Forum: Mikrocontroller und Digitale Elektronik Steuerung für Maschine im Industrieumfeld


von Paul M. (paulmuaddib)


Angehängte Dateien:

Lesenswert?

Hallo,

ich möchte eine Steuerung für eine Maschine bauen. Diese Steuerung soll 
im industriellen Umfeld eingesetzt werden. Die Steuerung besteht aus 
einer zentralen Steuerungseinheit und aus einer oder mehreren Ein- / 
Ausgangsmodulen. Die Versorgungsspannung wird über einen Trafo 400 VAC / 
24 VAC zur Verfügung gestellt. Die Kommunikation zwischen den Modulen 
erfolgt über einen CAN Bus. Über einen weiteren CAN Bus können Maschinen 
miteinander kommunizieren. Die Aufteilung auf zwei Bus dient vorwiegend 
der Sicherheit.

Die zentrale Steuerungseinheit befindet sich in einem Metallschaltkasten 
zusammen mit einem Schütz bzw. einem Stern Dreiecksatz und einem 
Motorschutz. Über Knöpfe und ein LCD Display kann der Benutzer die 
Maschine starten, Einstellungen vornehmen oder Störungen angezeigt 
bekommt.

Von hier angehend geht ein CAN Bus zu den Interfacemodulen. Zusätzlich 
verfügt die Einheit über ein Relais um Störungen zu signalisieren und 
einen galvanisch getreten Eingangskontakt für eine Fernsteuerung.

Die Interfacemodule werden von der Steuerungseinheit mit Strom versorgt. 
CAN Bus und Stromkabel werden zusammen über ein 4 adriges Kabel zu den 
Modulen geführt.

Ein Modul verfügt über verschiedene Analog und Digital Ein- und 
Ausgänge. Die Daten werden von einem Mikrocontroller aufbereitet und von 
der Steuerungseinheit abgerufen.

Nun zu meinen Fragen

[EMV]
Bei meiner Recherche im Internet bin ich bei diversen IC Herstellern auf 
Beispiele für SPS Module gestoßen. Dort wird die Verbindung von Analog 
und Digital Eingängen zum Mikrocontroller oft galvanisch getrennt. Mit 
ein Grund wird sicher der möglichst universelle Einsatz sein.

Aufgrund des EMV Umfeldes habe ich mir gedacht die Versorgungsspannung 
und den CAN Bus zum Modul galvanisch zu trennen, da sich über die 
Zuleitung Störungen einkoppeln können und ich damit außerdem 
Erdschleifen vermeiden möchte.

Ist zusätzlich eine galvanische Trennung der Eingänge und Ausgänge zu 
dem Mikrocontroller notwendig wenn die Spannung von der Steuerung selbst 
kommt und die Zuleitungen relativ kurz sind? Die Analog und Digital Ein- 
und Ausgänge müssen natürlich vor Transienten geschützt werden.

Bitte keine Begründungen nach dem Schema, weil man das einfach so macht.

Prinzipal würde ich eine galvanisch Trennung einsetzten wenn ich 
unterschiedliche Versorgungskreise habe. Gibt es noch andere Gründe wann 
man eine galvanische Trennung einsetzen sollte?

[Stromversorgung]
Was wäre die bessere Vorgehensweise. Ein AC/DC Wandler auf der zentralen 
Steuerungseinheit, der die Steuerungseinheit und alle 
Ein-/Ausgangsmodule mit einer DC Spannung versorgt oder einzelne AC/DC 
Wandler für jedes Modul.

Der Vorteil bei dem AC/DC Wandlern wäre, dass man die Anzahl der Module 
im Nachhinein einfach erweitern kann, indem man den Trafo austauscht und 
vergrößert. Zumal ich dann auch eine geringere Abwärme bei der 
Steuerungseinheit hätte, da ich kein so leistungsfähigen AC/DC Wandler 
benötige.

Eine schematische Darstellung findet Ihr im Anhang

Vielen Dank für die Hilfe

von Erik (Gast)


Lesenswert?

Paul M. schrieb:
> ich möchte eine Steuerung für eine Maschine bauen

Warum? Fertige SPS gibs wie Sand am Meer und ich sehe kein 
Alleinstellungsmerkmal.

Paul M. schrieb:
> die Spannung von der Steuerung selbst
> kommt und die Zuleitungen relativ kurz sind

Man darf also nur kleine Maschinen bauen?

Paul M. schrieb:
> Gibt es noch andere Gründe wann
> man eine galvanische Trennung einsetzen sollte?

