Forum: Analoge Elektronik und Schaltungstechnik Drehmaschine: Drehzahl regeln


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von Leonhard (Gast)


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Hallo,
ich habe vor kurzem eine alte DDR Uhrmacherdrehbank (Andrä 
Zwingenberger) bekommen, bei welcher die Drehzahl über eine Pedale 
geregelt wurde.
Da das arbeiten mit Pedale allerdings sehr störend ist möchte ich diese 
nun durch einen Drehregler ersetzen.

In der Pedale war ein großer Schiebewiderstand verbaut und ein Bauteil, 
welches ich (ein totaler Anfänger) als Gleichrichter identifizieren 
würde.
Ich hätte jetzt einfach ein Drehpotentiometer gekauft und damit den 
vorhandenen Widerstand ersetzt und den Rest der Bauteile einfach in Ruhe 
gelassen.

Mein Problem ist nun, dass ich nicht weiß, was das Potentiometer 
aushalten muss, bzw wie hoch der Widerstand sein sollte damit ich die 
Drehzahl in einem angemessenen Bereich regulieren kann.
Da der Schiebewiderstand sehr heiß geworden ist und ich vermute, dass 
entsprechend robuste Potis auch recht teuer sind, würde ich mich 
natürlich auch über andere Vorschläge freuen, wie ich die Drehzahl 
regulieren kann.
(Könnte ich da z.B. eine Phasenanschnittsteuerung einbauen oder macht 
der Gleichrichter bzw der Gleichstrommotor da dann Probleme)

Meine Frage erscheint euch vielleicht dumm, aber ich hoffe, dass ihr 
einem Anfänger trotzdem kurz aushelfen könnt.

von Matthias S. (Firma: matzetronics) (mschoeldgen)


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Leonhard schrieb:
> In der Pedale war ein großer Schiebewiderstand verbaut und ein Bauteil,
> welches ich (ein totaler Anfänger) als Gleichrichter identifizieren
> würde.

In einem solchen Fall helfen Fotos und/oder eine Skizze der Verkabelung 
gut weiter.
Aus der Ferne sage ich mal, das vermutlich auch ein Phasenanschnitt 
geht, aber sicher ist das nicht.
Es gibt hier viele alte Recken, evtl. ist auch jemand bei, der die 
Zwingenberger besser kennt.

: Bearbeitet durch User
von michael_ (Gast)


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Was für ein Motor ist das?

Das Poti kann man leicht messen, die Belastung abschätzen.

von michael_ (Gast)


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Es ist ein Universalmotor.
Hier ersichtlich:

ebay 223189399324

Ich würde so wenig wie möglich umbauen.
Mach doch die Feder aus dem Fußpedal heraus und plaziere es in der Nähe 
der Maschine.
Es kann ein Motor mit Spezialwicklung sein.

von SebiR (Gast)


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Klingt wie ein Fußanlasser von Nähmaschinen. Da ist (war) ja auch nur 
ein fetter Draht-Schiebewiderstand drin.

Und das Poti sollte schon die Motorleistung in dem Fall abkönnen. Also 
eher doof.

Aber: Ich habe festgestellt, dass sich das Potentiometer bei den 
Nähmaschinen ohne Auswirkungen (wie du schon vorgeschlagen hast) durch 
einen Phasenanschnittsdimmer austauschen lässt. Fühlt sich vom 
Drehmoment und allem genau so an, produziert nach langen Nähsessions 
aber kein Fußkäsefondue, weil der Widerstand im Anlasser glüht.

https://www.youtube.com/watch?v=FYS90nghW4s

Die Einfachste Variante wäre dann für dich vielleicht, den Widerstand im 
Pedal zu überbrücken und einen einfachen Unterputz-Einbau-Dimmer für 
Deckenleuchten zu verwenden, insofern die Leistung ausreicht.

von MaWin (Gast)


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Leonhard schrieb:
> Ich hätte jetzt einfach ein Drehpotentiometer gekauft und damit den
> vorhandenen Widerstand ersetzt und den Rest der Bauteile einfach in Ruhe
> gelassen.

