Schaut man sich bei bspw. geizhals.at an, was für Switches es so auf dem
Markt gibt, dann fällt einem auf, dass AVM hier als Hersteller gar nicht
vertreten ist, obwohl die eigentlich durch ihre DSL und Kabel Router
durchaus das Know How zumindest im SoHo Bereich dafür haben müssten,
entsprechende Switches herzustellen.
Weiß jemand, warum AVM keine Switches baut?
AVM bedient ausschliesslich den Home-Markt. Und der wiederum benötigt
nur in Ausnahmefällen managed Switches.
Es ist wohl auch nicht ganz richtig, dass das Knowhow dafür schon
vorhanden sei. Bei solchen Switches kämen viele Themen dazu, die sie
bisher nicht benötigten. Wie Spanning Tree Verfahren, VLANs, SNMP, LACP,
etc. Schuster bleib bei deinen Leisten.
Wer bei Switches, Routern und APs vielfältige Features sucht und wenig
zahlen will, der kann sich beispielsweise bei MicroTik umsehen. Die
sitzen sogar innerhalb der EU, in Lettland.
Danke für deine Antwort, die Erklärung finde ich schlüssig.
Ich hätte allerdings nichts gegen einen Switch von AVM im SoHo Bereich.
AVM ist bezüglich seiner Sicherheitspolitik bezüglich Updates positiv
bekannt und ich selbst bin mit meinen AVM Router sehr zufrieden.
Und gerade im SoHo Bereich, wobei So für Small Office steht, müsste das
doch für kleine Firmen durchaus interessant sein da etwas mit
ordentlichem und langfristigen Support zu kriegen ohne jetzt gleich zu
den großen wie Cisco oder HP rennen zu müssen.
Oder auf Billigheimer wie Netgear, D-Link, Linksys usw. zurückgreifen zu
müssen, bei denen man sich dann schon sicher sein kann, dass man nach 2
Jahren keine Updates mehr bekommt und nichts ordentlich funktioniert.
So ein Small Office wird ja sicherlich auch vlans aufsetzen wollen und
NAS Systeme einsetzen, um die dann alle schön im Netzwerk zu vernetzen
wären dann wieder gute Switches gefragt.
Und der ein oder andere ambitionierte Homeuser wird sicherlich auch das
ein oder andere NAS aufsetzen und seine nie mehr upgedateten Smartphones
und Smart TVs mit einem Vlan von seinem Computernetzwerk und NAS trennen
wollen.
Nano schrieb:> Und gerade im SoHo Bereich, wobei So für Small Office steht, müsste das> doch für kleine Firmen durchaus interessant sein da etwas mit> ordentlichem und langfristigen Support zu kriegen ohne jetzt gleich zu> den großen wie Cisco oder HP rennen zu müssen.
Im Edit kam ein Tipp bzgl MicroTik hinzu. Die bieten auch direkten
Support-Kontakt. Nicht alles ist perfekt, so ist die 6490 im WLAN
deutlich flotter als der hAP ac², mit dem ich den Provider-Fritz vom
inneren Netz abtrenne, aber dafür ist das Teil ziemlich universell.
A. K. schrieb:> AVM bedient ausschliesslich den Home-Markt. Und der wiederum benötigt> nur in Ausnahmefällen managed Switches.
PS: In früheren Zeiten hatten die auch Profi-Equipment. Die aktiven
ISDN-Karten waren auch optisch ein Genuss. Daraus ist der Verein
überhaupt erst entstanden. Aber die Zeiten sind rum.
Nano schrieb:> warum AVM keine Switches baut?
Der typische AVM-Kunde weiß garnicht, was ein Switch ist.
Wer sich mit managed-Switches befasst, wird höchst selten eine
Fritz!-Box im Netz haben.
Wäre sicher interessant: AVM-Switch mit USB Anschluß, integriertem DECT,
Kamera und was an Blödsinn denen sonst noch einfällt. Anders gesagt: Ich
verüble AVM deren Featurewahn, dass sie keinen puren DSL-Router ohne
diesen ganzen Spielekram anbieten. Noch netter wäre, ein reines
DSL-Modem anzubieten, wo ich den Router meiner Wahl dahinter klemmen
kann.
A. K. schrieb:> PS: In früheren Zeiten hatten die auch Profi-Equipment. Die aktiven ISDN-Karten
waren auch optisch ein Genuss.
Und schweineteuer, in der Firma hatte ich noch eine B1-PCMCIA im Laptop.
Soweit ich weiß, damals die einzige ISDN-Karte, die auch direkt am
Anlagenanschluß funktionierte. Leider Geschichte, schon seit Jahren sind
kaum noch ISDN-Karten beschaffbar bzw. werden in Gold aufgewogen.
Manfred schrieb:> Noch netter wäre, ein reines> DSL-Modem anzubieten, wo ich den Router meiner Wahl dahinter klemmen> kann.
Draytek Vigor 130
Man ist ja zum Glück nicht auf AVM angewiesen.
Gerd E. schrieb:> Manfred schrieb:>> Noch netter wäre, ein reines>> DSL-Modem anzubieten, wo ich den Router meiner Wahl dahinter klemmen>> kann.>> Draytek Vigor 130
So ein Blödsinn. Das Teil ist genauso ein Router wie die Fritzboxen.
Nicht ganz so aufgebläht bezüglich der Funktionalität, aber fast. Der
Unterschied zu den kleinsten Fritzboxen ist eigentlich nur die fehlende
Funktionalität als WLAN-AP. Und die kann man auch bei den Fritzboxen
explizit ausschalten.
