Rol schrieb:> parallel auf RX und TX klemmen
Nein, aber auf A, B und GND darfst Du dich dranklemmen :-)
Das Mäuseklavier für die Abschlusswiderstände auf "Off" stellen.
Vielen Dank. Noch eine Frage: An der gegebene Hardware kann ich A und B
nicht eindeutig zuordnen (ich denke GND schon). Kann ich das einfach
ausprobieren oder kann es da Schaden geben?
Rol schrieb:> Kann ich das einfach ausprobieren
Ja, Du musst nur sicherstellen, daß Dein Mithörer auf keinen Fall
sendet.
Wenn Du die Leitungen vertauschst, empfängst Du halt Müll.
A. F. schrieb:> Rufus Τ. F. schrieb:>> Wenn Du die Leitungen vertauschst, empfängst Du halt Müll.>> Nö, dann empfängt er die Daten eher invertiert, aber kein Müll :)
Nein er empfängt Müll weil er die vordere Flanke des Startbit nicht mehr
detektieren kann, es wird also nicht nur invertiert sondern auch wild
verschoben sein, mal mehr mal weniger, je nach Bitmuster, manche
Datenbits wird er komplett verpassen und dafür Start- und Stopbits
anderer Bytes in den Datenbereich rutschen.
Hyperterminal ist ein Terminalprogramm, das nur Klartext anzeigt (und
ein paar Binärdaten als ESC-Sequenzen interpretiert).
Irgendwelche Binärdaten (d.h. mit Zeichencode < 0x20) werden entweder
gar nicht dargestellt oder eben als Steuerzeichen interpretiert.
Du brauchst kein Terminalprogramm, sondern einen
Schnittstellenanalysator.
Das gerne fälschlicherweise als Terminalprogramm bezeichnet "HTerm" ist
so einer, dieses Programm stellt alle empfangenen Daten ohne
Interpretation dar, wahlweise in hex-, dezimal oder auch als
ASCII-Zeichen (sofern darstellbar).
Habe meinen RS485 Wandler einfach verbunden und mit Hterm alles
mitgelesen.
Wenn A&B vertauscht ist, kommt das gleiche an, wie wenn die Baudrate
nicht stimmt:
Müll
PS: Hast du dich auch verbunden?
Ich höre jetzt mit HTerm ab und empfange zumindest erst einma Mist ;-).
Im Manual des Sensors steht:
Baud rate = 9600
Data bits = 8
Start bits = 1
Stop bits = 1
Parity = none
Flow control = none
Nun finde ich leider keine Möglichkeit, in HTerm ein Startbit
einzustellen...
Wie geht das in HTerm? Oder welches Programm könnte ich zum Abhören
nochverwenden (bei dem man ein Startbit einstellen kann)?
Rol schrieb:> Nun finde ich leider keine Möglichkeit, in HTerm ein Startbit> einzustellen...
Das macht die Hardware selber, und Werte <> 1 sind absolut unüblich.
Wenn Du da Mist empfängst, müsstest Du mal A und B am Empfänger
vertauschen.
Startbit UND Stoppbit ist keine Einstellung für den Empfänger.
Wenn baudraten und parity stimmen, dann vergleiche noch den Ruhepegel
(@Sendepause) RX am PC-Eingang: der muss 0V oder negativ sein.
Und wenn Du kein Oszilloskop oder LSA hast, dann wechsle halt AB oder
schließ eine LED mit 5k davor an RX (gegen GND)
Achim S. schrieb:> Startbit UND Stoppbit ist keine Einstellung für den Empfänger.
Stopbits sind eine Einstellung auch für den Empfänger.
Wird mit einem Stopbit gesendet, ist beim Empfänger aber zwei Stopbits
angegeben, so kommt es beim Empfänger zu framing errors, wenn der
Sender lückenlos sendet.
Andersherum passiert das nicht; wird mit zwei Stopbits gesendet, ist
beim Empfänger nur eines konfiguriert, gibt es keinen framing error,
denn das Verhalten entspricht dem Senden mit einer Pause zwischen den
einzelnen Zeichen.
Rufus Τ. F. schrieb:> Wird mit einem Stopbit gesendet, ist beim Empfänger aber zwei Stopbits> angegeben, so kommt es beim Empfänger zu framing errors, wenn der Sender> lückenlos sendet.
Wegen dieses Mythos schrieb ich es extra.
2 Stoppbits gibt's nur senderseitig, der Empfänger hat immer weniger als
1 (d.h.: das nächste startbit darf auch ein wenig früher kommen)
Das dient dem Ausgleich von Taktabweichungen.
Rol schrieb:> Nun finde ich leider keine Möglichkeit, in HTerm ein Startbit> einzustellen...
Was willst am Startbit einstellen?
Und weil so eine Funktion unsinnig wäre, gibt es sie in HTerm nicht.
Rufus Τ. F. schrieb:> Hyperterminal ist ein Terminalprogramm, das nur Klartext anzeigt (und> ein paar Binärdaten als ESC-Sequenzen interpretiert).>> Irgendwelche Binärdaten (d.h. mit Zeichencode < 0x20) werden entweder> gar nicht dargestellt oder eben als Steuerzeichen interpretiert.
NMEA183 mit 9600Bd verwendet gewöhnlich nur Klartext. Die NMEA
Datensätze werden dabei durch ein "$" eingeleitet. NMEA Binärdaten
werden gewöhnlich mit 38k4Bd übertragen und mit "!" eingeleitet.
Insofern spricht vieles dafür, dass der unbekannte Sensor reine
Klartextdaten sendet - also keine Sorge.
In der Doku zu Sensor und Steuerung sollte sich zumindest eine
Auflistung der verwendeten NMEA-Sentences finden.
Achim S. schrieb:> Wegen dieses Mythos schrieb ich es extra.
Wie kommst Du auf die interessante Idee, daß das ein "Mythos" sein soll?
Magst Du das mit etwas mehr ... "Futter" unterlegen?
Rufus Τ. F. schrieb:> Achim S. schrieb:>> Wegen dieses Mythos schrieb ich es extra.>> Wie kommst Du auf die interessante Idee, daß das ein "Mythos" sein soll?
Weil noch kein solcher UART jemals in freier Wildbahn gesichtet wurde.
So wie ein Einhorn oder ein Wolpertinger. Wäre auch reichlich sinnfrei
so einen zu konstruieren und wahrscheinlich auch gar nicht lebensfähig
weil fehlerhaft by design.