Aktiv Antenne

Gast #5631073
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Hallo liebes Forum, ich habe hier den Schaltplan einer Aktiv Antenne. 
Ich schwanke in meiner Bewertung noch, ob ich es absolut genial finde 
oder recht umständlich. Sollen wir uns mal gemeinsam an eine 
Schaltungsanalyse wagen?
Diese ganze Schose mit T6 (meiner Meinung nach teurer Doppel-Transistor 
) und T7 dient wohl der Ruhestromstabilisierung. Könnte man doch sicher 
einfacher realisieren. Vor allem hätte ich die NPN Seite mit fester 
Basisspannung betrieben und nur die PNP Seite geregelt. Andererseits 
sieht dieser Teil mit T7 hübsch aus...
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Gast #5631164
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Interessante Schaltung. Das Teil funktioniert wahrscheinlich auch unter 
heftigeren Bedingungen noch ordentlich.

Ist die Aktivantenne für KW gedacht und ist ein kurzer Strahler 
vorgesehen? Mich wundert etwas der bipolare Transistor im Eingang. Das 
habe ich bei einer KW Aktivantenne noch nicht gesehen.
#5631194
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Peter schrieb:
> Ist die Aktivantenne für KW gedacht und ist ein kurzer Strahler
> vorgesehen? Mich wundert etwas der bipolare Transistor im Eingang. Das
> habe ich bei einer KW Aktivantenne noch nicht gesehen.

Und der Antenneneingang ist DC mässig auf der Basis von T1.
Das erstaunt auch etwas.

P.S.: doch nicht... den C ganz links habe ich zu spät gesehen.
Gast #5631792
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Hi, Peter,

> Ist die Aktivantenne für KW gedacht und ist ein kurzer Strahler
> vorgesehen?
Ja. Die sieht aus wie dei HE010 von Langwelle bis 30 MHz. Ein Klassiker.

Der Strahler ist kurz. Die HE010 ist abgekündigt, im Katalog aber noch 
zu finden sein: 
https://www.rohde-schwarz.com/de/produkt/he010-produkt-startseite_63493-9361.html

> Mich wundert etwas der bipolare Transistor im Eingang.
Der wird im Rauschminimum seiner Kennlinie betrieben. Der BFT66 war 
dafür Spitze.

Ciao
Wolfgang Horn
Gast #5632089
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Wolfgang H. schrieb:
> Hi, Peter,
>
> Ist die Aktivantenne für KW gedacht und ist ein kurzer Strahler
> vorgesehen?
>
> Ja. Die sieht aus wie dei HE010 von Langwelle bis 30 MHz. Ein Klassiker.
>
> Der Strahler ist kurz. Die HE010 ist abgekündigt, im Katalog aber noch
> zu finden sein:
> 
https://www.rohde-schwarz.com/de/produkt/he010-produkt-startseite_63493-9361.html
>
> Mich wundert etwas der bipolare Transistor im Eingang.
>
> Der wird im Rauschminimum seiner Kennlinie betrieben. Der BFT66 war
> dafür Spitze.
>
> Ciao
> Wolfgang Horn

Vielen Dank!

______________________________
In der Produktbeschreibung steht 21 - 26V, bis 170mA.
Um den Strom durch die Transistoren zu ermitteln müsste man den 
unbekannten Strom durch die Relais davon abziehen.
Gast #5632327
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Der Peter schrieb:
> Sollen wir uns mal gemeinsam an eine Schaltungsanalyse wagen?

Signalmäßig passiert dort folgendes:

T1 arbeitet als einfacher Emitterfolger und steuert den komplementären 
Emitterfolger T2/T3, der seinerseits den komplementären 
Differenzverstärker T4/T5 ansteuert. An den Kollektoren T4/T5 wird 
jeweils das verstärkte Signal abgenommen und über C7/C8 summiert und an 
den Ausgang geführt. Die RLC-Kombination am Mittelpunkt (4) dient zur 
Einstellung des gewünschten Frequenzgangs.

