Forum: Analoge Elektronik und Schaltungstechnik Leuchtstoff für Elektronenstrahl?


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von Andi R. (beefi)


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Hallo liebe Forengemeinde,

ich wollte mal fragen, ob jemand einen Tip hat, wie man am einfachsten 
einen Elektronenstrahl sichtbar machen kann.
Dabei geht es mir nicht um die Sichtbarmachung des Strahls selbst, 
sondern um die Sichtbarmachung als Punkt auf einem Schirm.

Der Klassiker wird hier wohl kupferdotiertes Zinksulfid sein...blos 
woher bekommt man sowas? Gibt es eine Art fluoreszierenden Lack, den man 
einfach auf ein Glas auftragen kann?
Der Leuchtpunkt bei Erregung reinen Glases (ohne Leuchtstoff) ist mir 
vom Kontrast her zu gering.

Gruß,
Andi

von Marc Horby (Gast)


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Zinksulfid

von georg (Gast)


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Andi R. schrieb:
> ob jemand einen Tip hat, wie man am einfachsten
> einen Elektronenstrahl sichtbar machen kann.

Besorg dir eine alte Fernsehröhre (monochrom) und schneide den ganzen 
Kolben ab.

Georg

von Veit D. (devil-elec)


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Ich hätte jetzt gedacht Phosphor wäre die gesuchte Antwort gewesen.

von Marc Horby (Gast)


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Veit D. schrieb:
> Ich hätte jetzt gedacht Phosphor wäre die gesuchte Antwort
> gewesen.

Überlege doch mal woher der Begriff "Phosphoreszenz" und "Fluoreszenz" 
kommt...

von Veit D. (devil-elec)


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Was ist in dem Zusammenhang mit dem Begriff Phosphor falsch?

von Marc Horby (Gast)


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Veit D. schrieb:
> Was ist in dem Zusammenhang mit dem Begriff Phosphor falsch?

->

Marc Horby schrieb:
> Überlege doch mal woher der Begriff "Phosphoreszenz" und "Fluoreszenz"
> kommt...

von hinz (Gast)


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Veit D. schrieb:
> Was ist in dem Zusammenhang mit dem Begriff Phosphor falsch?

Weshalb stellt IBM keine Elektronengehirne mehr her?

von hinz (Gast)


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Andi R. schrieb:
> Der Klassiker wird hier wohl kupferdotiertes Zinksulfid sein...blos
> woher bekommt man sowas?

Leuchtpigment.


> Gibt es eine Art fluoreszierenden Lack, den man
> einfach auf ein Glas auftragen kann?

Klarlack/Kleber + s.o.

Gibts auch fertig angerührt.

von Hp M. (nachtmix)


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Andi R. schrieb:
> Der Klassiker wird hier wohl kupferdotiertes Zinksulfid sein...blos
> woher bekommt man sowas?

Im Bastelbedarf, dort wo man auch Gießharz, Künstlerfarben, bunte Folien 
etc. bekommt.
Kommt als flüssige nachleuchtende Farbe in Gläschen mit vllt. 5ml 
Inhalt.
Leider ist das Pigment mit einem organischen Bindemittel versehen, 
welches bei zu hoher Strahlbelastung verkohlen kann.

Auch der Leuchtstoff aus verbrauchten Leuchtstofflampen eignet sich 
wahrscheinlich zur Anregung mit dem Elektronenstrahl.
Sei nicht traurig, wenn dieses Zeug mit den übliche  Schwarzlichtlampen, 
UV-LED und Geldscheinprüfern nicht fluoresziert. Es braucht dafür 
kurzwelliges UV, und der Elektronenstrahl sollte auch zur Anregung 
ausreichen.

von Günter Lenz (Gast)


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Andi R. schrieb:
>einen Elektronenstrahl sichtbar machen kann.

