MOC3063 direkt für 11W Heizung

OP #5654333
Lesenswert?

Hallo zusammen,

zur Beheizung des Trichters meines Regenmessers will ich 5x 2k/5W 
Widerstände als Heizung an 230V nutzen. Dabei tritt ja ein Strom von 
knapp 50mA auf. Kann das der MOC3063 direkt schalten? Vom Peak Current 
her ja kein Problem, aber weiter werde ich nicht schlau aus dem 
Datenblatt. Ich sehe zwar die maximale Verlustleistung, ja. Aber wie ich 
die Berechnen kann, da bin ich ratlos. Ein "RDSon" gibt's da ja nicht. 
Wohl aus einer der Grafiken. Kann mir da einer weiterhelfen?

Danke euch, Gruss Edi
#5654487
Lesenswert?

Sobald ein MOC3063 in der typischen Verwednung mti TRIAC einschaltet, 
zündet er den TRIAC und die Spannung bricht über ihm sofort auf 1.4V 
zusammen (und er schaltet wieder aus). Innerhalb von Mikrosekunden.

Er ist also nur für kurzzeitige Belastung gebaut, ENTWEDER hohe Spannung 
von 600V, ODER hohen Strom von 1A, aber niemals beides zusammen, niemals 
längere Zeit den Strom durchleiten.

Daher kann man Datenblattwerte nicht für andere Schaltungen übernehmen.

Ein MOC30x2 mit zero cross kann keine Lasten schalten die auch nur
eine geringste Phasenverschiebung ergeben, die bleiben dann immer an.

Deine Heizung ist wohl eine ohmsche Last.

Man könnte MOC ohne ZeroCross verwenden.

Der IL4108 ist dem MOC3063 ähnlich, aber erlaubt laut Datenblatt das 
Schalten kleiner Lasten, L4118, VO4157/VO4158 oder APT1211S
oder DPA6111 auch.
Gast #5655069
Lesenswert?

Wie Sascha schon schrieb, eine Netzspannung von 230V über Widerstände 
als Heizung hat da nichts verloren. Nimm besser irgendein altes Netzteil 
mit Kleinspannung und dazu passende Widerstände. Das sind Grundlagen der 
elektrischen Sicherheit und die gibt es nicht einfach nur aus Spaß oder 
Schikane.
Gast #5655083
Lesenswert?

Michael B. schrieb:
> Sobald ein MOC3063 in der typischen Verwednung mti TRIAC einschaltet,
> zündet er den TRIAC und die Spannung bricht über ihm sofort auf 1.4V
> zusammen (und er schaltet wieder aus). Innerhalb von Mikrosekunden.
>
> Er ist also nur für kurzzeitige Belastung gebaut, ENTWEDER hohe Spannung
> von 600V, ODER hohen Strom von 1A, aber niemals beides zusammen, niemals
> längere Zeit den Strom durchleiten.

Vollkommen richtig: Ein simpler Aufbau mit 230V und zwei Lämpchen 15 
Watt / 25 Watt endete mit zwei kaputten MOC3083.

Also habe ich gelernt, den Hinweis aus dem Datenblatt zu akzeptieren und 
mache das nicht wieder.

Unfreundlich finde ich, dass dieser Hinweis

"NOTE: This device should not be used to drive a load directly. It is 
intended to be a trigger device only."

nur unter einem Applikationsbild zu finden ist und nicht direkt im Kopf 
steht!
Gast #5655155
Lesenswert?

hinz schrieb:
> Manfred schrieb:
>> Ein simpler Aufbau mit 230V und zwei Lämpchen 15
>> Watt / 25 Watt endete mit zwei kaputten MOC3083.
>
> Kein Wunder, so eine 15W Glühlampe hat einen Kaltwiderstand von 350-400
> Ohm.

Du möchtest uns damit sagen, dass der MOC30xx doch zum direkten Schalten 
von Lasten geeignet ist?
Gast #5655162
Lesenswert?

Manfred schrieb:
> hinz schrieb:
>> Manfred schrieb:
>>> Ein simpler Aufbau mit 230V und zwei Lämpchen 15
>>> Watt / 25 Watt endete mit zwei kaputten MOC3083.
>>
>> Kein Wunder, so eine 15W Glühlampe hat einen Kaltwiderstand von 350-400
>> Ohm.
>
> Du möchtest uns damit sagen, dass der MOC30xx doch zum direkten Schalten
> von Lasten geeignet ist?

Hab ich schon so genutzt.
Gast #5655292
Lesenswert?

Michael B. schrieb:
[..]
> Ein MOC30x2 mit zero cross kann keine Lasten schalten die auch nur
> eine geringste Phasenverschiebung ergeben, die bleiben dann immer an.
[..]

