mikrocontroller.net

Forum: Ausbildung, Studium & Beruf Export nach CN - was sollte man beachten?


Autor: Bürovorsteher (Gast)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Ich habe hier Anfragen aus China auf dem Tisch. Es dreht sich um 
nennenswerte Größenordnungen, sagen wir mal 50 k€ pro Auftrag. Die 
hiesigen Zwischenhändler wollen soviel einnehmen, dass das Geschäft nach 
CN dadurch letzlich ausgebremst wird.
Ein Direktverkauf an mir bisher nur vom Hörensagen bekannte chinesiche 
Firmen ist mir im Moment irgenwie zu heiß.
Deshalb meine Frage, ob jemand diesbezügliche Erfahrungen hat und wie 
man am besten vorgehen könnte, um das Risiko von Totalverlusten zu 
minimieren?

Autor: Rainer Z. (mrpeak)
Datum:

Bewertung
2 lesenswert
nicht lesenswert
Bürovorsteher schrieb:
> wie
> man am besten vorgehen könnte, um das Risiko von Totalverlusten zu
> minimieren?

Direktverkauf = 100% Vorkasse.

Autor: Gerd E. (robberknight)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Rainer Z. schrieb:
> Direktverkauf = 100% Vorkasse.

Wenn wir in der Firma größere Mengen Teile aus in China einkaufen ist 
das nicht anders, die wollen auch immer Vorkasse. Würde ich auch drauf 
bestehen.

Womit Du evtl. auch Probleme bekommen könntest, sind deren 
Konformitäts-, Sicherheits- und Umweltschutzregelungen. Ähnlich wie CE, 
RoHS,... in der EU, hat China da eigene Regeln. Mit den Stichworten CCC 
und China RoHS findest Du ein paar Infos dazu.

Autor: Markus (Gast)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Wenn Du jemanden brauchst der chinesisch spricht, meine Frau 
(Taiwanerin) kann das und vor allem auch gut verhandeln.
Wir sind auch noch ab und zu in Berlin, könnten uns ja kurz mal treffen.

Autor: Chris D. (myfairtux) (Moderator) Benutzerseite
Datum:

Bewertung
2 lesenswert
nicht lesenswert
Bürovorsteher schrieb:
> Ich habe hier Anfragen aus China auf dem Tisch. Es dreht sich um
> nennenswerte Größenordnungen, sagen wir mal 50 k€ pro Auftrag. Die
> hiesigen Zwischenhändler wollen soviel einnehmen, dass das Geschäft nach
> CN dadurch letzlich ausgebremst wird.

Das kannst Du auch problemlos alleine stemmen - man benötigt niemanden 
dazwischen, der die Hand aufhält.

> Ein Direktverkauf an mir bisher nur vom Hörensagen bekannte chinesiche
> Firmen ist mir im Moment irgenwie zu heiß.

Warum?

> Deshalb meine Frage, ob jemand diesbezügliche Erfahrungen hat und wie
> man am besten vorgehen könnte, um das Risiko von Totalverlusten zu
> minimieren?

Da gibt es kein Risiko.

Vorkasse heisst das Zauberwort. Wird von unseren Chinesen hier klaglos 
akzeptiert und umgekehrt auch so eingefordert. Selten ist es 50% 
Anzahlung und 50% nach Lieferung (CN->DE).

Da wird auch nicht groß über den Preis verhandelt, gerade wenn Chinesen 
von sich aus auf Dich zukommen. Sind sie zufrieden, sind sie durchaus 
treue Seelen und kommen mit immer größeren Bestellungen, vermutlich, 
weil sie die Teile mit Aufschlag weiterverkloppen. Soll mir auch Recht 
sein. Jetzt Ende November wird es das erste Mal sechsstellig - natürlich 
wie immer per Vorkasse.

Englisch können die alle, Chinesisch ist unnötig. Wenn nötig, schickt 
der ältere Chef gerne auch mal seine Tochter vor, die dann den Einkauf 
regelt ;-)

Mit windigen Chinesen hatte ich noch nie zu tun - bisher lief alles 
immer absolut korrekt ab.

Ach so: dabei nicht über E-Mail-Adressen wundern, die eher nach SPAM als 
seriösen Unternehmen aussehen. Das ist so in China - vielleicht 20% der 
Adressen hatten eine seriöse Domain :-)

: Bearbeitet durch Moderator
Autor: Horst (Gast)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Wie schon erwähnt: Vorauskasse. Wird von mir seit über 10 Jahren so
praktiziert und der Chinese macht problemlos mit.

