Forum: HF, Funk und Felder Kapazität Stromkabel; 0,75 mm^2


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von Ingo S. (Firma: privat) (nisus)


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Hallo

Mit welchem Kapazitätswert für zwei parallele
Adern in einem Stromkabel ( 0,75 mm^2 je Ader )
 kann ich rechnen ?
Das Kabel ist von einem alten Kühlschrank für
230 Volt

In einer meiner Versuchsschaltungen ist ein
Koppelkondensator geringer Kapazität notwendig.
Für Testzwecke habe ich einfach 40 cm einer
3-adrigen Leitung genommen und nutze davon
2 Adern, um so eine geringe Kapazität zu haben.
Jetzt möchte ich das Kabel durch einen richtigen
Kondensator ersetzen, weiß aber nicht, welcher
Kapazitätswert äquivalent ist.
So kleine Kapazitäten kann mein Messgerät
auch nicht anzeigen.

von Distanz (Gast)


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Abstand der beiden Leiter zueinander ist der Knackpunkt.

von Wilhelm S. (wilhelmdk4tj)


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Hallo zusammen,

ich weiss ja nicht, was das gewünschte C können soll.
Eine Daumenregel aus der HF-Technik:

Verdrillter Klingeldraht hat ca. 1pF/cm
Für kleine Cs z.B. für die Hochpunktkopplung bei HF-Bandfilter
kann man dann die Kopplung mit dem Seitenschneider einstellen.

73
Wilhelm

von Peter (Gast)


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68 pF für ein 118 cm langes Stück (ich brauche es noch und will es 
deswegen nicht abschneiden) Lautsprecherkabel. Gemessen mit einem 
Peaktech 2170.

von Elektrofan (Gast)


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> Für kleine Cs z.B. für die Hochpunktkopplung bei HF-Bandfilter
> kann man dann die Kopplung mit dem Seitenschneider einstellen.

Aber nur in 1 Richtung.         ;-)

von B e r n d W. (smiley46)


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@ Wilhelm

> Verdrillter Klingeldraht hat ca. 1pF/cm

Den Wert hab ich so auch bei Kupferlackdraht gemessen. Je nach 
Verdrillungsgrad ca. 0,8 bis 1,2 pF/cm.

Grüße,
Bernd

von Ingo W. (uebrig) Benutzerseite


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H03VV-F 3x0,75mm², 7m ausgerollt auf dem Fussboden, 710pF zwischen braun 
und blau, gemessen mit PeakTech3420, also etwa 100pF/m.

von wendelsberg (Gast)


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B e r n d W. schrieb:
> Je nach
> Verdrillungsgrad ca. 0,8 bis 1,2 pF/cm.

Wie das, welchen Einfluss sollte der Verdrillungsgrad haben?
Der Abstand der Draehte zueinander bleibt doch gleich.

Einzig der Einfluss als Spule bei extrem enger Verdrillung koennte da 
noch etwas bewirken.

wendelsberg

von B e r n d W. (smiley46)


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> welchen Einfluss sollte der Verdrillungsgrad haben?

Wenn man von der Länge des fertig verdrillten Gimmik-Kondensators 
ausgeht, ist die Kapazität abhängig von den Umdrehungen. Wird die Länge 
vorher gemessen, dann nur minimal. Ist IMO als Faustformel schon 
hilfreich. Der Unterschied von +/- 20% ist auch nicht soo groß. Es wird 
am besten so abgezwickt, daß kurze Enden übrigbleiben, dann ist man noch 
variabel.

von nachtmix (Gast)


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Ingo S. schrieb:
> Das Kabel ist von einem alten Kühlschrank für
> 230 Volt

Litze ist aber nicht gut zum Verdrillen geeignet, und auch sonst recht 
schlabberig.
Darüber hinaus hat das meist für solche Leitungen benutzte PVC hohe 
dielektrische Verluste.
Wegen dieser Verluste kann man PVC mit höheren HF-Leistungen auch ganz 
gut schweissen.