Das einzige, was stimmt: ja, man kann Das Vigor-Teil auch als Modem
verwenden. Das kann man allerdings mit einer Fritzbox ganz genauso tun.
Gerd E. schrieb:> Man ist ja zum Glück nicht auf AVM angewiesen.
Hier steht "bintec" auf der Frontplatte, dazu hatte sich A.K. an anderer
Stelle geäußert, das ist nicht Kindersicher.
c-hater schrieb:>> Draytek Vigor 130>> So ein Blödsinn. Das Teil ist genauso ein Router wie die Fritzboxen.
Das Teil kann auch als Router benutzt werden, ist aber primär als Modem
gedacht und konzipiert.
> Das einzige, was stimmt: ja, man kann Das Vigor-Teil auch als Modem> verwenden. Das kann man allerdings mit einer Fritzbox ganz genauso tun.
Nein, sehr viele Fritzboxen lassen sich nicht als reine VDSL-Modems
benutzen. Für ADSL ja, aber nicht für VDSL, auch wenn die Option in der
Oberfläche anderes suggeriert.
Manfred schrieb:> Nano schrieb:>> warum AVM keine Switches baut?>> Der typische AVM-Kunde weiß garnicht, was ein Switch ist.>> Wer sich mit managed-Switches befasst, wird höchst selten eine> Fritz!-Box im Netz haben.
Sobald demjenigen die Ethernetbuchsen ausgehen wird er sich nach einem
Switch umsehen.
Ob's dann ein managed Switch wird, das steht noch auf einem anderen
Blatt, aber zumindest die Smart managed Switchs mit Webinterfache sind
im Heimbereich schon so günstig zu haben, dass die Chance groß ist, dass
er zumindest so einen erwischt und die Marketingabteilung wird mit der
Einstellungsmöglichkeit im Webinterface sicher werben.
Ob man aber auch eine CLI dazu bekommt, das ist noch einmal ein ganz
anderes Thema. Bei AVM wohl eher nicht.
>> Wäre sicher interessant: AVM-Switch mit USB Anschluß, integriertem DECT,> Kamera und was an Blödsinn denen sonst noch einfällt. Anders gesagt: Ich> verüble AVM deren Featurewahn, dass sie keinen puren DSL-Router ohne> diesen ganzen Spielekram anbieten.
Der USB Anschluss ist für die im Heimnetz üblichen GDI Drucker ohne
eigene Netzwerkfunktion. Zumindest waren die vor einigen Jahren noch
Standard.
Mit dem integrierten DECT spart man sich die Basisstation.
Die NAS Funktion hast du noch vergessen.
Solange die Sicherheit gewahrt wird, stört mich das im Router nicht.
Ich stimme dir aber zu, dass ich das in einem Switch auch nicht
benötigen würde.
Nano schrieb:> Sobald demjenigen die Ethernetbuchsen ausgehen> wird er sich nach einem Switch umsehen.
Und wird da vermutlich bei Media Markt für einen kleinen zweistelligen
Eurobetrag fündig. Natürlich nicht managed, aber hinreichend schnell,
billig und mit Rückgaberecht.
Ich verstehe unter SoHo eher Selbstständige, die sich zuhause ein Zimmer
für den Kram eingerichtet haben und schlicht die gesamte Infrastruktur
(bis auf den Computer) mit dem restlichen Haushalt teilen. Da spielt
sowas alles keine Rolle.
Nano schrieb:> Der USB Anschluss ist für die im Heimnetz üblichen GDI Drucker ohne> eigene Netzwerkfunktion. Zumindest waren die vor einigen Jahren noch> Standard.
Sind es meines Wissens noch immer. Zumindest haben wir beim letzten
Druckerkauf die Variante ohne Netzwerk erwischt. Seitdem habe ich nur
gebrauchte S/W-Laserdrucker gekauft - für extrem geringe Nutzung.
Nano schrieb:> Die NAS Funktion hast du noch vergessen.
Viel interessanter finde ich den Anrufbeantworter, der die
Aufzeichnungen auf den USB-Stick schreibt. Der ist für mich praktisch,
weil ich oft nicht zuhause bin, wenn mich jemand aus Deutschland (via
SIP) erreichen möchte. (Handy ist für Notfälle, außerdem bin ich eh
zuweit weg.)
Fast niemand wird alle Funktionen der FritzBox brauchen, aber jeder
braucht sein anderes Subset. Und bisher habe ich nur wenig andere Geräte
gefunden, die genau das können, was ich brauche. DSL gehört da übrigens
nichtmal dazu.
Nano schrieb:> Solange die Sicherheit gewahrt wird, stört mich das im Router nicht.
Eben, und da ist AVM relativ weit vorne mit dabei. Außerdem ist das
Webinterface hinreichend fähig für erweiterte Einstellungen und notfalls
kann man per Telnet drauf umherprügeln.
S. R. schrieb:> und notfalls kann man per Telnet drauf umherprügeln.
Das geht schon sehr lange nicht mehr, oder ist da etwa in den neueren
FritzOS-Versionen wieder ein undokumentierter Telnet-Zugang geschaffen
worden?
S. R. schrieb:> Ich verstehe unter SoHo eher Selbstständige, die sich zuhause ein Zimmer> für den Kram eingerichtet haben und schlicht die gesamte Infrastruktur> (bis auf den Computer) mit dem restlichen Haushalt teilen.
Selbstständige fallen natürlich auch unter den Begriff SoHo, aber da
sind auch Kleinunternehmen oder sonstige Unternehmensformen mit
vielleicht
ca. maximal 25 Mitarbeiter dabei.
https://de.wikipedia.org/wiki/Small_Office,_Home_Office
Letzten Endes kommt es auf die Anzahl der Arbeitsplätze an und bis zu
wie vielen Arbeitsplätzen die Firma mit reiner SoHO Hard- und Software
noch zu managen ist.
