Hallo zusammen,
ich will eine Platine löten. Die Lötpunkte sollten dabei so gut wie
möglich aussehen. Da das Lötergebnis vor allem vom Löter abhängig ist
aber auch von dem Lötzinn und dem eingesetzten Flussmittel. Wollte ich
euch fragen, mit welchen Mitteln ihr das beste Ergebnis erzielt.
Über zahlreiche Rückantworten, würde ich mich sehr freuen.
Ich bin bislang mit jedem Lötzinn gut klar gekommen.
Das ganz billige von Aliexpress war spürbar schwieriger zu verarbeiten,
aber auch Ok.
Bleihaltiges sieht schöner aus, weil es glatte glänzende Oberflächen
hinterlässt. Bleifreies Zinn wird nach dem HandLöten meistens Matt - was
funktionell kein Nachteil ist.
Flussmittel nutze ich nur für SMD, dann welches auf Basis von
Kolophonium. Ist ein alter Klassiker, so wie Essig zum Putzen.
Vielleicht gibt es besseres, aber gut ist es jedenfalls auch.
Christiane schrieb:> Hallo zusammen,>> ich will eine Platine löten. Die Lötpunkte sollten dabei so gut wie> möglich aussehen. Da das Lötergebnis vor allem vom Löter abhängig ist> aber auch von dem Lötzinn und dem eingesetzten Flussmittel. Wollte ich> euch fragen, mit welchen Mitteln ihr das beste Ergebnis erzielt.
Der Klassiker, bleihaltiges Lot mit Sn60Pb40 Mischung und 2,5%
Flußmittel.
Klar kann man auch bleifrei löten und heute verfügbare Lotmischungen
sind auch relativ unproblematisch zu verarbeiten, aber trotzdem ist
klassisch bleihaltiges Lot einen Tick besser. Vor allem, weil gute
Lötstellen glänzen. Das ist nicht nur optik, das ist in vielen Fällen
auch ein guter Qualitätsindikator, denn wer mit bleihaltigem Lot matte
Lötstellen erzeugt, hat GARANTIERT keine Qualität bzw. kalte Lötstellen.
Und nicht von von dem Geschwafel wegen RohS und Co irre machen, lassen,
belihaltiges Lot ist immer noch frei verkäuflich und für Bastler voll
OK. Selbst im professionellen Bereich wird es noch verwendet, wenn
gleich nicht mehr in den großen Mengen.
Naja, un last but not least braucht man die richtige Technik, wie immer
im Leben.
Siehe Löten
Ich stimme dem Falk zu. Bleihaltiges Lötzinn fließt besser freiwillig
dort hin, wo es hin soll. Und der schöne Glanz signalisiert, dass die
Lötstelle wahrscheinlich gut ist. Diesen Indikator hat man bei
Bleifreiem Sinn nicht.
Ich mache mir da auch wenig Gedanken um die Gesundheit, schließlich löte
ich nicht jeden Tag - nicht einmal jede Woche.
Hab mit bleifrei, entsprechende Lötbarkeit der Lötstelle und saubere
Lötspitze vorausgesetzt, eigentlich nie Schwierigkeiten gehabt. Notfalls
nimmt man halt Lötdraht mit hohem Flussmittelanteil (3,5%) und/oder
etwas wirksameres Flussmittel wie ROM1. Von daher löte ich auch privat
immer bleifrei.
Wenn die Lötpunkte "so gut wie möglich aussehen" sollten, führt aber
kaum ein Weg an Blei-Lot vorbei.
Falk B. schrieb:> Und nicht von von dem Geschwafel wegen RohS und Co irre machen, lassen,> belihaltiges Lot ist immer noch frei verkäuflich und für Bastler voll> OK.
Soo?
Nur verkauft es seit Jahresanfang kaum noch einer.
michael_ schrieb:>> bleihaltiges Lot ist immer noch frei verkäuflich und für Bastler voll> Nur verkauft es seit Jahresanfang kaum noch einer.
Hä?
Fast alle Händler verkaufen bleihaltiges Lötzinn: Conrad, Reichelt,
Amazon, Aliexpress, Ebay, TME, Mouser.
Nur Pollin hat zur Zeit keins.
Das, was vor ca. 10-15 Jahren bei Reichelt am billigsten war (von den
Elektronik-Lötzinns mit Flussmittel).
Das ist ein Sn60Pb38Cu2, davon habe ich noch ca. 800g von der
1mm-1kg-Rolle und 200g von der 0,5mm-250g-Rolle.
MfG, Arno
ich verwende immer Sn62Pb36Ag2 Zinn 62%, Blei 36% und Silber 2%
Flussmittel F-SW 32 das schmilzt laut Wiki schon bei 179°C.
Wichtig ist die Bauteile mit dem Lötkolben zu erwärmen dazu etwas
Lötzinn an der spitze damit die Kontaktfläche höher ist, nach erwärmen
der Bauteile dann kurz frisches Lötzinn wegen dem Flussmittel zugeben.
> 0,5mm dick
Was will man mit diesen Minidrähtchen? Bei SMD ist 0,5mm sinnvoll, bei
bedrahteten Bauelementen komme ich mit 1,0mm besser hin.
Was irgendwie garnicht weniger werden will, ist mein 1,5mm Lötdraht.
Christiane schrieb:> Wollte ich euch fragen, mit welchen Mitteln ihr das beste Ergebnis> erzielt.
Ordentliches Werkzeug ist wichtiger als „das richtige“ Lot.
Normalerweise nehme ich BF32-3, habe auch noch Felder 100Ni+ da. (Es
gibt hier einen Thread, der beide vergleicht.) Gehen beide gut, so gut,
dass mein einstmals noch gebunkertes bleihaltiges Lötzinn wohl meine
Kinder mal irgendwann als Sondermüll werden entsorgen müssen, denn ich
benutze es praktisch nicht mehr.
Beim Lötwerkzeug ist immer das beste gerade gut genug. :)
+1
Ich nehme auch nur noch das Amasan BF32-3. Meist 0,5mm. Für bedrahtete
Bauteile auch schon mal 0,8mm, wobei dort auch 0,5 geht aber 0,8 ist
halt etwas billiger.
Alles andere vergammelt seit Jahren ungenutzt in der Schublade. Ich mag
es auch nicht verschenken denn ich weiß ja wieviel besser das Amasan
ist.
Verbleit nur noch, wenn ich mal riesige Monsterkabel mit 8mm Durchmesser
verlöten muss, da kommt es auf jedes °C an.