Besser nimmst du starre Cu-Drähte mit PE- oder PTFE-Isolation.
Ein PTFE-artiges Material gibt es auch recht preiswert als 
Isolierschlauch mit 1mm Innendurchmesser
Z.B.: 
https://www.amazon.de/Schlauch-Teflonschlauch-Pneumatik-Drucker-Meterware/dp/B01G28KPH6

von nachtmix (Gast)


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Ingo S. schrieb:
> So kleine Kapazitäten kann mein Messgerät
> auch nicht anzeigen.

Gib (mit einer kleinen Glühlampe zur Strombegrenzung) 50Hz 230V drauf 
und miß den kapazitiven Strom.
Jedes pF bringt dann 72,3nA oder an 10kOhm 0,723 mV.

Bei 100pF wären das 0,723V, was man mit fast jedem DMM im ACV-Bereich 
leicht messen können sollte.

ABER VORSICHT MIT DER NETZSPANNUNG !!!

von Christoph db1uq K. (christoph_kessler)


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Die Formel für den Wellenwiderstand einer "Hühnerleiter" hilft nicht 
direkt weiter
https://de.wikipedia.org/wiki/Flachbandleitung
denn das Kabel hat nicht nur eine Kapazitätsbelag, sondern auch einen 
Induktivitätsbelag. Z ist der Quotient aus beiden.

von Ingo S. (Firma: privat) (nisus)


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nachtmix schrieb:
> miß den kapazitiven Strom

Das ist eine super Idee.
Ich werde es etwas anders machen, wenn das
so ( wie im Folgenden beschrieben ) ok ist.

Vom Netz aus ( L ) einen 10 Megaohm Widerstand
an die eine Ader ( blau ) des zu messenden Leiterstücks.
Zum Netz ( N ) die andere Ader ( braun ).
Über dem 10 M Widerstand fallen so für jedes
Picofarad glatt 0,7 volt ab, da der zu messende
Leiter bei 50 Hz einen kapazitiven Widerstand
hat und zusammen mit den 10 M einen
Spannungsteiler von 1 : 318 bildet.

Distanz schrieb:
> Abstand der beiden Leiter zueinander

Dazu habe ich auf --> www.sprut.de
eine Formel gefunden :

C ~ Er / ( 36 * ln( 2a/d )) in uF/km

Er = Permittivitätszahl ( Dielektrizität )
( Kabelisolierungen 2 - 4 )

a = Leiterquerschnitt ( Durchmesser * Länge )
d = Leiterabstand ( Oberfläche zu Oberfläche )

d ist also = Isolationsschichtdicke * 2

Ok.
Mein Kabel ist 1,5 mm^2 und nicht 0,75 mm^2
und 0,5 Meter lang.
Damit ist der Leiterdurchmesser 1,4 mm
Mit Isolationsschicht 2,4 mm.
Damit ist
a = 0,0007 m^2
( 2a = 0,0014 m^2 )
d = 0,001 m
Er = angenommen zu 2

Damit errechne ich rund 165 nF / km
also rund 165 pF / m
Wären für mein Leiterstück etwa 80 pF

Ingo W. schrieb:
> H03VV-F 3x0,75mm², 7m ausgerollt auf dem Fussboden, 710pF zwischen braun
> und blau, gemessen mit PeakTech3420, also etwa 100pF/m.

...passt da gut

wendelsberg schrieb:
> welchen Einfluss sollte der Verdrillungsgrad haben?

Mit zunehmender Umwindung zweier Leiter
miteinander, wächst auch deren mittlere
Kontaktfläche und somit steigt die Kapazität
bei stärkerer Umwindung.

nachtmix schrieb:
> Litze ist aber nicht gut zum Verdrillen geeignet, und auch sonst recht
> schlabberig

Stimmt...ich habs im Mantel gelassen und
hatte nen halben Meter starres Kabel umnum
liegen.Deswegen --> Ersatz mit Festwert Kerko
( o.ä. )

Mit dem Messen über 10 Megaohm erhalte ich
Den Messwert von 39,2 Volt ( ac )
Damit errechnet sich die Kapazität meines
Leiterstückes zu :

