Forum: Analoge Elektronik und Schaltungstechnik Leitungssucher / Metallsucher improvisieren


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von Keine Ahnung (Gast)


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Guten Morgen, Forum!

Das Unterforum paßt hoffentlich - imho analogtechnisches Thema.

Ich stehe gerade vor einem Problem, zu welchem mir selbst keine
Lösung einfällt. Und zwar müßte ich noch heute (oder spätestens
morgen, würde aber Probleme verursachen) annähernd 20 Löcher in
mehrere Wände bohren. Konnte für kurze Zeit Bohrhammer leihen -
zügige Rückgabe gewollt. (Anderer Zeitraum ist leider unmöglich,
die Erklärungen dafür wären langwierig, und führten zu nichts.)

Eigentlich sollte dort nirgends eine Leitung verlaufen:

Es handelt sich um eine Art Abstellraum (<= 5m²), neben/zwischen
Küchen- und Wohnbereich einer 3-Zimmer-Wohnung. Darin, direkt am
Boden aufgesetzt, ein Gehäuse mit Wasserzähler (auch für Heizung)
sowie den zugehörigen Absperrventilen. Rohre sämtlich horizontal.

Und gleich daneben/darüber der elektrische Schaltkasten (mit RCD
+ rund 10 LSS). Dorthin führt aus dem Boden der Kabelkanal, der
sich darüber auch bis zur Decke fortsetzt (stumpf auftreffend).

Mittig an der Decke ist eine von außen schaltbare Leuchte.
Sonst ist im Raum keine Elektrik vorhanden, keine sichtbare.

Die Bohrstellen wären an der besagten Wand mit den Kästen (hier
nur obere 2/3), welche - da durchs ganze Haus gehend - dann wohl
aus Beton besteht. Sowie gegenüber, an der "nackten" Wand, welche
sich also parallel zu dieser Hauptwand (knapp 2m) in Richtung zur
Wohnungsmitte hin befindet. Bei dieser (im Gesamten bildet diese
außen ein 90° Eck) ist außen schon mehr vorhanden, Elektrik sowie
der alte Telefonanschluß. Doch das wäre ja innen egal (oder?).

Es haben - zugegeben - schon 2 Leute (allerdings keine Fachleute)
behauptet, da könnten doch keine Leitungen sein - von wo sollten
diese wo hin laufen? Einer meinte gar scherzhaft, damit dort drin
eine Leitung verlaufen könne, gäb's genau eine (von vorne herein
aber auch schon unwahrscheinliche) Möglichkeit:

Von einem der Anschlüsse außen hätte man durch die Eckwand durch,
und dann innen nach oben zur Decke gehen müssen - von diesem Ort
aus dann weiter in Richtung Schaltkasten. Was man aber angeblich
einfach nicht macht - man gehe von den Anschlüssen aus nach oben,
in der Decke liefen dann die Verteilungsleitungen. Niemand bohrte
völlig unnötig durch Wände, hieß es - hörte sich ja schlüssig an.

Trotzdem wäre ich gerne mittels eines Leitungs- bzw. Metallsuch-
gerätes sichergegangen... Nun hat aber niemand im Bekanntenkreis
so etwas. Da ich weder mobil bin (wohne auch in sehr kleinem Ort),
noch Geld für ein solches Gerät aus dem Baumarkt übrig habe (nun
bitte nicht lachen, witzeln, beleidigen - es ist halt so), fällt
so eine Lösung flach.

Was aber möglich wäre: Etwas zu bauen. Ich habe früher durchaus
öfter mal kleine Sachen zusammengerschustert, aber eben nichts
großartiges. Löten kann ich, Lötkolben und Bauteile wären wohl
über einige Anrufe aufzutreiben. Mein Multimeter liegt halt 5-6
Jahre ungenutzt, das bräuchte neue Batterie. Notfalls (mit etwas
Aufwand) könnte ich auch ein altes Oszi ausleihen.

Gäbe es eine Chance, dort liegende Leitungen (unter Spannung,
aber nicht stromführend) sicher auszuschließen - durch einen
Eigenbau? (bzw. kombiniert mit "Hausmitteln")

Es ginge nicht um Genauigkeit, einige cm hin und her wären egal-
sondern nur darum, dort entweder eine Gefahr ganz auszuschließen,
oder herauszufinden, wo man ungefähr trotzdem bohren könnte.