> Was will man mit diesen Minidrähtchen? Bei SMD ist 0,5mm sinnvoll, bei> bedrahteten Bauelementen komme ich mit 1,0mm besser hin.
Was? 1mm ist doch fuer Dachrinnen. Fuer SMD nehme ich 0.35mm, manchmal
bei groeberen SMD auch 0.5mm.
Ansonsten wuerde ich Anfaengern auch dringend zu verbleit raten weil man
da den Unterschied einer guten zu einer kalten Loetstelle sofort sehen
kann. Wenn man dann einmal loeten kann, dann kann man auch bleifrei
nehmen wenn man unbedingt will.
Und bei SMD kann auch eine Tube mit extra Flussmittel nicht schaden. Bei
bedrahteten Bauteilen ist das aber in der Regel nicht notwendig.
Als Bastler der auch schonmal 20Jahre alte Widerstaende oder ICs
verloetet und an alten Platinen rummacht waere Loetzinn mit FSW-26 als
Flussmittel sinnvoll. Heute bekommt man aber meist nur noch FSW-32.
Letzeres ist weniger agressiv, aber bei neuen Bauteilen auch
ausreichend.
Olaf
Olaf schrieb:> Ansonsten wuerde ich Anfaengern auch dringend zu verbleit raten weil man> da den Unterschied einer guten zu einer kalten Loetstelle sofort sehen> kann.
Wird einfach Zeit, sich an andere Qualitätskriterien als die schön
glänzende Lötstelle zu gewöhnen.
Wir haben nun schon mehrere Male auf öffentlichen Veranstaltungen
verschiedenste Anfänger mit BF32-3 oder Sn100Ni+ Bausätze löten lassen,
das geht völlig problemlos. Es sind nicht die Anfänger, die damit ein
Problem haben, es sind nur die „alten Hasen“ (nicht alle, aber einige
davon, wie man hier immer wieder lesen kann). Die raten dann „dringend“
davon ab …
> es sind nur die „alten Hasen“
Mein 11 Jähriger Sohn hatte seine ersten Bausätze mit Bleihaltigen Lot
verarbeitet. Dann hat er ein Jahr lang gar nichts gelötet, und dann
einen recht umfangreichen Bausatz (NiboBee Roboter) mit bleifreiem Lot.
Damit kann er zuerst nicht klar, aber nach einer halben Stunde hatte er
den Dreh raus.
Ich muss zugeben, dass ich selbst länger brauchte.
Anekdote.
Vor ein paar Wochen, Löten in der Firma. Lötzinn ist alle, ich geh ins
Labor und roll mir von der 250g Rolle 2-3m ab. Wieder am Platz,
weiterlöten. Hmmm, was jetzt, geht nicht? Das Lot ist breiartig und
matt. Lötstation zeigt korrekte Temperatur an. Mal auf 400 Grad drehen.
Gleiches Bild. Komisch. Spitze wechseln, gleiches Bild. In Labor rennen,
Lötkolben wechseln, gleiches Bild. Ins Labor rennen, Lötstation
wechseln, gleichen Bild. WTF?
Dann mehr zufällig anderes Lötzinn getestet, geht 1A. Hääää? Falsche
Rolle mit wenig/ohne Flußmittel erwischt? Nee, sieht OK aus. Ne halbe
Stunde später kommt mein Kollege vorbei (Der Rollenbesitzer). Jaja, ist
bekannt, die Rolle hat meterweise Aussetzer ohne Flußmittel.
AHHHHHHHHHHHH!!!
Olaf schrieb:> Was? 1mm ist doch fuer Dachrinnen.
Na ja, da hatte ich deutlich dickere Stäbe, übrigens Zinn-Blei genau
andersherum als in der Elektronik 40-60.
> Und bei SMD kann auch eine Tube mit extra Flussmittel nicht schaden.
Da habe ich irgendwas in der Flasche, mit einem Drähtchen aufzutupfen.
> Bei bedrahteten Bauteilen ist das aber in der Regel nicht notwendig.
Richtig, da reicht die Füllung des Lötdrahtes.
> Als Bastler der auch schonmal 20Jahre alte Widerstaende oder ICs> verloetet und an alten Platinen rummacht waere Loetzinn mit FSW-26 als> Flussmittel sinnvoll. Heute bekommt man aber meist nur noch FSW-32.
Das klingt nach der älteren Generation, F-SW xx gibt es schon ewig nicht
mehr, da wurden neue Hausnummern erfunden. Da steht heute irgendwas wie
DIN EN 29454 1.irgendwas.nochwas .. drauf, 26 könnte 1 1.1.2.B
entsprechen.
Ich kann es nachvollziehen, löte meist mit F-SW32 und greife nur zum
26er, wenn es nötig ist. Das liegt daran, dass ich vom 32er mehr habe
bzw. mein 26er aufsparen möchte.
Hilft dem aktuellen Heimwerker eher wenig, angeblich ist es schwierig
geworden, das noch zu kaufen.
Jörg W. schrieb:> Es sind nicht die Anfänger, die damit ein> Problem haben, es sind nur die „alten Hasen“
Wenn ich mal eine Baugruppe in der Fertigung reparieren lassen habe, sah
die in bleifrei immer ansolut ordentlich aus - der "alte Hase" hat das
gelernt.
Die Kollegen sind aber absolut pedantisch in der Trennung: Bei
bleihaltigen Baugruppen wird generell eine andere Lötspitze eingesteckt,
angeblich wegen Lebensdauerproblemen.
In der Bastelküche diskutiere ich nicht, weil ich jede Menge Lot habe
und für mich keinen Grund sehe, bleifrei zu kaufen.
Für Anfänger schließe ich mich Euch an, die sollten auf dem aktuellen
Stand starten und bleifrei löten (lernen).
Christiane schrieb:> wo kaufst du dieses Lötzinn?> kann es nirgends finden
Es wird so langsam eng mit dem Nachschub von bleihaltigem Lot. Die
Baumärkte haben es schon vor Monaten ausrangiert. Bei Reichelt kann man
evtl. noch fündig werden und bei tme.eu gibt es auch NOCH welches. TME
hat aber zur Zeit mit dem Abverkauf begonnen, die Preise sind
herabgesetzt.
Beispiel:
FL3207CU1000 Bindemittel; Sn60Pb38Cu2; Lötdraht; 0,7mm; 1kg; bleihaltig
| Hersteller: GOSLAR
kostete bislang 64.28€, jetzt 51.43€
Also, wer sich jetzt noch nicht eingedeckt hat, sollte das schleunigst
tun.
