Forum: Mechanik, Gehäuse, Werkzeug Toleranzen von Profilen -> 3D-Drucker


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von 3Der (Gast)


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Ich erwäge, mir einen Core-XY-Drucker zu bauen, so was in der Art:

https://www.thingiverse.com/thing:2254103
https://www.thingiverse.com/thing:2921021

Der eine Drucker ("V-King") hat ja die X und Y Achse als Wägelchen 
realisiert, die auf den Profile laufen. Klappt das denn mit deutlich 
weniger als 0.1mm "Toleranz" in Z-Richtung über den gesamten Laufweg? 
Auch die Räder könnten ja minimal "holpern". Wenn das nicht absolut 
genau ist, ist diese Lösung ja eigentlich unbrauchbar...

Hintergrund ist, dass ich mich bei meinem Prusa schon grün und blau über 
das nicht komplett plane Druckbett geärgert habe...

von L. H. (holzkopf)


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Bei Maschinen-Genauigkeiten bleibt Dir i.d.R. nichts anderes übrig als 
den Hersteller-Angaben Vertrauen zu schenken.

Was besonders für Maschinen zutrifft, die aus Al-Strangpreßprofilen 
hergestellt sind.

Versteh das bitte nicht falsch:
Keineswegs will ich solche Maschinen irgendwie "schlechtreden", weil sie 
in vielen Fällen für den Anfang/Einstieg vom Preis-/Leistungs-Verhältnis 
her nicht nur völlig i.O., sondern auch erschwinglich sind.

Es ist auch völlig normal, daß man erst nach und nach erkennt, was
Genauigkeit wert ist und weshalb sie auch erheblich mehr kostet.

Teils auch so viel, daß es geradezu abschreckend auf 
Anfänger/Einstiegs-Willige wirken kann, sich mit anderen neuen 
Verfahrens-Techniken befassen zu wollen.
Insofern halte ich es für begrüßenswert und gut, daß es solche 
Maschinchen gibt, wie die von Dir verlinkten o.ä.

Brauche ich Dir alles eigentlich gar nicht mehr zu sagen, weil Du es 
schon längst weißt:
3Der schrieb:
> Hintergrund ist, dass ich mich bei meinem Prusa schon grün und blau über
> das nicht komplett plane Druckbett geärgert habe...

Warum änderst Du das Druckbett nicht einfach?
"Lohnt" sich das nicht mehr?
Weil Du an sich etwas ganz anderes vorhast?

> Ich erwäge, mir einen Core-XY-Drucker zu bauen, so was in der Art:...

Dann mach das doch einfach.
Ich kann Dich nur ermutigen, das zu tun. :)
Du kannst auch jede Menge davon lernen, wenn Du Dir sehr genau 
anschaust, was bei Maschinchen alles falsch gemacht wird.

Angefangen bei mangelhaft stabilen Verbindungen von Profilen bis hin zu 
mangelhaften Trägheitsmomenten belasteter Bauelemente.
Klar:
Wird alles aus Kostengründen so "lumpig" ausgeführt.

Was aber nichts daran ändert, daß man es auch erheblich besser und 
stabiler bauen kann.
Mit relativ wenig mehr Material-Einsatz.

Selbst die "krachigsten" würfelförmigen o.ä. Konstruktionen kann man so 
stabilisieren, daß da gar nichts mehr nachgibt.

Ambitionierte Leute haben es manchmal nur "verlernt", auch mal "über den 
Gartenzaun" zu schauen.
Oder sie wissen auch einfach nicht, wie leicht sich etwas stabilisieren, 
sogar frei einstellbar, läßt.

Genauigkeit bei Maschinen erreichen zu können, ist keinerlei "Hexerei".
Und schon gleich gar nicht, wenn man Verbindungen zwischen Bauteilen so 
einordnet, wie das im Bauwesen bei Fachwerken üblich ist. ;)
Nämlich als Knotenpunkte.

Ist doch ganz leicht, solche Knotenpunkte stabilisieren zu können:
Ganz einfache Diagonal-Verbindungen reichen dazu völlig aus.

