Leiterbahnbruch oder ab Werk?

#5627537
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Hallo,
ich habe ein Platine auseinander genommen da irgendwo ein Fehler drin 
ist.
Ich habe jetzt die Leiterbahnen auf Durchgang geprüft und wurde stutzig 
weil eine Bahn in Richtung Wannenstecker verschwand ohne dort an den 
Kontakten anzukommen.
Also den Wannenstecker entlötet und 2 Stellen gefunden die für mich 
aussehen als wenn die Leiterbahn dort gebrochen wäre.
Jetzt wollte ich mal eure gesammelte Erfahrung abfragen ob es wirklich 
Bruch ist oder vielleicht ab Werk entfernt wurde? (Layout Fehler?)
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#5627553
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Eher beim Rauslöten des Steckers mit Entlötlitze oder so abgerissen, die 
Pads fehlen ja auch. Da hängt scheinbar eine Versorgungsspannung dran, 
die zieht wg. mehr Kupfer auch mehr Wärme ab, man bohrt und drückt also 
mehr, bis der #!$&%-Pin frei wird und schon hat der Kleber der dünnen 
Leiterbahn aufgegeben und schon schiebt sich gleich das Kupfer samt 
Litze weg.
Gast #5627877
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Andre schrieb:
> schrottreife.

Ein erfahrener Könner könnte die LP vielleicht noch retten.
Dem TO mute ich das leider nicht mehr zu. Man hätte die Platine
beim Entloten vorwärmen müssen. Ist ja bei Reworkstationen
bestens bekannt und bewehrt.

Georg A. schrieb:
> hat der Kleber

Das muss ich mal richtig stellen:
Einen speziellen extra Kleber gibts da nicht.
Bei der Produktion wird die Kupferfolie mit Hitze plan auf das
Epoxyd-GFK gewalzt. Dabei wird das Harz angeschmolzen und verklebt
dann mit dem Kupfer. Mehr steckt da nicht hinter.

Beim ruppigen Löten ohne Vorwärme hält das Harz bei diesem Hitzestreß
nur eine kurze Zeit. Mit Vorwärmen hat das Harz weniger Streß.
Gast #5627890
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Zeno schrieb:
> Andre schrieb:
>> gefährlich der
>> schrottreife.
>
> Die Platine ist schrottreif!

Naja man kann sie prinzipiell noch retten, erfordert aber einiges an 
Arbeit von einer Person die des Lötkolben mächtig ist...

Wir haben Ingenieure die können auch nicht löten, probieren es aber 
immer wieder mal um bei einem Prototypen mal einen anderen Bauteilwert 
einzusetzen oder ein geschossenes IC zu tauschen. Da haben wir schon 
öfter mal Platinen gehabt die am Ende mehr aus Kupferlackdraht als aus 
Leiterbahnen bestanden ;)

Gottseidank gibt es im reinen Entwicklungsbereich nicht die Ausrüstung 
um BGAs oder Bauteile mit exposed Pad zu tauschen. (Alles was mehr als 
einen Lötkolben erfordert kann nur in unserem Labor durchgeführt 
werden). Das grenzt schon mal die Möglichkeiten an Beschädigungen 
ziemlich stark ein.
#5627965
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Das ist nicht verdampft, da hat jemand mit grober Gewalt die 
Leiterbahnen abgerissen. Ich vermute zu kalter Lötkolben und dadurch zu 
lange dran rumgebraten oder einfach kein Geschick im Umgang mit 
Entlötlitze oder Entlötpumpe. Man kann solche ICs und Steckverbinder 
nicht am Stück auslöten. Das geht bis zu 4, maximal 5 Pins noch, aber 
auch das ist schon hart an der Grenze. hier muss man jedes Pin einzeln 
vom Lot befreien, da es nur eine Einseitige Platine ist, ist das wenig 
problematisch, da der Kapilareffekt kein Zinn in der Hülse festhalten 
kann, was man als Hauptproblem bei Durchkontaktierten Platinen mit THT 
Bauteilen hat. Wenn dann noch der Layouter die Wärmefallen gespart hat 
an den Masselagen wirds schnell richtig eklig, das ist aber hier alles 
nicht der Fall.
#5628004
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Christian B. schrieb:
> hier muss man jedes Pin einzeln
> vom Lot befreien, da es nur eine Einseitige Platine ist, ist das wenig
> problematisch, da der Kapilareffekt kein Zinn in der Hülse festhalten
> kann, was man als Hauptproblem bei Durchkontaktierten Platinen mit THT
> Bauteilen hat.

