Ich war ein Rechenschieber-Ingenieur.

OP #5604952
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Ich war ein Rechenschieber-Ingenieur.

Das war 1968-72.
Da hat ein Taschenrechner von HP noch über 1000 DM gekostet.
An der Ingenieurschule in Karlsruhe habe ich im Fach Programmieren Algol 
gelernt.
Das habe ich nie verwendet.
Wir hatten noch die weiteren Fächer:
Mathe,Mathe, Physik, Transistortechnik, Digitaltechnik (bei Herrn 
Gaterman), Deutsch, ... Programmieren, Labor,
Kurz vor dem Ende des Studiums kamen Firmenvertreter in die 
Ingenieurschule und haben uns ins Hotel eingeladen.
Sie haben Werbung für ihre Firmen gemacht.
Manche frisch gebackenen Ingenieure haben auch dort angefangen zu 
arbeiten.
Bei Bruker Physik, Ich habe den Binary Loader an der PDP-8E von Hand 
eingegeben und dann auf der Teletype mit dem Lochstreifen
nachgeladen.
Ich habe meine Schaltungen Freihand auf  karriertes Papier gezeichnet.
Zu meiner Verfügung stand eine technische Zeichnerin, die hat das dann 
schön auf Firmennorm gezeichnet.
Zu meiner Verfügung stand auch ein Layouter der hat alle elektronischen 
Schaltungen  rot blau geklebt.
Das war eine schöne Zeit und hat mir gefallen.
Heutezutage möchte ich nicht mehr Ingenieur sein.
#5605020
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Werner S. schrieb:
> Das war 1968-72.
> Da hat ein Taschenrechner von HP noch über 1000 DM gekostet.
> An der Ingenieurschule in Karlsruhe habe ich im Fach Programmieren Algol
> gelernt.
> Das habe ich nie verwendet.
> ...

Da fehlt aber noch die Vorgeschichte:
"Als Kind bin ich zwei Stunden lang durch den Schnee in die Schule 
gelaufen, wir hatten nur ein Paar Schuhe für 10 Geschwister..."
Beitrag #5605027 wurde von einem Moderator gelöscht.
(Firma: EleLa - www.elela.de) #5605098
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Und in 50 Jahren sieht das Jammern dann so aus:

Früher durfte man noch alles von Hand tippen, heute bekommt man schon 
als Schüler ein Gehrin-Interface eingepflanzt und .....

Früher gab es noch Gehwege da konnte man noch 300m in die Schule laufen, 
das beamen heutzutage für die Kids ist ....

...
(Firma: matzetronics) #5605113
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Das mit dem Lametta ärgert mich wirklich :-P
Aber wir können ja froh sein, das du die Dozentennummer nicht gemacht 
hast, sonst hätten wir jetzt einen Haufen Studenten, die zwar 8008 
Assembler können, aber bei höheren Sprachen die Karten legen - und vor 
allem auch nicht dazulernen wollen.
Meine Nase, früher hatten wir Glotzen mit Röhre, heute sinds LCDs und 
das ist doch der Lauf der Dinge. Gerade im Bereich Elektronik gehts nun 
mal mit Riesenschritten weiter und sich dagegen zu sperren ist ähnlich 
dem Versuch, den Regen zurück in die Wolken zu pusten.
Beitrag #5605127 wurde von einem Moderator gelöscht.
Beitrag #5605162 wurde von einem Moderator gelöscht.
Beitrag #5605204 wurde von einem Moderator gelöscht.
Beitrag #5605215 wurde von einem Moderator gelöscht.
Beitrag #5605218 wurde von einem Moderator gelöscht.
Beitrag #5605225 wurde von einem Moderator gelöscht.
#5605248
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Bei mir wars ein knappes Jahrzehnt nach Werner.

Ich hatte in der Uni auch noch einen Rechenschieber, dann den HP25
https://de.wikipedia.org/wiki/HP-25 der kostete 1976 mit Studentenrabatt 
knapp unter 800 DM (Finanzamt-Grenze für einmaliges Absetzen, daher weiß 
ich das noch).
Im selben Jahr habe ich einen FORTRAN-Kurs auf der Univac 1108 der Uni 
KA gemacht. Ab 1979 hatte ich den 6502-Rechner AIM-65 (8k ROM,4k 
Assembler-ROM und 4 kByte RAM, später noch ein BASIC-ROM).