Wenn Du Genauigkeit erreichen können willst, solltest Du Dich m.E. 
darauf konzentrieren, wo genau Du die eigentlich brauchst.

Die gesamte Peripherie ist nur die Voraussetzung dafür, sie 
bereitstellen zu können:
Wenn die nicht stabil ist, kann das Ansinnen, im letzten Teilbereich 
genau sein zu wollen, hoffnungslos werden.

Grüße

von 3Der (Gast)


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L. H. schrieb:
> Versteh das bitte nicht falsch:
> Keineswegs will ich solche Maschinen irgendwie "schlechtreden", weil sie
> in vielen Fällen für den Anfang/Einstieg vom Preis-/Leistungs-Verhältnis
> her nicht nur völlig i.O., sondern auch erschwinglich sind.

Was mich eigentlich interessiert, ist ob mit diesen Profilen und 
Konstruktionen insgesamt eine "vernüftige" Genauigkeit in der Z-Achse 
errreicht werden kann (also mindestens <0.05mm über eine Fläche von 300 
x 300mm). Genauigkeit hier = Abweichung von Planarität.

So wirklich überzeugt bin ich nicht davon.

> Es ist auch völlig normal, daß man erst nach und nach erkennt, was
> Genauigkeit wert ist und weshalb sie auch erheblich mehr kostet.

Verstehe. Meine Frage ist nun, wieviel besser eine solche Konstruktion 
mit extrudierten Profilen ist als z.B. die "alten" Prusa i3s.

>> Hintergrund ist, dass ich mich bei meinem Prusa schon grün und blau über
>> das nicht komplett plane Druckbett geärgert habe...
>
> Warum änderst Du das Druckbett nicht einfach?
> "Lohnt" sich das nicht mehr?
> Weil Du an sich etwas ganz anderes vorhast?

Es ist nicht nur das Druckbett. Auch die Z-Achse mit dem Rahmen, der vom 
Netzteil und M8-Schrauben auf einer Gewindestange gehalten wird, ist 
mehr als grenzwertig. Auch ist ein dickes und schwereres Alu-Bett auf 
der Y-Achse wohl nicht ideal für diese insgesamt wackelige Konstruktion. 
Vieles an der Konstruktion ist "klapperig".

>> Ich erwäge, mir einen Core-XY-Drucker zu bauen, so was in der Art:...
>
> Dann mach das doch einfach.
> Ich kann Dich nur ermutigen, das zu tun. :)
> Du kannst auch jede Menge davon lernen, wenn Du Dir sehr genau
> anschaust, was bei Maschinchen alles falsch gemacht wird.

Spass am Bauen ist natürlich vorhanden, ich möchte trotzdem einfach 
einigermassen überzeugt davon sein, dass die Genauigkeit damit deutlich 
besser wird.

> Genauigkeit bei Maschinen erreichen zu können, ist keinerlei "Hexerei".
> Und schon gleich gar nicht, wenn man Verbindungen zwischen Bauteilen so
> einordnet, wie das im Bauwesen bei Fachwerken üblich ist. ;)
> Nämlich als Knotenpunkte.
>
> Ist doch ganz leicht, solche Knotenpunkte stabilisieren zu können:
> Ganz einfache Diagonal-Verbindungen reichen dazu völlig aus.

> Wenn Du Genauigkeit erreichen können willst, solltest Du Dich m.E.
> darauf konzentrieren, wo genau Du die eigentlich brauchst.

Das ist meiner Meinung nach klar die Z-Achse. Bei Schichtdicken von 
0.1-0.2mm muss deren Genauigkeit bei einem Bruchteil dessen liegen. X/Y 
ist da viel weniger kritisch.

Wenn man nur "Benchys" mit einer Standfläche von 2cm2 druckt, da spielt 
so was natürlich keine Rolle, bei einem Objekt mit 20cm Durchmesser aber 
schon.

von Theo (Gast)


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3Der schrieb:
> Hintergrund ist, dass ich mich bei meinem Prusa schon grün und blau über
> das nicht komplett plane Druckbett geärgert habe
Wie groß ist das Druckbett und hast Du einen Bed-Level-Sensor verbaut?

