Forum: Mikrocontroller und Digitale Elektronik Atmel SAM D10 ohne ASF programmieren


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von BlaBla (Gast)


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Hallo,
kann mir jemand ein Tutorial empfehlen. Ich möchte mich näher mit den 
SAM-Controllern beschäftigen und habe mir erstmal den SAMD10 ausgesucht. 
Leider scheitere ich bereits am Datenblatt. Ich möchte es vorerst ohne 
ASF versuchen. Irgendwie will es nicht in meinen Kopf, wie das mit den 
"Multiplexed Signals" funktioniert. Habe schon ein Knoten im Kopf. Mir 
fehlt der Einstiegspunkt.

von Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite


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Meinst du sowas?
1
  /*
2
   * PB16: PWM output to generate V[LCD]
3
   * PB16 = TC6/WO[0], function E
4
   * Normal PWM 8-bit mode, 16 MHz / 2 / 256 = 31.25 kHz PWM frequency
5
   */
6
  GCLK->CLKCTRL.reg = GCLK_CLKCTRL_CLKEN | GCLK_CLKCTRL_GEN(0) |
7
      GCLK_CLKCTRL_ID(GCLK_CLKCTRL_ID_TC6_TC7_Val);
8
  TC6->COUNT8.CTRLA.reg = TC_CTRLA_MODE(TC_CTRLA_MODE_COUNT8_Val) |
9
    TC_CTRLA_WAVEGEN(TC_CTRLA_WAVEGEN_NPWM_Val) |
10
    TC_CTRLA_PRESCALER(TC_CTRLA_PRESCALER_DIV2_Val);
11
  while (TC6->COUNT8.STATUS.bit.SYNCBUSY) {}
12
  TC6->COUNT8.CTRLA.reg |= TC_CTRLA_ENABLE;
13
  while (TC6->COUNT8.STATUS.bit.SYNCBUSY) {}
14
  TC6->COUNT8.CC[0].bit.CC = 5; /* yields about -1.4 V */
15
  PORT->Group[1].PMUX[16 / 2].bit.PMUXE = PORT_PMUX_PMUXE_E_Val;
16
  PORT->Group[1].PINCFG[16].bit.PMUXEN = 1;

(die letzten beiden Zeilen)

Ist jetzt von einem SAMD20/21, aber das Prinzip dürfte beim 10er gleich 
sein.

Manchmal findet man auch noch sowas drüber:
1
#define PORTB PORT->Group[1]

Damit kannst du dann schreiben:
1
  PORTB.PMUX[16 / 2].bit.PMUXE = PORT_PMUX_PMUXE_E_Val;
2
  PORTB.PINCFG[16].bit.PMUXEN = 1;

Macht es etwas offensichtlicher, dass PB16 hier gemeint ist.

: Bearbeitet durch Moderator
von BlaBla (Gast)


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Das wäre genau was ich meine. Ohne ASF. Aber wie findet man die ganzen 
Parameter für die Einstellung des SAM? Das ist schon, wie ich finde, 
sehr komplex. Das Datenblatt gibt mir hier keinen mir einleuchtenden Weg 
vor. Vielleicht sehe ich ihn nur nicht. So ein "Fahrplan" wäre schon 
toll.

von Fabian F. (fabian_f55)


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Warum ohne AFS?
Schau dir halt das AFS-Beispiel an und kopier den Teil raus den du 
brauchst.

von Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite


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BlaBla schrieb:
> Aber wie findet man die ganzen Parameter für die Einstellung des SAM?

Die Tabelle "PORT Function Multiplexing" nennt dir dir 
Alternativbelegung des jeweiligen Portpins.  In meinem Fall steht das 
Gewünschte im Kommentar über dem Codeblock: "PB16 = TC6/WO[0], function 
E". (Timer/Counter 6, Waveform output 0)

Vielleicht beschreibst du ja mal eine Funktionalität, die du suchen 
würdest, und ich finde dir dann, wie man diese konfigurieren würde.