Und wo kommt der Elektronenstrahl her?
In freier Luft wirst du warscheinlich keinen
Elektronenstrahl erzeugen können, dazu braucht
man ein Vakuum.

von Purzel H. (hacky)


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Und der Elektronenstrahl muss auch abgeleitet werden, als Strom, sonst 
gibt es eine lokale Aufladung, und der Strahl kommt nicht mehr durch, 
resp laedt die Nachbarsreale auf, bis alles geladen ist.
Bedeutet eine aufgedampfte Metallschicht, die den Strom ableiten kann. 
Dann sollte der Strahl nicht zu energiereich sein um keine 
Roentgenstrahlung zu erzeugen.
Ein Vakuum sollte um die 10^-6 Milibar oder besser sein und bleiben.
Der Phosphor kommt nachher.

: Bearbeitet durch User
von Wolfgang (Gast)


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Name H. schrieb:
> Dann sollte der Strahl nicht zu energiereich sein um keine
> Roentgenstrahlung zu erzeugen.

Um irgendeinen Leuchtstoff mit der nötigen Anregungsenergie für die 
Aussendung sichtbaren Lichtes zu versorgen, reichen Energien von wenigen 
Elektronenvolt, also Beschleunigungsspannungen von wenigen Volt. Dann 
hat der Strahl aber keinerlei Steifigkeit und das Erdmagnetfeld macht 
damit, was es will. Praktikabel ist das nicht wirklich.

von Purzel H. (hacky)


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Roentgenstrahle gibt's ab vielleicht 10kV. Dann kommt es drauf an, 
worauf man ballert. Muss ja nicht Schwermetall sein.

von Soul E. (souleye) Benutzerseite


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Veit D. schrieb:

> Ich hätte jetzt gedacht Phosphor wäre die gesuchte Antwort gewesen.

"Phosphor" ist das englische Wort für "Leuchtstoff". Mit dem chemischen 
Element gleichen Namens hat das nur historische Verwandschaft (über die 
"Phosphoreszenz").

Eine direkte Übersetzung geht genauso schief wie bei "silicon" <> 
"Silikon", "rock" <> "Rock" oder "sensible" <> "sensibel". "False 
friends" nannte unser Englischlehrer seinerzeit solche Kombinationen.

von hinz (Gast)


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soul e. schrieb:
> "Phosphor" ist das englische Wort für "Leuchtstoff".

War aber im Deutschen auch mal gebräuchlich.

von SC2 (Gast)


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Name H. schrieb:
> Dann kommt es drauf an, worauf man ballert

Worauf soll ich ballern, Sir?

von Sven W. (Gast)


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Das Thema ist mir vor einiger Zeit mal über den Weg gelaufen. Aber die 
Preise sind nicht wirklich Hobby geeignet ;-).

https://www.2spi.com/category/p47/
https://www.proxivision.de/product/scintillating-screens/

Besorge dir doch eine alte Oszi-Röhre bei ebay. Die gibt es meist für 
kleines Geld.

MfG Sven

von Marek N. (bruderm)


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Hier noch eine Application Note von HP: 
http://hpmemoryproject.org/an/pdf/an_25.pdf

von Veit D. (devil-elec)


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soul e. schrieb:
> Veit D. schrieb:
>
>> Ich hätte jetzt gedacht Phosphor wäre die gesuchte Antwort gewesen.
>
> "Phosphor" ist das englische Wort für "Leuchtstoff". Mit dem chemischen
> Element gleichen Namens hat das nur historische Verwandschaft (über die
> "Phosphoreszenz").
>
> Eine direkte Übersetzung geht genauso schief wie bei "silicon" <>
> "Silikon", "rock" <> "Rock" oder "sensible" <> "sensibel". "False
> friends" nannte unser Englischlehrer seinerzeit solche Kombinationen.

Na endlich einmal eine gescheite Antwort für nicht Chemiker.
Danke.

von S------- R. (simonr)


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Ach kommt, das ist einfach

Hatte mal vor langer Zeit Kontakt zu dem hier (Ich glaube der war es)
https://www.youtube.com/watch?v=5gGddyFz3aQ

Die Lösung:
Man nehme einige alte Energiesparlampen, zerdeppert diese, alles in 
einen sauberen Behälter und dann mit sauberem VE-Wasser den Leuchstoff 
ablösen. Die Scherben abfiltrieren und fertig.