Ich habe einen Anet A6. Dort gab es Probleme mit dem Z-Endstop. Der 
hatte hatte zuviel Toleranz und die Haftung war oft unbefriedigend. Nach 
Einbau des Sensors (+Firmware +G-Code-Anpassung) war alles gut.

von L. H. (holzkopf)


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3Der schrieb:
> Verstehe. Meine Frage ist nun, wieviel besser eine solche Konstruktion
> mit extrudierten Profilen ist als z.B. die "alten" Prusa i3s.
>
>>> Hintergrund ist, dass ich mich bei meinem Prusa schon grün und blau über
>>> das nicht komplett plane Druckbett geärgert habe...
>>
>> Warum änderst Du das Druckbett nicht einfach?
>> "Lohnt" sich das nicht mehr?
>> Weil Du an sich etwas ganz anderes vorhast?
>
> Es ist nicht nur das Druckbett. Auch die Z-Achse mit dem Rahmen, der vom
> Netzteil und M8-Schrauben auf einer Gewindestange gehalten wird, ist
> mehr als grenzwertig. Auch ist ein dickes und schwereres Alu-Bett auf
> der Y-Achse wohl nicht ideal für diese insgesamt wackelige Konstruktion.
> Vieles an der Konstruktion ist "klapperig".

Deine Prusa i3s-Maschine ist so ungefähr wie die hier aufgebaut?
https://www.prusa3d.de/

Ganz abgesehen davon, daß ein bed-level-sensor vorteilhaft und 
nachrüstbar ist, haben die Maschinen auch typische Gemeinsamkeiten.

Denke, bevor Du beginnst, Dir eine andere Maschine zu bauen, ist es 
vielleicht besser, erst mal an der alten ihre "Klapperigkeit" 
auszumerzen.
Genauer gesagt:
Zu messen, wo Ungenauigkeiten liegen; denn erst wenn Du die kennst, 
kannst Du auch etwas dagegen tun.
Geht am besten mit Puppitaster bzw. Fühlhebelmessgerät.
Kosten je nach Auflösungs-Genauigkeit 15 bis ca. 100Euro.

Nehme an, das Druckbett kann man damit zwischen den Jochständern so 
einrichten, daß es passt.
Oder ist das Druckbett selbst - über seine Diagonalen mit Haarlineal 
gemessen (Lichtspaltmessung) - ungenau?

Vielleicht findest Du auch hier Verbesserungs-Ideen zur i3s:
http://blog.gafu.de/?p=871

Grüße

von 3Der (Gast)


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> Deine Prusa i3s-Maschine ist so ungefähr wie die hier aufgebaut?
> https://www.prusa3d.de/

Ja genau, es ist ein Original MK2S, und ich meine, den auch ordentlich 
zusammengebaut zu haben.

> Ganz abgesehen davon, daß ein bed-level-sensor vorteilhaft und
> nachrüstbar ist, haben die Maschinen auch typische Gemeinsamkeiten.

Ja, den "PINDA" hat es. Der nutzt aber nichts, wenn das Bett nicht in 
sich plan ist...

> Denke, bevor Du beginnst, Dir eine andere Maschine zu bauen, ist es
> vielleicht besser, erst mal an der alten ihre "Klapperigkeit"
> auszumerzen.

Einerseits ist der Z-Rahmen nicht wirklich starr mit der Y-Achse 
verbunden. Dieser ist einfach mit Muttern zwischen die M8-Gewindestangen 
geklemmt. Das Netzteil hält das Ganze dann einigermassen vertikal. 
Bereits bei der Montage dachte ich, wo kommt denn noch die 
Diagonalstrebe? Aber da kam nichts mehr ausser einem ollen Plastikteil 
und dem Schaltnetzteilgehäuse...

Wenn jetzt das Bett in Y-Richtung rumfährt, schwingt die ganze Sache ein 
wenig. Zumal wenn ganz oben drauf noch eine Filamentspule sitzt.