Eine Baufirma mit 25 Mitarbeitern wird bspw. vielleicht nur 3
Mitarbeiter im Büro haben, für die reichen SoHo Lösungen allemal.
Sobald es mit SoHo Lösungen nicht mehr zu managen ist bzw. der Aufwand
zu hoch wird, also mit Enterprise Lösungen deutlich kostengünstiger oder
weniger aufwendig wäre, wird es höchste Zeit über Enterprise Lösungen
nachzudenken.
> Sind es meines Wissens noch immer. Zumindest haben wir beim letzten> Druckerkauf die Variante ohne Netzwerk erwischt. Seitdem habe ich nur> gebrauchte S/W-Laserdrucker gekauft - für extrem geringe Nutzung.
Ja, das kommt heute möglicherweise auch auf den Kunden an, die
Netzwerkfähigen µC sind so günstig geworden, das heute eine
Netzwerkfunktion kaum noch Geld kostet und daher alle möglichen Geräte
mit so etwas ausgestattet werden, selbst Fernseher sind dabei und wenn
die Leute vom Smartphone aus Drucken wollen, dann führt sowieso kein Weg
mehr an einem Netzwerkdrucker vorbei. Wer will da schon erst seinen
Rechner anmachen müssen, damit der Drucker zur Verfügung steht?
Früher ging die Netzwerkfunktion noch richtig ins Geld.
Der Nachteil von Netzwerkdruckern ist der fehlende Support.
Ich habe mir vor ca. 7 Jahren gezielt einen Netzwerkfähigen Drucker
gekauft, allerdings auch bewusst keinen Laserdrucker, sondern einen
sparsamen Farbtintenstrahldrucker.
Die sind schneller verfügbar, flexibel Einsetzbar und stinken weniger,
zum Tinte sparen muss man sie aber über das ganze Jahr hinweg im
Standbydauerbetrieb anlassen, dann ist der Tintenverbrauch niedrig. Im
Standby brauchen die nicht viel, daher ist der Dauerbetrieb kein
Problem.
Tintendrucker darf man nicht ausschalten, denn dann brauchen sie beim
Einschalten zu viel Tinte.
Laserdrucker brauchen zum Hochfahren zu lange, die Trommel muss bspw.
erstmal beheizt werden, das kostet jede Menge Energie und Zeit, ohne
extra Druckerraum sind die auch kein Zuckerschlecken usw..
> Fast niemand wird alle Funktionen der FritzBox brauchen, aber jeder> braucht sein anderes Subset. Und bisher habe ich nur wenig andere Geräte> gefunden, die genau das können, was ich brauche.
Ich bin mit meiner FritzBox auch hochzufrieden und will da gar nichts
anderes.
Nano schrieb:> Manfred schrieb:>> Nano schrieb:>>> warum AVM keine Switches baut?>>>> Der typische AVM-Kunde weiß garnicht, was ein Switch ist.>>>> Wer sich mit managed-Switches befasst, wird höchst selten eine>> Fritz!-Box im Netz haben.>> Sobald demjenigen die Ethernetbuchsen ausgehen wird er sich nach einem> Switch umsehen.
Und kauft sich -so wie ich- für ~10 Euro einen unmanaged 8-Port Gigabit
Switch.
Manged switch im small office.
Bei 3-5 clients: egal.
Bei 20+ clients...
Meine Güte so ein switch kostet doch kaum Geld für die Hardware.
Das was Geld kostet ist das Aufsetzen des Managements. Oder glaubst du
das in der Steuerberaterbude einer derjenigen die da arbeiten (lies:
Geld in die Firma trägt) das machen soll.
Komfortabler ist es das Ding inkl übriger aktiver Netzwerkgeschichten
und Service zu mieten.
Ricardo hat das mit dem komarativen Kostenvorteil schon vor ein paar
Tagen mal ausklabüstert.
X2 schrieb:> A. K. schrieb:>> Wer bei Switches, Routern und APs vielfältige Features sucht und wenig>> zahlen will, der kann sich beispielsweise bei MicroTik umsehen. Die>> sitzen sogar innerhalb der EU, in Lettland.>> https://www.heise.de/security/meldung/MikroTik-Hunderttausende-Router-schuerfen-heimlich-Kryptogeld-4243857.html
Das sollte man als Qualitätsstempel sehen:
Einige der MikroTik Router haben richtig Rechenpower, die halt begehrt
ist.
Die Sicherheitslücke ist mittels Firmwareupdate geschlossen.
Andere sonstwie toll angepriesene Gbps Router haben zwar einen Port der
sich als Gigabit ausgiebt, aber die Rechenleistung reicht nur für ein
Routing so um die 60-100 Mbps. Da muss man ja 10-20 mal soviele
Angreifen um dasselbe Resultat zu haben.
schlaubi schrieb:> Den richtig geilen Switchsch..ss macht Arista!
Wieviel kostet denn bei Arista ein kleiner Switch für den
fortgeschrittenen SoHo-Anwender mit 8 Ports Gbit?
> Wieviel kostet denn bei Arista ein kleiner Switch für den> fortgeschrittenen SoHo-Anwender mit 8 Ports Gbit?
Mit Gbit geben die sich nicht ab.
Eher 48/52 Port 10Gig/40Gig/100Gig.
Und garantierten Latenzen...
Versuchs mit nem kleinen HP. Sowas tut bei mir auch.
8 Port. 16 Gbit nonblocking Backplane.
Ca. 50 Eu.