Das ganze muss einigermaßen sauber sein , da Fremdatome (Kalk im Wasser, 
etc.) die "Quantenausbeute" vermiesen.

von hinz (Gast)


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S------- R. schrieb:
> Die Lösung:
> Man nehme einige alte Energiesparlampen, zerdeppert diese, alles in
> einen sauberen Behälter und dann mit sauberem VE-Wasser den Leuchstoff
> ablösen. Die Scherben abfiltrieren und fertig.

Aber das pöse Quecksilber!!1elf!

von Purzel H. (hacky)


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> Name H. schrieb:
>> Dann kommt es drauf an, worauf man ballert
>
>Worauf soll ich ballern, Sir?

Naja, die Elektronen knallen irgendwo auf, wo sie dann abfliessen. 
Irgend einen Leiter. Das kann ein Wolfram Draht, eine aufgedampfte 
Indium Bahn, irgend was sein. Eben.. besser nichts mit Schwermetall. 
Waere eine Alubahn machbar ? Es sollte ja keine flaechige Schicht, 
ausser sie ist duenner wie eine Wellenlaenge des Lichts, oder allenfalls 
ein Gitter mit Pixel-, oder Subpixel Aufloesung sein.

von Wolfgang (Gast)


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Name H. schrieb:
> Roentgenstrahle gibt's ab vielleicht 10kV. Dann kommt es drauf an,
> worauf man ballert.

Die Bremsstrahlung hängt nicht vom Target ab, sorry.

Zumindest Wikipedia nennt bereits Stahlung mit 100eV "Röntgenstrahlung"
https://de.wikipedia.org/wiki/R%C3%B6ntgenstrahlung

von Purzel H. (hacky)


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> Die Bremsstrahlung hängt nicht vom Target ab, sorry.

Doch sicher. Der Wirkungsquerschnitt aendert sich doch mit der 
Kernladungszahl.

von S------- R. (simonr)


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Wolfgang schrieb:
> Zumindest Wikipedia nennt bereits Stahlung mit 100eV "Röntgenstrahlung"
> https://de.wikipedia.org/wiki/R%C3%B6ntgenstrahlung

Die Grenzen sind fließend. Wir sagen dazu noch gerne XUV (Extrem UV)

Auch 100ev sind aber völlig egal, weil nahezu jedes Glas hier "zu 
macht". Schau mal hier wie die Transmission durch Standardglas aussieht: 
http://www.valleydesign.com/soda-limepic.htm
Ab 250nm (~5ev) ist es rabenschwarz. Klar, später wird es die Gammas 
wieder durchschießen. Darum hatten GY501, PD510, PL504 u.s.w. auch 
dickeres Bleiglas und nen Zeilenkäfig



Name H. schrieb:
> Doch sicher. Der Wirkungsquerschnitt aendert sich doch mit der
> Kernladungszahl.

Richtig!
Sieht man auch in der grausigen Herleitung: 
https://en.wikipedia.org/wiki/Bremsstrahlung#Quantum_mechanical_description

Der erste Term enthält ein Z^2

Unten steht dazu auch noch: "Since electron–electron bremsstrahlung is a 
function of Z and the usual electron-nucleus bremsstrahlung is a 
function of Z^2, electron–electron bremsstrahlung is negligible for 
metals. For air, however, it plays an important role in the production 
of terrestrial gamma-ray flashes."

Das ganze ist also relativ harmlos wenn du kleine Energien und "leichte" 
Elemente nutzt (Silizium, Sauerstoff (=Glas), Alu )

von Wolfgang (Gast)


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Name H. schrieb:
> Der Wirkungsquerschnitt aendert sich doch mit der
> Kernladungszahl.

Der mittlere Energieverlust im Strahl dE/dx hängt von Z² ab, aber das 
ändert nichts am Spektrum und an der Umwandlung der Elektronenenergie in 
Photonenenergie.

von M.A. S. (mse2)


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soul e. schrieb:
> "Phosphor" ist das englische Wort für "Leuchtstoff". Mit dem chemischen
> Element gleichen Namens hat das nur historische Verwandschaft (über die
> "Phosphoreszenz").

...wobei Phosphoreszenz im Prinzip eine Fluoreszenz mit längerer 
Nachleuchtdauer ist, was jedoch verwirrender Weise auch nichts mit dem 
chemischen Element Phosphor zu tun hat.