DC-Regelung:

Weil der komplementäre Differenzverstärker eine hohe Temperaturdrift der 
Emitterströme hat, muss sein Ruhestrom geregelt werden. Die hohe Drift 
resultiert aus der Temperaturdrift der Basis-Emitter-Spannung von etwa 
-2mV/K, die praktisch voll auf den zugehörigen Emitterwiderstand von 
4,3R durchschlägt und ohne weitere Stabilisierung eine Stromdrift von 
~+470µA/K erzeugt.

Die Änderung der Emitterströme findet sich als Spannungsänderung über 
dem Widerstand R15 wieder und hebt die mit der Referenzdiode GL4 
stabilisierte rechte Seite und den gemeinsamen Fußpunkt des 
Differenzverstärkers T6 entsprechend an, wogegen die linke Seite des 
Diff T6 auf Masse bezogen mit der Referenzdiode GL3 geklemmt ist. 
Dadurch ergibt sich eine Differenzaussteuerung von T6.

Eine Stromänderung in T4/T5 erzeugt somit eine Spannungsänderung an R35, 
die den Arbeitspunkt von T7 verschiebt und der dadurch die 
Differenzspannung zwischen den Basisanschlüssen des komplementären 
Emitterfolgers T2/T3 verändert, was dann ebenfalls die 
Spannungsdifferenz zwischen den Basen T4/T5 und damit den Ruhestrom von 
T4/T5 nachstellt.
Gast #5632467
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Prima Analyse.

Was könnte R&S seinerzeit bewogen haben, einen bipolaren Transistor 
statt des üblichen FET als Eingangsstufe zu verwenden?

Spricht bei Aktivantennen eigentlich grundsätzlich etwas gegen die 
Verwendung eines OP anstelle einer diskret aufgebauten Schaltung?
#5632619
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Hallo zusammen,

die Schaltung habe ich mir nur bis dahin angesehen bis ich
auf die 2N5160 getroffen bin. Mit Sicherheit wird es auch heute
noch Millionen davon in -zigtausenden Kisten geben; nur zu kaufen 
(zuverlässige Quelle) gibt es sie schon ewig nicht mehr. Nach
einem entspr. Ersatz für den 5160 haben auch schon viele gesucht.
Was bleibt über?
Kompletter Neuentwurf mit moderne(re)n Bauelementen oder
z.B. die Mini-Whip Antenne. Die würde ich zumindest mal testen.
Der Aufwand ist ja nur gering.

73
Wilhelm
Gast #5632811
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Peter schrieb:
> Was könnte R&S seinerzeit bewogen haben, einen bipolaren Transistor
> statt des üblichen FET als Eingangsstufe zu verwenden?

Die Schaltung stammt von der HE001, die vor 1972 entwickelt wurde. 
Einer Zeit in der leistungsfähige HF-FETs noch nicht allgemein verfügbar 
waren. Das hat man bei Rhode und Schwarz aber schnell geändert. Die 
Nachfolgeantenne 10 Jahre später, die HE002 hat dann schon einen FET.

Bei einer elektrisch kurzen E-Feld Aktivantenne kommt es auf kleinste 
Eingangskapazität bei gleichzeitig sehr hohem Eingangswiderstand an. Da 
ist ein FET einem bipolaren Transistor überlegen.


> Spricht bei Aktivantennen eigentlich grundsätzlich etwas gegen die
> Verwendung eines OP anstelle einer diskret aufgebauten Schaltung?

