Bei den Soundprogrammen muss man aufpassen, mit welchen Filtern die
resampeln und arbeiten. Da gibt es große Unterschiede. Um das Problem zu
minimieren, arbeitet man am Besten mit entsprechend hoch aufgelösten
Formaten wie 384kHz. Das unterstützen allerdings nicht alle Programme
und wenn dann nur die Vollversionen.
Das nächste Thema ist, WIE die 6,01 Sägezahn (oder noch schlimmer)
Rechteck erzeugt werden. In dem Moment, wo die Mathematik greift,
bekommt man ja augenblicklich ein gewaltiges Spektrum. Wird das nicht
überabgetastet und entsprechend gefiltert, hat man das zu erwartende
aliasing.
Da gibt es unterschiedliche Herangehensweisen, das zu behandeln. Der
saubere Weg ist, ein bandbegrenztes Signal zu erzeugen, das mit der
jeweiligen Abtastfrequenz noch dargestellt werden kann und dieses dann
zu speichern. Da müssen im Bereich Nyquist Kompromisse gemacht werden.
Alles in allem ist das ein schönes Beispiel für die Komplexität des
Themas Klangsynthese und dem Umstand, dass man eben nicht bis Nyquist/2
alles perfekt darstellen kann.
Ein konkretes Beispiel zu dem Bedarf an Abtastfrequenz bei Rechtecken
findet sich hier:
http://www.96khz.org/oldpages/comparison48khzto768khz.htm
Der Trick ist also, das Rechteck mit 100kHz ... 200kHz bandzubegrenzen
und das Ganze mit 768kHz abzutasten. Dann kann man damit operieren, wie
mit einem Analogsynthesizer und das, was am hinteren Ende bei rauskommt
und auf 20kHz limitiert wird, ist praktisch dasselbe. Mit kleinen
Einschränkungen geht es auch mit 384kHz. Dann wird das Signal bei z.B.
dem erwähnten Phasing obenrum schon wieder etwas schärfer, weil schon
die beiden gespeicherten Wellen in 384kHz nicht mehr genug authentischen
Oberwellenanteil haben, sondern schon minimale Schwebungen enthalten,
die sich dann nach dem Mischen richtig durchsetzen. Mit Verweis auf den
Artikel bleiben diese Mischprodukte also nicht komplett im Ultraschall
und lösen sich nach der Ausgangsfilterung in Nichts auf, sondern sie
haben schwache hörbare Komponenten. Das Signal wird schärfer und ist
nicht so "weich" wie bei einer Analogsynthese.
Dreiecke und Rechtecke sind eben audiotechnisch komplizierte Signale mit
denen die klassischen digitalen Synthesizer nach wie vor ihre Probleme
haben.
Wer mag, kann es mit einem hochauflösenden Audioeditor ja mal auf
unterschiedlichen Frequenzen ausprobieren. Kritisch sind dann genau
diese fast perfekten Zahlenverhältnisse wie 480.01Hz @48kHz. Allerdings
muss auch darauf geachtet werden, wie das Prozessieren erfolgt. Wenn
beim Mischen TP-Filter im Spiel sind, sieht die Sache schnell konfus
aus, d.h. man bekommt bei jedem Filter- und Mischvorgang ein ringing in
die Kanten hinein.
Alternativ bietet sich an, das mal mit MATLAB nachzustellen.