Sieht meiner Meinung nach ist bzw. war durchkontaktiert aus, deswegen 
ist  sie jetzt auch so geschrottet.
Moderator (Firma: Titel) Persönliche Seite #5628012
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René F. schrieb:
>> Die Platine ist schrottreif!
> Naja man kann sie prinzipiell noch retten
Da wurden sogar teilweise die Durchkontaktierungen aus den Bohrungen 
gezogen. Das Ding läuft nie wieder stabil...

michael_ schrieb:
> Der Pfeil zeigt auf eine Stelle, die schwarz ist, also wie schon genannt
> verdampft.
Das war einfach zu viel pure Kraft. Wenn da was "verdampft" wäre, würde 
die Leiterplatte bunt schimmern. Das, was da jetzt auf der Leiterplatte 
fehlt, hängt noch am ausgelöteten Stecker.
Gast #5628039
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Das fehlende Stück Leiterbahn fehlte nie und nimmer ab Werk.

Fehlerhafte Durchkontaktierungen kommen bei Billigfertigern schonmal 
vor, trotz E-Test. Aber Haarrisse bei derart breiten Leiterbahnen kann 
ich mir auch kaum vorstellen.
Moderator (Firma: Titel) Persönliche Seite #5628062
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Dirk ". schrieb:
> Leider hängt da nichts am Stecker. Ausgelötet wurde der Stecker ja weil
> kein Durchgang festzustellen war.
Auf den zweiten Blick könnte die Bahn tatsächlich weggebrutzelt sein. 
Was für Signale sind auf den Pins? Welche Spannung und vor Allem: welche 
Leistung steckt dahinter? Kann da Wasser im Spiel sein?
#5628063
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Ich würde auch sagen daß das "etwas" ruppig ausgelötet wurde. 
Insbesondere das Massepad sieht aber schon so aus als wäre das schlicht 
verdampft. Evtl dann das stehengebliebene Lötauge mit abgerissen beim 
auslöten. Man beachte auch die Schmauchspuren links.

Das Impliziert aber daß da nicht nur die Leiterbahn wech ist, eine 
Leiterbahn verdampft nicht grundlos und nimmt meisst noch andere 
Bauteile mit beim abrauchen.

Prinzipiell KANN man sowas Retten, macht aber wenig Freude und braucht 
einiges an Lötgeschick und Elektronikkenntnissen welche ich beim OP ehr 
nicht unterstellen würde.

Michael.
#5628101
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Hab die auffälligsten Stellen im Foto mal markiert:

Rot: Delaminierung der GFK-Schichten durch zu langen Kontakt mit einem 
zu heißen Lötkolben (vermutlich aufgrund des Versuchs, ungenügende 
Wärmemenge durch erhöhte Temperatur auszugleichen)

Blau: Pads komplett abgerissen vom Substrat

Cyan: Pads haben Haftung zum Basismaterial verloren und wurden im heißen 
Zustand verschoben, so daß die Leiterbahn daran sich mit einem Buckel 
vom Basismaterial abgehoben hat. Da kann auch bereits ein Riß 
vorliegen...

Die Leiterbahnen an der vom TO mit dem schwarzen Pfeil markierten Stelle 
sehen mir sehr danach aus, durch Hochziehen mit Entlötlitze vom 
Basismaterial abgezogen worden zu sein.
Der saubere Rand vom Lötstoplack dort, wo die Leiterbahn mal verlief und 
der saubere Untergrund dort lassen einen im Betrieb entstandenen Fehler 
("Wegbrutzeln") oder einen Fertigungsfehler extrem unwahrscheinlich 
erscheinen. Einzig eine Korrosion durch Wassereinwirkung scheint mir 
noch im Bereich des Möglichen, in Anbetracht der sonstigen 
löttechnischen "Mißhandlungen" der Platine aber eher unwahrscheinlich...
Angehängte Dateien:
#5628219
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Rufus Τ. F. schrieb:
> Das ist ein übelst zugerichteter Totalschaden. Reparatur ist nur mit
> erheblichem Aufwand durch jemanden möglich, der es kann.
>
> Wer auch immer diese Platine in diesen Zustand versetzt hat, /kann es
> offensichtlich nicht/ und ist auch noch eine ganze Weile davon entfernt,
> zu lernen, worauf es beim Können ankommt.
>
> Mag hart klingen, ist aber so.

Nu beruhigt euch mal wieder. Noch nie ist ein Meister einfach so vom 
Himmel gefallen. Und Übung macht bekanntlich Meister.
Ich sehe das ganze nicht so eng, zumal ich 2 Baugleiche Platinen mit dem 
gleichen Fehlerbild habe.
Wenn ich also an der ersten den Fehler finde, kann ich die zweite 
retten.
Gast #5628293
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Dirk ". schrieb:
> Rufus Τ. F. schrieb:
>> Das ist ein übelst zugerichteter Totalschaden. Reparatur ist nur mit
>> erheblichem Aufwand durch jemanden möglich, der es kann.
>>
> Wenn ich also an der ersten den Fehler finde, kann ich die zweite
> retten.

