Hallo Zusammen!
Ich habe hier ein Problem mit einer "Blätteruhr". Solche Uhren die die
Zeit zeigen, indem Sie kleine Schildchen umblättern. S.h. Bild.
Problem: Die Uhr geht nichtmehr ;)
Habe Sie natürlich auseinander genommen. Das "Uhrwerk" besteht aus einem
sehr hoch übersetzten Getriebe, welches von einer Spule mit Eisenkern
(Elektromagnet) angetrieben wird. Ich nehme an die Spule wird periodisch
magnetsiert um das Getriebe jeweils ein kleines Stück zu bewegen. Keine
Ahnung ob das sekündlich passiert oder in welchen Rhytmus genau.
Die Spule wird von einem kleinen einseitigen PCB bestromt, welches nur
aus einem Quarz (ich nehme an Uhrenfrequenz), ein paar Kondensatoren und
einem IC besteht.
Die Versorung ist über 2 AA Zellen, total 3V.
Ich habe das PCB mit dem Oszi geprüft, konnte keine Frequenz an den
Quarzanschlüssen oder an den Spulenabgängen messen. Alles tot.
Stromaufnahme ist praktisch 0 (ca. 0.4mA).
Ich tippe darauf, dass es das IC gegrillt hat. Eventuell Batterien
falsch gepolt? Ich sehe keinen Verpolschutz.
Hat jemand eine Idee was das für ein IC ist? Oder was man noch versuchen
könnte? Auf dem IC sind keine Markierungen angebracht. Ich habe gedacht
evt. findet man was mit ähnlicher Anschlussbelegung?
Besten Dank und Lieber Gruss
MB
MB schrieb:> Stromaufnahme ist praktisch 0 (ca. 0.4mA).
Für eine batteriebetriebene Uhr ist das ziemlich viel...
> Hat jemand eine Idee was das für ein IC ist?
Vermutlich ein ASIC oder ein µC für genau solche Teile
> Oder was man noch versuchen könnte?
Eine Wechselspanung aus einem Trafo anlegen. Denn früher(tm) waren diese
Uhren einfach ans Netzt "synchronisiert".
Lothar M. schrieb:> Vermutlich ein ASIC oder ein µC für genau solche Teile
Das wird ein ganz normaler Chip für analoge Quarzuhren sein. Aber man
findet die fast nur noch als COB, oder halt NOS.
Teo D. schrieb:> hinz schrieb:>> Und denen reicht dann eine AA-Zelle.>> Autsch. Mit 1,5V wird der Motor streiken. Schade...
Möglich, aber möglicherweise vertragen sie auch zwei AA.
eventuell sit ein IC wie ein EM1344, das pinout passt hier nicht, aber
was wird schwierig sowas nicht als COB zu bekommen, aslo entweder andere
Uhr ausschlachten oder eventuell Attiyn direkt mit Uhrenquarz betreiben,
Motor könnte eventuell direkt angeschlossen werden (wenn der <40mA
zieht), nur das programmieren muss sehr langsam geschehen bei 32kHz
(takt darf 1/4 sein glaube ich)
http://dtsheet.com/doc/1423811/em1344-data-sheet---em-microelectronic
hinz schrieb:> Möglich, aber möglicherweise vertragen sie auch zwei AA.
Ging mir auch durch den Kopf. Nur hab ich das nie ausprobiert und habe
bedenken, das der Ausgangs Treiber das nicht verkraftet.
Versuch macht kluch. OK, ich hab auch sowas in der Grabbelkiste
liegen...
MB schrieb:> Die Versorung ist über 2 AA Zellen, total 3V.
Wie kommst du darauf, daß 2 AA diese 3V haben ? Die haben die nur neu im
Laden, Während der Benutzung fällt die Spanung dann auf 1.8V.
MB schrieb:> 181214_uhr_pcb.jpg
Merkwürdiges Bild, mit dem Punkt für Pin1 spiegelverkehrt. Auch HY-IX
könnte spiegelverkehrt sein.
hinz schrieb:> Das wird ein ganz normaler Chip für analoge Quarzuhren sein.