(Weisser) Phosphor leuchtet, wenn er in stiller Oxidation mit 
Luftsauerstoff reagiert. Das nennt man Chemolumineszenz, nicht 
Phosphoreszenz.
Übrigens erwärmt sich der Phosphor dabei und es kann zur 
Selbstentzündung kommen.

: Bearbeitet durch User
von M.A. S. (mse2)


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Günter Lenz schrieb:
> Und wo kommt der Elektronenstrahl her?

Das würde mich auch interessieren. Um was für einen Aufbau geht es hier?

Eine Schattenkreuzröhre oder ähnliches?

: Bearbeitet durch User
von Christoph db1uq K. (christoph_kessler)


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In der Oszilloskopröhre ist Vakuum, in der Luft könnte das schwächer 
wirken. Aber Betastrahlen sind auch Elektronen, die kann man auch 
nachweisen.

Ich würde es mit "Leuchtpapier" aus dem Bastlerbedarf versuchen, 
englisch auch unter "glow-in-the-dark" zu finden.
https://www.amazon.de/lumentics-Premium-Leuchtpapier-Druckerpapier-Laserdrucker/dp/B071V5KZ7Q

von Andi R. (beefi)


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Hallo zusammen,

vielen Dank für die Zahlreichen antworten. Hätte nicht gedacht,
dass das so ein großes Thema werden würde :)

An handelsübliche Leuchtstoffe/Lacke dachte ich auch erst...aber ich 
hätte nicht gedacht, dass sich das auch für Elektronenstrahlen eignen 
würde.
Zudem leuchten diese Stoffe ja ewig nach, oder nicht?
Ich habe jetzt mal spaßhalber bei ebay geguckt, dort gibt es tatsächlich 
Zinksulfid in Massen von verschiedenen Herstellern. Das grün leuchtende 
müsste kupferdotiert sein.
Ich denke, damit werde ich mal mein Glück probieren.

Über das Ableiten der Ladung vom Schirm habe ich mir auch schon im 
Vorfeld Gedanken gemacht. Eine Metallbedampfung wird kompliziert (aber 
nicht unmöglich). Ich habe mir überlegt, aus Leitlack und Zinksulfid 
eine leitende Leuchtbeschichtung zu mischen...vielleicht klappt das ja 
:)

Jemand schreibt von einem nötigen Druck von 10^-6 mbar...ist das 
wirklich nötig? Das sind ja 0,000000001 bar...das schafft meine Pumpe 
nicht :D
Ich habe eine mehrstufige Pfeiffer-Vakuumpumpe, welche eine Vakuum von 
mindestens 0,03 mbar erreicht...also 3 * 10^-5 bar...und das ist schon 
ordentlich.
Für nen Elektronenstrahl sollte doch auch so ne typische China-Pumpe mit 
weitaus weniger Leistung reichen, oder nicht?

Röntgenstrahlung...auch so ein Thema. Meine Anwendung würde bis etwa 5 
kV gehen. Tritt Röntgenstrahlung nicht erst jenseits der 100 kV auf? 
Zumindest Röntgenstrahlung, die der Rede wert ist. Eine normale 
Fernsehröhre mit 20-40 kV wäre ja sonst ne totale Röntgenschleuder :)

Eine gebrauchte Röhre kann ich nicht verwenden, da hier die Geometrie 
für spätere Versuche nicht passt...ich möchte eine universelle 
Vakuumkammer verwenden.
Ziel ist es erstmal, den Leuchtpunkt des Strahls einer selbstgebauten 
Elektronenkanone darzustellen und hier das Verhalten der Ablenk- und 
Fokusierspannungen zu beobachten.
Wenn das Funktioniert, hätte mich das Thema Beugung von 
niederenergetischen Elektronen an Oberflächen interessiert...aber das 
ist noch Zukunftsmusik und evtl auch nicht erreichbar.

von Purzel H. (hacky)


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Wenn zuviel Luft drin ist, machst du etwas Plasmaphysik, misst Luft, und 
die Elektronen werden nie richtig beschleunigt. Zudem wird dir die 
Elektronenquelle oxidieren...
Ja, eine Turbo ist nicht wirklich guenstig.