( 39,2 V / 0,7 V ) * 1 pF = 56 pF

cool :D

: Bearbeitet durch User
von wendelsberg (Gast)


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Ingo S. schrieb:
> Vom Netz aus ( L ) einen 10 Megaohm Widerstand
> an die eine Ader ( blau ) des zu messenden Leiterstücks.
> Zum Netz ( N ) die andere Ader ( braun ).
> Über dem 10 M Widerstand fallen so für jedes
> Picofarad glatt 0,7 volt ab, da der zu messende
> Leiter bei 50 Hz einen kapazitiven Widerstand
> hat und zusammen mit den 10 M einen
> Spannungsteiler von 1 : 318 bildet.

Allerdings ist der Eingangswiderstand des Messgeraetes dann in der 
Groessenordnung des Messwiderstandes und moechte beruecksichtigt werden.

wendelsberg

von Ingo S. (Firma: privat) (nisus)


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wendelsberg schrieb:
> Eingangswiderstand des Messgeraetes dann in der Groessenordnung des
> Messwiderstandes und moechte beruecksichtigt werden

Stimmt...daran habe ich nicht gedacht.

Also mit 10 Megaohm in Reihe zum Messgerät
an Netzspannung, zeigt das Messgerät im
gleichen Messbereich der vorhergehenden
Messung einen Wert von 115,4 Volt ( ac )
Dann muss der Messwiderstand im Messgerät
ebenfalls 10 Megaohm betragen.

Für meine Spannungsmessung bei der
Bestimmung der Leiterkapazität bedeutet das
also, daß mein Spannungsteilerverhältnis
nicht 10 : 3180 Megaohm ist, sondern 5 : 3180
... also 1 : 636 ,
weil mein Messwiderstand praktisch parralel
zum Messwiderstand des Multimeters liegt.

Damit ist mein angezeigter Wert von 39,2 Volt ( ac )
mit 0,36 Volt je 1 pF anzunehmen.

( 39,2 V / 0,36 V ) * 1 pF ~ 109 pF

Das entspricht etwa 218 pF / m

:D

Was nen Zufall...mein kleinster Festwert von Kerkos
ist 100 pF und es funktioniert ?

Für weitere Messungen kann ich ja dann
einfach das Messgerät direkt ohne Messwiderstand
in Reihe zu dem zu messenden Leiterstück
schalten und dabei mit 0,72 Volt je 1 pF rechnen.
Gut zu wissen.

Danke für die Hilfe

von Uwe M. (uwe_mettmann)


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Ein Kapazitätsbelag von 220 pf/m für so ein Kabel kommt mir zu hoch vor. 
Ich hatte in Erinnerung, dass es ca. 100 pF/m sind. Nun habe ich einfach 
mal die Kapazität von einem Stromkabel gemessen, allerdings ist das ein 
Installationskabel, also mit starren Innenleiter. Es hat sich für 76 cm 
Kabel eine Kapazität von ca. 70 pF ergeben und dies bei Messfrequenzen 
von 300 kHz, 1 MHz und 10 MHz. Bei 300 kHz lag der Wert etwas höher, was 
aber auch darauf zurückzuführen ist, dass die Messung mit meinem 
Messgerät, dass eigentlich zur Kapazitätsmessung bei diesen geringen 
Frequenzen gedacht ist, ungenauer wird

Somit ergibt sich für mein gemessenes Kabel ein Kapazitätsbelag von 92 
pF/m, also passt das mit dem Wert aus meiner Erinnerung.

Die Messung mit den 50 Hz der Netzspannung hat so seine Tücken, denn das 
ist kein reiner Sinus. Dadurch wird das Messergebnis natürlich 
verfälscht. Außerdem ist bei 50 Hz der Blindwiderstand mit über 50 MOhm 
sehr hoch. Wenn der Isolationswidertand nicht sehr deutlich höher ist, 
wird das Messergebnis zusätzlich verfälscht.

Jetzt habe ich gerade noch ein Litzenkabel (3 x 0,75 oder 1 mm²) 
gefunden und es ergab sich bei 1,5 m Kabel eine Kapazität von 135 pF, 
was einem Kapazitätsbelag von 90 pF/m entspricht.