Damit nur ein Teil der Steuerung abraucht, statt alles.


Wer ist denn die Zielgruppe deiner Entwicklung?

von Purzel H. (hacky)


Lesenswert?

Ich glaub das wird eh nichts. Da fehlt zuviel Theorie und Erfahrung.

von Erik (Gast)


Lesenswert?

Jetzt ist G. schrieb:
> Ich glaub das wird eh nichts.

Nun nimm uns doch nicht gleich den Spaß weg.

von Paul M. (paulmuaddib)


Lesenswert?

Erik schrieb:

> Warum? Fertige SPS gibs wie Sand am Meer und ich sehe kein
> Alleinstellungsmerkmal.
Bei mehr als 200 Stück ist mir eine SPS von der Stange zu unflexibel.

> Man darf also nur kleine Maschinen bauen?
Von der Größe der Maschine habe ich nichts geschrieben. Vielleicht 
versucht du noch einmal den Text zu lesen. Kurze Kabel geben weniger 
Möglichkeiten einer Störeinstrahlung.

> Damit nur ein Teil der Steuerung abraucht, statt alles.
Kommt es bei der Anorndung überhaupt zu solchen Störeinflüssen? Wenn ja, 
warum?

von Rufus Τ. F. (rufus) Benutzerseite


Lesenswert?

Paul M. schrieb:
> Die Versorgungsspannung wird über einen Trafo 400 VAC / 24 VAC zur
> Verfügung gestellt.

Ist das irgendeine Vorgabe, oder wie kommst Du auf die Idee?

Aus Gründen des Wirkungsgrades wird üblicherweise auf Schaltnetzteile 
zurückgegriffen, und dann natürlich mit Gleichspannung gearbeitet. Das 
sind dann auch 24 Volt.

von Willi S. (ws1955)


Lesenswert?

Nur galvanische Isolation löst alle denkbaren Probleme. Sowohl jeder AI 
wie auch CAN (etc). Und heutzutage kostet das Zeug fast nix mehr. Ist 
doch völlig wurscht, ob eine solche Steuerung 30 Euro mehr oder weniger 
kostet.

Ein Auftraggeber vor ca 28 Jahren hätte mich standrechtlich erschossen, 
wenn nicht jeder AI und CAN einzeln isoliert gewesen wäre (Module für 
Turbinenprüfstände). Seinem Wunsch entsprochen und allzeit Null 
Problemo.

Ein Auftraggeber vor 25 Jahren "verbot" mir diesen Aufwand und ging es 
auch ziemlich lange problemlos, aber der Ärger nimmt zu, weil die 
digitalen Störquellen zunehmend schlimmer werden. Imho liegt es an den 
kontinuierlich zunehmenden Taktfrequenzen auf allen Ebenen.

Vorsicht bei ISO-CAN-IC: Diese Dinger feuern Störungen hinaus wie 
verrückt. Entweder ein perfektes Layout mit Doppel-T Filterungen in VCC 
oder lieber diskret mit extra DCDC. Wenn es auf 2 cm2 Platinenfläche 
nicht ankommt, dann lieber "diskret".

von oszi40 (Gast)


Lesenswert?

10m Leitung parallel zu einer Stromleitung können schon viel Spaß haben. 
Was im Labor schön funktioniert, könnte in einer Werkhalle auch anders 
sein?

von Sebastian S. (amateur)


Lesenswert?

Nimm's mir nicht übel, aber Deine Maschine würde ich nicht kaufen.

In dem letzten Betrieb, in dem ich gearbeitet habe, ist mal die 
Steuerung einer Maschine, nach 25 Jahren abgeraucht.

Eine Bestellung und nach drei Tagen lief das Teil wieder.

...es musste also keine neue Maschine gekauft werden oder die komplette 
Steuerung neu aufgebaut und programmiert werden.

Was in jedem Falle viel länger gedauert hätte wie jede andere Lösung. 
Klar war das Teil bereits x-Mal abgeschrieben, trotzdem kann in vielen 
Fällen, ein längerer Produktionsausfall, ein vielfaches der Neukosten 
betragen.

Zugegeben, der Betriebsleiter war schon etwas älter, ich habe aber 
verstanden, dass er nicht nur auf die angebliche Leistung einer Maschine 
achtete - beim Neukauf - sondern auch wie die erbracht wurde. Da wir 
praktisch immer Sonderanfertigungen in Betrieb hatten, war bei uns auch 
die Software vorhanden.

von Willi S. (ws1955)


Lesenswert?