Momentan scheint auch noch der Weg aus China per Ebay oder Aliexpress zu
funktionieren, aber ich schätze, das wird zum Jahreswechsel ein
Zollproblem werden.
Hurrie-hurrieh Egon..alles geteimt.
W.S.
Also bei Reichelt sieht es mir nicht nach Abverkauf aus, zumindest
deutet nichts darauf hin. Das bleihaltige/halogenfreie Lötzinn von
Felder ist weiterhin zu haben. Es ist ja auch nicht per se verboten,
vereinfacht gesagt haben sich nur die Abgabebedingungen im März 2018
geändert. Durch die RoHS-Richtlinien war es auch schon vorher nur noch
beschränkt einsatzfähig. Ist mir als Privatmensch für meine wenigen
privaten Sachen allerdings ziemlich egal, von mir aus quittiere ich wenn
verlangt bei der Bestellung pro forma, dass ich es eben nur zu den
erlaubten Verwendungszwecken benutzen werde. Solange man sachgerecht
damit umgeht sehe ich ehrlich gesagt das Problem nicht. Das ist
vermutlich wieder mal so eine Geschichte, dass jetzt die Gesamtheit
unter den paar Wenigen, die Unfug damit betrieben haben, leiden muss.
Entweder das, oder irgendeine Industrielobby möchte ihre Interessen
durchgesetzt sehen. Da das Ganze ja auf dem Mist der EU (ein reines
Wirtschaftsbündnis) gewachsen ist, würde mich das nicht wundern.
Apropos Egon: Die Tresore von Franz-Jäger-Berlin waren bestimmt nicht
geschweißt, sondern gelötet -- verbleit. :-D
Jörg W. schrieb:> Olaf schrieb:>> Ansonsten wuerde ich Anfaengern auch dringend zu verbleit raten weil man>> da den Unterschied einer guten zu einer kalten Loetstelle sofort sehen>> kann.>> Wird einfach Zeit, sich an andere Qualitätskriterien als die schön> glänzende Lötstelle zu gewöhnen.>> Wir haben nun schon mehrere Male auf öffentlichen Veranstaltungen> verschiedenste Anfänger mit BF32-3 oder Sn100Ni+ Bausätze löten lassen,> das geht völlig problemlos.
Was sind denn diese 'anderen Qualitätskriterien'?
Ich benutze bleifreies Lötzinn, aber für Anfänger würde ich trotzdem
bleihaltiges empfehlen. Dieser einfache Zusammenhang glänzend<->gut,
matt<->schlecht ist schon ziemlich praktisch.
Dussel schrieb:> Was sind denn diese 'anderen Qualitätskriterien'?
Lötstelle ordentlich angucken.
„Kalte Lötstellen“ konnte man auch mit bleifreiem Lötzinn hinbekommen,
obwohl sie schön geglänzt haben. Der Terminus bezieht sich auf eine
fehlende Benetzung der zu lötenden Oberfläche, der Glanz hat damit
jedoch nichts zu tun. Der Glanz heißt nur, dass man während der
Erstarrungsphase (zwischen Liquidus- und Soliduspunkt) keine
Erschütterung an der Lötstelle hatte, nicht mehr und nicht weniger. Ob
unter der Zinnperle vielleicht noch eine Oxidschicht war, lässt sich nur
durch den Glanz nicht aussagen.
Jörg W. schrieb:> Wir haben nun schon mehrere Male auf öffentlichen Veranstaltungen> verschiedenste Anfänger mit BF32-3 oder Sn100Ni+ Bausätze löten lassen,> das geht völlig problemlos. Es sind nicht die Anfänger, die damit ein> Problem haben, es sind nur die „alten Hasen“ (nicht alle, aber einige> davon, wie man hier immer wieder lesen kann). Die raten dann „dringend“> davon ab …
Was du so für "Alte Hasen" kennst.
Die ich kenne, mich eingeschlossen, wissen sehr gut über die Vor- und
Nachteile bescheid.
Alte Hasen werden sicher nicht auf deinen Veranstaltungen Bausätze löten
wollen.
Falsche Zielgruppe.
Das BF32-3 in 0.5mm benutze ich auch, das ist sehr sehr gut. Leider
wirklich nervig in der Beschaffung. Aber es lohnt sich trotzdem.
Besser erhältlich und auch in Ordnung finde ich das Felder "EL"
Sn99.3Cu0.7 (gibt es bei Reichelt). Es ist zumindest schön günstig, das
habe ich in einer etwas dickeren Variante für THT-Orgien, Kabel,
Kühlflächen, eben für alles, das viel Lötzinn braucht.
Wichtig ist aber natürlich die großzügige Verwendung von ordentlichem
Flussmittel. Da nutze ich Edsyn FL-22 (Reichelt) oder NC-559 (TME). In
Alkohol gelöstes Kolophonium geht natürlich auch, wird aber gerade bei
den höheren Temperaturen für bleifrei unangenehm.
Verbleit löte ich hauptsächlich mit Heißluft, da meine Lotpaste
bleihaltig ist. Das finde ich noch etwas besser zu steuern, da die
Bauteile ordentlich an ihren Platz gezogen werden. Wenn die verbraucht
ist, werde ich mich aber auch mal mit bleifreier Paste beschäftigen.
Bleihaltiges Lot habe ich noch, ich verwende es aber kaum. Sn60Pb40
finde ich nicht attraktiv, Sn63Pb37 ist eutektisch und besser.
Allerdings bevorzuge ich da Sn62Pb36Ag2, das ist ebenfalls eutektisch
und davon habe ich noch eine kleine Rolle.
Bleifrei löten ist kein großes Problem. Man muss sich etwas daran
gewöhnen. Es verzeiht auch nicht mehr so viele Schwächen in der Technik,
Bauteile und Platinen werden stärker belastet, da kann man weniger
nacharbeiten (soll man aber sowieso nicht).
Schwierig fand ich anfangs die andere Bewertung des
Benetzungsverhaltens. Ich hatte anfangs immer das Gefühl, dass ich die
Bauteile besser reinigen und mit mehr Flussmittel löten sollte. Das hat
sich aber gelegt. Mittlerweile wird industriell schon seit über 10
Jahren exklusiv bleifrei gelötet, wer also ein halbwegs aktuelles Gerät
öffnet und sich die Platine anschaut, kann ja sofort sehen, wie
bleifreie Lötungen aussehen müssen. Ich glaube, die Erwartung, dass
Lötstellen glänzen müssen, geht dadurch auch einfach verloren, weil man
das ja "in freier Wildbahn" so gar nicht mehr sieht.
michael_ schrieb:> Die ich kenne, mich eingeschlossen, wissen sehr gut über die Vor- und> Nachteile bescheid.