Oder ein ganz normaler Mikrocontroller wie ATTiny12V-1, die Spule wird
nicht mehr als die 20mA brauchen die so ein Chip liefern kann.
Michael B. schrieb:> Wie kommst du darauf, daß 2 AA diese 3V haben ? Die haben die nur neu im> Laden, Während der Benutzung fällt die Spanung dann auf 1.8V.
Bitte einmal erläutern...
Frische AA-Zellen sollen unmittelbar nach Inbetriebnahme dann nur noch
0.9V haben? Ist mir mit Verlaub noch nie untergekommen...
Jim Beam (Gast) schrieb:
>> Wie kommst du darauf, daß 2 AA diese 3V haben ? Die haben die nur neu im>> Laden, Während der Benutzung fällt die Spanung dann auf 1.8V.>Bitte einmal erläutern...>Frische AA-Zellen sollen unmittelbar nach Inbetriebnahme dann nur noch>0.9V haben? Ist mir mit Verlaub noch nie untergekommen...
Die haben sogar 1,6V neu ... ;-)
Michael B. schrieb:> Oder ein ganz normaler Mikrocontroller wie ATTiny12V-1, die Spule wird> nicht mehr als die 20mA brauchen die so ein Chip liefern kann.
Stimmt genau!
ich würde mich da garnicht mit der Rep. des Teils lange befassen,
irgendein ATTINY-8-Pinner mit LowPower @32Khz-Oszillator macht paar
Impulse und langweilt sich ansonsten zu Tode.
Bischen pröben, wieviele Impulse/Zeiteinheit das Getriebe möchte und den
Spulenstrom ermitteln: Kann wirklich ev. Spule->Port klappen, vielleicht
noch eine kleine Freilaufdiode.
Geht simpel auch als Dead-Bug-Design,
schönes Advents-Sonntags-Projekt.
Erstmal das Quarz tauschen.
Ansonsten eine größere analoge Wuhnraumuhr beschaffen (neu ab 5EUR) und
das Platinchen ernten.
Die haben auch so einen Gegentaktausgang.
Jim Beam schrieb:> Michael B. schrieb:>> Wie kommst du darauf, daß 2 AA diese 3V haben ? Die haben die nur neu im>> Laden, Während der Benutzung fällt die Spanung dann auf 1.8V.>> Bitte einmal erläutern...> Frische AA-Zellen sollen unmittelbar nach Inbetriebnahme dann nur noch> 0.9V haben? Ist mir mit Verlaub noch nie untergekommen...
Wniger Jim Beam Trinken, mehr Gehirn einschalten und den Satz nochmal
lesen.
Michael B. schrieb:> Wniger Jim Beam Trinken, mehr Gehirn einschalten und den Satz nochmal> lesen.
Hilft nichts. Mit jedem mal lesen, wirds nur schlimmer und schlimmer.
Diese Bilder... diese Bilder. Das gibt heut Nacht sicher lustige Träume.
;)
Holger L. schrieb:> Der ATtiny102 würde sogar noch auf die vorhandene Platine passen.
Ähm, nein, der kann nicht mal einen externen Quartz haben, und VCC/GND
passt auch nicht.
Wir wissen nicht, ob das Ding mit 1,5, oder 3 V versorgt wird.
* 1,5 V, also 0,9...1,6 V - da wird die µC-Auswahl sehr eng.
* 3,0 V, also 1,8...3,2 V - da gäbe es den Tiny25V und viele mehr...
Da keine weiteren Anschlüsse für Tasten dran sind, wird die Uhr
offensichtlich mechanisch gestellt.
Trotzdem muss man dem Tiny per SW erst mal beibringen, die
passenden Blätter-Impulse zu liefern. Für viele hier kein Problem,
aber bestimmt für MB (Gast)...
UND: Ich habe zufällig schon mal ein Uhrwerk mit nem Tiny25V
versorgen wollen: Von 3,2 ... 1,8 V sind die 32768 Hz auch mit
LF-Crystal-Fuses und pipapo nicht konstant.