Evtl. koennte ja auch ein gebrauchter Cisco 3750 dein Interesse finden?
Muesste aber abgeholt werden. Und ein kleiner Unkostenbeitrag taete auch
anfallen.
Wenn die ohne groessere Last laufen, ist das Lueftergeraeusch noch
einigermassen akzeptabel.
> Die (Pseudo-) Frage sollte dich in hiesige Sphären zurück holen.
Naja, eher sollte einem klar werden, dass AVM in den Regionen
geistig nicht mitbieten kann.
Gelegentlich schaffen es schon 10 Gigkarten in den Schrott,
respektive das Mutterbrett hat schon 2 davon.
Da liegt die Frage nach einem passenden Switch nicht so weit weg.
schlaubi schrieb:> Naja, eher sollte einem klar werden, dass AVM in den Regionen> geistig nicht mitbieten kann.
Das hatte ich ganz oben ja schon erwähnt.
100Gb sind aber auch jenseits meiner Sphäre. Mehr als 10Gb haben wir
bisher nirgends benötigt.
schlaubi schrieb:>> Mehr als 10Gb haben wir bisher nirgends benötigt.>> Der Appetit kommt beim Essen.
Anders als im Lokal kommt bei so etwas die Rechnung vor dem Essen. Da
deren Finanzierung wiederum schon lange vorher Appetit voraussetzt,
funktioniert dein Umkehrprinzip also nicht. Sehr zum Leidwesen der VBs.
Bei Software könnte das Anfixen eigentlich besser funktionieren, da der
Anbieter damit ja keine konkreten Beschaffungskosten hat. Aber wenn das
Essen lange nach der Speisung immer noch fett und schwer verdaulich im
Magen liegt und genau dann die verspätete erste saftige Rechnung
eintrudelt, dann kommt das Essen oben wieder raus. Und der Übermut
findet ein Ende.
Sebastian L. schrieb:> Manged switch im small office.> Bei 3-5 clients: egal.
Das ist nicht egal, denn der 5. Client ist ein NAS oder sonstiger
interner Server mit extra IPMI Zugang, den IPMI Zugang willst du nicht
im gleichen LAN haben.
Also brauchst du einen VLAN fähigen Switch und da du auch gleich noch
deinem IPMI Zugang via DHCP automatisch eine IP vergeben willst, bist
du schon bei Layer 3 Switches.
Jack schrieb:> Die ganze Internet-Infrastruktur ist ein wackeliges Gebäude. Ich haben> mal die Cisco-Liste nach Switches gefiltert> https://tools.cisco.com/security/center/publicationListing.x?product=Cisco&keyword=switch&sort=-day_sir&limit=100#~Vulnerabilities> Da kann man schon Angst bekommen.
Die Liste ist doch beruhigend.
Es sind bekannte und in der Regel somit geschlossene Sicherheitslücken.
CVE Meldungen sagen nichts über die Qualität der Software aus, sondern
sie sagen aus, dass sich der Hersteller um Sicherheitslücken kümmert.
Angst machen mir eher die Geräte von Herstellern, wo es gar keine CVE
Nummern gibt. Bei denen kannst du davon ausgehen, dass da gar nichts
gefixt und alles unter den Teppich gekehrt wird und die Dinger voller
Sicherheitslücken sind.
Plastikrouter sind in erster Linie ein Embedded-System und machen den
Rest in Software. Je nach Modell klebt da noch ein OEM-Switch-IC mit
drauf um mehr Netzwerkports bereit zu stellen.
In der Software kann man natürlich auch mit sowas wie VLANs umgehen. Das
wird ja für Glasfaserbasierte Internetanschlüsse genutzt. Und was steckt
sonst hinter dem Gastzugang der Fritzbox daheim?
Aber es ist halt in Software implementiert.
"Richtige" Switches hingegen sind in erster Linie Hardware. Daten
schaufeln macht ein spezialisierter IC (oder mehrere) und dazu kommt ein
Embedded-System für die Steuerung (oder auch nicht, dann isser halt
nicht managebar).
Das sind also zwei völlig unterschiedliche Baustellen.
Im Gegensatz zu Plastikroutern machen professionelle Layer3-Switches -
egal ob da HPE/Aruba, Cisco, Extreme Networks, Huawei oder sonstwas
drauf steht - auch das Routing mehr oder weniger in Hardware. Der
Prozessor muss da nur einmal die Route (egal ob L2 oder L3) berechnen,
lädt das dann in die speziellen ASICs hoch und die machen den Rest
bitteschön alleine.
CPU-Last entsteht hier nur durch die Verarbeitung von
Routinginformationen, aber praktisch nicht durch Traffic.
Die Datenraten aktueller Switches wären mit vertretbarem Aufwand anders
gar nicht zu schaffen: 10-40Gbit/s im Distribution-Bereich Standard,
100GBit für das RZ ist nix exotisches mehr sondern problemlos ab Lager
kaufbar.
Sowas in Software non-blocking mit geringsten Latenzen durchschieben?
Was für Monsterhardware soll man in die Kisten rein bauen?
Auf der anderen Seite bei den Netzwerkkarten wird das übrigens genau so
gemacht. Möglichst viel vom Pakethandling und Protokoll soll der
Prozessor auf der Karte machen. Im Idealfall reicht es wenn die CPU über
den Treiber sagt: Der Haufen Daten an Speicheradresse X bitte per
Netzwerk an Zieladresse y.
In dieser Region benutzen die Hersteller dann aber auch keine
08/15-OEM-Chips mehr sondern backen sich ihre eigene Hardware. Und das
Knowhow dazu ist deren Tafelsilber.