Die X/Y-Ebene hat auch keinen gscheiten Rahmen, hält sich aber 
einigermassen trotz der nicht wirklich verdrehsicheren Konstruktion.

> Nehme an, das Druckbett kann man damit zwischen den Jochständern so
> einrichten, daß es passt.
> Oder ist das Druckbett selbst - über seine Diagonalen mit Haarlineal
> gemessen (Lichtspaltmessung) - ungenau?

Genau, das ist es. Mit dem Haarlineal sieht man, dass das Ding einen 
"Höcker" zur Mittel hin hat and gegen die Ränder abfällt. Mit 1/10mm 
Passscheiben und Federringen habe ich schon stundenlang versucht, dieses 
zu nivellieren. Ich habe noch justierbare Supports gedruckt und zwischen 
Schlitten und PCB gesetzt.

Die Sache ist einfach die, dass das Bett, wenn ich es in einer 
Teilbereich der Fläche mit den Passscheiben plan "zwinge", es sich in 
der restlichen Fläche wieder verwirft, da es der Spannung "ausweicht". 
Das sind dann gleich mal ein paar Zehntel am anderen Ende... Das ist 
nicht erstaunlich, aber am Ende muss ich meine zu druckenden Teile immer 
in den Teil der Fläche setzen, den ich halbwegs plan gekriegt habe.

> Vielleicht findest Du auch hier Verbesserungs-Ideen zur i3s:
> http://blog.gafu.de/?p=871

Klar lassen sich einige der Dinge beheben, bis hin zu einem Rahmen mit 
Profilen, aber vielleicht schraube ich gleich lieber was grundsätzlich 
stabilieres zusammen.

Mit gefällt auch nicht, dass der XY-Tisch vorne und hinten "aus dem 
Rahmen" hinausfährt und so viel Platz braucht und auch Dinge einklemmen 
könnte wenn ich nicht aufpasse (Kabel und so). Damit könnte ich aber 
leben, wenn sonst alles halbwegs ok wäre...

von Rufus Τ. F. (rufus) (Moderator) Benutzerseite


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3Der schrieb:
> Mit dem Haarlineal sieht man, dass das Ding einen "Höcker" zur Mittel
> hin hat and gegen die Ränder abfällt.

Das klingt nach einem Aufruf, das Bett durch ein anderes zu ersetzen.

von L. H. (holzkopf)


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3Der schrieb:
> Einerseits ist der Z-Rahmen nicht wirklich starr mit der Y-Achse
> verbunden. Dieser ist einfach mit Muttern zwischen die M8-Gewindestangen
> geklemmt.

Wie es aussieht, wird die X-Achse an den beiden Joch-Ständern geführt.
Mit dem Druckvorgang kennst Du Dich an der Maschine aus.
Ich aber überhaupt nicht. ;)
Wie läuft der ab?

Besteht die Z-Achse aus einer kurzhubig verfahrbaren Spritzdüse oder 
existiert gar keine verfahrbare Z-Achse?
Sondern auch der Z-Weg wird über (vertikales) Verfahren der X-Achse 
bewerkstelligt?

> Das Netzteil hält das Ganze dann einigermassen vertikal.
> Bereits bei der Montage dachte ich, wo kommt denn noch die
> Diagonalstrebe? Aber da kam nichts mehr ausser einem ollen Plastikteil
> und dem Schaltnetzteilgehäuse...

In den Bildern (hier Deine MK2S in der Mitte):
https://www.prusa3d.de/

kann man zwar das Netzteil hinter dem rechten Jochständer sehen, aber 
nur erahnen, was sich hinter dem linken Ständer verbirgt.

Eine Diagonalstrebe ist nur eine von vielen 
Stabilisierungs-Möglichkeiten.
Oft kann sie aber gar nicht eingesetzt werden, weil sie innerhalb der 
Verfahrwege störend wäre.
Was aber noch lange nicht ausschließt, andere Stabilisierungen, z.B. 
Knotenbleche, auch nachträglich anbringen zu können.