..kann man so nicht sagen. Damit wurden bei einem Kunden kleine 230V 
Stellantriebe geschaltet, so eine Art Synchronmotor mit Spindel, 
Hersteller war Stegmann, später Saia Burgess. Das funktionierte so lange 
prächtig wie es die Motoren noch gab..die wurden dann eingestellt. 
Verwendet wurden MOC3062 und das war meine Idee.

Der Motor hatte 2 Wicklungen, verschaltet mit einem C als Phasenschieber 
und 2 MOCs für Rechts/Linkslauf.

Gruß,

Holm
Gast #5656358
Lesenswert?

Zur Berechnung bei rein Ohmscher Last ein Beispiel - Einschaltungsphase 
Annahme die Dauert 0,2ms, I steigt von 0 auf 100mA, danach 100mA für den 
Rest von 10ms: (0,5*230*0,1*0,2+1,5*0,1*9,8)/10 = (2,3+1,47)/10 = 0,377

Bei Deiner Anwendung ist aber nur Kleinspannung zulässig oder Du baust 
einen Schutzkasten mit Warnung vor Netzspannung um die ganze Anlage 
herum.

Eine bessere und zulässige Lösung wäre die Verwendung eines Netzteiles 
für 12..24V und schaltet die Heizung sekundärseitig. Bei so langer 
Beteiligung im Forum, immer noch solche Warnungen ignorieren, ist schon 
vorsätzlich grob fahrlässig.
OP #5661847
Lesenswert?

Hallo Zusammen,

habs mal aufgebaut, funktioniert tatsächlich. Ich habe die Widerstände 
direkt, ohne Snubber etc. dran gehängt.
Allerdings ist das noch der Laboraufbau. Ich melde mich dann wieder, 
wenn die 4.5m Zuleitung nach dem MOC noch dran hängen. Die hat ja ne 
gewisse Induktivität.

LG und Dank, Edi
#5661854
Lesenswert?

Eduard I. schrieb:

> habs mal aufgebaut, funktioniert tatsächlich.

Schön, fragt sich eben nur, wie lange.

> Ich habe die Widerstände direkt, ohne Snubber etc. dran gehängt.

Snubber brauchst Du bei Widerständen auch nicht.

> Ich melde mich dann wieder, wenn die 4.5m Zuleitung nach dem MOC
> noch dran hängen. Die hat ja ne gewisse Induktivität.

Die kannst Du getrost vernachlässigen.
OP #7127021
Lesenswert?

Harald W. schrieb:
> Wenn
> Du da dann eine Langzeiterfahrung hast, würde mich das
> auch interessieren.

Hallo Harald, habe ich mittlerweile. Habe gerade die Logs analysiert, 
das Teil hat etwas über 2000 Schaltvorgänge seit Januar 2019 gemacht und 
funktioniert anscheinend noch. Ist aber schon ne Weile her, dass der 
geschaltet hat, ich lass ihn bei 2 Grad am Trichter einschalten und bei 
8 Grad ausschalten :)

Gruss, Edi
Gast #7127213
Lesenswert?

Wolfgang schrieb:
> Das liegt daran, dass der MOC3063 nicht mit einem MOSFET aufgebaut ist.
> TriACs besitzen eine UI-Kennlinie, aus der man die Verlustleistung als
> Fläche entnehmen kann.

UI-Kennlinie würde bei einem FET Sinn machen, dessen Spannungsabfall 
folgt dem Strom.

Beim Triac behaupte ich mal, dass dessen Restspannung ziemlich 
unabhängig vom Strom ist, ähnlich einem gesättigten bipolaren 
Transistor.
Gast #7127366
Lesenswert?

Manfred schrieb:
> UI-Kennlinie würde bei einem FET Sinn machen, dessen Spannungsabfall
> folgt dem Strom.

Bei eine Diode oder einem TriAC folgt der Spannungabfall ebenfalls dem 
Strom. Genau die Abhängigkeit zwischen diesen beiden Größen wird in der 
UI-Kennlinie dargestellt - im Datenblatt des MOC3063 die Fig.8
#7127472
Lesenswert?

Eduard I. schrieb:
> Harald W. schrieb:
>> Wenn
>> Du da dann eine Langzeiterfahrung hast, würde mich das
>> auch interessieren.
>
> Hallo Harald, habe ich mittlerweile. Habe gerade die Logs analysiert,
> das Teil hat etwas über 2000 Schaltvorgänge seit Januar 2019 gemacht und
> funktioniert anscheinend noch. Ist aber schon ne Weile her, dass der
> geschaltet hat, ich lass ihn bei 2 Grad am Trichter einschalten und bei
> 8 Grad ausschalten :)

Super,
und gut das Du Deine Ergebnisse hier nochmal präsentierst.

Das ist eine wertvolle Bestätigung. Und kann von anderen Foristen 
genutzt werden.

Antwort schreiben

Bitte melde dich an, um einen Beitrag zu schreiben.

oder

Mit Google-Account einloggen

Die Registrierung ist kostenlos und dauert nur eine Minute.

Jetzt registrieren