1)
Oben steht was von über 200 Stücken
2)
Geht es eigentlich nur um die Frage der Galvanischen Isolation.
3)
Halte ich einen angeblichen SPS-Ersatz ab Lager 1:1 nach 25 Jahren für 
einen schlechten Witz, den Beitrag völlig unnütz zum Thema sowieso.

von U. M. (oeletronika)


Lesenswert?

Hallo,
> Paul M. schrieb:
Ähnliches, nur noch größer und komplexer entwickle ich auch für 
Industrie-Meßtechnik mit vielen I/O-Funktionen und einem Sach voll 
unterschiedlicher Interfaces (RS485, CAN, Ethernet, ProfiBUS ...).

> [EMV]
> Bei meiner Recherche im Internet bin ich bei diversen IC Herstellern auf
> Beispiele für SPS Module gestoßen. Dort wird die Verbindung von Analog
> und Digital Eingängen zum Mikrocontroller oft galvanisch getrennt. Mit
> ein Grund wird sicher der möglichst universelle Einsatz sein.
AO (0...20m) und Interfaces (RS485, CAN) werden überlicherweise immer 
galv. getrennt ausgeführt. AnalogIn kann man auch ohne galv. Trennung 
machen, aber mit einem großen Gleichtaktbereich (+/- 200V).

Die Frage dabei ist immer: Mit welche Störungen muß man im  Worst Case 
rechnen? Bei lokal sehr begrenzten Anlagen mit Betrieb inenrhalb eines 
Raumes könnte man sicher auch auf galv. Trennung verzichten.
Allerdings ist galv. Trennung auch schon ein Werbeargument und der 
Verzichtz darauf bedeutet für den käufer -> "Ist vor allem billig!"
Ein DCDC-Wandler, Isolier-IC und Schutzbeschaltungen kosten 
hardwäremaßig kaum mehr als ca. 10€. Der Platz sollte bei so einer 
Anlage wohl immer vorhanden sein.

> Aufgrund des EMV Umfeldes habe ich mir gedacht die Versorgungsspannung
> und den CAN Bus zum Modul galvanisch zu trennen, da sich über die
> Zuleitung Störungen einkoppeln können und ich damit außerdem
> Erdschleifen vermeiden möchte.
Galv Trennung ist vor allem gut gegen Gleichtaktstörungen (z.B. hohe 
Überspannungen durch Blitzschlag in der Nähe des Objektes).

> Ist zusätzlich eine galvanische Trennung der Eingänge und Ausgänge zu
> dem Mikrocontroller notwendig wenn die Spannung von der Steuerung selbst
> kommt und die Zuleitungen relativ kurz sind?
So kurze Leitungen innerhalb eines Systems in vernünftiger Ausführung
-> paarig verdrillt (twisted pairs) und  geschirmt sollten eigentlich 
störsicher genug sein.
Eingänge kann man rel. hochohmig machen und mit robustem 
Überspannungsschutz versehen (je nACH Signal z.B. auch noch gegen 
Netzspannung).

> Prinzipal würde ich eine galvanisch Trennung einsetzten wenn ich
> unterschiedliche Versorgungskreise habe.
Was habe die Versorgungskreise damit zu tun?
Es steht nur die Frage, ob man ein stabiles Bezugpotential hat, was 
innerhalb eines Maschinenraumes normalerweise immer gewährleistet sein 
sollte. Allerdings gibt es Ecken in dieser Welt, wo man mit allem 
rechnen muß, auch mit den miesesten Elektroinstallationen.

> Gibt es noch andere Gründe wann
> man eine galvanische Trennung einsetzen sollte?
siehe oben, Blitzschutz, wegen Gleichtaktstörungen, die man mit 
Gasableitern gut abfangen kann.

> [Stromversorgung]
> Was wäre die bessere Vorgehensweise. Ein AC/DC Wandler auf der zentralen
> Steuerungseinheit, der die Steuerungseinheit und alle
> Ein-/Ausgangsmodule mit einer DC Spannung versorgt oder einzelne AC/DC
> Wandler für jedes Modul.
Muß du wissen, was besser ist.
Zentrale Versorgung hat einige vorteile, dezentrale Versorgung aber 
auch.

Ich frage mich auch, wozu das ganze dienen soll. Lohnt es wirklich, 
hundertausende €uronen in so eine Entw. zu investieren (für paar hundert 
Geräte?)?
Alleine mit der Softwareerstellung wirst du ne Menge Kosten haben. Das 
Lehrgeld für die Hardware wird wahrscheinlich auch nicht unerheblich 
werden.
Gruß Öletronika

von Erik (Gast)


Lesenswert?