Oder meinst du all die anderen Namen wie 
TC_CTRLA_WAVEGEN(TC_CTRLA_WAVEGEN_NPWM_Val) etc.? Dafür habe ich im 
Editor typischerweise das Headerfile in einem Fenster geöffnet.

von Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite


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Fabian F. schrieb:
> Warum ohne AFS?

Several layers of obfuscation and additional delays …

von BlaBla (Gast)


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Fabian F. schrieb:
> Warum ohne AFS?

AFS sagt mir jetzt nichts. Ich möchte vorerst ohne das Framework (ASF 
oder Start) arbeiten. Ich halte den Lerneffekt für größer. Jetzt drucke 
ich mir erst einmal einige, wie ich hoffe, für mich relevante Seiten 
aus.

Jörg W. schrieb:
> Vielleicht beschreibst du ja mal eine Funktionalität, die du suchen
> würdest, und ich finde dir dann, wie man diese konfigurieren würde.

Werde ich machen...Danke!

von Fabian F. (fabian_f55)


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Jörg W. schrieb:
> Fabian F. schrieb:
>> Warum ohne AFS?
>
> Several layers of obfuscation and additional delays …

Compileroptimierung kürzt das raus.

von Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite


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Fabian F. schrieb:
> Jörg W. schrieb:
>> Fabian F. schrieb:
>>> Warum ohne AFS?
>>
>> Several layers of obfuscation and additional delays …
>
> Compileroptimierung kürzt das raus.

Nein. Du hast dir das Zeug vermutlich noch nicht angesehen.

Wenn man zum Setzen eines Bits erstmal eine Struktur ausfüllen muss, 
damit dann anschließend alles in einem Subsystem entsprechend 
eingestellt wird, dann kürzt das eben keine Optimierung mehr raus. 
Schließlich sind die IO-Register volatile, da darf der Compiler gar 
nichts dran ändern.

ASF (und auch vergleichbare Obfuscation layers anderer Hersteller) sind 
eher ein Beispiel, wie man solch eine Abstraktion besser nicht machen 
sollte.

Habe mir das angesehen und (für den dienstlichen Gebrauch) dankend drauf 
verzichtet. Da zimmere ich mir meinen Salat lieber selbst, dann blicke 
ich erstens noch durch und muss mich zweitens nur dann ausbremsen 
lassen, wenn es wirklich nicht anders geht.

Ich benutze ASF lediglich als Referenz, wenn ich mal nachschauen will, 
wie das Problem, welches ich gerade lösen möchte, denn bei Atmicrochip 
umgesetzt worden wäre.

von martin (Gast)


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Hier: https://github.com/ataradov/mcu-starter-projects
Gibt es einige schöne Repos, die man als Ausgangspunkt für eigene 
Hackereien um die SAMs nutzen kann, ohne ASF, allerdings mit korrekt 
eingebunden Headern für Registerdefinitionen etc.

von Mac L. (macload1)


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Hallo martin,

Das ist ein tolles Repo! Das gibt mir gleich Lust mit meinem 
selbstgemachten SAME70 Board loszulegen.

Momentan wollte ich darauf warten, dass Microchip endlich den ASF 
Sourcecode in Harmony anbietet. Aber insgeheim hasse ich eh diesen 
ganzen Frameworkmist. Ein bisschen Abstraktion ist ja gut auf 
Mikrocontrollerebene, aber bei Harmony hast du überhaupt keine Idee 
mehr, was überhaupt noch vorgeht.

Die frühere Peripheral Library von Microchip fand ich eigentlich perfekt 
für meinen Gebrauch: für jedes Modul (UART, SPI, ...) gab es einen 
Header und ein Sourcefile und die Funktionen/Argumente waren gut 
beschrieben (bzw selbsterklärend ihrer Namen wegen) und machten auch 
nichts weiter als die Register zu beschreiben.

Gibt es irgendwo in ASF ein äquivalent zu der Peripheral Library? Ich 
kenne mich mit ASF nicht so gut aus, aber alleine die Ordnerstruktur 
kommt mir extrem groß vor.

mfG macload1

von Mac L. (macload1)


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Okay,
Ich habe mir das Repo nochmal angeschaut, und eigentlich ist alles drin 
was soll. Beim ersten Blick fehlten mir die Funktionen wie "OpenSPI" ... 
aber wie schon oben gesagt, die beschrieben ja eh nur die verschiedenen 
Register und beim zweiten hinschauen sind diese Register auch relativ 
gut beschrieben in dem Repo.