Fazit: Schade um das Uhrwerk! Ist aber wahrscheinlich Schrott!
> Wniger Jim Beam Trinken, mehr Gehirn einschalten und den Satz nochmal> lesen.
Ich hatte sachlich angefragt.
Und den Satz auch nochmal gelesen:
Michael B. schrieb:> Wie kommst du darauf, daß 2 AA diese 3V haben ? Die haben die nur neu im> Laden, Während der Benutzung fällt die Spanung dann auf 1.8V.
Es bleibt Unfug, was Michael B., "Laberkopp" schrieb.
Wie der TO schrieb, geht es um 2 AA-Zellen in Reihe, also ~3Volt.
Auf eine sachliche Bitte um Erläuterung reagiert er mit persönlichen
Beleidigungen, ohne auf die berechtigte Rückfrage einzugehen.
"Laberkopp"-Texte kann ich künftig nicht mehr ernstnehmen, was schade
ist:
gelegentlich waren dessen Beiträge durchaus nützlich.
Selbst-Demontage in solcher Grössenordnung hatte ich nicht erwartet,
auch nicht persönliche Beleidigung anlässlich berechtigter
Fragestellung.
michael_ schrieb:> Jacko schrieb:>> Wir wissen nicht, ob das Ding mit 1,5, oder 3 V versorgt wird.> Solche Schaltungen funktionieren immer mit 1,5V.
schon im Eröffnungspost stand das es mit 2AA läuft.
Sascha
Zurück zum Thema!
Ich würde so vorgehen:
- Spule durchmessen Durchgang/Widerstand
- Quarz prüfen, ob der schwingt(mit ganz viel Glück geht das sogar mit
dem Frequenzmesser eines Multimeters falls kein Oszi zur Hand)
- Stromaufnahme
Würde vermuten, das der Controller alle paar Sekunden ein kurzen Impuls
liefert, der jedes Mal die Phase wechselt. Falls wirklich der Chip
hinüber ist, könnte man vielleicht am einfachsten mit einem ESP8266
arbeiten. Warum ESP8266? Ist sehr günstig und gut verfügbar und präzise
Aufweckzeiten lassen sich mit einer einfachen Drahtbrücke realisieren,
Programmierung in Arduino wenige Zeilen. ATMEGA ist ja in Sachen wake-up
schlechter beherrschbar.
MB schrieb:> OK, dann werde ich das wohl begraben können...
Was willst du für diesen Schrott noch haben?
Wär doch schade, wenn das in der Tonne landet.
MB schrieb:> Also die Uhr werfe ich nicht weg, sorry für die Vorfreude...
Du solltest als erstes versuchen, die nötige Taktfrequenz zu
messen. Sind da Sekundentakte nötig, würde vielleicht einfach
die Elektronik einer normalen Quarz-Wanduhr passen. Braucht
sie langsamere Takte, könnte man hinter einer solchen Elektronik
noch Frequenzteiler plus H-Brücke schalten.
MB schrieb:> Also die Uhr werfe ich nicht weg, sorry für die Vorfreude...
So naiv bin ich nun wieder auch nicht. :)
Selbst wenn, hatte ich da sicher eine durchaus realistische
Preisvorstellung. Nur ohne Staubschutzglocke, kommt so ein Teil eh nicht
ins Haus.
MB schrieb:> OK, dann werde ich das wohl begraben können...
Nur frag ich mich und sicher einige Andre, was du dir darunter
vorstellst?
Was verlierst du?
Dann nimm so eine Platine von einer Wanduhr und schließe sie an deine
Spule an.
Wurde dir schon mehrfach geraten.
Auch wenn sie nur 1,5V hat. Wenn die Leistung nicht reicht, dann nimm 2
Batterien.
Wenn es geht, ist es gut. Wenn das Platinchen raucht, geht die Welt auch
nicht unter.
Was macht eigentlich die Quarz-Prüfung?
Übrigens geht eine Wanduhr mechanisch kaputt.
Das Platinchen mit dem Quarz ist noch gut.