: Bearbeitet durch User
von Der Andere (Gast)


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Andi R. schrieb:
> Tritt Röntgenstrahlung nicht erst jenseits der 100 kV auf?

Meist du deshalb wurden alte Fernsehgeräte mit dickem Bleiglas 
ausgerüstet?
100kV ist schon nahe am oberen Maximum von medizinischen Röntgengeräten.
Rechne eher mit 1kV bis 250kV

von Wolfgang (Gast)


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Andi R. schrieb:
> Röntgenstrahlung...auch so ein Thema. Meine Anwendung würde bis etwa 5
> kV gehen. Tritt Röntgenstrahlung nicht erst jenseits der 100 kV auf?

Es gibt nicht "die Röntgenstrahlung". Der Begriff deckt einen 
Energiebereich von etwa 100eV bis 200keV..1MeV, je nach Autor. darüber 
kommt im Spektrum die ɣ-Strahlung, darunter UV-Strahlung.

von S------- R. (simonr)


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Ein Kühlschrankkompressor reicht schon dafür !

Rechne dir eben mal die freie Weglänge aus (Paschen/Towsnsend). Schon im 
Millibarbereich ist die freie Weglänge genug sodass diese in deinem Feld 
als "Beschleunigungsstrecke" ausreicht damit die Elektronen die 
Gasmoleküle ionisieren aber stetig weiterfliegen.

Du siehst dann eben einen leichten Plasmastrahl aber das wars.

von Florian R. (Firma: TU Wien) (frist)


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Hi,
Du könntest vielleicht Elektrolumineszenz Folie verwenden. Ich weiß 
nicht, ob man da eine Folienschicht beschädigungsfrei abbekommen, aber 
wenn ja, dann müsste das eigentlich gut gehen und die Ableiten kannst Du 
die Ladung da auch gleich.

Grüße
Flo

von Christoph db1uq K. (christoph_kessler)


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Sogar amerikanischen Oszilloskopen liegt eine deutsche Bescheinigung 
bei, die besagt, dass die in diesem Gerät entstehende Röntgenstrahlung 
ausreichend abgeschirmt sei.

Ich dachte, Röntgenstrahlen können erst ab einer bestimmten Spannung 
auftreten, irgendwo zwischen 20 und 30 kV, unabhängig von der Leistung. 
Das ist eine physikalische Konstante, darunter gibt es einfach gar keine 
Röntgenstrahlung. Das kann sich nicht mit steigender Spannung allmählich 
entwickeln.
In den ersten Farbfernsehern war auch nicht die Bildröhre sondern eine 
Ballasttriode Quelle von Röntgenstrahlung.
https://de.wikipedia.org/wiki/Ballasttriode

von Harald W. (wilhelms)


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Christoph db1uq K. schrieb:

> In den ersten Farbfernsehern war auch nicht die Bildröhre sondern eine
> Ballasttriode Quelle von Röntgenstrahlung.

Beides. Wobei die Röntgenstrahlung eher nach hinten und nicht
nach vorn ging.

von S------- R. (simonr)


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Christoph db1uq K. schrieb:

> Ich dachte, Röntgenstrahlen können erst ab einer bestimmten Spannung
> auftreten, irgendwo zwischen 20 und 30 kV, unabhängig von der Leistung.
> Das ist eine physikalische Konstante

Nicht wirklich. Für die charakteristische Röntgenstrahlung (=simple 
Fluoreszenz) trifft das zu. Du musst natürlich die Energie der K-alpha, 
K-beta, L-alpha etc. Level erreichen können. Die kannst du aber auch 
ohne Elektronenbeschuss anregen. Ein Röntgenfluoreszenzspektrometer 
(gibt es als schöne Handheldgeräte) macht dies ebenfalls mit 
Röntgenstrahlung. Aus höherenergetischer Röntgenstrahlung wird 
charakteristische niederenergetische.
Mit anderen Worten: Ballerst du irgendetwas nur fest genug auf ein 
Goldatom, so wird es bei 9.711keV (L-alpha) emittieren. (sofern es an 
Elektronen koppelt)

Die Röntgenbremsstrahlung hast du aber IMMER. Jede Sendeantenne 
funktioniert nach diesem Prinzip. Woimmer geladene Teilchen beschleunigt 
oder abgebremst werden.

von ● Des I. (Firma: FULL PALATINSK) (desinfector) Benutzerseite


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ich mag es überlesen haben,
aber wie gross soll denn überhaupt die Fläche sein,
die man mit Elektronen beaufschlagen will?