O.k. jede Lieferung kann die letzte sein, weil er das Gerät nachbaut/ 
nachbauen läßt. Solange es sich jedoch nur um Kleinstückzahlen handelt,
scheint das noch keine Option für ihn zu sein.

Autor: Bürovorsteher (Gast)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Danke für die Rückmeldungen. Das Verfahren mit Vorkasse schwebte mir 
ebenfalls vor. Umso besser, wenn es Usus ist und keine Emotionen beim 
Geschäftspartner hochkochen lässt.
Bei den Einfuhrregelungen muss ich mich noch belesen, das könnte und 
sollte wohl besser der Importeur regeln. Es scheint also auch nicht 
aufwendiger zu sein, als ein Export in die Schweiz. Statt Ausfuhr in ein 
EFTA-Land ist bei der Internetausfuhranmeldung also lediglich Ausfuhr in 
ein Drittland zu wählen. Gestellung beim Zoll würde ich wie gehabt 
selbst machen.

Wie versendet ihr die Ware? Abmaße: großer zweiwelliger Karton, da passt 
alles rein, max 30 kg. Landweg? Luft? See? UPS? DHL?

Autor: Markus (Gast)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Wenn Kurier: www.jumingo.de oder www.transglobalexpress.com 
(Schlussendlich klopft DHL/UPS oder TNT an die Tür, die 
Preisunterschiede sind nicht unerheblich)

Von der anderen Seite verschicken wir zum Teil sogar mit der Post 
(dauert bei einem Paket auch nur eine Woche).

Autor: Jetzt ist G. (hacky)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Aber nicht 60kE alles in einen Karton ? Sondern eher Teilieferungen.
Allenfalls auch den Kunden fragen, ob er einen Vorzug hat. Es gibt 
Firmen, die haben einen Account bei Frachtfirmen, da kann man ueber den 
gehen, und alles ist schon geloest.

Autor: Qwertz (Gast)
Datum:

Bewertung
-2 lesenswert
nicht lesenswert
Chris D. schrieb:
> Jetzt Ende November wird es das erste Mal sechsstellig - natürlich wie
> immer per Vorkasse.

Herzlichen Glückwunsch! Da rollt der Rubel, Weihnachten ist gerettet...

> Englisch können die alle, Chinesisch ist unnötig. Wenn nötig, schickt
> der ältere Chef gerne auch mal seine Tochter vor, die dann den Einkauf
> regelt ;-)

Ist die Tochter denn wenigstens hübsch, oder geht es tatsächlich nur um 
die Sprache? ;-)

Beitrag #5616140 wurde von einem Moderator gelöscht.
Beitrag #5616158 wurde von einem Moderator gelöscht.
Beitrag #5616160 wurde von einem Moderator gelöscht.
Autor: Mach (Gast)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Bürovorsteher schrieb:
> Die
> hiesigen Zwischenhändler wollen soviel einnehmen, dass das Geschäft nach
> CN dadurch letzlich ausgebremst wird.
Was wäre denn für dich annehmbar? Ich ordere nebenher für chinesische 
Unternehmen in Deutschland Teile und nehme dafür für Aufträge bis 5000€ 
um 20%, ab 5000€ um 10%. Versandkosten berechne ich nach tatsächlich 
anfallenden Kosten. D.h. ich such einen Lieferanten, ordere die Teile, 
bring das Paket zum Zoll, schick es dem Kunden weiter und kümmer mich um 
die Mehrwertsteuerrückerstattung. Es steckt also durchaus ein Aufwand 
dahinter. Viele Handelswaren aus Deutschland sind in China um einen 
ähnlichen Faktor (~20%) teurer wie hier, dann ist es für den Kunden 
einfacher direkt in China zu kaufen. Bedarf besteht damit nur bei 
bestimmten Teilen, die er dort gar nicht oder nur sehr teuer bekommt.

Mein Rat ist also: Mach es selber, der Kunde hat dich ja schon gefunden. 
Nach ein paar Malen ist es dann auch Routine für dich.

Autor: Bürovorsteher (Gast)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
> Was wäre denn für dich annehmbar?

Die hiesigen Ganoven schlagen mindestens 100% drauf. Manche sogar 250% 
bei Einzelstückzahlen. Das war über Angebotseinholungen mittels 
befreundeter Firmen einfach herauszubekommen

> Mein Rat ist also: Mach es selber, der Kunde hat dich ja schon gefunden.
> Nach ein paar Malen ist es dann auch Routine für dich.

