Mathematische Geheimsprache in Datenblättern

Gast #5595553
Low Frequency Noise der Spannungsreferenz TS33
x-Achse: t(s) in lesbarer Form.
y-Achse: Vn[V], also kurz V.

Aber dann die Beschriftungen....

6.E-0.5
4.E-0.5
2.E-0.5
0.E+0.0
-2.E-0.5
-4.E-0.5
-6.E-0.5

WTF??????????

Ein Professor anwesend, der mir das mal Zeichen für Zeichen erklären 
kann?
Gast #5595581
Hast ja recht, mit dem Punkt wird ja "Low noise voltage reference" 
sinnlos ? im DB steht's ja richtig mit "xE-0y"...

Aber seine Illuminatenfantasien sollten nu ausgeräumt sein...

MfG EGS
Gast #5595647
Allerdings ist das keine mathematische Geheimsprache, sondern eine 
wissenschaftliche, manchmal auch technische.

Mathematiker kennen nur -1, 0, 1, e, pi und i ;), Wissenschaftler 
sämtliche Zahlen von den Abmessungen einzelner Atomkernteilchen bis zum 
Alter des Universums in Sekunden, Techniker und Ingenieure versuchen im 
Allgemeinen, die Exponenten so zu wählen, dass man sie durch die 
gängigen Vorsilben ersetzen kann (also 10e-6 statt 1e-5, denn dann sieht 
man, dass das 10µ sind)

MfG, Arno
Gast #5595675
Arno schrieb:
> manchmal auch technische.

So technisch, dass C/C++ das auch beherrschen!
1
float kapazitaet = 10E-6;

Und es ist so geheim, dass es wohl in jedem C/C++ Buch Erwähnung findet.
(selbst mein ältester Taschenrechner beherrscht die Eingabe und auch 
Ausgabe solcher Zahlen)
#5595774
Ich muss sagen ich bin ob der Frage mal wieder entsetzt oder wir werden 
gerade verarscht. µC.net, wo es im Kern um die Programmierung von 
Mikrocontrollern geht, und diese uralte Syntax wird als "Geheimsprache" 
bezeichnet?

Als kleiner Spaß mal das entsprechende Zitat aus dem FORTRAN 66 
Standard:

> A decimal exponent is written as the letter E, followed by an optionally
> signed integer constant. A decimal exponent is a multiplier (applied to
> the constant written immediately preceding it) that is an approximation
> to the exponential form ten raised to the power indicated by the integer
> written following E.

Die Schreibweise gab es wahrscheinlich schon davor und wird seit ewigen 
Zeiten in fast allen Programmiersprachen (es gibt Ausnahmen) verwendet. 
Die Schreibweise ist so bekannt, die hat sogar einen Wikipedia-Eintrag 
(erstaunlich bei den Löschorgien deutscher Wikipedia-Hauswarte).

https://de.wikipedia.org/wiki/E_(Begriffskl%C3%A4rung)
https://de.wikipedia.org/wiki/Gleitkommazahl#Exponentialschreibweise
Gast #5595938
Arno schrieb:

> Techniker und Ingenieure versuchen im Allgemeinen,
> die Exponenten so zu wählen, dass man sie durch die
> gängigen Vorsilben ersetzen kann

Aber doch nicht bei ST!

Achsenteilungen wie "0.4; 0.8; 1.2; 1.6; ..." oder
"13; 26; 39; 52; 65; ..." gehören da zum Alltag.

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