Paul M. schrieb:
>> Man darf also nur kleine Maschinen bauen?
> Von der Größe der Maschine habe ich nichts geschrieben.

Doch hast du.

10+1m Kabel sind halt nix, wenn du deine EA Module an jeder Ecke der 
Maschine verteilen musst, um sie alle zur zentralen Steuerung zu führen.

Du redest im Endeffekt von einer dezentralen SPS.
Gibs tolle Artikel zu, dass das Industrie 4.0 sein soll...


Mir würden allerdings viel zu viele Schnittstellen fehlen (Ethernet, 
IO-Link, ...)

CAN hat seinen Anwendungsfall, aber ich nicht der Weisheit letzte 
Schluss.

TT CAN wenn schon.


Wie soll das Ding überhaupt programmiert werden, komm mir jetzt bitte 
nicht mit C Code from scratch...

von Willi S. (ws1955)


Lesenswert?

Hunderttausende Euronen..

Naja, auf Anhieb wollte ich mich darüber lustig machen. Aber was wahres 
ist schon dran, wenn es sozusagen das Lehrstück ist. Man kann es tun, um 
sich die Basis für weitere Projekte zu erarbeiten. Einen Stundensatz 
darf man sich aber nicht ausrechnen. Irgendeine SPS wäre bei meiner 
Klientel sowieso unmöglich, weil es sowas gar nicht zu kaufen gibt, was 
sich die immer einbilden.

von Patrick B. (p51d)


Lesenswert?

Paul M. schrieb:
> Bei mehr als 200 Stück ist mir eine SPS von der Stange zu unflexibel.

Was soll daran unflexibel sein? Die Module kann man doch einfach im 
Hutschienen-Prinzip aneinander-Reihen und schon hat man das was man 
braucht. Falls etwas fehlt, einfach ergänzen. Die Namhaften Hersteller 
haben ein so grosses Sortiment, da ist alles vorhanden.
Zudem sind alle relevanten Themen schon umgesetzt (Diagnose-Tools, 
EMV/ESD, Logger, Software-Umgebung, HMI, OPC UA, 
Standard-Schnittstellen, Remote-Access, Sicherheitsthemen, 
Zertifizierungen für SS1/STO/SLS/SBC/SOS...)

Glaub mir, wir haben in unserem Betrieb für Standardmaschinen (>1000 
Stück pro Jahr) eine eigene Mini-SPS aufgebaut. Der Aufwand damit das 
alles einigermassen sinnvoll funktioniert und man damit auch weiter 
Entwickeln kann, ist immens. Da haben mehr als 30 Leute über 5 Jahre 
entwickelt, damit unsere Anforderungen umgesetzt wurden. Während dieser 
Zeit waren die Ressourcen für neue Maschinen-Projekte somit nicht 
verfügbar... Und man muss sich um Betriebssysteme/Bauteilabkündigungen 
etc. selber kümmern.

Wenn man die HK Preise für die einzelnen Mini-SPS Komponenten rechnet, 
sind wir aktuell günstiger als eine Standard-SPS, aber rechnet man den 
ganzen Entwicklungs- und Support-Aufwand dazu, legen wir aus meiner 
Sicht drauf. Aber das war nicht meine Entscheidung...

Überleg dir das gut!

von Zulu (Gast)


Lesenswert?

Paul M. schrieb:
>> Warum? Fertige SPS gibs wie Sand am Meer und ich sehe kein
>> Alleinstellungsmerkmal.
> Bei mehr als 200 Stück ist mir eine SPS von der Stange zu unflexibel.

Worin soll die Flexibilität gegenüber Standard-Lösungen bestehen?

Bis Deine SPS ihre Kinderkrankheiten überwunden hat, sind deutlich mehr 
als 200 Stück über mehrere Jahre gebaut worden. Auch sollten die 
Aufwendungen für die Software (Betriebssystem), Dokumentation 
(mehrsprachig) und die vom Kunden geforderten Prüfungen/Abnahmen nicht 
unterschätzt werden. Zudem müssen Vertriebs- und Schulungsmaßnahmen 
durchgeführt werden.
Bist Du wirklich bereit, mehrere Mannjahre in dieses Projekt zu stecken?

von Willi S. (ws1955)


Lesenswert?

Also ganz prinzipiell:

Gegen die mehreren Mannjahre ist doch
nichts auszusetzen. Eines meiner
Projekte läuft jetzt schon 24 Jahre
und das Ende der Weiterentwicklung
ist noch nicht erreicht.