Gruß

Uwe

von Ingo S. (Firma: privat) (nisus)


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Uwe M. schrieb:
> Außerdem ist bei 50 Hz der Blindwiderstand mit über 50 MOhm sehr hoch

Kann das schon reichen, einen Fehler von
200 % zu verursachen ?

Im Vergleich zu den theoretischen Werten und
 den gemessenen von
Ingo W. schrieb:
> gemessen mit PeakTech3420, also etwa 100pF/m.
erscheint mir mein letztes Ergebnis auch zu hoch.
Da hat die erste Messung besser gelegen für
112 pF / m , bevor ich den Messwiderstand
vom Multimeter mit rein genommen habe.

von Uwe M. (uwe_mettmann)


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Wenn du die Messung mit der Netzspannung machst, dann als 
Vergleichsmessung, also zuerst mit dem Kabel und anschließend 
stattdessen mit einem Kondensator, dessen Wert du solange variierst, bis 
sich die gleiche Spannung wie beim Kabel ergibt.

Dadurch fallen einige Fehlerquellen weg (Eingangswiderstand des 
Multimeters, Netzoberwellen usw.) Bleiben tut auf jeden Fall der 
Einfluss des Isolationswiderstandes. Daher musst du auch für die 
Vergleichsmessungen Kondensatoren mit sehr hohem Isolationswiderstand 
verwenden.


Gruß

Uwe

von michael_ (Gast)


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Warum muß man eigentlich eine Messung an kreuzgefährlicher harter 
Netzspannung machen?
Und dann mit einem Netzkabel einen Kondensator simulieren, der keinerlei 
praktischen Nutzen hat? Und dann noch mit der dritten Leitung.

Am Kabelende kann jederzeit ein Kurzschluß entstehen.
Und ob der Kerko so 230V~ aushält?

Natürlich kenne ich diese Methode, die bei Zeiger-MM von 1975 üblich 
war.

Kapazitätsmesser gibt es ab 12EUR.
Selbst mit deinem PeakTech 2005 kann man Kapazitäten über 50pF 
einigermaßen messen.

von Uwe M. (uwe_mettmann)


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michael_ schrieb:
> Kapazitätsmesser gibt es ab 12EUR.
> Selbst mit deinem PeakTech 2005 kann man Kapazitäten über 50pF
> einigermaßen messen.

Witzig, dass Ingo nicht auf die Idee mit seinem Multimeter gekommen ist.

Allerdings hat das Messgerät eine Ungenauigkeit von 200 pF, so dass man 
Werte von 50 pF nicht sicher messen kann.


@Ingo

Dennoch kannst du es mal mit dem Multimeter versuchen, allerdings auf 
Basis einer Vergleichsmessung, also erst das Kabel und dann einen 
Kondensator und dessen Wert solange verändern, bis das Multimeter 
denselben Wert wie beim Kabel anzeigt.

Wichtig ist, nicht über Messkabeln sondern das Stromkabel bzw. den 
Kondensator direkt an Buchsen des Multimeters anzuschließen.


Gruß

Uwe

von Ralph B. (rberres)


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Bei keinen dieser Beiträge habe ich gesehen das der gesamte Widerstand Z 
( und somit der fließende Strom ) sich aus der geometrische Addition von 
XC und R errechnet.

Insofern dürften die meisten Berechnungen hier falsch sein.

Noch interessanter wird es wenn dann noch parallel zu dem C der reale 
Innenwiderstand des Messgerätes dazu kommt.

Ralph Berres

: Bearbeitet durch User
von Theo (Gast)


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Das Kabel hat eine nicht zu vernachlässigende Induktivität was zusammen 
mit der Kapazität einen Schwingkreis ergibt, mit einer Resonanz bei 
lambd/4*vf.