Prof. Friedburg war ganz begeistert, dass ein Sprachausgabegerät, das 
ich mitbrachte und am 8080-Rechner der Fakultät (einen HP-Tischrechner 
gabs auch) seriell ansteuerte, seinen Vornamen verständlich aussprechen 
konnte.

Ja aber warum sollte ich jammern?

Der Spruch oben ähnelt Dilbert: "Ihr hattet Nullen auf der Tastatur? Wir 
mussten das kleine O nehmen"
#5605254
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Uhu U. schrieb:
> Der technische Fortschritt heute ist etwas rasanter, als der vor 40
> Jahren.

Eigentümlicherweise habe ich den Eindruck, dass sich im Kern der IT 
seither kaum etwas verändert hat. Anfang der 80er startete der Wechsel 
von zentralen Systemen zu dezentralen, von Systemen für wenige 
Spezialisten zu Jedermann. Die haben sich im Detail zwar seither sehr 
verändert, aber im Grundschema nicht. Ein massiver Paradigmenwechsel 
hingegen sind erst die sich allmählich entwickelnden Quantenrechner.
#5605272
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A. K. schrieb:
> Eigentümlicherweise habe ich den Eindruck, dass sich im Kern der IT
> seither kaum etwas verändert hat.

Das sehe ich auch so. Der Unterschied ist allerdings, dass man sich 
heute nicht mehr auf dem doch ziemlich niedrigen Neveau (über der 
Hardware) bewegt, wie damals.

Die Halbwertszeit für Kochrezepte war seinerzeit etwas länger, als heute 
und Paradigmenwechsel werden nicht nur Quantencomputer bringen, sondern 
auch Neuronale Netze u.Ä. - letztere sind schon dabei…
#5605282
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Uhu U. schrieb:
> Das sehe ich auch so. Der Unterschied ist allerdings, dass man sich
> heute nicht mehr auf dem doch ziemlich niedrigen Neveau (über der
> Hardware) bewegt, wie damals.

Interessanterweise gereicht mir das mitunter zum Vorteil gegenüber 
jüngeren Leuten. Ich kenne die Vorgänge ziemlich durchgängig vom 
Transistor aufwärts bis in die höheren Sphären. Das muss man heute zwar 
nicht immer alles kennen, aber es hilft gelegentlich schon.
#5605285
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Es hat sich in der Tat nicht sehr viel geaendert. Es werden nach wie vor 
irgendwelchen zufaellige nicht allzu anspruchsvolle Konzepte hochgehypt. 
Es ist einfach immer mehr Geld dahinter. Aber hinter der gesammten IT 
ist auch viel mehr Geld wie vor 30 Jahren.

Wenn ich denke .. mische Fintec, Blockchain, KI und IoT4 in eine Form 
plus eine duenne Story und 100 Millionen werden nachgeworfen. Nach 
vielen 100 Tagen und ebenso vielen Sitzungen mit wichtigen Leuten stellt 
sich dann heraus, dass man etwas naiv war, das Geld ist weg, aber alle 
hatten eine gute Zeit.
#5605308
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Uhu U. schrieb:
> Der technische Fortschritt heute ist etwas rasanter

Fortschritt?

früher '74 habe ich die WM im PKW sehen können im 3 Jahrtausend nicht.

früher in den '70er konnten 2 PKW die Strasse nebeneinenander befahren, 
heute nur ein SUV, der Stau ist entprechend länger.

früher fand man überall einen Parkplatz, heute traut man sich ja kaum 
wegzufahren wenn man einen gefunden hat in der Stadt.

früher war ich überall in 20-30 Minuten, heute bin ich froh innerhalb 
einer Stunde aus meinen Bezirk zu kommen :)

aber ich möchte den ganzen shice nicht noch mal durchmachen müssen die 
Rente ist nahe....
#5605412
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Die technische Zeichnerin wurde Ende 85 pensioniert und nicht ersetzt. 
Der Layout wurde schon im 80 pensioniert und nicht ersetzt. Die 
technische Zeichnerin hat dann noch ein paar Jahre Kabel abisoliert und 
mit Steckern versehen, resp in Kabelbaeume gepackt.

Heutzutage macht man das alles selbst mit einem integrierten Package wie 
PADS, Altiom, usw. Die Anforderungen sind auch etwas hoeher geworden. 
CE, EMV, .. und es muss ja sowieso morgen fertig sein.
Beitrag #5605469 wurde von einem Moderator gelöscht.
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