Dann rücke mal bitte die kompletten raus! Was ist das für ein Gerät in 
den diese Platinen verbaut sind. Schaltplan! Platinen Oberseite und 
Unterseite vor deinen Misshandlungen!
Gast #5628500
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Dirk ". schrieb:
> Noch nie ist ein Meister einfach so vom
> Himmel gefallen.

Es sei denn, er ist Fallschirmspringer, dann schon.

> Und Übung macht bekanntlich Meister.

Das hätteste wohl gern. Ein paar Jahre die Meisterschule
IHK oder HWK erfolgreich besuchen, ansonsten ist nix mir
Meister. Techniker gehen auch noch, da die dem Meister
gleich gestellt sind.

Ich bewundere deine Standhaftigkeit. Andere, die hier in
anderen Threads Prügel bezogen haben, hat man nie wieder
gesehen.

Um auf solchen Leiterplatten Bauteile auszulöten geht
am schonensten eine Selektivlötwelle. Mit einem passenden
Adapter kann man sogar vielpolige THT-Bauteile auslöten.

https://www.google.de/search?hl=de&biw=1143&bih=712&tbm=isch&sa=1&ei=VBj0W9LxHobUwAK4-LKACA&q=selektivl%C3%B6twelle+&oq=selektivl%C3%B6twelle+&gs_l=img.3...11642.12492..12853...0.0..0.335.582.2j1j0j1......0....1..gws-wiz-img.rYlMbNbLAOU

Leider ist die Anschaffung recht kostspielig und daher nur
ein frommer Wunsch.
Ich hatte mal das Glück in einer Firma damit arbeiten zu dürfen.
Mit Heißluft geht es aber auch.
#5628637
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Cerberus schrieb:
>
> Ich bewundere deine Standhaftigkeit. Andere, die hier in
> anderen Threads Prügel bezogen haben, hat man nie wieder
> gesehen.
>
Gut gesprochen, Danke dafür.

Habe mir jetzt ein Sortiment Kupferlackdraht in 0,1/0,2/0,3/0,4/0,8
bestellt, damit wird das wieder verknotet.
Ein weiser Mann hat mir mal den folgenden Spruch mit auf den Weg 
gegeben.
Strom ist nicht dumm, der fließt auch krumm
Gast #5629294
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Was ich noch anmerken möchte, ja man kann leiterbahnen auch aus den 
dünnen drähtchen herstellen. Und zwar so:

Man nehme einen Uhrmacherhammer, uhrmacheramboss und eine Uhrmacher 
Bohrmaschine.

Dann werden die Leiterbahnen mit dem Hämmerchen in Form gedengelt. Mit 
der Bohrmaschine die Anschlußösen angefertigt. Dann wird die neue 
Leiterbahn mit einem Superkleber auf der Platine befestigt. Wenn dann 
alle Leiterbahnen erneuert worden sind, dann werden die gereinigten 
Bauteile wieder fachgerecht eingeläutet. Ist die Platine so wieder 
komplett bestückt, dann kann sie wieder in Betrieb genommen werden.


 Thats it.
#5629442
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Kachelofen schrieb:
> Was ich noch anmerken möchte, ja man kann leiterbahnen auch aus den
> dünnen drähtchen herstellen. Und zwar so:
>
> Man nehme einen Uhrmacherhammer, uhrmacheramboss und eine Uhrmacher
> Bohrmaschine.
>
> Dann werden die Leiterbahnen mit dem Hämmerchen in Form gedengelt. Mit
> der Bohrmaschine die Anschlußösen angefertigt. Dann wird die neue
> Leiterbahn mit einem Superkleber auf der Platine befestigt. Wenn dann
> alle Leiterbahnen erneuert worden sind, dann werden die gereinigten
> Bauteile wieder fachgerecht eingeläutet. Ist die Platine so wieder
> komplett bestückt, dann kann sie wieder in Betrieb genommen werden.
>
>
>  Thats it.

Ruhig Blut,
habe schon 500 Meter WLAN Kabel bestellt
Persönliche Seite #5629447
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Dirk ". schrieb:
> Ich habe jetzt die Leiterbahnen auf Durchgang geprüft und wurde stutzig
> weil eine Bahn in Richtung Wannenstecker verschwand ohne dort an den
> Kontakten anzukommen.

Ich tu mich schwer, das zu glauben ...

Meistens werden Bauteile auf der Oberseite montiert und nicht auf der 
Unterseite.

Das Bild zeigt imho die Unterseite, da man unten eine "1" sieht, die auf 
einen Wannenstecker hindeutet.

Wäre das die Platinen-Oberseite wäre die 1 eine Reihe weiter unten ...

imho natürlich :)

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