Bzw. erst mal die Voraussetzungen dafür zu schaffen, daß man 
Knotenbleche anbringen kann.
Da brauchst Du Dir keine Sorgen zu machen:
Das ist immer möglich und auch machbar. :)

Mach doch bitte mal Fotos von der MK2S von hinten und von beiden Seiten 
gesehen, damit man besser erkennen kann, was da evtl. möglich ist.

Auffällig ist bei den drei Maschinenbildern, daß bei der linken und 
rechten Maschine die Y-Achse anders (stabiler?) geführt zu sein scheint.

Weiterhin fällt bei allen drei Maschinen auf, daß die Filament-Rollen 
alle obenliegend angeordnet sind.
Wie ist das denn mit dem Kunststoff-Filament?
Wird das von der Spritzdüse eingezogen/von der Rolle abgewickelt?

3Der schrieb:
> Genau, das ist es. Mit dem Haarlineal sieht man, dass das Ding einen
> "Höcker" zur Mittel hin hat and gegen die Ränder abfällt. Mit 1/10mm
> Passscheiben und Federringen habe ich schon stundenlang versucht, dieses
> zu nivellieren. Ich habe noch justierbare Supports gedruckt und zwischen
> Schlitten und PCB gesetzt.

Das Druckbett scheint sowieso recht dünn zu sein.
Wenn dann auch noch Beheizung von ihm stattfindet, hast Du gar keine 
Chance, Verwerfungen von ihm durch Scheiben und/oder Federringe 
kompensieren zu können.
Da würde nur eine dickere, z.B. 10mm, Al-Platte Abhilfe schaffen können.

Was technisch an sich kein Problem ist und im Endeffekt nur auf etwas 
längere Anheizzeit hinauslaufen würde.

Welche Verfahr-Spindeln sind in der Maschine verbaut?

Grüße

von Rufus Τ. F. (rufus) (Moderator) Benutzerseite


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L. H. schrieb:
> Besteht die Z-Achse aus einer kurzhubig verfahrbaren Spritzdüse oder
> existiert gar keine verfahrbare Z-Achse?
> Sondern auch der Z-Weg wird über (vertikales) Verfahren der X-Achse
> bewerkstelligt?

Sieh Dir mal dieses Bild an, das dürfte Deine Fragen beantworten:

https://3dwithus.com/wp-content/uploads/2017/01/Original-Prusa-i3-MK2-Unboxing-TN1.jpg

von L. H. (holzkopf)


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Rufus Τ. F. schrieb:
> Sieh Dir mal dieses Bild an, das dürfte Deine Fragen beantworten:

Danke für den Link; denn aus der Perspektive ist schon wesentlich mehr 
erkennbar, wie die Maschine funktioniert.
Sieht auf Anhieb wohl eher danach aus, daß der Spritzkopf selbst keine 
Bewegung auf der Z-Achse macht, sondern nur eine indirekte, zusammen mit 
der gesamten Höhenverschiebung der X-Achse.

Bemerkenswert ist auch die Beilage des Haribo-Beutels.
Vermutlich, damit sich die Leute ihren "Anfangsfrust" wegfressen können. 
:)

@3Der:
Wie ist das Druckbett an seine Führungen und die Spindel gekoppelt?
Und wie viel Distanz ist zwischen Unterseite Druckbett zu den Führungen 
und der mittigen Spindel vorhanden?

Grüße

von Rufus Τ. F. (rufus) (Moderator) Benutzerseite


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L. H. schrieb:
> Sieht auf Anhieb wohl eher danach aus, daß der Spritzkopf selbst keine
> Bewegung auf der Z-Achse macht, sondern nur eine indirekte, zusammen mit
> der gesamten Höhenverschiebung der X-Achse.

Das ist eine unnötig komplizierte Darstellung. Der Extruder wird in X- 
und Z-Richtung bewegt.

Die Y-Richtung wird durch Bewegen des Druckbetts erreicht.

Andere (voluminösere) Drucker bewegen das Druckbett in X- und 
Y-Richtung, und den Extruder in Z-Richtung, da ist halt das Verhältnis 
Druckervolumen/Bauvolumen noch etwas ungünstiger.

von L. H. (holzkopf)


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Rufus Τ. F. schrieb:
> Das ist eine unnötig komplizierte Darstellung. Der Extruder wird in X-
> und Z-Richtung bewegt.