Dass es keine FritzBoxen im professionellen Bereich gibt, stimmt so
allerdings auch nicht:
Zwar nutzen die wenigsten Organisationen mit mehr als einer Handvoll
Rechnern sowas als Internetzugang für alle ihre Mitarbeiter. Aber so ein
DSLer an den man Kisten hängen kann, die nicht ins interne Netz sollen,
wo mal ein externer Mitarbeiter mit seinem Laptop dran kommt, wo man mal
den eigenen VPN-Zugang von außen testen kann, für ein Gäste-WLAN? Den
findet man fast immer, und oft klemmt da auch eine Schachtel aus dem
Hause AVM dran.
Und daneben im Rack hängt dann halt der Router für eine STM-4
(622Mbit/s) neben dem Firewall-Equipment für den Produktivzugang.
P. W. schrieb:> "Richtige" Switches hingegen sind in erster Linie Hardware. Daten> schaufeln macht ein spezialisierter IC (oder mehrere) und dazu kommt ein> Embedded-System für die Steuerung (oder auch nicht, dann isser halt> nicht managebar).> Das sind also zwei völlig unterschiedliche Baustellen.>> Im Gegensatz zu Plastikroutern machen professionelle Layer3-Switches -> egal ob da HPE/Aruba, Cisco, Extreme Networks, Huawei oder sonstwas> drauf steht - auch das Routing mehr oder weniger in Hardware.
Alles richtig, aber so etwas erkennt man nicht zwangsläufig am Gehäuse,
sondern da müsste man schon aufs Board schauen was da für ICs verbaut
sind.
Wie sieht es bspw. deiner Meinung nach bei diesem Router aus?
Schaufelt der in Hardware oder in Software?
https://omnia.turris.cz/en/
Hier habe ich mal ein Bild vom Innenleben einer Fritzbox 6360 cable
gefunden:
https://frixtender.de/wp-content/uploads/2015/02/FritzBox-6360-1.jpg
Die 4 Ports oben auf der linken Seite sind 4 x 1 GBit/S Ports.
Alle 4 haben jeweils einen dedizierten IC.
Diese sind alle mit einem weiteren IC verbunden, das könnte eventuell
eine Hardwarelösung sein.
Denn rechts unten von diesem IC ist noch ein weiterer zu sehen, das
könnte erst der µC sein.
Die Fritz!Box 3630 Cable hat übrigens ein Gehäuse aus Plastik.
> Wozu genau braucht ein WAN-Router noch mal einen Gigabit-Switch?
Um bei begrenzter Anzahl von Netzwerkgeraeten eben genau einen
solchen als extra Geraet einzusparen.
P. W. schrieb:> Dass es keine FritzBoxen im professionellen Bereich gibt, stimmt so> allerdings auch nicht:> Zwar nutzen die wenigsten Organisationen mit mehr als einer Handvoll> Rechnern sowas als Internetzugang für alle ihre Mitarbeiter. Aber so ein> DSLer an den man Kisten hängen kann, die nicht ins interne Netz sollen,> wo mal ein externer Mitarbeiter mit seinem Laptop dran kommt, wo man mal> den eigenen VPN-Zugang von außen testen kann, für ein Gäste-WLAN? Den> findet man fast immer, und oft klemmt da auch eine Schachtel aus dem> Hause AVM dran.
Naja, ganz so ist das dann doch nicht. Denn in Unternehmen mit
ordentlicher IT will man ja auch ein vernünftiges Monitoring und auch
vernünftige Konfigurationsmöglichkeiten.
Mit LANCOM gibt es da ein weiteres deutsches Unternehmen, deren Router
gar nicht mal so viel teurer sind als Fritzboxen, dafür aber sehr viel
mehr bieten.
Linux T. schrieb:> Denn in Unternehmen mit ordentlicher IT
Um die es ja ursprünglich nicht ging. :-)
Die ganzen Management-Fähigkeiten von gutem Equipment sind zwar nett,
aber kosten viel Zeit und sind nur dann nützlich, wenn man die
Infrastruktur unbedingt erhalten muss. Dazu gehören dann auch
Vorbereitung, Notfallplanung und Ersatzgeräte (die ebenfalls
abgeschrieben werden).
Im Schadensfall (also vielleicht einmal im Jahr) zum Media Markt fahren
und dort eine kleine Pappschachtel mit Plastikgerät drin kaufen dauert
vielleicht einen halben Arbeitstag. Soviel Wertschöpfung muss man als
Unternehmen in der Zeit erstmal hinbekommen, um einen IT-Admin mit
passender Infrastruktur zu rechtfertigen.
Und wenn es wirklich brennt, dann nimmt man sich ein Smartphone mit
USB-Tethering und den alten 10 MBit-Hub aus der Grabbelkiste und bleibt
eingeschränkt produktiv, während der Kollege schnell zum Media Markt
fährt.
Um zur Frage zurück zu kommen.
Weil es keinen Markt dafür gibt. Managed Switches benötigt der
SoHo-Kunde praktisch nie, dafür ist in aller Regel auch kein Know-How
vorhanden. Und ein managed Switch kostet nun einmal immer mehr als ein
unmanaged.
Blieben als Zielgruppe nur die Techniknerds oder die Laberköppe... (und
beide sind i.d.R. sparsam bis geizig.)
Selbst wenn man zwei Netze braucht, z.B. weil man IT und IP-Telefon
trennen möchte (warum auch immer), kann man einfach zwei unmanaged
Switches einsetzen, die funktionieren dann auch out-of-the-box.