Genau das habe ich vor. Was zu viel ist, ist zuviel. Leider braucht es 
immer eine gewisse Zeit, aus Abhängigkeiten gegenüber einzelnen Kunden 
herauszukommen. Wenn das Geld erstmal fließt, kann man überheblichen 
Zwischenhändlern ("Wir geben ja unseren guten Namen her") viel 
entspannter vor das Schienbein treten. Ich bin in der glücklichen Lage, 
dass ich mit keinem meiner Kunden irgendwelche Vereinbarungen, Verträge, 
Absprachen, vergebene Exklusivrechte oder sonstwas habe. Die Entwicklung 
der Standarderzeugnisse habe ich immer selbst finanziert, um gar nicht 
erst in irgendwelche Abhängigkeiten zu geraten.

> Es steckt also durchaus ein Aufwand dahinter.

Das ist ja auch völlig i.O. und komplett nachvollziehbar. Seitdem ich 
selbst exportiere, setze ich das dem Kunden auch explizit auf die 
Rechnung: "Kosten für Warengestellung beim Zollamt DE002101".

Alles wird gut.

Beitrag #5616459 wurde von einem Moderator gelöscht.
Beitrag #5616577 wurde von einem Moderator gelöscht.
Autor: Bürovorsteher (Gast)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Könntest du mal bitte ein Beispiel aus eigener Erfahrung schildern, 
sozusagen zur Erweiterung des bisherigen Meinungsspektrums?
Theoretisch scheint die Sache ja klar zu sein, da wären mir praktische 
und auch anderslautende Erfahrungen ganz recht.

Ich würde z.B. keine Geschäfte mit Russland machen, obwohl ich mich dort 
fünf Jahre in Vollzeit aufgehalten habe, danach in meinem Beruf über 
zehn Jahre direkte Kontakte dorthin hatte und zu wissen glaubte, wie die 
Jungens dort ticken. Eigentlich tutti paletti.

In meinem Beruf habe ich dann gegen Ende der Achtziger leider die üblen 
Erfahrungen sammeln müssen.

Autor: Qwertz (Gast)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Bürovorsteher schrieb:
> In meinem Beruf habe ich dann gegen Ende der Achtziger leider die üblen
> Erfahrungen sammeln müssen.

Erzähle uns mehr darüber.

Autor: Abradolf L. (Firma: Ricksy Business) (abradolf_lincler) Benutzerseite
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Qwertz schrieb:
> Bürovorsteher schrieb:
>> In meinem Beruf habe ich dann gegen Ende der Achtziger leider die üblen
>> Erfahrungen sammeln müssen.
>
> Erzähle uns mehr darüber.

Zivile Infrastruktur kaputt bomben und dann Europa zur Kasse beten.

Autor: Bürovorsteher (Gast)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
> Erzähle uns mehr darüber.

Mitnichten, ich möchte hier nicht die Klischees über Russen und 
Ostdeutsche bedienen und mich nach meiner Story "Opa erzählt vom Krieg" 
nicht noch darüber belehren lassen, wie doof wir doch waren. Ja, wir 
waren blauäugig, das gebe ich zu.

Zumindest hat mich Dennis' Einwand zum Nachdenken gebracht, auch wenn er 
sich möglicherweise nicht weiter zum Thema verausgaben möchte.

Antwort schreiben

Die Angabe einer E-Mail-Adresse ist freiwillig. Wenn Sie automatisch per E-Mail über Antworten auf Ihren Beitrag informiert werden möchten, melden Sie sich bitte an.

Wichtige Regeln - erst lesen, dann posten!

  • Groß- und Kleinschreibung verwenden
  • Längeren Sourcecode nicht im Text einfügen, sondern als Dateianhang

Formatierung (mehr Informationen...)

  • [c]C-Code[/c]
  • [avrasm]AVR-Assembler-Code[/avrasm]
  • [code]Code in anderen Sprachen, ASCII-Zeichnungen[/code]
  • [math]Formel in LaTeX-Syntax[/math]
  • [[Titel]] - Link zu Artikel
  • Verweis auf anderen Beitrag einfügen: Rechtsklick auf Beitragstitel,
    "Adresse kopieren", und in den Text einfügen




Bild automatisch verkleinern, falls nötig
Bitte das JPG-Format nur für Fotos und Scans verwenden!
Zeichnungen und Screenshots im PNG- oder
GIF-Format hochladen. Siehe Bildformate.

Mit dem Abschicken bestätigst du, die Nutzungsbedingungen anzuerkennen.