Wer sagt denn, dass es Paul.M kostenlos
tun müsste ?

von Erik (Gast)


Lesenswert?

Willi S. schrieb:
> Eines meiner
> Projekte läuft jetzt schon 24 Jahre
> und das Ende der Weiterentwicklung
> ist noch nicht erreicht.

Du meinst dein Kind? scnr

von Paul M. (paulmuaddib)


Lesenswert?

Hier ist glaube ich etwas missverstanden worden. Ich möchte keine eigene 
SPS aufsetzen. Das wäre quatsch. Die Anwendungsberichte von IC 
Herstellern für SPS Module waren das naheliegendste was ich im Netz 
gefunden habe.
Eine SPS von der Stange habe wir schon ausprobiert. Die Bedienung war 
eine Katastrophe und zu teuer.
Die einzige Modularität die meine Steuerung besitzen soll, besteht in 
den Anschlussmodulen. Davon wird es wahrscheinlich nur 1 bis 2 geben. 
Bei dem Modul was immer dabei ist gibt es nur diese Anschlüsse:

1x PT 100
1x 4-20mA
1x digitaler Eingang
2x Leistungsschalter
2x Strommessung
1x CAN

kein Ethernet, kein HMI, kein OPC, kein Netzwerk, kein großes 
Betriebssystem, kein etc, keine Software die vom Kunden programmiert 
wird. Alles sehr einfach. Wenn ich all diese Sachen wirklich bräuchte, 
dann würde ich etwas von der Stange nehmen.

von Clonozett (Gast)


Lesenswert?

Kein Netzwerkanschluss ... was soll das denn ? da kannst du ja nicht mal 
die Parametrierung im Betrieb optimieren.

von Erik (Gast)


Lesenswert?

Clonozett schrieb:
> da kannst du ja nicht mal
> die Parametrierung im Betrieb optimieren

Ich glaub das ist gar nicht geplant. Den Sketch kann man doch neu 
compilieren und hochladen. :-D

von Erik (Gast)


Lesenswert?

Paul M. schrieb:
> Eine SPS von der Stange habe wir schon ausprobiert. Die Bedienung war
> eine Katastrophe und zu teuer.

Erhelle uns bitte, welche und wie programmiert?

von Patrick B. (p51d)


Lesenswert?

Paul M. schrieb:
> kein Ethernet, kein HMI, kein OPC, kein Netzwerk, kein großes
> Betriebssystem, kein etc, keine Software die vom Kunden programmiert
> wird.

Also möchtest du ein Embedded System ohne Display/Tasten, ohne neue 
FW/SW Features, ohne Fernwartung im Fehlerfall...
Ohne dir zu nahe zu treten:
Als Kunde würde ich sowas nicht kaufen, da ich weder die Maschine 
bedienen kann (kein HMI von dir gefordert), noch irgendwelche SW Updates 
bekommen kann (kein Netzwerk von dir gefordert), noch irgendwie Richtung 
Industrie 4.0 geht (kein Netzwerk/OPC UA von dir gefordert) oder State 
of the Art ist (Schnittstellen einsparen ist eine sehr schlechte Idee). 
Bei uns wird sein Jahren keine einzige Maschine, sei sie noch so 
einfach, ohne Ethernet Anschluss ausgeliefert.

Das was du beschreibst geht eher Richtung Arduino, Zynq Board oder STM 
Board, was definitiv nicht im industriellen Bereich eingesetzt wird 
(siehe oben genannte Gründe). Single Board Computer (z.B. von Toradex 
oder ähnlich) sind schon übertrieben, da sie alles unterstützen, was du 
nicht möchtest/brauchst.

Paul M. schrieb:
> Eine SPS von der Stange habe wir schon ausprobiert. Die Bedienung war
> eine Katastrophe und zu teuer.

Würde mich interessieren, von welcher du hier sprichst. Btw, als 
klassischer uC Programmierer ist die SPS-Welt etwas komplett anderes. 
Das kann man nicht vergleichen und hier besteht grosses unnötiges 
Frustpotential.

von Willi S. (ws1955)


Lesenswert?

Der Thread entwickelt sich weiter zum Schmunzeln, ich bleibe noch dabei. 
Auch wenn das eigentliche Thema erledigt scheint.

Für die Stationen genügen DIL14 MCUs. Ist das verwerflich ?