Und die, die es wirklich benötigen, achten in der Regel darauf, daß die
ganze Netzinfrastruktur aus einer Hand kommt. Da kommen dann Größen wie
Cisco oder HP ins Spiel.
S. R. schrieb:> Im Schadensfall (also vielleicht einmal im Jahr) zum Media Markt fahren> und dort eine kleine Pappschachtel mit Plastikgerät drin kaufen dauert> vielleicht einen halben Arbeitstag. Soviel Wertschöpfung muss man als> Unternehmen in der Zeit erstmal hinbekommen, um einen IT-Admin mit> passender Infrastruktur zu rechtfertigen.>> Und wenn es wirklich brennt, dann nimmt man sich ein Smartphone mit> USB-Tethering und den alten 10 MBit-Hub aus der Grabbelkiste und bleibt> eingeschränkt produktiv, während der Kollege schnell zum Media Markt> fährt.
Im Unternehmen braucht man einen Switch/Router der die Produktiv erhält
und steigert.
Also einen Switch bzw. Router der auch dann beim Datendurchsatz nicht
einbricht, wenn alle Mitarbeiter fleißig Daten darüber transportieren
wollen.
So etwas kriegst du von einem 50 € Switch im Mediamarkt nicht geboten.
Dieser kann also bestenfalls nur als Übergangslösung für wenige Tage
herhalten bis wieder richtige Hardware da ist.
Nano schrieb:> Im Unternehmen braucht man einen Switch/Router> der die Produktiv erhält und steigert.
Das hängt stark vom Unternehmen ab. In einem Softwarekonzern sind ein
paar Ausfallstunden richtig teuer. In einem mir bekannten Restaurant
würde ein Routerausfall dagegen nichtmal bemerkt, außer dass WLAN nicht
mehr geht. Selbst die Kosten für einen totalen Kassenausfall (die nicht
darüber laufen) sind eher gering.
Nano schrieb:> Also einen Switch bzw. Router der auch dann beim Datendurchsatz nicht> einbricht, wenn alle Mitarbeiter fleißig Daten darüber transportieren> wollen.
Jeder halbwegs billige Rotz-Router sollte in der Lage sein, die 20 MBps
reale Internetbandbreite von den fünf gerade wirklich Daten schaufelnden
Mitarbeitern zu routen.
Wenn da zig Mitarbeiter ständig große Datenmengen bewegen müssen, oder
man entsprechend viele Kunden auf der Datenbank hat, braucht man
schwereres Eisen, logisch. Plus die Kompetenz, damit umzugehen und die
Zeit, es einzurichten und zu warten. Die hat man dann aber auch, denn:
Dann landet man ganz schnell bei Infrastruktur, z.B. mit Domains,
zentraler Speicherung mit Backuplösung etc. Das kann zwar auch ein
kleines NAS mit Samba sein, aber die Konzepte unterscheiden sich
erheblich. Infrastruktur muss gepflegt werden und verursacht Kosten,
die mit steigender Komplexität zunehmen - die Wertschöpfung muss gegeben
sein, dass es sich lohnt.
Es gibt definitiv Grenzen der Billiglösung. Ein Wohnheim mit 100
Studenten an Glasfaser anzuschließen gehört definitiv dazu (zum Glück
musste ich da nicht wohnen). Das ist mir bewusst. Aber für SoHo sehe ich
die eigentlich nicht.
Gerd E. schrieb:> Nein, sehr viele Fritzboxen lassen sich nicht als reine VDSL-Modems> benutzen.
Unsinn. Das ist Grundfunktionalität, seit ewigen Zeiten bis
einschließlich heute. Und die funktioniert auch tatsächlich. Bis heute.
Bei jeder FB.
Wenn du anderer Meinung bist, dann solltest du wohl zumindest ein
einziges konkretes Beispiel für eine FB liefern können, die sich nicht
als Modem benutzen läßt...
S. R. schrieb:>> Nano schrieb:>> Also einen Switch bzw. Router der auch dann beim Datendurchsatz nicht>> einbricht, wenn alle Mitarbeiter fleißig Daten darüber transportieren>> wollen.>> Jeder halbwegs billige Rotz-Router sollte in der Lage sein, die 20 MBps> reale Internetbandbreite von den fünf gerade wirklich Daten schaufelnden> Mitarbeitern zu routen.
In einem Unternehmensnetzwerk hast du nicht nur das Internet als
Datenquelle, da sind auch Datenbanken, NAS Storage Systeme, Fileserver,
CMS Systeme und vielleicht auch noch Thin Clients im Einsatz.
In Heimnetzen dürfte es allerdings in der Tat nur das NAS sein, an dem
man ein ausgelastetes Netzwerk mit dem Billigswitch bemerkt.
Vorausgesetzt natürlich, man ist einen höheren Datendurchsatz gewohnt,
also das man überhaupt in der Kenntnis ist, dass es auch schneller gehen
könnte.
c-hater schrieb:> Gerd E. schrieb:>>> Nein, sehr viele Fritzboxen lassen sich nicht als reine VDSL-Modems>> benutzen.>> Unsinn. Das ist Grundfunktionalität, seit ewigen Zeiten bis> einschließlich heute. Und die funktioniert auch tatsächlich. Bis heute.> Bei jeder FB.>> Wenn du anderer Meinung bist, dann solltest du wohl zumindest ein> einziges konkretes Beispiel für eine FB liefern können, die sich nicht> als Modem benutzen läßt...
Ich bin zwar nicht der Gerd, aber antworte mal darauf.
Die ganzen Kabelboxen haben meines Wissens nach keine DSL Einheit.
Meine Fritzbox 6360 Cable wäre am Telefonanschluss also ziemlich
nutzlos.