Vielen Dank für den Link!

macload1

von BlaBla (Gast)


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Auch ich finde es auf den ersten Blick interessant. Wird sicherlich beim 
Verständnis helfen. Danke an Martin.

von Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite


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martin schrieb:
> Hier: https://github.com/ataradov/mcu-starter-projects

Alexander Taradov, wusste gar nicht, dass er jetzt bei den SAMs gelandet 
ist. ;-) Hatte früher Support für unsere AT86RFxxx-Chips gemacht, auf 
jeden Fall ein helles Köpfchen.  Bei avrfreaks.net heißt er "alexru".

von BlaBla (Gast)


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Ich habe gerade einen ATSAMD10-XMINI angeschlossen und das 
Beispielprogramm "DEMO" aus dem Ordner 
"ATSAMD10\mcu-starter-projects-master\mcu-starter-projects-master\samd10 
"  von Alexander Taradov gestartet. Läuft bestens!! Hierauf kann ich 
aufbauen. Spitze!

von BlaBla (Gast)


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Ich hänge gerade wieder: was bedeutet diese Zeichen "\" innerhalb des 
Programms?
1
#define HAL_GPIO_PIN(name, port, pin)            \
2
  static inline void HAL_GPIO_##name##_set(void)        \
3
  {                    \
4
    PORT->Group[HAL_GPIO_PORT##port].OUTSET.reg = (1 << pin);      \
5
    (void)HAL_GPIO_##name##_set;            \
6
  }

von Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite


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C-Grundlagen … line continuation

Braucht man in normalen Quelltexten natürlich nicht, weil dort die 
Zeilenaufteilung egal ist. Eine Makrodefinition muss sich allerdings 
komplett auf einer (logischen) Zeile befinden. Wenn man sie auf mehrere 
physische Zeilen aufteilen möchte, muss man die innerhalb des Makros 
befindlichen Newlines durch einen Backslash unwirksam machen.

von BlaBla (Gast)


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Danke. Leider noch nie selbst gemacht. Deshalb die "blöde" Frage.

von BlaBla (Gast)


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Beim Analysieren der Datei hal_gpio.h (SAMD10) ist mir eine Zeile 
aufgefallen, die ich an dieser Stelle nicht erwartet hätte. Das Makro 
sollte doch nur den Pin auf Output schalten. Warum wird der INEN für den 
Pin gesetzt?
1
  static inline void HAL_GPIO_##name##_out(void)        \
2
  {                    \
3
    PORT->Group[HAL_GPIO_PORT##port].DIRSET.reg = (1 << pin);      \
4
--->    PORT->Group[HAL_GPIO_PORT##port].PINCFG[pin].reg |= PORT_PINCFG_INEN;    \
5
    (void)HAL_GPIO_##name##_out;            \
6
  }

von Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite


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Vielleicht willst du ja trotzdem den Pin-Zustand auch mal rücklesen 
können?

Der wesentliche Grund für PINEN = 0 ist es doch, wenn man an den Pin ein 
Analogsignal anschließt, dass die Eingangstransistoren dann nicht 
laufend hin und her schalten (und dabei Stom ziehen). Sowie der Portpin 
für ein reines Digitalsignal benutzt wird (egal ob Ein- oder Ausgang), 
ist es OK, das Einganggatter auch mit dem Pin zu verbinden.

von BlaBla (Gast)


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Jörg W. schrieb:
> Sowie der Portpin
> für ein reines Digitalsignal benutzt wird (egal ob Ein- oder Ausgang),
> ist es OK, das Einganggatter auch mit dem Pin zu verbinden.

Verstanden. Steht ja sogar im Datenblatt unter *Totem-Pole Output with 
Enabled Input*. Hätte mal nur ein paar Seiten weiterlesen soll 8-).

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