Die Maschinen sind mit CAN vernetzt und natürlich lässt sich bei Bedarf 
ein Master Irgendwas anschließen, mit Leitstandfunktion, Hausnetz etc. 
Denke ich mir halt.

TCP/IP bis auf die Maschinenebene. Meine Auftraggeber würden mich 
standrechtlich erschießen. Und: Nur weil Trillionen Fliegen Scheiße 
fressen, muss man das nicht auch so tun.

von m.n. (Gast)


Lesenswert?

Willi S. schrieb:
> TCP/IP bis auf die Maschinenebene. Meine Auftraggeber würden mich
> standrechtlich erschießen. Und: Nur weil Trillionen Fliegen Scheiße
> fressen, muss man das nicht auch so tun.

Nur die Fliegen hier kennen nichts anderes ;-)


Paul M. schrieb:
> kein Ethernet, kein HMI, kein OPC, kein Netzwerk, kein großes
> Betriebssystem, kein etc, keine Software die vom Kunden programmiert
> wird. Alles sehr einfach. Wenn ich all diese Sachen wirklich bräuchte,
> dann würde ich etwas von der Stange nehmen.

Das kann ich gut nachvollziehen: mache es!

von Bernd K. (prof7bit)


Lesenswert?

Wie sieht es denn heutzutage eigentlich mit Programmiersprachen für 
handelsübliche SPS aus? Wenn ich zum Beispiel ein sehr(!) komplexes 
Problem hätte das zu beschreiben selbst dann wenn man aus dem 
objektorientierten und funktionalen Vollen schöpfen könnte mit einer 
Programmiersprache seiner freien Wahl immer noch 5-stellige Zeilenzahlen 
ergeben würde, wie programmiert man sowas auf einer SPS?

Bitte entschuldigt diese vielleicht blöde Frage, aber vor meinem 
geistigen Auge baut sich gerade aus der (flüchtigen) Erinnerung heraus 
gerade das Bild von so einer absurd umständlichen Siemens-Software mit 
einem lächerlich verkrüppelten Editor für ein ebenso verkrüppeltes 
Pascal auf. Das war wahrscheinlich der Stand von 1970 was ich da gesehen 
habe, keine Ahnung (deshalb frage ich ja), jedenfalls sah das alles 
ziemlich gruselig aus.

Wie sieht das heute aus? C# oder andere verbreitete Hochsprachen mit 
existierender guter Tool-Unterstützung (IDE meiner Wahl, Debugger, 
Versionskontrolle, Linter, Dokumentiertool, etc.)?

von Willi S. (ws1955)


Lesenswert?

Es gibt keine komplexen Aufgaben sondern nur viel zu komplexe 
Realisierungen.

von Patrick B. (p51d)


Lesenswert?

Willi S. schrieb:
> TCP/IP bis auf die Maschinenebene. Meine Auftraggeber würden mich
> standrechtlich erschießen.

Wieso nicht? Erzähl doch mal etwas über deine Auftraggeber.
Einsatzfeld, Industrie-Zweig, Preis der Maschine (1k oder 10Mio Euro), 
Komplexität der Anwendung, Fernwartbarkeit und -Diagnostik gefordert, 
"erlaubte" Down-Time, Anlagenüberwachung via Tablet, MES, Vernetz- und 
Integrierbarkeit in bestehendes Umfeld, Peripherie-Geräte von 
Drittherstellern?

m.n. schrieb:
> Willi S. schrieb:
>> TCP/IP bis auf die Maschinenebene. Meine Auftraggeber würden mich
>> standrechtlich erschießen. Und: Nur weil Trillionen Fliegen Scheiße
>> fressen, muss man das nicht auch so tun.
>
> Nur die Fliegen hier kennen nichts anderes ;-)

Ok, ich lasse mich gerne belehren: Was anderes und wofür? PowerLink, 
ProfiNet, CAN, TSN Ethernet, EtherCAT, OPC UA...

von Bernd K. (prof7bit)


Lesenswert?

Willi S. schrieb:
> Es gibt keine komplexen Aufgaben

Ja klar, man kann natürlich jede beliebige Aufgabenstellung so lange 
zusammenkürzen bis das Lastenheft auf einen Bierdeckel passt. So kann 
mans natürlich auch angehen.

Bitte melde dich an um einen Beitrag zu schreiben. Anmeldung ist kostenlos und dauert nur eine Minute.
Bestehender Account
Schon ein Account bei Google/GoogleMail? Keine Anmeldung erforderlich!
Mit Google-Account einloggen
Noch kein Account? Hier anmelden.