Eben. Eine Form von Altersstarrsinn. Nur aus dieser Gruppe hört man
ständig Vorbehalte gegenüber bleifreien Loten, sowie den Ruf, nun
schnell noch das bleihaltige Lot zu bunkern, bevor es einem keiner mehr
verkaufen will … (kam ja gerade wieder von W.S.)
> Alte Hasen werden sicher nicht auf deinen Veranstaltungen Bausätze löten> wollen.
Es ging um die "Empfehlung" für Anfänger, und die genannte Zielgruppe
hatte schlicht kein Problem mit den bleifreien Loten – soll heißen,
nicht mehr Probleme als die, die man als Lötanfänger ohnehin nun einmal
hat. Bis zur schönen Lötstelle hat es auch bei uns damals ein Weilchen
gedauert, die bekommt man nicht innerhalb der ersten Stunde beim Löten
eines Bausatzes hin.
Jörg W. schrieb:> Der Glanz heißt nur, dass man während der> Erstarrungsphase (zwischen Liquidus- und Soliduspunkt) keine> Erschütterung an der Lötstelle hatte, nicht mehr und nicht weniger.
Auch ein wichtiger Aspekt.
Jörg W. schrieb:> Der Terminus bezieht sich auf eine> fehlende Benetzung der zu lötenden Oberfläche, der Glanz hat damit> jedoch nichts zu tun.
Natürlich. Rumdrum konkave Oberfläche ist ein anderes Kriterium, aber
darin unterscheiden sich bleihaltig und bleifrei nicht.
Ich persönlich sage ganz klar...wer nicht muss, kann von bleifrei ruhig
die Finger lassen...das hat nichs mit Unfähigkeit zu tun, wenn das
Lötbild einfach grottig aussieht. Und wenn man sich das Lötbild von
mittlerweile erfahrenen Bleifrei-Lötern anschaut...na dann gute Nacht.
Die Zinnkleckse an den Bauteilen haben nichs mit ordentlichen Lötpunkten
zu tun, wie man sie vom bleihaltigen Löten her kennt.
Und dann versuch mal ein Bauteil zu entöten. Selbst mit ordentlichem
Entlötwerkzeug kommt man da als erfahrener Recyclierer ins Schwitzen.
Hier hilft oft nur die Zugabe von verbleitem Lot zur Untewanderung...was
für ein Scheixx...
Ludwig K. schrieb:> Und dann versuch mal ein Bauteil zu entöten.
Machen wir regelmäßig. Seit wir einen Preheater haben, ist es auch mit
QFNs (mit angelötetem Paddle) kein Problem und macht sogar Spaß.
Man findet 1000 Gründe, sich mental dagegen zu wehren, das ist gar kein
Problem. Man kann aber genauso gut mehr als 20 Jahre nach der Einführung
der entsprechenden Richtlinie akzeptieren, dass das inzwischen eine
gestandene Technologie ist, die funktioniert – auch, wenn die Lötstellen
halt anders aussehen.
Hallo,
ich habe mich auch lange vor bleifreien Lötzinn gestreubt.
Mittlerweile löte ich zu 99% mit bleifreien Lot von Felder.
Die Lötstellen sehen fast genauso gut aus wie mit verbleiten Zinn.
Also nur Mut zu bleifreien Zinn.
Ich benutze immer noch pbZinn von vor 30 Jahren und es klappt gut,
wichtig dabei ist nur , NIE ein Stück Lötzinn von der Rolle abreisen
sondern mit dem heißen Lötkolben abschmelzen, damit es verschlossen
bleibt und das Flussmittel in der Mitte versiegelt ist..
achja ich hab da so große grüne Rollen
steht drauf "ELSOD" Metallwerk Goslar
Röhrenlot, Sn60Pb38Cu2 1,00mm
für SMD hab ich Fluitin 1532, Sn60Pb38Cu2, 0,5mm.. das flutscht auch gut
und wird bis zu meinem Lebensende reichen
Florian S. schrieb:> Solange man sachgerecht> damit umgeht sehe ich ehrlich gesagt das Problem nicht. Das ist> vermutlich wieder mal so eine Geschichte, dass jetzt die Gesamtheit> unter den paar Wenigen, die Unfug damit betrieben haben, leiden muss.
Naja, ganz so ist das nicht. Aber sachgerechten Umgang sollte man
fordern.
Es ist durchaus richtig gewesen, das Blei aus dem Benzin zu verbannen,
denn das wurde ja lustig und in Größenordnung in die Luft geblasen, von
wo wir es haben einatmen dürfen oder als Beilage in unserem gesunden
Spinat essen dürfen. Dieses Verbannen war OK.
Ebenso ist es OK, daß heutzutage nicht mehr mit Bleirohren geklempnert
wird. Ich würde an dieser Stelle auch das Kupfer generell aus der
Trinkwasserleitung verbannen. Zinn übrigens auch, eben alle
Schwermetalle.
Aber bei bleihaltigem Lötzinn sehe ich das deutlich anders. So etwas
wird nicht wie beim Benzin in die Luft geblasen, wir leiten auch nicht
unser Trinkwasser da durch. Sondern es wird gerade bei heutiger Technik
mit vorwiegend SMD sowohl viel sparsamer als noch vor 30 Jahren
eingesetzt und zweitens sollten Elektronikgeräte ohnehin in die
Wiederaufbereitung - nicht primär wegen des Bleies oder des Zinns,
sondern wegen der seltenen Erden, die darin enthalten sind. Aber Blei
und Zinn sollten ebenfalls wiederverwendet werden - und nicht in den
Wald geschmissen werden.
Ein Bleiverbot bei Lötzinn ist entweder nur aus Gründen der großen
Verallgemeinerung zu verstehen oder als die Kapitulation vor der nicht
in Gang zu kriegenden Wiederaufbereitung. Wer zuvörderst annimmt, daß
jedes Radio und jeder Fernseher im Wald zum Verrotten landet, der macht
dann solche Gesetze. Und wenn man sieht, was unsere lieben Zeitgenossen
im Berliner Umland so wegschmeißen, dann kommt mir da durchaus
Verständnis auf.
Nun, in der Industrie ist das Bleifrei mittlerweile durch und die
Ausfälle an empfindlicheren Bauteilen (speziell AD-Wandler von Analog
Devices) sind inzwischen beseitigt.