Weiß jemand Rat, mit welchem Konstrukt das verifizierbar wäre?


MfG, K. A.

von MaWin (Gast)


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Keine Ahnung schrieb:
> Gäbe es eine Chance, dort liegende Leitungen (unter Spannung,
> aber nicht stromführend) sicher auszuschließen

Nein.

Sicher ist nichtmal das Baumarktgerät.

Da ddine Leitung bzw. Rohr keinen Strom führt, musst du auf das 
Metalldetektirprinzip ausweichen.

Der übliche Aufnehmer ist ein Ferritstab mit 2 Spulen. Du hast keinen 
Ferritstab ? Bleibt höchstens noch BFO mit 2 Luftspulen. Wickle 2 
Spulen, 10cm Honeycomb auf Pappkreise, die sich halb überlappen oder 
nebeneinander sitzen, und nutze jede an einem  1-Transistor LC 
Oszillator hoher Frequenz (so 1MHz).

Mische beide Signale und schliesse einen Kleinlautsprecher mit 
Verstärker an. Justiere den einen Oszillator so dass er dieselbe 
Frequenz wie der andere erzeugt, das Mischprodukt also 0Hz ausmacht und 
schiebe das Konstrukt über die Wand. Ist unter einer Spule mehr oder 
weniger Metall als unter der anderen, gibt es einen schönen Pfeifton.

http://www.gunook.com/bfo-metalldetektor/

von Klaus R. (klara)


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MaWin schrieb:
> Keine Ahnung schrieb:
>> Gäbe es eine Chance, dort liegende Leitungen (unter Spannung,
>> aber nicht stromführend) sicher auszuschließen
>
> Nein.
>
> Sicher ist nichtmal das Baumarktgerät.

Kann ich nur bestätigen. Das vorletzte Baumarktmodell kostete ca. 25€. 
Das letzte so um die 60€. Das findet eine Leitung die aber nicht tiefer 
als 1cm in der Wand ist. Wie ich schon sagte, alles Schrott.
mfg Klaus

von Dieter F. (Gast)


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Ohne Werbung machen zu wollen ist das Teil

https://www.amazon.de/gp/product/B073DZ7HH2/ref=oh_aui_detailpage_o06_s00?ie=UTF8&psc=1

gar nicht sooo schlecht. Ist natürlich off topic, da Selbstbau gewünscht 
...

von Keine Ahnung (Gast)


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Oha. Doch gut, daß ich mir kurz Zeit zum Nachsehen nehmen konnte.
So schnell hätte ich so viele Antworten nicht erwartet.

@MaWin: Vielen Dank für diesen Vorschlag. Doch, ich habe Zugriff auf
diverse passive Bauteile, auch Ferritstäbe (aus alten Radios). Auch
verfügbar ist 0,5mm CuL, das sollte gehen (wenn auch etwas dick).

Transistoren sind schwieriger, da kein Laden am Ort, ist an Si-Teilen
das kleinste verfügbare BD139/BD140, TO-92 hat mein Freund nicht. Nur
Ge wäre als echte Kleinsignal verfügbar, ein anderer Freund zerlegt
häufig Altgeräte. Ich denke, die Si wären trotzdem besser für HF.

Den Ferritstab zu bewickeln wäre einfacher, ließe der sich ebenso
benutzen? (Richtwirkung durch die austretenden Feldlinien gleich?)

@Klaus: Ja, das Gerücht der mangelhaften Funktion war mir bekannt.
Es bestätigt also Dein Post, was ich mir dachte...

@Dieter: Alles bestens, vielleicht profitiert irgendwann ein Leser,
der über den Betreff über den Thread stolpert. Oder ich eines Tages,
wenn sich die Lage im Portemonnaie deutlich ändert. Ich gehöre auch
nicht zur "Aber ich habe doch gesagt, ...! Verd...!" Fraktion.