Das Kabel als Bemessungsgrundlage für einen Koppelkondensator zu nehmen 
funktioniert je nach Frequenz nicht so einfach.

von Ralph B. (rberres)


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Theo schrieb:
> Das Kabel hat eine nicht zu vernachlässigende Induktivität was zusammen
> mit der Kapazität einen Schwingkreis ergibt, mit einer Resonanz bei
> lambd/4*vf.

Klar doch.

bei 50Hz sind das aber eher was um 1500km.

Ob das bei 1m soviel Einluss hat?


Ralph Berres

von Theo (Gast)


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Ich kann aus der Beschreibung nicht erkennen, dass die Nutzfrequenz 50 
Hz beträgt. Sofern ich nichts überlesen habe beträgt nur die 
Messfrequenz 50 Hz.

von Ralph B. (rberres)


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nachtmix schrieb:
> ib (mit einer kleinen Glühlampe zur Strombegrenzung) 50Hz 230V drauf
> und miß den kapazitiven Strom.
> Jedes pF bringt dann 72,3nA oder an 10kOhm 0,723 mV.

Theo schrieb:
> Ich kann aus der Beschreibung nicht erkennen, dass die Nutzfrequenz 50
> Hz beträgt. Sofern ich nichts überlesen habe beträgt nur die
> Messfrequenz 50 Hz.

wo ist denn da der Unteschied?

von nachtmix (Gast)


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Ingo S. schrieb:
> Vom Netz aus ( L ) einen 10 Megaohm Widerstand
> an die eine Ader ( blau ) des zu messenden Leiterstücks.
> Zum Netz ( N ) die andere Ader ( braun ).
> Über dem 10 M Widerstand fallen so für jedes
> Picofarad glatt 0,7 volt ab,

Das ist ungünstig, denn wenn du das Meßinstrument am heißen Ende 
anschliesst, verfälscht schon dessen Streukapazität und die der 
Zuleitungen gegen Erde die Messung.
Besser legst du den Strommesswiderstand deshalb ans kalte Ende des 
"Kondensators".
Das ist auch angenehmer für den Experimentator ;-)


Außerdem ist 10M zuviel, denn du wirst die Eingangschaltung des 
Instruments nicht kennen, und daher nicht wissen, wie groß die wirkliche 
Eingangsimpedanz bei 50Hz ist.
Ich würde da nicht mehr als 100k nehmen, dann kannst du erwarten, dass 
der systematische Fehler des Spannungsteilers unter 1% bleibt.

von Theo (Gast)


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Ralph B. schrieb:
> wo ist denn da der Unteschied?

Bei der Impedanz.

von Ralph B. (rberres)


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Theo schrieb:
> Bei der Impedanz.

Ich meinte den Unterschied zwischen dem Begriff Nutzfrequenz und 
Messfrequenz.

Bei 50 Hz wie hier angedacht spielen die Leitungstransformationseffekte 
sicherlich keine Rolle mehr.

Aber nach wie vor i hat der XC gegenüber den R eine Phasenverschiebung 
von 90°

Bei 100pF Kapazität ist  XC etwa 32 Mohm. Man wird da kaum was 
verlässliches rausbekommen.
Wir wissen ja den tatsächlichen Einsatzzweck des Kondensators nicht, es 
wird wohl keine 50Hz Anwendung sein.

Die vielen Vorschläge lauten ja hier man soll 230V und 50Hz als Stimulus 
nehmen. von mir kam das nicht.

Aber keine der Vorschläge berücksichtigt, das der Spannungsabfall an R 
eben nicht 230V minus der Spannungsabfall an C ist. Dadurch sind die 
Ergebnisse schon mal falsch oder zumindest mit Fehlern behaftet.

Für die Kapazität auszumessen würde ich eine wesentlich höhere Frequenz 
wählen. Oder besser gleich ein Kapazitätsmessgerät wie es in vielen 
Multimeter schon integriert ist, und man die Kapazität direkt angezeigt 
bekommt. So ganz ohne Mathematik dafür bemühen zu müssen.