Schlechte Lösung. Kaufe einen handelsüblichen Dimmer, es reicht sogar 
einer für Bohrmaschinenmotoren, denn auch der Nähmaschinenmotor aus 
deiner Uhrmacherdrehbank ist ein Allstrommotor.

Ebay 2000W Dimmer 220V~
Ebay-Artikel Nr. 282066394351

2000W sind zu viel aber der Kühlkörper taugt eh nicht für 2000W ausser 
im Luftstrom eines Staubsaugers.

von hinz (Gast)


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SebiR schrieb:
> Die Einfachste Variante wäre dann für dich vielleicht, den Widerstand im
> Pedal zu überbrücken und einen einfachen Unterputz-Einbau-Dimmer für
> Deckenleuchten zu verwenden, insofern die Leistung ausreicht.

An einer Drehmaschine wird das ein Nebenschlussmotor sein, dann ist es 
keine gute Idee das Feld auch zu dimmen.

von michael_ (Gast)


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Die Motoren von Hartha sind Spezialmotoren.

Ich hatte auch schon mal ein Problem, wo ich den Anschluß nicht kenne.
Bin da auch noch nicht weiter.

Beitrag "Elektromotor 200W ELMO Hartha"

Wenn es so ein ähnlicher ist, kommt man mit einem einfachen TRIAC-Dimmer 
nicht weiter.

Mach mal ein Bild vom Motor.
Hat der einen Anschlußkasten. Innen im Deckel ist da das Anschlußchema.

von Leonhard (Gast)


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Hallo, danke für die vielen Antworten.

Ich habe einmal die Maschine aufgeschraubt und ein paar Bilder vom 
Innenleben gemacht, damit ihr ein paar mehr Infos habt.

https://imgur.com/a/16IHLEs

Was das genau für ein Motor ist kann ich leider nicht herausfinden (oder 
mir fehlt das nötige Fachwissen um da effektiv was zu finden)
Würde ja probieren euch einen Schaltplan zu zeichnen aber vermutlich 
würde ich dann nur falsche Sachen erzählen.

Falls aber genauere Bilder benötigt werden so kann ich die Maschine noch 
etwas mehr auseinanderbauen um einen besseren Einblick zu geben.

von Holm T. (Gast)


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Was das für ein Motor ist, ist sehr wahrscheinlich rechts neben dem 2. 
Bild nicht zu sehen..die Halterungen für die Motorkohlen.

Das dürfte ein normaler Reihenschlußmotor sein, aka Universalmotor, die 
Tipp mit den Dimmer geht in die richtige Richtung, kaufe aber Einen der 
für induktive Lasten geeignet ist.

An Deiner Stelle würde ich die Maschine unverändert lassen, ggf. das 
Fußpedal mit Plastikstrips  in der voll durchgetretenen Stellung 
fixieren.
Den Dimmer zusammen mit einer Steckdose und einem Schalter in ein extra 
Gehäuse einbauen und einfach zwischen Stomversorgung und Maschine 
zwischen stecken.

Gruß,

Holm

von michael_ (Gast)


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Das scheint ein Nähmaschinenmotor zu sein.
Auf dem Typenschild steht etwas von Nählicht.

Auf dem Bild sieht es nach einem Eingangsfilter aus, aber verbastelt.
Mach keine Experimente und ersetze das Poti im Fußpedal durch etwas 
anderes.

von Holm T. (Gast)


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michael_ schrieb:
> Das scheint ein Nähmaschinenmotor zu sein.
> Auf dem Typenschild steht etwas von Nählicht.
>
> Auf dem Bild sieht es nach einem Eingangsfilter aus, aber verbastelt.
> Mach keine Experimente und ersetze das Poti im Fußpedal durch etwas
> anderes.

---qualmendes?

Gruß,

Holm

von Dieter (Gast)


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Universalmotor da 4000U/min.

Aber ob die Erregung in Reihe oder parallel geschaltet ist, konnte aus 
dem Bild nicht entnommen werden. Ich vermute, dass die Erregung (Äußere 
Wiklungen) direkt nach dem Einschalter mit N & L verbunden sind.