Aber als Bastler werkelt man anders, da kommt es tatsächlich viel mehr
drauf an, mit weniger hohen Löttemperaturen arbeiten zu können. Und eine
professionelle Vorwärmtechnik haben die meisten privaten Lötfriede auch
nicht. Eher schon schlechte Lötkolben mit schnellverzundernden Spitzen,
die obendrein auch noch teuer sind, wenn man sie bei C. kaufen muß.
Da hilft das "Bunkern" von bleihaltigem Lot durchaus. Es sind ja rund
35..40 Kelvin mehr bei bleifreiem Lot, gelle?
W.S.
Jörg W. schrieb:> Man findet 1000 Gründe, sich mental dagegen zu wehren
Ach, du polemisierst mal wieder. Was meinst du, was die Anderen dazu
sagen würden, wenn unsereiner großmäulig sagen würde: "Bastler, schafft
euch gefälligst professionelle Löt-Ausrüstung an!" und jeden, der keine
JBC-Station zum Nachlöten und keinen Durchlaufofen und keinen
Pastendrucker daheim hat, zum Idioten oder ewig Gestrigen erklären
wollte? Zu einem, der 1000 unbegründbare Gründe angeblich vorschiebt?
Oder was würdest du sagen, wenn es morgen hieße, daß sämtliche
Rufzeichen eingezogen würden und sich die Funkamateure gefälligst auf's
Handy umstellen sollen, denn
"man kann aber genauso gut mehr als 20 Jahre nach der Einführung
der Mobiltelefone als Weitbereichsfunk- und Kommunikationsmittel
akzeptieren, dass das inzwischen eine gestandene Technologie ist, die
funktioniert – auch, wenn die Mobiltelefone halt anders aussehen"
..und die Frequenzen von wichtigeren Bedarfsträgern benötigt werden.
W.S.
W.S. schrieb:>> Man findet 1000 Gründe, sich mental dagegen zu wehren>> Ach, du polemisierst mal wieder.
Ja, weil mich das ständige Gejammer und die „gut gemeinten“ Ratschläge
anpiepen.
Klar waren die ersten Bleifrei-Lote ziemlich schwierig zu handhaben,
aber aktuelle sind das (zumindest wenn man sich die passenden aussucht)
nicht mehr, man kann die einfach benutzen. Eine geregelte Lötstation mit
entsprechender Heizleistung (schließlich müssen ca. 30 K mehr an
Temperatur „gestemmt“ werden) ist die einzige Voraussetzung. Das muss
gewiss keine JBC sein, wenngleich es mit der alten Ersa Analog 60 in der
Tat selbst mit deren gedrungener „Bleifrei-Spitze“ nicht so sehr Spaß
macht. Benutzbar ist die aber auch noch, wenn's sein muss.
Ludwig K. schrieb:> ...das hat nichs mit Unfähigkeit zu tun, wenn das Lötbild einfach grottig
aussieht.
Aber nur das.
> Und wenn man sich das Lötbild von> mittlerweile erfahrenen Bleifrei-Lötern anschaut...na dann gute Nacht.> Die Zinnkleckse an den Bauteilen haben nichs mit ordentlichen Lötpunkten> zu tun, wie man sie vom bleihaltigen Löten her kennt.
Hier kann niemand etwas dafür, dass Deine angeblich "mittlerweile
erfahrenen Bleifrei-Löter" offensichtlich Dilettanten oder Amatuere
sind.
Ich schrieb es weiter vorne bereits, ich kenne Kollegen, die
bleifrei-Handlötung souverän und zuverlässig beherrschen.
Thomas S. schrieb:> Ich benutze immer noch pbZinn von vor 30 Jahren und es klappt gut
Wenn Du ehrlich bist, machst Du es aus dem gleichen Grund wie ich: Du
hast genug Lötzinn gebunkert und keinen Grund, umzustellen.
Du nutzt Elsold und Fluitin, das waren wohl unbestritten die beiden
Edelmarken, die auch bei mir noch in Menge vorrätig sind.
Was bleibt: Warum soll man einen Anfänger motivieren, auf Material zu
setzen, was zunehmend schlechter zu beschaffen ist?
Warum so ein Drama daraus machen? So lange man es noch kaufen kann, was
noch zig Jahre gehen kann, verwende ich auch bleihaltig. Warum auch
nicht? Löten kann ich mit beiden. Verbleit geht halt etwas einfacher.
Wer weiter verbleit löten will, soll es halt tun.
Ich habe soviel bleihaltiges Lot gebunkert, dass ein Teil in die
Erbmasse wandern wird.
Es besteht hier gar kein Grund auf bleifreies Lötzinn umzustellen.
wolle g. schrieb:> Es besteht hier gar kein Grund auf bleifreies Lötzinn umzustellen.
Es besteht aber, außer vielleicht für Anfänger, im Allgemeinen keiner,
nicht umzustellen. Darum geht es ja.
Jörg W. schrieb:> Ja, weil mich das ständige Gejammer und die „gut gemeinten“ Ratschläge> anpiepen.
Jörg, du solltest nicht bei JEDER Gelegenheit das HB-Männchen
nachmachen. Nimm zuvor lieber nen ordentlichen Schluck Glühwein, ich tu
das ja auch, um mich nicht allzusehr aufzuregen - zur Zeit ne Flasche
vom Aldi-Gebräu für stolze 2€, morgen voraussichtlich das Rezept von
Wine&Food. Zumindest in der Adventszeit wäre das auch ein Tip für dich..
ich kann's ja mal posten...
Also schau mal auf die volkswirtschaftliche Seite der Problems:
- die Elektronik-Industrie hat schon längst auf bleifrei umgestellt.
- die Schwarzarbeiter kriegen im Baumarkt auch kein verbleites Lot mehr
für ihre Trinkwasserleitungen aus Kupfer.
- kein Schwarzarbeiter hat es drauf, bei Elektronik-distris nach
verbleitem Lot nachzufragen, obendrein löten die nicht mal mit nem
JBC...
Was also bleibt?
- die Jäger
- die Elektronik-Bastler mit Ausnahme der Arduino-Leute, denn die löten
nicht, sondern sie stecken.
- die Kunstmaler
- eventuell noch die Hobby-Angler, wenn die mal ein Senkblei verlieren.
Und was ist mit den Elektronik-Bsatlern? Ich schätze mal, daß deren
Anteil an der Elektronik-Produktion deutlich unter 0.5 % liegt.
Vielleicht noch viel weniger.
Also aus Volkswirtschaftlicher Sicht ist das alles abgegessen, da
braucht man sich nicht aufzuregen.