Ralph Berres

von Uwe M. (uwe_mettmann)


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Ralph B. schrieb:
> Aber keine der Vorschläge berücksichtigt, das der Spannungsabfall an R
> eben nicht 230V minus der Spannungsabfall an C ist. Dadurch sind die
> Ergebnisse schon mal falsch oder zumindest mit Fehlern behaftet.
>

Richtig, prinzipiell hast du recht und das ist mir auch aufgefallen. Da 
dieser Fehler aber recht klein ist und sich kaum auswirkt und dann auch 
noch durch einen anderen Fehler größtenteils kompensiert wird, wirkt 
sich das Ganze kaum aus und daher habe ich nichts dazu geschrieben.

Ingo hat 109 pF errechnet. Richtig gerechnet wären es:

Uc = Wurzel (230^2 – 39,2^2) = 226,7 V
I = 39,2 V / R  = 7,84 nA               (als R wurden 5 MOhm angenommen
XC = Uc/I =28,9 MOhm
C = 1/(6,28*50*Xc) = 110 pF


nachtmix schrieb:
> Das ist ungünstig, denn wenn du das Meßinstrument am heißen Ende
> anschliesst, verfälscht schon dessen Streukapazität und die der
> Zuleitungen gegen Erde die Messung.
> Besser legst du den Strommesswiderstand deshalb ans kalte Ende des
> "Kondensators".
> Das ist auch angenehmer für den Experimentator ;-)

Dieser Einwand absolut korrekt.

Ich halte die ganze Messmethode für kritisch. Wenn, dann kann man es nur 
als Vergleichsmessungen versuchen und, wie du schon richtig geschrieben 
hast, muss der Prüfling am kalten Ende zwischengeschaltet werden.

Wie Ralph ja auch geschrieben hat, sind höhere Messfrequenzen sinnvoll.

Eben weil ich diese 230 V Methode nicht traute und auch das Ergebnis mir 
komisch vorkam, hatte ich die Kapazität so eines Kabels auch mal kurz 
nachgemessen, dies dann auch mit verschiedenen Frequenzen (300 kHz, 1 
MHz und 10 MHz), mit einem Ergebnis von knapp 50 pF für ein 0,5 m langes 
Kabel. Insofern wurde meine Skepsis ja auch bestätigt


Ralph B. schrieb:
> Oder besser gleich ein Kapazitätsmessgerät wie es in vielen
> Multimeter schon integriert ist, und man die Kapazität direkt angezeigt
> bekommt.
Bei diesen geringen Kapazitätswerten traue ich günstigen Multimetern 
nicht über den Weg. Ein vernünftiges Kapazitätsmessgerät steht einem zu 
Hause kaum zur Verfügung (mir auch nicht) und hochwertige Multimeter 
haben oft keinen Messbereich, mit dem man solch kleine Kapazitäten 
messen kann (wie mein Multimeter).

Wenn man die Messung mit einem günstigen Multimeter durchführt, dann als 
Vergleichsmessung und das Prüfobjekt muss ohne Kabel direkt an die 
Buchsen des Multimeters angeschlossen werden. Wenn ich mich recht 
erinnere, habe ich das ja auch schon weiter oben mal geschrieben.


Gruß

Uwe

von Ingo S. (Firma: privat) (nisus)


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Theo schrieb:
> Nutzfrequenz

Die Nutzfrequenz liegt irgendwas
bei 5 - 200 kHz und die anliegende Spannung
schwankt zwischen 1 und 10 Volt.

Ralph B. schrieb:
> tatsächlichen Einsatzzweck des Kondensators

Der Kondensator ist in einem
2-Transistor Sperrschwinger eingesetzt und
dient der Rückkopplung der Induktionsspannung
einer 14 uH Spule, Beziehungsweise diverser
RC Schwingkreise.

Uwe M. schrieb:
> Ergebnis von knapp 50 pF für ein 0,5 m langes Kabel

Dann kam mein erstes Ergebnis, aus der
Methode mit 10 M und Netzfrequenz, von
56 pF für 0,5 m Kabel doch recht gut hin.

nachtmix schrieb:
> den Strommesswiderstand deshalb ans kalte Ende des "Kondensators"

Das verstehe ich so, daß zwei verschiedene
Messergebnisse entstehen müssten, je nach dem,
wie herum der Stecker in die Steckdose
gesteckt ist.