Daß dem so ist, war mir schon klar. :)
Gegenstand meiner Nachfragen dazu war jedoch, wie genau das von den 
Zustell-Möglichkeiten her abläuft.
Bisher weiß ich das definitiv durch Deine Antwort noch nicht.

Grüße

von 3Der (Gast)


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L. H. schrieb:
> Denke, bevor Du beginnst, Dir eine andere Maschine zu bauen, ist es
> vielleicht besser, erst mal an der alten ihre "Klapperigkeit"
> auszumerzen.

Das stimmt einerseits schon. Andererseits ist der Aufbau so "einfach" 
gehalten, dass es schon fast weh tut ;-)

Siehe Bild: Gelber Kreis: so ist der Z-Rahmen auf dem Grundrahmen 
montiert. Im wesentlichen zwischen zwei M8-Muttern geklemmt, das ist 
alles. Senkrecht stabilisiert wird er auf der einen Seite vom 
Netzteilgehäuse (im Bild sichtbar), auf der anderen Seite ist gar 
nichts. Zur Krönung hilft die Filamentspult ganz oben drauf noch, 
allfälliges Gewackel zu verstärken.

Die grüne Markierung zeigt die Eckverbindung des Rahmens, auf dem alles 
steht. Das Ganze "murkst" man dann in eine rechtwinklige Form, so gut es 
halt geht.

Statt da jetzt mit Verstärken zu beginnen baue ich wohl besser den 
Rahmen neu.

Was man Prusa zugute halten muss ist, ist dass er mit wenig Material was 
trotzdem erstaunlich gut funktionierendes hingekriegt hat.

von L. H. (holzkopf)


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Zur Gesamt-Konstruktion gibt ja fast das von rufus verlinkte Bild mehr 
her. ;)
https://3dwithus.com/wp-content/uploads/2017/01/Original-Prusa-i3-MK2-Unboxing-TN1.jpg

3Der schrieb:
> Siehe Bild: Gelber Kreis: so ist der Z-Rahmen auf dem Grundrahmen
> montiert.

Bisher erkenne ich noch gar keinen (in sich geschlossenen) Grundrahmen.

> Im wesentlichen zwischen zwei M8-Muttern geklemmt, das ist
> alles.

Du meinst damit, daß die beiden Jochsäulen von der Seite her in Richtung 
der beiden M8-Gewindestangen "eingeschoben" und dann mit 
Unterlegscheiben dort festgeklemmt sind?
Oder sind die Gewindestangen in eine Nut eingelegt?
Und darunter sind die Jochsäulen mit einem Unterzug verbunden?
Da müssen ja auch noch (mittig) Gewindespindel + "Ziehmutter" für das 
Bett durchlaufen können.

> Senkrecht stabilisiert wird er auf der einen Seite vom
> Netzteilgehäuse (im Bild sichtbar), auf der anderen Seite ist gar
> nichts.

Von Stabilisierung durch das Netzteilgehäuse sehe ich da leider nicht 
viel.
Sondern nur eine hinterseitig der Jochsäulen geschaffene 
Auflagermöglichkeit für die beiden Führungsstangen des Druckbettes.
Die gleichzeitig auch den Antriebsmotor für die Bett-Gewindespindel 
tragen und die Gewindestangen aufnehmen kann.
An allen vier Enden der Gewindestangen sind identische Teile befestigt, 
in die (lose) die Bettführungsstangen eingelegt sind.
Kann man so machen, ist jedoch an sich völlig blödsinnig.

Steht die gesamte Maschine dort auf vier Füßen?

> Zur Krönung hilft die Filamentspult ganz oben drauf noch,
> allfälliges Gewackel zu verstärken.

Weshalb ich auch danach fragte ob das Filament von der Spritzdüse 
eingezogen wird.
Wenn dem so ist, könnte man die dort oben "schädliche" Masse der 
Filamentspule auch sicher anderswo unterbringen können.