Die Rotorwicklungen über den Widerstand laufen.

von Gerhard O. (gerhard_)


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Falls es interessiert:

Ich habe vor ein paar Jahren eine kleine Unimat SL 1000 geschenkt 
gekriegt. Die Motorleistung des Originalmotors war undiskutabel. Ich 
versuchte den Motor zu überholen, hat aber nicht genug gebracht.

Ich entschloss mich dann einen 200W 24V DC Motor einzusetzen, drehte mir 
einen Flansch Adapter, damit ich noch die Originalbefestigungslöcher 
verwenden konnte. Ein Alu Treibrad mußte ich noch herstellen weil ich 
das Originalrad wegen des verschiedenen Achsendurchmesser nicht 
permanent ändern wollte. Mir ging es auch darum, falls notwendig, die 
historische Maschine wieder in den Originalzustand zurück versetzen zu 
können.

Zur Drehzahlreglung verwende ich einen PWM regler mit 24V 30A 
Schaltnetzteil. Alles stammte aus der Bucht.

Der Unterschied der Drehmaschinenleistung ist wie Tag und Nacht. Jetzt 
kann man mit der Maschine vernünftig drehen. Leider ist das Bett der 
Maschine nicht stabil genug. Sie neigt leicht zum vibrieren. Der 
Drehmoment ist auch bei geringen Drehzahlen ausreichend. Der alte 
Universal Motor ist im Vergleich zum DC Motor ein Spielzeug.

Jedenfalls war diese Änderung ein voller Erfolg. Muß nur noch das 
Netzteil und den Regler in ein Gehäuse bauen.

Ich würde übrigens empfehlen nicht auf den nostalgischen Charakter der 
SL Maschine reinzufallen. So nett das Maschinchen historisch ist, es 
kann wegen der mangelnden Stabilität nicht wirklich mit besseren 
ähnlichen besseren Maschinen neuerer Bauart mithalten. Man muß schon 
sehr vorsichtig damit arbeiten. Auch ist es sehr schwer die Backenfutter 
festzustellen.

: Bearbeitet durch User
von michael_ (Gast)


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Holm T. schrieb:
>> Auf dem Bild sieht es nach einem Eingangsfilter aus, aber verbastelt.
>> Mach keine Experimente und ersetze das Poti im Fußpedal durch etwas
>> anderes.
>
> ---qualmendes?
>
> Gruß,
>
> Holm

Was soll dein Beitrag?
Eigentlich bist du mir symphatisch.
Glaubst du wirklich, andere wollen ein 100W Poti durch ein 0,5W Poti 
ersetzen?
Wie verblödet sollte da man sein.
Falls du in der Lage bist, eine Internetsuche nach dieser Maschine zu 
machen, findest du Beispiele, wo die Drehzahlregelung in der Maschine 
ist.
Also sooo groß kann das Poti nicht sein.
Komm runter!

von W.S. (Gast)


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Leonhard schrieb:
> Was das genau für ein Motor ist kann ich leider nicht herausfinden (oder
> mir fehlt das nötige Fachwissen um da effektiv was zu finden)
> Würde ja probieren euch einen Schaltplan zu zeichnen aber vermutlich
> würde ich dann nur falsche Sachen erzählen.

Das ist eigentlich ganz einfach: Der Motor ist ein Kollektormotor für 
220Volt in Reihenschlußtechnik.

Zur Richtungsänderung ist der Kollektor oder der Stator umpolbar.

Zur Drehzahl-Änderung ist - zumindest beim der Original-Drehstuhl - ein 
in einigermaßen feinen Stufen einstellbarer Vorwiderstand aus 
Widerstandswendeln in Keramik-Isolatoren in das Schwenkgehäuse (wo der 
eigentliche Motor drauf sitzt) eingebaut.

Wenn dein Drehstuhl sowas wie Fußschalter oder Pedal hat, dann ist das 
jedenfalls NICHT original, sondern von jemand anderem dazugebastelt.