Danke auch euch beiden.

von Karl B. (gustav)


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Hi @K.A,
also, wenn die gesuchten Leitungen auf Netzspannung geschaltet werden 
können, dann hilft ein altes Transistorradio mit Langwelle oder 
Mittelwelle, das man mit der Antenne auf die Wand hält.
Bei mir knattert es bei Annäherung an die Leitung ganz stark.
Die Netzspannung ist heutzutage fast überall mit HF-Störungen 
überlagert, die man in den genannten Wellenbereichen hören kann.
Ein alter Staubsauger mit seinem Störspektrum hilft da vielleicht auch, 
die Leitung zu finden, an die er angeschlossen ist.

ciao
gustav

von Dieter P. (low_pow)


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Ob der Aufwand für den erwähnten Metallsucher Sinn macht,
kann ich nicht beurteilen.Die Schaltung und die Spulen
sollten mechanisch stabil aufgebaut werden, eine Platine wirds
wohl nicht brauchen.
Es ist sicher auch nur eine von mehreren Möglichkeiten.
Immerhin, als Simulation scheints zu gehen, richtig testen
ist hier allerdings nicht möglich.
Die Transistoren, alles mit BD139 ( NPN ) zu verwenden
geht nicht, laut LTSpice.Für Q1,Q2,und Q3 ? mit BD139 scheints
zu gehen, dann nicht mehr.

von Gaskartoffel (Gast)


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Schnellste Variante:

Ein MW-Taschenradio mit abgeschirmten Spulenkernen kann im Nu zu einem 
Metalldetektor umgestimmt werden. Am Drehko spielen und Oszi- (Kennfarbe 
rot) bzw. ZF Kerne soweit drehen, bis es im Lautsprecher pfeifft, 
weiterer Feinabgleich mit einer Münze in der Nähe des Ferritstabs.

Die Empfindlichkeit kommt an die eines Baumarktgeräts hin - die Antennen 
sind vergleichbar, viel Spaß!

von Gaskartoffel (Gast)


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Karl B. schrieb:
> Ein alter Staubsauger mit seinem Störspektrum

Leuchtstoffröhre ohne Entstörkondensator brummt auch ganz dolle.

von MaWin (Gast)


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Keine Ahnung schrieb:
> Den Ferritstab zu bewickeln wäre einfacher, ließe der sich ebenso
> benutzen

Nein.
Eine Schaltung mit Ferritstab, L1 100 Windungen HF-Litze, L2 10 
Windungen, ist angehängt, der OpAmp ist bloss ein Schwellwertschalter 
mit per Poti einstellbarer Ansprechschwelle, da kann man auch 2 NPN 
Transistoren als Differenzverstärker nehmen.
1
         +--|<|--+----+--+9V
2
         |  LED  |    |
3
Signal--|<       >|--Poti (3V bis 6V)
4
         |E     E|    |
5
         +---+---+    |
6
             |        |
7
           100R       |
8
             |        |
9
            GND      GND

von Keine Ahnung (Gast)


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Vielen Dank, Leute. Auf so viel Resonanz hatte ich gar nicht zu hoffen 
gewagt. Also ein altes Radio habe ich persönlich nicht, werde aber 
danach suchen/fragen (ob der "Zerleger" gerade etwas noch 
funktionierendes hat, muß er erst nachgucken). Auch andere Transistoren 
müßten erst irgendwie, irgendwo aufgetrieben werden.

Die Information, daß es allein mit BD139 nicht geht, ist echt wichtig - 
denn dann brauche ich es allein damit ja gar nicht zu versuchen. Obwohl 
-16er hfe Typen, ist wohl die Verstärkung einfach zu gering, fürchte 
ich. Mal sehen, vielleicht habe ich Glück, werde dann mehrfach 
telefonieren etc.

Nach MaWins Post hatte ich erst mal telefonisch versucht, besagtes Oszi 
und (da kein DSO, sondern rein Analog) evtl. einen Frequenzzähler zu 
leihen - leider weiß ich noch nicht, ob und wann, denn da ist nur die 
holde Maid zu Hause ... und der Mann ohne Handy auf Achse (evtl. erst 
morgen zu erreichen, wenn Pech). Daß sie nichts anrührt oder gar 
herausgibt, ist schon in Ordnung so. (Würde auch ich erwarten...)

Heißt also: Leider noch kein Ergebnis. Doch Ihr habt mir jetzt ja ein 
paar Möglichkeiten mehr aufgezeigt. Heute wird wohl nichts mehr 
herauskommen dabei, aber dafür erhöht es meine morgigen Chancen doch 
sehr.

Danke noch mal, und einen schönen Abend Euch allen!

MfG, K. A.

von Wegstaben V. (wegstabenverbuchsler)


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vielleicht eine alte (gerne defekte) Energiesparlampe oder LED-Lampe 
oder Handy-Akku schlachten? Da sind doch möglicherweise auch 
Transistoren drin ....

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