Grundsätzlich spricht nichts dagegen. So lange man einen OP findet, der 
genauso kapazitätsarm ist und die gleiche Großsignalfestigkeit leistet, 
wie die diskrete Gegentaktstufe im A-Betrieb. Und da wird die Luft im 
OP-Land ziemlich dünn.DSL-Leitungs-Treiber OPAmps der neuesten 
Generation können das. Aber auch die brauchen noch einen rauscharmen FET 
vornedran.
#5649079
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Hallo allerseits, freut mich, dass jemand auch mal den Weg auf den 
Elektronik Teil meiner web site findet. Es handelt sich in diesem thread 
tatsächlich um eine R&S HE002/HE013. Seit einiger Zeit steht eine HE013 
in meinem Garten, ein Monster bestehend aus drei HE002 als Sandwiches 
zusammengeschraubt. Ich hatte schon lange vor, Photos davon auf die web 
site zu setzen, aber die Zeit fehlt. Immerhin hier zwei Fotos davon. Die 
Konstruktion der Antenne dürfte auch Kriege überstehen, schwer und 
solide wie sie ist. Jeweils eine Scheibe ist mit dem vertikalen Stab 
verbunden, zwei weitere auf um 90° versetzte Doppelstäbe (die einen 
spitzen Winkel bilden), allerdings unsymmetrisch in den Verstärker 
geführt. Die Antenne spielt hervorragend, die Rahmenantenne hat zwar 
einen geringeren Störpegel, ist der R&S über 10MHz aber weit unterlegen. 
Besonders auf hohen Frequenzen ist die R&S sehr rauscharm, der BFT66 ist 
ja berühmt dafür.

Dass meine web site nicht funktionieren soll, ist mir neu. Hier unter 
Linux/FF und auch, wenn's nicht anders geht, unter Win$$10 gibt es keine 
Probleme. In den Kapiteln Antennen und Kurzwellenempfänger gibt es immer 
PDFs mit Schaltplänen und technischen Infos, einfach auf die PDF 
Bildchen klicken :-)
Angehängte Dateien:
Gast #5651831
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Arno K. schrieb:
> Katzenracker schrieb:
>> Volker B. schrieb:
>>> Die Konstruktion der Antenne dürfte auch Kriege überstehen
>>
>> EMP sagt Dir wohl nichts?
>
> Ageh...Toleranz gegenüber EMP und elektrische Schockwellen wurde schon
> im 1980er Prospekt erwähnt.

EMP-Festigung und Transistoren sind wie Feuer und Wasser - Frag die 
Russen und nimm lieber Röhren statt Halbleiter. 
http://www.jogis-roehrenbude.de/Leserbriefe/Moppert-Aktivantenne/Aktivantenne.htm
Gast #6569011
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Volker B. schrieb:
> Hallo allerseits, freut mich, dass jemand auch mal den Weg auf den
> Elektronik Teil meiner web site findet. Es handelt sich in diesem thread
> tatsächlich um eine R&S HE002/HE013. Seit einiger Zeit steht eine HE013
> in meinem Garten, ein Monster bestehend aus drei HE002 als Sandwiches
> zusammengeschraubt. Ich hatte schon lange vor, Photos davon auf die web
> site zu setzen, aber die Zeit fehlt. Immerhin hier zwei Fotos davon. Die
> Konstruktion der Antenne dürfte auch Kriege überstehen, schwer und
> solide wie sie ist. Jeweils eine Scheibe ist mit dem vertikalen Stab
> verbunden, zwei weitere auf um 90° versetzte Doppelstäbe (die einen
> spitzen Winkel bilden), allerdings unsymmetrisch in den Verstärker
> geführt. Die Antenne spielt hervorragend, die Rahmenantenne hat zwar
> einen geringeren Störpegel, ist der R&S über 10MHz aber weit unterlegen.
> Besonders auf hohen Frequenzen ist die R&S sehr rauscharm, der BFT66 ist
> ja berühmt dafür.
>
> Dass meine web site nicht funktionieren soll, ist mir neu. Hier unter
> Linux/FF und auch, wenn's nicht anders geht, unter Win$$10 gibt es keine
> Probleme. In den Kapiteln Antennen und Kurzwellenempfänger gibt es immer
> PDFs mit Schaltplänen und technischen Infos, einfach auf die PDF
> Bildchen klicken :-)

Hallo, ich würde mich freuen wenn du mit mir kontakt aufnehmen könntest, 
da ich auch solch eine Antenne habe, aber keinerlei unterlagen, um diese 
betreiben zu können.
Du erreichst mich unter dl1itu@gmx.de
Danke Rüdiger
Gast #6569015
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Hallo, ich würde mich freuen wenn du mit mir kontakt aufnehmen könntest,
da ich auch solch eine Antenne habe, aber keinerlei unterlagen, um diese
betreiben zu können.
Du erreichst mich unter dl1itu@gmx.de
Danke Rüdiger

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