Format Röntgenschirm 50x50cm oder nur etwas ganz kleines,
was man sich evtl auch aus einer EM84
oder andere "Magische Augen" herausoperieren kann?

Diese Dinger gibts selbst im E-Schrott noch immer mal zu finden.
Lass die Röhrenheizung ausgebrannt sein,
der Schirm da drin sollte noch tun

von Ben B. (Firma: Funkenflug Industries) (stromkraft)


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Ein Elektronenstrahl mit höherer Leistung ist schon ziemlich gefährlich, 
sowas wird (mit wirklich hoher Leistung) zur Desinfektion eingesetzt. 
Diese Anlagen erreichen extreme Strahlungswerte, wenn ein Mensch dem zu 
nahe kommt, bekommt der in kürzester Zeit eine tödliche Strahlungsdosis 
genau wie bei einem aktiven Reaktorkern.

von Hp M. (nachtmix)


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Andi R. schrieb:
> Ich habe eine mehrstufige Pfeiffer-Vakuumpumpe, welche eine Vakuum von
> mindestens 0,03 mbar erreicht...also 3 * 10^-5 bar...und das ist schon
> ordentlich.

Kommt darauf an, wo du hin willst.
Für viele Experimente ist so eine zweistufige Drehschieberpumpe 
ausreichend, aber ein gutes Vakuum ist das längst noch nicht.

Das Problem: Durch den Elektronenbeschuss des Restgases entstehen 
positive Ionen, die auf der Kathode einschlagen und die Emissionsschicht 
verderben.
Das Strahlsystem von alte Fernsehbildröhren war deshalb mit einer 
Ionenfalle ausgerüstet.
Dazu hat man die ersten Stufen der Elektronenkanone schräg in den Hals 
eingebaut, und mit einem schwachen (40 Gauss iirc) Magnet aussen am Hals 
wurde der Elektronenstrahl in die Achsrichtung gebogen, während die in 
Gegenrichtung fliegenden Ionen wegen ihres höheren m/e-Verhältnis 
geradeaus "aus der Kurve" flogen und die Kathode nicht erreichten.

Turbomolekularpumpen sind in der Tat teuer und ebenso die zu ihren 
Betrieb benötigten Controller, aber andererseits gibt es genügend 
gebrauchte, die wegen der Preisvorstellung ihrer Besitzer unverkäuflich 
sind. Hier ist also dein Verhandlungsgeschick gefragt.
Vielleicht läuft dir ja auch mal eine Öldiffusionspumpe über den Weg. 
Dafür brauchst du dann allerdings Wasserkühlung.

von Hp M. (nachtmix)


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Andi R. schrieb:
> Eine normale
> Fernsehröhre mit 20-40 kV wäre ja sonst ne totale Röntgenschleuder :)

Ist sie auch, und deshalb befand sich zeitweilig ein Aufkleber auf der 
Rückseite der Fernsehkisten mit etwa diesem Text: "Die in diesem Gerät 
entstehende Röntgenstrahlung ist gemäß §xyz RöV ausreichend abgeschirmt.
 Maximale Beschleunigungsspannung 27kV".
Ausserdem wurde in den Serviceunterlagen stets auf die Überprüfung der 
Hochspannung hingewiesen.



Harald W. schrieb:
> Beides. Wobei die Röntgenstrahlung eher nach hinten und nicht
> nach vorn ging.

Woher weiss die Ballasttriode wo vorn, wo hinten ist?

von Hp M. (nachtmix)


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Name H. schrieb:
> Und der Elektronenstrahl muss auch abgeleitet werden, als Strom, sonst
> gibt es eine lokale Aufladung, und der Strahl kommt nicht mehr durch,
> resp laedt die Nachbarsreale auf, bis alles geladen ist.