Was bleibt? Die Befindlichkeit der lötenden Elektronik-Bastler. Denen
ist ihr Lötkolben wichtig - und das ist nachvollziehbar. Die Spitzen für
meinen privaten Magnastat sind - gemessen am Hobby - auch nicht gerade
billig.
Die meisten billigeren Lötstationen mögen zwar geregelt sein, aber sie
sind zu schwach für bleifrei. Bei bleihaltigen Lot klappt das noch gut,
aber für bleifrei ist der Wärmenachschub einfach zu schlapp, weswegen
die Leute ihren Kolben höher aufheizen, was dann zum schnellen
Verzundern führt.
Ich hab grad den Bau-Versuch mit den JBC-Kartusche soweit abgeschlossen.
JAJAJAJA... manchmal muß man seine eigenen Worte wieder
herunterschlucken, weswegen ich hier mal sage:
Leute, legt euch tatsächlich professionelles Lötzeug zu. Es muß ja nicht
für teuer Geld gekauft sein, wer ein wahrer Bastler ist, der bastelt
sich das selbst und kommt preislich glimpflich davon.
Beispiel:
ne JBC-Kartusche findet man bei Ebay für unter 20€. Die Handstücke sind
hingegen sauteuer, da wäre im einfachsten Falle das Selberbasteln
fällig. Es muß ja nicht ein richtiges Wechselhandsstück sein, mit
angelöteten Litzen und drübergeschobenem Stück Plastik-Rohr und
vergossen mit Silikon kommt man auch zu einem benutzbaren Handstück.
Meins hatte rein garnix gekostet, da aus Restestücken aus der
Abfallkiste. Allerdings war dafür ne Drehbank+Fräse erforderlich.
Die Regelung macht man selber, ich hatte für 10 Leiterplatten stolze 2€
zzgl. Versand berappen müssen. Und als Netzteil gibt's welche zu 24V und
6A Dauer bzw. 9A kurzzeitig für etwa 12..15€ vom freundlichen Chinesen.
Wie man dann das Gehäuse handhabt, ist Geschmackssache. Ich habe einfach
ein fertiges Profil (Alu-Vierkantrohr 100x50x2) benutzt. Der Meter davon
kostet auch nur wenig mehr als 10€.
Auf solche Weise kommt man auch als Bastler zu einem ordentlichen
Lötwerkzeug, das auch mit bleifrei zurecht kommt.
W.S.
W.S. schrieb:> Die meisten billigeren Lötstationen mögen zwar geregelt sein, aber sie> sind zu schwach für bleifrei.
Meine Voltcraftstation für 120 DM kommt mit bleifrei super klar. 'Die
meisten' mag vielleicht stimmen, aber eben nicht alle. Bleihaltig habe
ich mit 270°C gelötet, blefrei jetzt etwa mit 320°C. Wenn die Station
mindestens 40°C unter ihrer Maximaltemperatur bleihaltiges Löten
schafft, sollte auch bleifreies kein Problem sein.
Ich weiß gar nicht, woher der Mythos kommt, man könne nur mit aktuellem
Profi-Equipment bleifrei löten. Das stimmt einfach nicht. Allerdings
reagiert meiner Erfahrung nach bleifreies Lot stärker auf schlecht
gewartete Ausrüstung, sauber sollten die Lötspitzen also bittesehr sein.
Mit dreckigen und vergammelten Lötspitzen klappt's zwar auch nicht mit
Bleilot, da kann man ja aber einfach die Temperatur hochdrehen. ;)
Ich löte bleifrei mit einer Magnastat. Mit den Spitzen für 370°C klappt
das einwandfrei. Die Temperatur ist mir eher etwas zu hoch, 340-350°C
würden reichen, dafür gibt's aber keine Spitzen. Natürlich ist klar,
dass man so keine Kühlfahne eines D2PAK auf eine Kühlfläche löten kann,
aber das kriegt man verbleit eben auch nicht so leicht hin, ohne mit der
Temperatur oder der Heizleistung hochzugehen. Alles also halb so wild.
Moderne Lötkolben haben eben unglaubliche Leistungsreserven, weil man
die Temperaturregelung entsprechend eng gestalten kann. Es macht schon
Freude, damit zu löten, aber zwingend notwendig für bleifrei ist das
nicht. Da reicht auch was Altes, sofern es temperaturgeregelt ist, man
eine entsprechend höhere Temperatur einstellen kann und diese auch in
akzeptabler Zeit wieder erreicht wird. Ich löte sowohl mit der Magnastat
als auch der WHS40, verbleit und bleifrei, und es ist einfach nie ein
Problem, wenn man kurz darüber nachdenkt, wie man komplizierte Lötungen
durchführen will. Zur Not heizt man kurz mit Heißluft etwas vor. Eine
Heißluftstation sollte mittlerweile jeder ambitionierte Hobbybastler
besitzen, die sind praktisch und kosten nur noch wenig.
Ich löte sowohl bleihaltig als auch bleifrei bei 330°C mit einer
schlanken 50W Lötstation (meist auf Lochraster). Mehr habe ich bisher
nur sehr selten gebraucht, da die Platinen aus Bausätzen für solche
Heizleistungen passend gestaltet sind.
Für Reparaturarbeiten an industriell gefertigten Geräten bräuchte ich
anderes Werkzeug. Das mache ich aber nur noch selten bis gar nicht. Denn
der brave Bürger schmeißt weg und kauft neu - am besten bevor das
Produkt kaputt geht. Die Wirtschaft muss wachsen.
wolle g. schrieb:> Ich habe soviel bleihaltiges Lot gebunkert, dass ein Teil in die> Erbmasse wandern wird.> Es besteht hier gar kein Grund auf bleifreies Lötzinn umzustellen.
warum soll ich umstellen und mein PbZinn wegwerfen wenn ich noch welches
habe. Da löte ich solange mit bis es verbraucht ist, denke aber das
werde ich nicht erleben. Die 1kg Rollen halten schon recht lange
Thomas S. schrieb:> Die 1kg Rollen halten schon recht lange
Meine 100g-Rolle vom Küppers Metallwerk Bonn (geschlossen 2002) habe ich
vor ein paar Monaten aufgebraucht. :-)
Gekauft habe ich die etwa zeitgleich mit der Lötstation für ein paar
Mark.
someone schrieb:> Ich weiß gar nicht, woher der Mythos kommt, man könne nur mit aktuellem> Profi-Equipment bleifrei löten.someone schrieb:> Ich löte bleifrei mit einer Magnastat.