Nano schrieb:>> einziges konkretes Beispiel für eine FB liefern können, die sich nicht>> als Modem benutzen läßt...>> Die ganzen Kabelboxen haben meines Wissens nach keine DSL Einheit.
Ein Modem haben sie schon, nur eben ein Kabelmodem. Allerdings kann man
sie vielleicht nicht als reines Modem betreiben, wenn gebranded, sondern
nur als Router.
... oh mann!
Damit die Fritze als reines VDSL Modem betreibbar ist sollte es
natürlich ne VDSL Fritze sein.
DSL Fritzen sind ja auch nicht als VDSL Modem betreibbar.
zB die Teledoof Sh*tports können teilweise nicht als VDSL Modem
betrieben werden wie das ehemals sauteure W921
Nano schrieb:> In einem Unternehmensnetzwerk hast du nicht nur das Internet als> Datenquelle, da sind auch Datenbanken, NAS Storage Systeme, Fileserver,> CMS Systeme und vielleicht auch noch Thin Clients im Einsatz.
Und warum sollte das alles über den Router laufen?
MfG Klaus
Klaus schrieb:> Nano schrieb:>> In einem Unternehmensnetzwerk hast du nicht nur das Internet als>> Datenquelle, da sind auch Datenbanken, NAS Storage Systeme, Fileserver,>> CMS Systeme und vielleicht auch noch Thin Clients im Einsatz.>> Und warum sollte das alles über den Router laufen?>> MfG Klaus
Es ging um die Switches bzw. Router die im LAN verwendet werden.
Siehe:
Beitrag "Re: Warum entwickelt AVM eigentlich keine managed Switches?"
@Nano:
Der Omnia-Router ist ein OpenWRT basiertes Embedded-System. Steht ja so
auch dran. Fällt also auch eher in die Kategorie Plastikrouter, obwohl
das Gehäuse aus Blech ist und der von den Hardwareparametern mit
SFP-Slot und Serieller Konsole einen eher besseren Eindruck macht.
Letzten Endes steckt auch da wieder ein Switch IC von irgendeinem OEM
drin um die Ethernet-Ports miteinander zu verbinden. Alles was über den
reinen Ethernet-Datentransfer hinaus geht, wird der genauso wie alle
Anderen Router in dieser Größenordnung an den Prozessor abgeben. Solche
Späße wie NAT mit Filterregeln und VLANs in Wirespeed werden da
vermutlich knifflig.
Der Unterschied ist das herstellerspezifische Spezial-IC. Und nebenbei
einige tausend Euro - pro Gerät.
@Linux T.: Richtig lesen bitte.
Ich rede von einem kleinen DSLer der in der Ecke vor sich hin dümpelt
und der nichts mit den geschäftskritischen Anwendungen zu tun hat. Da
hängt man dann logischerweise auch keine zig-tausend-Euro-Kiste dran.
Und natürlich findet man auch ELSA... ähh ich meine natürlich
Lancom-Router. Hab ich selbst verbaut, denn die Dinger sind im Gegensatz
zu den Fritzen mit entsprechendem Kit vom Hersteller aus vorgesehen
Rackmount-fähig.
A. K. schrieb:> Ein Modem haben sie schon, nur eben ein Kabelmodem. Allerdings kann man> sie vielleicht nicht als reines Modem betreiben, wenn gebranded, sondern> nur als Router.
Selbst bei gebrandeten Kabel-Boxen ist das prinzipiell problemlos
möglich. Das ist keine technische Restriktion, war es nie.
Man braucht nur die PPP-Zugangsdaten. Dank der aktuellen Gesetzeslage
hat man aber inzwischen einen ANSPRUCH darauf, diese zu erfahren. Der
Provider muss sie rausrücken. Einige Provider ziehen sich allerdings
noch auf das Rechtskonstrukt zurück, dass dies nur für Neuverträge gilt,
leider hat der Gesetzgeber versäumt, das klar zu regeln. Da war wohl die
Lobby dieser gierigen Dreckschweine aktiv. Die wissen ganz genau, dass
es für viele Leute keine Alternative gibt und deswegen nicht einmal die
Möglichkeit, überzeugend mit einer Vertragskündigung zu drohen...
Aber das ist nur eine Frage der Zeit.
Wer den Arsch in der Hose hat, auch mal eine Weile ohne schnelles
Internet auszukommen, der kündigt einfach schon heute diesen
restriktiven Dreck und schließt dann einfach neu ab. Dann MÜSSEN diese
Wichser die Zugangsdaten liefern...
Das wissen die allerdings natürlich auch und bestehen in solchen Fällen
derzeit auf Rückgabe der gemieteten FB. D.h.: man muss auch noch ein
neues Gerät kaufen. Das wird wohl so bleiben, bis irgendwer einen
entsprechenden Prozess bis in die höchste Instanz treibt. Was vermutlich
nicht passieren wird, denn das wäre sehr teuer und der Ausgang ist
durchaus nicht sicher. Richter haben leider typisch keinerlei Ahnung von
IT.
Aber gut zu wissen: die Fritzbox war nicht Schuld an den
Einschränkungen, also sollte man sie beim Neukauf durchaus in Betracht
ziehen. Denn sie tut, was sie soll, ist wirklich vergleichsweise einfach
zu konfigurieren und hat weitaus besseren Support bezüglich potentieller
Sicherheitsprobleme als jeder andere Consumer-Router, der in DE verkauft
wird...
Mit einer Ausnahme allerdings: VPN. Dem würde ich nicht trauen. IKEv2
können auch die aktuellen Fritzboxen noch nicht, auch keine
zertifikats-gesicherten VPNs. Ich habe keine Ahnung, warum nicht.