Soweit die Theorie.
In der Praxis  braucht man aber keinen Ableiter, weil die schnellen 
Elektronen beim Einschlag auf dem Leuchtschirm Sekundärelektronen 
auslösen, wodurch sich der Schirm positiv auflädt.

von michael_ (Gast)


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Hp M. schrieb:
> Ist sie auch, und deshalb befand sich zeitweilig ein Aufkleber auf der
> Rückseite der Fernsehkisten mit etwa diesem Text: "Die in diesem Gerät
> entstehende Röntgenstrahlung ist gemäß §xyz RöV ausreichend abgeschirmt.
>  Maximale Beschleunigungsspannung 27kV".

Also was vorn ankommt, sind keine Rötgenstrahlen.
Etwaige werden noch ganz hinten im Kolben seitlich abgelenkt.
Nannte sich, glaube ich, Elektronenfalle.

von A-Freak (Gast)


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@ Autor: Hp M. (nachtmix)

> Woher weiss die Ballasttriode wo vorn, wo hinten ist?

Nach hinten und den Seiten wurde die Strahlung durch das Holzgehäuse 
wenig geschirmt, nach vorne war die Bildröhre mit Bleiglasschirm im Weg.

Btw: bei alten Projektionsgeräten waren die drei Bildröhren mit den 
Projektionslinsen oft ein versiegeltes Modul wo jede einzelne Schraube 
sitzen muße daß aus dem Schraubenloch kein Röntgenstrahl herauskam.

von Harald W. (wilhelms)


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Hp M. schrieb:

> Woher weiss die Ballasttriode wo vorn, wo hinten ist?

Vorn ist dort, wo ein dickes Stück Bleiglas zwischen Elektronik
und Mensch verbaut ist.

von ● Des I. (Firma: FULL PALATINSK) (desinfector) Benutzerseite


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das geht nich' um vorne oder hinten,
das geht um positiv oder negativ.

Mein alter Lehrmeister hat Sachverhalte
zur Verbildlichung gerne mit Bier erklärt:
Die Elektronen sind die Gäste und die Anode ist die Bar.
da wollnse nu alle hin (wenn Anodenspannung vorhanden)
Und wenn die Bar geschlossen hat (keine Anodenspannung),
bleiben die Elektronen alle zu Hause (an der Kathode)

man kann letztlich alles mit "Bier" und "Kneipe" erklären
Er war aber kein Säufer...

von Harald W. (wilhelms)


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● J-A V. schrieb:

> das geht nich' um vorne oder hinten,
> das geht um positiv oder negativ.

Genau, es ist ziemlich negativ, sich hinter einen alten
Röhrenfernseher zu stellen, wenn dieser eingeschaltet ist.
Bei Ärzten dagegen ist es meist positiv, wenn sie sagen:
"Der Befund war negativ".

von Andi R. (beefi)


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Hallo zusammen,

es ist jetzt einige Zeit vergangen. Wollte mich nochmal für die ganzen 
hilfreichen Kommentare bedanken!

Ich habe viel darüber nachgedacht und mich unterm Strich dafür 
entschieden, dieses Experiment sein zu lassen.
Zum einen ist es mir einfach zu heiß bezüglich der Röntgenstrahlung und 
zum anderen wäre das Ergebnis relativ zum Aufwand wohl nicht 
zufriedenstellend.
Dabei geht es mir speziell um das Vakuum...für Gasentladungs-Versuche 
mag meine Pumpe (3 * 10^-5 mbar) ganz gut sein, aber für einen 
"sauberen" Elektronenstrahl braucht man einfach absolutes 
Ultrahochvakuum...das ergaben noch weitere Recherchen.

Die eigentliche Frage ist aber gelöst und hat mir bestimmt für die eine 
oder andere Sache in Zukunft weitergeholfen ;)

Gruß,
Andi

von Harald W. (wilhelms)


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Andi R. schrieb:

> für einen
> "sauberen" Elektronenstrahl braucht man einfach absolutes
> Ultrahochvakuum.

Naja, für Experimente mit Wolframkathoden reichen auch 10E-6 mbar.
Die erreicht man z.B. mit einer Kombination aus Rotationspumpe
und Öldiffudsionspumpe. Ultrahochvakuum (10E-11) oder so braucht
man nur für spezielle Experimente z.B. mit Silizium, weil dieses
bei schlechteren Vacuum sonst zu schnell oxidiert. BTDT.

von nachtmix (Gast)


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Andi R. schrieb:
> Ich habe viel darüber nachgedacht und mich unterm Strich dafür
> entschieden, dieses Experiment sein zu lassen.