Kenn ich. Hab selber ne Magnastat. Früher konnte man mit #6 Spitzen
(310°) problemlos löten. Seit bleifrei HAL auf den LP, also vor mehr als
10 Jahren, geht das nicht mehr, weswegen #7 Spitzen (370°) nötig wurden.
Aber meine Erfahrungen damit sind eindeutig: Die Spitzen verzundern
recht schnell, bzw. sie benetzen nicht mehr richtig mit Lot. Eine
Temperaturabsenkung wie bei elektronisch geregelten Kolben kann der
Magnastat nicht.
Bleifrei mit #7 Spitzen geht, mach ich selber des öfteren. Aber eben
diese Spitzen werden eben auch sehr schnell schlecht, weil sie oxidieren
und dann eben nicht mehr richtig benetzen.
Und die Profis löten mit dem Durchlaufofen bleifrei bei so etwa 265°,
was ja rein rechnerisch völlig ausreicht zum sauberen Durchschmelzen der
Lötstelle.
Da kommt man aber mit einem normalen Lötkolben nicht ran. Also machen es
fast alle Leute so, daß sie die Temperatur aufdrehen. Auch du hättest
lieber 340..350°, also rund 120° höher als zum eigentlichen Aufschmelzen
erforderlich.
Daher kommt es, daß auch ich mittlerweile sage, daß die meisten billigen
Lötstationen zu schwach sind. Die überhitzte Spitze ist sozusagen das
"Schwungholen" beim Trabbi-Fahren vor dem Berg. Besser wäre es hingegen,
hätte der Heizer (resp. "Motor") einfach mehr Leistung.
Dazu kommt noch eines, was auch ich seit langem kenne, mich drüber
ärgere, den Leuten predige und dennoch nichts erreiche: viele Leute
kommen mit feineren SMD-Bausteinen nicht klar und meinen daher, daß sie
dafür besonders feine Spitzen bräuchten. Also werden Spitzen gekauft,
die man als Dartpfeile benutzen könnte - und die löten erstens besonders
beschissen und verzundern zweitens besonders schnell - insbesondere wenn
man die Temperatur heraufschraubt.
W.S.
Dussel schrieb:> Meine 100g-Rolle vom Küppers Metallwerk Bonn (geschlossen 2002) habe ich> vor ein paar Monaten aufgebraucht. :-)
Hallo,
eine 100 Gramm Rolle in über 15 Jahren aufzubrauchen ist garnicht mal so
einfach. Diese Menge schaffe ich in guten Zeiten schon mal am Tag.
Frank
Wenn man an fünf Platinen so 10 Fahrstuhlklemmen oder die
Industrie-Steckkontakte einlötet, kann man zusehen wie es alle wird.
Auch bei Relais oder großen Transistoren, Widerständen...
Einem Anfänger rate ich zu Bleizinn.
Solange es doch verfügbar ist. Die Unterschiede zwischen den Sorten sind
minimal.
Anfänger sind auch meist knapp bei Kasse.
250g Blei kostete voriges Jahr bei Pollin 12EUR, heute als bleifrei
24EUR.
Dazu weiß man nicht, was man bekommt. Ein Anfänger kennt die
Unterschiede nicht.
Auch nicht die Anforderungen an das Lötgerät und Flußmittel.
Anders sieht es aus, wenn man einen erfahrenen Kollegen zur Seite hat.
Für Reparaturen sollte man aber unbedingt bleihaltiges in Reserve
halten.
Wenn ich da so an die schwarzen PC-Hauptplatinen denke, einen FET zu
wechseln schafft man sonst nicht.
Jörg W. schrieb:> Ludwig K. schrieb:>> Und dann versuch mal ein Bauteil zu entöten.>> Machen wir regelmäßig. Seit wir einen Preheater haben, ist es auch mit> QFNs (mit angelötetem Paddle) kein Problem und macht sogar Spaß.>> Man findet 1000 Gründe, sich mental dagegen zu wehren, das ist gar kein> Problem. Man kann aber genauso gut mehr als 20 Jahre nach der Einführung> der entsprechenden Richtlinie akzeptieren, dass das inzwischen eine> gestandene Technologie ist, die funktioniert – auch, wenn die Lötstellen> halt anders aussehen.
Kann man machen, muß man aber nicht. Ich löte bleifrei ..wenn ich muß
und nur dann. Ich denke Du ahnst das ich das auch kann.
Hier treiben sich aber noch mehrere Kilogramm verbleit herum und ich
habe überhaupt keinen Grund das nicht zu verwenden.
Wenn irgendwelche EU-Idioten die Idee vom Arsch in den Kopf steigen
lassen haben das Blei böse ist, dann bitte konsequent durchsetzen. Ich
will erst Autoakkus sehen die RoHS konform sind, dann rede ich über den
Sinn oder Unsinn von Bleilot, vorher nicht.
Blei in der Umwelt ist mit Sicherheit nicht der Grund für bleifreies
Löten von Elektronikteilen und das weißt Du auch.
(ganz davon abgesehen das ich sehr wahrscheinlich Blei im Topf habe wenn
ich den mit ein paar Schaufeln Erde fülle und dann erhitze..heißt hier
nicht umsonst Erzgebirge)
Gruß,
Holm
W.S. schrieb:> Florian S. schrieb:>> Solange man sachgerecht>> damit umgeht sehe ich ehrlich gesagt das Problem nicht. Das ist>> vermutlich wieder mal so eine Geschichte, dass jetzt die Gesamtheit>> unter den paar Wenigen, die Unfug damit betrieben haben, leiden muss.>> Naja, ganz so ist das nicht. Aber sachgerechten Umgang sollte man> fordern.>> Es ist durchaus richtig gewesen, das Blei aus dem Benzin zu verbannen,> denn das wurde ja lustig und in Größenordnung in die Luft geblasen, von> wo wir es haben einatmen dürfen oder als Beilage in unserem gesunden> Spinat essen dürfen. Dieses Verbannen war OK.>> Ebenso ist es OK, daß heutzutage nicht mehr mit Bleirohren geklempnert> wird.
Erzähle das mal einem Dachklempner, der wird Dir interessiert zuhören.
Blei geht in einem Wasserrohr nicht in Lösung.
>Ich würde an dieser Stelle auch das Kupfer generell aus der> Trinkwasserleitung verbannen. Zinn übrigens auch, eben alle> Schwermetalle.
Du malst den Teufel an die Wand (..spart Tapete!).
Wie lange wird es dann dauern bis Zinn in Lötstellen verboten wird?
Irgend ein "Umweltschutz" zentrierter Idiot wird sich schon finden...