Im Original ist die Drehzahleinstellung und die Durchzugskraft eher sehr 
mäßig und nur durch die damaligen Umstände zu erklären.

Wenn man mit dem Stuhl heutzutage etwas anfangen will, dann wäre das 
Allererste, es so zu machen wie Gerhard, also den Motor durch einen 
Niederspannungsmotor zu ersetzen und diesem eine richtige 
Drehzahlregelung zu spendieren.

Nochwas: Überprüfe mal die Ebenheit des Oberschlittens mit dem 
Haarlineal. Notfalls ganz vorsichtig eben schleifen. Sonst kriegst du 
die Drehstähle nie wirklich gut eingespannt, zumal du die Mutter auf dem 
Spanner nicht zu stark anziehen darfst, sonst platzt dir der 
Oberschlitten auf.

W.S.

von Dieter (Gast)


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Wenn es wie W.S. schrieb ein Reihenschlußmotor ist, dann wäre die 
Regelung auf folgende Weise möglich zu verbessern:

Die Erregung bzw. der Stator wird über einen Trafo direkt mit 
Wechselstrom (60 oder 110V) versorgt, wenn sich die Leitungen Stator und 
Rotor trennen lassen. Parallel (auch 110V) über Phasenanschnitt (Triac!) 
wird der Rotor angesteuert.

Obiges muss man aber erst ausprobieren, ob die Werte auch passen und 
würde es so lösen, wenn der orignale Motor auf jeden Fall im Gerät 
verbleiben soll.

Ansonsten ist die Lösung den Motor durch einen Niederspannungsmotor zu 
ersetzen und diesem eine richtige Drehzahlregelung zu spendieren, die 
unbestrittene bessere Lösung.

von Holm T. (Gast)


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michael_ schrieb:
> Holm T. schrieb:
>>> Auf dem Bild sieht es nach einem Eingangsfilter aus, aber verbastelt.
>>> Mach keine Experimente und ersetze das Poti im Fußpedal durch etwas
>>> anderes.
>>
>> ---qualmendes?
>>
>> Gruß,
>>
>> Holm
>
> Was soll dein Beitrag?
> Eigentlich bist du mir symphatisch.
> Glaubst du wirklich, andere wollen ein 100W Poti durch ein 0,5W Poti
> ersetzen?
> Wie verblödet sollte da man sein.
> Falls du in der Lage bist, eine Internetsuche nach dieser Maschine zu
> machen, findest du Beispiele, wo die Drehzahlregelung in der Maschine
> ist.
> Also sooo groß kann das Poti nicht sein.
> Komm runter!


..bissel spät..

Ich bin unten Micha.
Es ist einfach nicht zweckmäßig das ursprünglich eingebaute linear 
betätigte "Hochleistungspoti" durch "etwas Anderes" zu ersetzen.

Weder ist Sowas handelsüblich noch bin ich der Meinung das ein 
gewöhnliches 100W Drahtpoti das aushält, mal ganz abgesehen davon das 
man sich üble mechanische Probleme auf den Hals zieht.

Die Grahpitscheiben in dem Keramikrohr halten extreme Temperaturen aus,
vor Rotglut passiert da Nichts, Das sehe ich bei einem 100W Drahtpoti 
nicht so.

Gruß,
Holm

von Holm T. (Gast)


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W.S. schrieb:
[..]
> Zur Drehzahl-Änderung ist - zumindest beim der Original-Drehstuhl - ein
> in einigermaßen feinen Stufen einstellbarer Vorwiderstand aus
> Widerstandswendeln in Keramik-Isolatoren in das Schwenkgehäuse (wo der
> eigentliche Motor drauf sitzt) eingebaut.
[..]
> W.S.

Nö.

Der Widerstand besteht aus Säulen runder Graphitplättchen in Bohrungen 
innerhalb des Keramikkörpers die von außen zusammen gedrückt werden.
Bei "Vollgas" wird der Widerstand kurzgeschlossen. Sowas verträgt 
extreme Leistungen, deshalb isses auch so gebaut.

Gruß,

Holm

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