Insgesamt hat die Maschine, bedingt durch mangelhaft ausgeführte Rahmen, 
nicht die Stabilität, die man ihr ohne viel Aufwand ohne weiteres 
nachträglich verleihen könnte.

Nachdem Dich das aber ohnehin nicht weiter zu interessieren scheint und 
Du auch nicht geneigt bist, Fragen zu beantworten, brauche ich mich dazu 
auch nicht weiter zu äußern. :)

> Die grüne Markierung zeigt die Eckverbindung des Rahmens, auf dem alles
> steht. Das Ganze "murkst" man dann in eine rechtwinklige Form, so gut es
> halt geht.

Das ist keine Eckverbindung eines Rahmens! ;)
Weil Rahmen in sich stabil sein müssen.
Genauer gesagt:
Biegungssteif sein und auch Verwindungs-Steifigkeit haben müssen.
Tatsächlich hat die Maschine aber durch die beiden herausragenden 
Gewindestangen nichts weiter als zwei Kragarme, die mit ihrem 
Kernquerschnitt (eines M8-Gewindes) so gut wie nichts Biegemomenten 
entgegensetzen können.
>
> Statt da jetzt mit Verstärken zu beginnen baue ich wohl besser den
> Rahmen neu.

Und wie und womit?

Eingangs fragtest Du:
3Der schrieb:
> Der eine Drucker ("V-King") hat ja die X und Y Achse als Wägelchen
> realisiert, die auf den Profile laufen. Klappt das denn mit deutlich
> weniger als 0.1mm "Toleranz" in Z-Richtung über den gesamten Laufweg?
> Auch die Räder könnten ja minimal "holpern". Wenn das nicht absolut
> genau ist, ist diese Lösung ja eigentlich unbrauchbar...

Wenn man einfach Standard-Profile einsetzt, dürfte das wohl so sein.
Hier mal Toleranzen dazu:
https://catalog.item24.de/images/medienelemente/DOK/DATA/DOK_DATA_profil-tech-daten__SDE__AIN__V2.pdf

Nachdem wir aber nicht genau wissen ob die Profile evtl. nachgeschliffen 
wurden, kann man nicht ohne weiteres annehmen, sie seien ungenau. ;)

> Was man Prusa zugute halten muss ist, ist dass er mit wenig Material was
> trotzdem erstaunlich gut funktionierendes hingekriegt hat.

Ja, das ist so.
Denn die Prusa hat auch durchaus unschlagbar gute Teilbereiche zu 
bieten.
Ganz konkret:
Die vom Joch "entkoppelte" Führung der Z-Achse auf zwei Rundsäulen sowie 
die Doppel-Säulen-Führung der Spritzdüse auf der X-Achse.

Antrieb auf der Z-Achse mit 2 Schrittmot., wobei das Spiel, dank der 
beiden extrem langen Gleithülsen, letztlich nur durch die Spindelgüte 
bestimmt wird.
Spritzdüsen-Antrieb auf der X-Achse erfolgt, so weit ich das im 
rufus-Link richtig sehe, durch einen seitlich angebrachten SM per 
Zahnriemen.
Dürfte so gut wie spielfrei sein. ;)

An diesen beiden Achsen ist absolut nichts auszusetzen.

Ganz im Gegenteil wären sie bei insgesamt stärkerer Dimensionierung auch 
durchaus tauglich für eine Fräsmaschine.
Natürlich nur bei entspr. stabil dimensioniertem Unterbau für ein 
wirklich belastbares Joch.
Das dann auch ganz andere Kräfte aufnehmen können muß als beim 3D-Druck. 
:D

Wenn ich Dir raten darf:
Laß die Finger davon, Dir selbst einen "besseren" 3D-Drucker bauen zu 
wollen als den Prusa.
Es sei denn, Dir reichen die Abmessungen des Prusa für Deine Vorhaben 
nicht aus.
Das ist dann natürlich ganz anders zu bewerten.

"Verrenn" Dich also bitte nicht in eine Illusion. :)

Grüße

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