kann man direkt in einen MC einlesen, ein Arbeits- 
oder Ruhekontakt benötigt noch einen Pullup-Widerstand. Theoretisch 
"schaltet" der Pullup-Widerstand etwas langsamer, gegenüber der 
Relaisschaltzeit ist das jedoch völlig vernachlässigbar.

von Peter R. (Gast)


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Nano schrieb:
> Sofern ich das Prinzip von Relais mit Wechselkontakt richtig verstanden
> haben, dann müssen die aktiv auf LOW oder High gezogen werden, während
> ein offener Schaltkreis dann eher undefiniert wäre.
>
> Ist das so weit richtig?

Nein.

Standard-Relais kennen zwei Lagen des Ankers, der den Kontakt betätigt:

-Ruhelage, ohne Strom in der Spule.
-Aktive Lage, mit Strom in der Spule.

In Schaltplänen zeichnet man normalerweise die Kontakte in Ruhelage.

Hochohmig ist der offene Kontakt. Nur im kurzen Umschaltmoment sind 
beide Kontakte hochohmig.
Der geschlossene Kontakt ist niederohmig.

Einen Kontakt, der bei aktivem Relais geöffnet ist, nennt man Öffner,
Einen Kontakt der bei aktivem Relais geschlossen ist, nennt man 
Schließer.

Ob ein Öffner oder ein Schließer einlow oder ein high erzeugt, hängt von 
der Beschaltung und der damit verbundenen Definition von 0 oder 1 ab.

von Hebi (Gast)


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Hallo Nano
Auch ich glaube, dass Du einiges verwechselst. Zu Relais ist schon 
manches geschrieben. Weil du speziell zu Schaltzeiten fragst:
die „Anzugzeiten“, also das Schalten in „aktive Stellung“ durch die 
Magnetkraft geht meist schneller als das „Abfallen“ durch die geringere 
Federkraft

von Bernd K. (berndkeck)


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Hallo,
ich denke Du meinst die Einschaltzeit und die Abfallzeit bei einem 
Relais. Die (üblichen) Relais sind Monostabil, d.h. wenn durch die Spule 
Strom fließt, ist das Relais angezogen, ohne Strom durch die Spule fällt 
das Relais ab. Das hat erst mal nicht damit zu tun ob Du einen 
Schließer, Öffner oder Umschaltkontakt an dem Relais hast.
Entscheidend für die Arbeitsgeschwindigkeit ist Masse des zu bewegenden 
Teils (Anker + Kontakte) und wie viel Energie Du in welcher Zeit in die 
Spule "drücken" kannst. Dem sind natürlich Grenzen gesetzt. Und ja, Du 
kannst durchaus, durch umpolen der Spule, die Energie schneller aus der 
Spule "abziehen" und damit die Geschwindigkeit etwas beeinflussen. 
Besser ist es auf Reed Relais umzusteigen, da ist die Masse sehr klein. 
Ich habe vor kurzem ein Reed Relais ausgemessen und ohne besondere 
Maßnahmen eine Einschaltzeit von ca. 1,35ms und eine Ausschaltzeit von 
0,95ms erreichen können.
Ich hoffe ich konnte dir etwas weiter helfen, ansonsten hier mal lesen:
https://de.wikipedia.org/wiki/Relais
Gruß
Bernd

von Günter Lenz (Gast)


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Wenn die Relais besonders schnell schalten sollten,
hat man Telegrafenrelais benutzt.

https://de.wikipedia.org/wiki/Telegrafenrelais

Relais mit Reed-Kontakten sind auch sehr flink.
Wenn bei Flachrelais das Abfallen schneller
werden sollte, hat man dickere Trennbleche benutzt.
Wenn an der Relaisspule eine Diode parallel geschaltet
ist, um Transistoren vor zu hoher Spannung zu
schützen, entsteht auch eine Abfallverzögerung.
Wenn es beabsichtigt war, daß das Relais träge
schaltet, hat man auch eine zusätzliche Kurzschluß-
wicklung mit nicht isolierten Kupferdraht aufgebracht.

von Dieter (Gast)


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Günter Lenz schrieb:
> Wenn es beabsichtigt war, daß das Relais träge
> schaltet, hat man auch eine zusätzliche Kurzschluß-
> wicklung mit nicht isolierten Kupferdraht aufgebracht.

Das sollte auch Kontaktprellen reduzieren helfen. Ein solches Relais 
kann man schlecht mit PWM ansteuern, da die durch die Kurzschlußwicklung 
es zu heiß werden kann, bzw. Verluste.

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