Tatsächlich ?
Ergebnis einmal 34,2 Volt (ac )
( Widerstand an L liegend )
und einmal 17,0 Volt (ac)
( Widerstand an N liegend )

Gegenüber der ersten Messung besteht zu den
39,2 Volt auch ein Unterschied von 5 Volt im
Ergebnis...was -so wie ich denke daran liegen
könnte - , daß die erste Messung an 5 Meter
verwurschteltem Verlängerungskabel ans Netz
geschalten wurde.

Ich habe mir mal das Ersatzschaltbild eines Kabels
angesehen.
( siehe Anhang )
Da spielen viele Faktoren in das Ergebnis mit
rein und die Frequenz und anliegende Spannung
beeinflussen das Ergebnis auch.

Wie bestimme ich eine Kapazität unter
Verwendung eines Oszilloskops ?
Nen kleinen Frequenzgenerator habe ich auch hier.

von Uwe M. (uwe_mettmann)


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Ingo S. schrieb:
> Dann kam mein erstes Ergebnis, aus der
> Methode mit 10 M und Netzfrequenz, von
> 56 pF für 0,5 m Kabel doch recht gut hin.

Weil sich zwei Messfehler mit unterschiedlichen Vorzeichen sich zufällig 
fast aufheben.


Ingo S. schrieb:
> und einmal 17,0 Volt (ac)
> ( Widerstand an N liegend )

Also ergeben sich 47 pF bzw. 94 pF/m, was ja dann wohl mit meinem 
Messergebnis gut übereinstimmt.


Ingo S. schrieb:
> Wie bestimme ich eine Kapazität unter
> Verwendung eines Oszilloskops ?
> Nen kleinen Frequenzgenerator habe ich auch hier.

Zum Beispiel genauso wie jetzt auch, Reihenschaltung aus Widerstand und 
Kondensator (Kabel), messen der Generatorausgangsspannung, messen des 
Spannungsabfalls am Widerstand und daraus die Strombestimmung, 
Errechnung der Kapazität.

Nimm eine Frequenz von 1 MHz und ein Widertand von 33 Ohm. Verwende die 
maximale Ausgangsspannung des Generators.

Bedenke, dass ein Oszi eine Eingangskapazität von ca. 100 pF hat, daher 
würde ich den Widerstand nicht größer wählen. Nimmst du einen 10:1 
Tastkopf, kannst du en Widerstand auch etwas größer wählen.


Gruß

Uwe

von Elektrofan (Gast)


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> Bedenke, dass ein Oszi eine Eingangskapazität von ca. 100 pF hat, ...

Meistens eher ein Drittel davon oder wemiger.

von Uwe M. (uwe_mettmann)


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Elektrofan schrieb:
>> Bedenke, dass ein Oszi eine Eingangskapazität von ca. 100 pF hat, ...
>
> Meistens eher ein Drittel davon oder wemiger.

Du hast recht, ich hatte einen falschen Wert in Erinnerung. Ich habe 
nachgeschaut, bei meinem Oszi sind es 20 pF.

Danke für den Hinweis.


Gruß

Uwe

von Achim S. (Gast)


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Uwe M. schrieb:
> Du hast recht, ich hatte einen falschen Wert in Erinnerung. Ich habe
> nachgeschaut, bei meinem Oszi sind es 20 pF.

Der Oszi-Eingang selbst liegt meist in der Nähe von 20pF. Aber 
normalerweise braucht man ja noch irgendein Kabel, um das Messobjekt ans 
Oszi anzuschließen.

Wenn man dazu ein ein normales Koaxkabel von knapp 1m Länge nimmt oder 
einen 1:1 Tastkopf, dann landet der gesamte Messaufbau bei ca. den 
100pF, die du in Erinnerung hattest. Von daher war dein Hinweis, dass 
sich ein 10:1 Tastteiler lohnt, völlig richtig. Mit dem ist die 
Gesamtkapazität des Messaufbaus bei typisch 20pF oder darunter.

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