Technisch sollte es absolut kein Problem sein, die von AVM verwendete
VPN-Software (racoon) unterstützt beides seit vielen Jahren. Irgendwer
scheint AVM zu verbieten, das umzusetzen. Der BND? Keine Ahnung, wäre
aber durchaus denkbar...
c-hater schrieb:> Aber gut zu wissen: die Fritzbox war nicht Schuld> an den Einschränkungen, also sollte man sie beim> Neukauf durchaus in Betracht ziehen.
Och, die Fritboxen haben den Providern schon einigen Ärger eingebracht.
Zum Beispiel, wenn auf dem platten Land "maximal 2 MBit/s" (für
extra-teuer) gehen, die Fritzbox aber einen stabilen 20 MBit/s-Link
angezeigt hat... und das vertraglich beschränkte Zehntel davon.
Allein dafür sind die mir schon sympathisch.
c-hater schrieb:> Man braucht nur die PPP-Zugangsdaten. Dank der aktuellen Gesetzeslage> hat man aber inzwischen einen ANSPRUCH darauf, diese zu erfahren.
Ja, das schon. Mit einem eigenen Gerät kann man die dann auch nutzen.
Aber hat man auch einen Anspruch darauf, dass der Provider den
üblicherweise von denen gestellten Router zum Modem degradiert? Ihn
quasi de-branded? Im Gesetz geht es m.W. um die Öffnung für vom Kunden
gestellte Router.
> Mit einer Ausnahme allerdings: VPN. Dem würde ich nicht trauen. IKEv2> können auch die aktuellen Fritzboxen noch nicht,
Meine (@biz) bisherige Kenntnis ist, dass es bei IKEv2 nicht um mehr
Sicherheit geht, sondern um andere Kriterien. Und auch wenn IKEv2 eine
bessere Interoperabilität bringen soll, habe ich bisher den umgekehrten
Eindruck. Bei neuen VPN Kontakten versuche ich zwar erst einmal IKEv2,
wenns der Partner offen lässt. Klappt aber nicht immer, dann gibts halt
IKEv1 und das klappt. Auch bei Bintec hatte ich mit IKEv1 mehr Erfolg.
Mich (@home) stört hauptsächlich, dass man die Fritzen nicht per IPv6
VPN ansprechen oder koppeln kann. Das wäre bei DS lite recht hilfreich.
c-hater schrieb:> Der BND? Keine Ahnung, wäre aber durchaus denkbar...
Der BND ist eigentlich der Auslandsgeheimdienst. Wenn der dahinter
steckt, dann offiziell der Schweizer und Österreicher wegen, die auch
Fritzen einsetzen. Als Inlandsgeheimdienst haben wir z.B. den
Verfassungs"schutz".
A. K. schrieb:>> Mit einer Ausnahme allerdings: VPN. Dem würde ich nicht trauen. IKEv2>> können auch die aktuellen Fritzboxen noch nicht,>> Meine (@biz) bisherige Kenntnis ist, dass es bei IKEv2 nicht um mehr> Sicherheit geht, sondern um andere Kriterien.
Es geht dabei durchaus auch um mehr Sicherheit. Insbesondere darum, die
Sicherheitslücken zu schließen, die der "aggressive mode" von IKEv1
aufreisst. Relevant nur für MIM-Angriffe, aber wer wäre gerade dafür
mehr prädestiniert als ein Geheimdienst...
A. K. schrieb:> c-hater schrieb:>> Man braucht nur die PPP-Zugangsdaten. Dank der aktuellen Gesetzeslage>> hat man aber inzwischen einen ANSPRUCH darauf, diese zu erfahren.>> Ja, das schon. Mit einem eigenen Gerät kann man die dann auch nutzen.> Aber hat man auch einen Anspruch darauf, dass der Provider den> üblicherweise von denen gestellten Router zum Modem degradiert?
Ich wüßte nicht, was der Provider dagegen machen wöllte. Eine gebrandete
Fritzbox unterscheidet sich ausschließlich durch das Gehäuse von einer
originalen. Zumindest bei 1&1 ist das so. Die zieht sich auch ihre
Updates von AVM.
Da richtet man sich beim ersten Anschließen seinen Admin-Account ein und
kann dann alles um- und einstellen. Den TR-069 Quatsch sollte man
natürlich ausschalten.
c-hater schrieb:> Es geht dabei durchaus auch um mehr Sicherheit. Insbesondere darum, die> Sicherheitslücken zu schließen, die der "aggressive mode" von IKEv1> aufreisst.
Weshalb man den ja auch nicht einschaltet.
Axel S. schrieb:> Ich wüßte nicht, was der Provider dagegen machen wöllte. Eine gebrandete> Fritzbox unterscheidet sich ausschließlich durch das Gehäuse von einer> originalen. Zumindest bei 1&1 ist das so.
Ist bei den Kabel-Routern anders. Das Branding schaltet da
Funktionalität ab, darunter beispielsweise auch SIP-Telefonie.
A. K. schrieb:> c-hater schrieb:>> Es geht dabei durchaus auch um mehr Sicherheit. Insbesondere darum, die>> Sicherheitslücken zu schließen, die der "aggressive mode" von IKEv1>> aufreisst.>> Weshalb man den ja auch nicht einschaltet.
Man kann ihn nicht "nicht einschalten". Man kann ihn allenfalls
ausschalten. Was dann allerdings im Regelfall eines normalen Konsumenten
dazu führen wird, dass das VPN schlicht nicht funktioniert. Nur für
Peers mit fester IP mindestens auf der Responder-Seite funktioniert das.