Leider wissen wir immer noch nicht, was du mit diesem Experiment 
bezweckst.


S------- R. schrieb:
> Das ganze ist also relativ harmlos wenn du kleine Energien und "leichte"
> Elemente nutzt (Silizium, Sauerstoff (=Glas), Alu )

Eben.

S------- R. schrieb:
> Rechne dir eben mal die freie Weglänge aus (Paschen/Towsnsend). Schon im
> Millibarbereich ist die freie Weglänge genug sodass diese in deinem Feld
> als "Beschleunigungsstrecke" ausreicht damit die Elektronen die
> Gasmoleküle ionisieren aber stetig weiterfliegen.

Faustregel für die freie Weglänge in Gasen: Einige Zehntel mm bei 
einigen Zehntel Torr.

Andi R. schrieb:
> Jemand schreibt von einem nötigen Druck von 10^-6 mbar...ist das
> wirklich nötig? Das sind ja 0,000000001 bar...das schafft meine Pumpe
> nicht :D
> Ich habe eine mehrstufige Pfeiffer-Vakuumpumpe, welche eine Vakuum von
> mindestens 0,03 mbar erreicht...also 3 * 10^-5 bar...und das ist schon
> ordentlich.

Mit deiner Vorpumpe ist das kein großes Kunststück.
Ich habe hier z.B. noch eine "kleine" 4-stufige Diffusionspumpe Edwards 
EO2, die eine Saugleistung von 150 l/s hat und mit Silikonöl betrieben, 
ein Endvakuum von mindestens 0,1µTorr ereichen kann. Bei optimaler 
Auslegung des Vakuumsystems werden sogar 0,1 nTorr genannt.
Dafür genehmigt die EO2 sich 350W Heizleistung, die mittels 
Wasserkühlung von mindestens 0,4 l/min wieder abgeführt werden müssen.

Ein Vorteil von Diff-Pumpen ist, dass es ihnen nichts ausmacht, wenn da 
beim Experimentieren mal Dreck hineinfällt. Eine Turbopumpe hat es dann 
wohl hinter sich. Allerdings muß eine Turbopumpe nicht zwangläufig unter 
dem Rezipienten angeordnet sein, während bei Diff-Pumpen die 
Ansaugöffnung naturgemäß oben ist.

Auch verträgt eine Diffusionspumpe oft auch einen Lufteinbruch 
problemlos. Man muss dann eben die Heizung abschalten. In der 
Röhrenfertigung war eine häufige Belüftung sogar Standard. Im Ende der 
8-Stundenschicht wurde dann eben das Öl erneuert; bei der o.g. Pumpe 
75ml.

Der Hauptvorteil der Turbopumpen ist das ölfreie Vakuum, während aus der 
Ansaugöffung von Diff-Pumpen immer etwas Öl herausfliegt und den 
Rezipienten verschmutzt.
Bei der EO2 beträgt dieses Backstreaming 2µg/cm²/min (Bei 3" 
Ansaugdurchmesser).  Bei manchen Anwendungen stört das nicht, und sonst 
schaltet man zwischen Pumpe und Rezipienten noch ein s.g. Baffle, das 
i.W. aus gekühlten Prallplatten besteht.

Insgesamt ist Hochvakuum aber ziemlich viel Klempnerarbeit. Mit 
Schläuchen geht da nix mehr.

von nachtmix (Gast)


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P.S.:
Die Messung solch niedriger Drucke ist nicht einfach und mit erheblichen 
Fehlern behaftet.
Überschlagsmäßig kannst du daher 1 Torr = 1 Millibar setzen.

von ● Des I. (Firma: FULL PALATINSK) (desinfector) Benutzerseite


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passt es evtl hierzu, dass ich meine alte Höhensonne abgeben kann?
das Ding macht schöne harte UV-C Strahlung, davon riecht der ganze Raum 
sofort nach Ozon.
Damit könnte man sich doch auf die Suche nach passenden Leuchtstoffen 
begeben ;)

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