Gruß,
Holm
Jörg W. schrieb:> W.S. schrieb:>>> Man findet 1000 Gründe, sich mental dagegen zu wehren>>>> Ach, du polemisierst mal wieder.>> Ja, weil mich das ständige Gejammer und die „gut gemeinten“ Ratschläge> anpiepen.>
Dann sei konsequent Jörg und verzichte selber auf Solche.
Der Umweltschutz treibt eine Sau nach der Anderen durchs Dorf und ich
wehre mich halt mental dagegen, weil es zum großen Teil ganz simpel
Unsinn ist.
Entschuldigung, um micht nicht zu wehren habe ich zu DDR Zeiten simpel
zu viel Bildung mitbekommen, ich weiß, kommt heute nicht mehr vor.
Gruß,
Holm
Holm T. schrieb:>>Ich würde an dieser Stelle auch das Kupfer generell aus der>> Trinkwasserleitung verbannen. Zinn übrigens auch, eben alle>> Schwermetalle.>> Du malst den Teufel an die Wand (..spart Tapete!).
Zinn ist kein Schwermetall.
Bleilot gibt es schon Jahrzehnte nicht mehr für Cu-Rohr, mindestens im
Baumarkt.
Leichtmetall, da ginge Alu.
Aber das wird ja gerade auch niedergemacht bei Kochtöpfen und Folien.
> Entschuldigung, um micht nicht zu wehren habe ich zu DDR Zeiten simpel> zu viel Bildung mitbekommen, ich weiß, kommt heute nicht mehr vor.
Was wohl aber immer vorkommen wird sind Leute die über die heutigen
Zeiten lästern, weil man ja damals fast alles viel besser war.
Meine ehrliche Meinung mit dieser unnötigen Aussage disqualifiziert du
deine anderen Argumente.
Seien sie noch so richtig.
> Gruß,>> Holm
Gruß zurück
michael_ schrieb:> Holm T. schrieb:>>>Ich würde an dieser Stelle auch das Kupfer generell aus der>>> Trinkwasserleitung verbannen. Zinn übrigens auch, eben alle>>> Schwermetalle.>>>> Du malst den Teufel an die Wand (..spart Tapete!).>> Zinn ist kein Schwermetall.> Bleilot gibt es schon Jahrzehnte nicht mehr für Cu-Rohr, mindestens im> Baumarkt.> Leichtmetall, da ginge Alu.> Aber das wird ja gerade auch niedergemacht bei Kochtöpfen und Folien.
Du gehst mir auf den Wecker!
Wenn Du zitierst dann sorge gefälligst dafür das der richtige Name über
dem Zitat steht und nicht ich!
Holm
Jugend schrieb:>> Entschuldigung, um micht nicht zu wehren habe ich zu DDR Zeiten simpel>> zu viel Bildung mitbekommen, ich weiß, kommt heute nicht mehr vor.>> Was wohl aber immer vorkommen wird sind Leute die über die heutigen> Zeiten lästern, weil man ja damals fast alles viel besser war.> Meine ehrliche Meinung mit dieser unnötigen Aussage disqualifiziert du> deine anderen Argumente.> Seien sie noch so richtig.>> Gruß,>>>> Holm>> Gruß zurück
Loriot: Achwas!
Ein Niemand meint ich würde mich aus seiner Sicht disqualifizieren. Was
glaubst Du was mich Deine Meinung interessiert und für wie qualifiziert
ich Dein Gelaber halte?
Gruß,
Holm
Holm T. schrieb:> Wie lange wird es dann dauern bis Zinn in Lötstellen verboten wird?> Irgend ein "Umweltschutz" zentrierter Idiot wird sich schon finden...
Das wird eher von dem Industrie/Politik Gespann kommen, sobald eine
Firma herausgefunden hat, wie man ohne Zinn lötet. Dann werden ganz
schnell alle herkömmlichen Methoden verboten. Man nennt das "die
Wirtschaft ankurbeln".
Holm T. schrieb:> Du gehst mir auf den Wecker!>> Wenn Du zitierst dann sorge gefälligst dafür das der richtige Name über> dem Zitat steht und nicht ich!
Sei nicht so nervös.
Jeder weiß doch wie es gemeint ist.
Ich war nur zu faul, den Ursprungsbeitrag zu suchen.
Holm T. schrieb:> um micht nicht zu wehren habe ich zu DDR Zeiten simpel> zu viel Bildung mitbekommen, ich weiß, kommt heute nicht mehr vor.
Ich war bisher der Meinung, dass die DDR ein gutes Bildungssystem hatte.
Schade, Du veränderst meine Ansicht.
Manfred schrieb:> Holm T. schrieb:>> um micht nicht zu wehren habe ich zu DDR Zeiten simpel>> zu viel Bildung mitbekommen, ich weiß, kommt heute nicht mehr vor.>> Ich war bisher der Meinung, dass die DDR ein gutes Bildungssystem hatte.> Schade, Du veränderst meine Ansicht.
Ansichten kannst Du haben so viele wie auch immer Du möchtest, das
tangiert mich allerdings in keiner Weise.
Gruß,
Holm
michael_ schrieb:> Holm T. schrieb:>> Du gehst mir auf den Wecker!>>>> Wenn Du zitierst dann sorge gefälligst dafür das der richtige Name über>> dem Zitat steht und nicht ich!>> Sei nicht so nervös.> Jeder weiß doch wie es gemeint ist.> Ich war nur zu faul, den Ursprungsbeitrag zu suchen.
Deine Faulheit in allen Ehren, aber ich möchte ausdrücklich nicht das
Suchmaschinen "Aussagen" von mir finden die ich nie getätigt habe.
Soll ich als Demo für Dich evtl. mal ein Zitat bringen das Dich mit
Nazis in Verbindung bringt? Nein?
Dann lasse solchen Quatsch bitte auch bei mir in Zukunft bleiben.
Gruß,
Holm
Das mit dem Teufel und der Wand Tapete hast du doch geschrieben, oder?
Ist doch eindeutig.
Blau mit Doppelpfeil davor ist nicht von dir.
Grün mit Einfachpfeil davor ist vom zitierten User.
Ist hier im Forum immer so.
michael_ schrieb:> Das mit dem Teufel und der Wand Tapete hast du doch geschrieben, oder?
Ja
>> Ist doch eindeutig.> Blau mit Doppelpfeil davor ist nicht von dir.
und genau da steht Holm drüber.
> Grün mit Einfachpfeil davor ist vom zitierten User.>> Ist hier im Forum immer so.
Ich bin keineswegs neu hier.
Wenn Du schon faul bist, dann nimm doch die Namen alle raus wenn Du es
nicht richtig machen willst.
Gruß,
Holm