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Forum: Offtopic Abgas beim Heissdrahtschneiden


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Autor: Jean-Claude B. (Firma: l'âne qui rit s.a.r.l) (swabiandonkey)
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Wenn der Heißdraht zu heiß wird und die Reste daran zu Rauch werden, was 
entsteht da, wie ungesund ist das?

Ich schneide Polystyrol-Schäume (Styropor, Styrodur etc.) und mitunter 
EPP (Polypropylen).

Autor: Florian R. (Firma: TU Wien) (frist)
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Hi,
ich würde vermuten, solange das Zeug nicht wirklich verbrennt sondern 
nur verdunstet, ist das Sytrol. Es gibt eine Grenzwert von 20ml/m³ am 
Arbeitsplatz. Das wirkt recht hoch und scheint mit mit 
Heißdrahtschneiden eher schwer erreichbar zu sein.

Grüße
Flo

Autor: Max M. (zbmax)
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Gilt aber nur wenn man nicht "einatmungsnahe" am Heißdraht/Schnitt mit 
dem Kopf ist. Viele gehen nah ran um einen genauen Schnitt platzieren zu 
können und atmen dann viel konzentrierter die Abgase ein.

Autor: Zitronen F. (jetztnicht)
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Allenfalls kann man's ja auch draussen machen, oder die Daempfe mit 
einem Staubsauger absaugen.

Weg mit dem Troll

Autor: Mike J. (linuxmint_user)
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Einfach für eine gute Durchlüftung sorgen. Wenn man näher ran gehen 
will, dann kann man z.B. so einen Heizlüfter auf die erste Stufe stellen 
wo sich nur der Lüfter dreht und nicht geheizt wird und damit die Luft 
weg drücken.

Wenn du das beruflich machen musst, dann baue dir eine einfache 
Abzugsanlage. Dieses Lösungsmittel im Styropor scheint krebserregend und 
fruchtschädigend zu sein. (solltest du nicht einatmen wenn du Kinder 
haben möchtest, sonst könnten die vielleicht behindert auf die Welt 
kommen)

In dem Styropor ist teilweise noch recht viel von dem Zeug enthalten, je 
nachdem wann die Platten hergestellt worden sind und wie luftig sie 
gelagert worden sind.

Autor: Percy N. (vox_bovi)
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Mike J. schrieb:

> In dem Styropor ist teilweise noch recht viel von dem Zeug enthalten, je
> nachdem wann die Platten hergestellt worden sind und wie luftig sie
> gelagert worden sind.

Da Styropor aus geschlossenen Blasen zu bestehen scheint, dürfte da kaum 
etwas ablüften, sofern es nicht durch die Blasenwände diffundiert. Das 
scheint jedoch nicht der Fall zu sein, sonst wäre es kaum als Füllstoff 
für Sitzsäcke eingesetzt worden. Vermutlich verdampft beim Schneiden 
kein Lösemittel, sondern das Material selbst.

Autor: Uhu U. (uhu)
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Percy N. schrieb:
> Da Styropor aus geschlossenen Blasen zu bestehen scheint, dürfte da kaum
> etwas ablüften, sofern es nicht durch die Blasenwände diffundiert.

Das Zeug enthält häufig bromhaltige Flammschutzmittel:
Vor allem bei Bränden stellen halogenierte Flammschutzmittel eine große
Gefahr dar. Unter der Hitzeeinwirkung wirken sie zwar brandhemmend, indem
die bei der Pyrolyse gebildeten Halogen-Radikale die Reaktion mit Sauerstoff hemmen. Allerdings entstehen auch hohe Konzentration an polybromierten (PBDD und PBDF) oder polychlorierten Dibenzodioxinen und Dibenzofuranen (PCDD und PCDF). Diese sind auch unter dem Überbegriff „Dioxine“ für ihre hohe Toxizität bekannt („Seveso-Gift“). Überdies kann während der Produktion, der Gebrauchsphase und der Entsorgung eine Emission von Flammschutzmitteln stattfinden.

Quelle: 
https://de.wikipedia.org/wiki/Flammschutzmittel#Halogenierte_Flammschutzmittel

Das wird man nicht unbedingt einatmen wollen…

: Bearbeitet durch User
Autor: Percy N. (vox_bovi)
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Uhu U. schrieb:

https://de.wikipedia.org/wiki/Flammschutzmittel#Halogenierte_Flammschutzmittel
>
> Das wird man nicht unbedingt einatmen wollen…

Danke für die ausführliche Darstellung. Mir ging es hauptsächlich um die 
Frage, ob die Gefahr durch jahrelanges "Ablüften" geringer wird, und das 
scheint, wie vermutet, nicht der Fall zu sein. Leider hast Du Dich genau 
hierzu eher weniger eingelassen ...

Autor: Udo S. (beobachter)
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Uhu U. schrieb:
> Percy N. schrieb:
>> Da Styropor aus geschlossenen Blasen zu bestehen scheint, dürfte da kaum
>> etwas ablüften, sofern es nicht durch die Blasenwände diffundiert.
>
> Das Zeug enthält häufig bromhaltige Flammschutzmittel:
> ...
> Diese sind auch unter dem Überbegriff „Dioxine“ für ihre hohe Toxizität > 
bekannt („Seveso-Gift“).
...
> Das wird man nicht unbedingt einatmen wollen…

Und was ist mit den ganzen Styroporschneidegeräten?
https://www.trendmarkt24.de/styroporschneidegeraetmit-ersatzschneidedraht-ohne-batterien.html

https://www.trendmarkt24.de/styropor-wuerfel-ca-80x80x80-mm.html

"Mit diesem Würfel können Sie eine ganze Menge wie zum Beispiel tolle 
Figuren basteln. Die besonders lustige Bastelidee kann mit dem Styropor 
Würfel umgesetzt werden! Der Würfel bildet dabei den Bauch der Figur. 
Arme, Kopf und Beine müssen zusätzlich angeklebt werden. Viel Spaß beim 
Basteln mit dem ca. 80x80x80 mm Würfel!"

https://www.amazon.de/Pebaro-800-Styroporschneide-Set/dp/B008CNYFNK/ref=sr_1_2/262-6658388-9130931?s=toys

Läuft doch unter Kinderspielzeug. Dioxine im Kinderspielzeug?
Schwer vorstellbar, dass das noch keinem aufgefallen sein sollte ...

Autor: Mike J. (linuxmint_user)
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Percy N. schrieb:
> Da Styropor aus geschlossenen Blasen zu bestehen scheint, dürfte da kaum
> etwas ablüften, sofern es nicht durch die Blasenwände diffundiert. Das
> scheint jedoch nicht der Fall zu sein, sonst wäre es kaum als Füllstoff
> für Sitzsäcke eingesetzt worden. Vermutlich verdampft beim Schneiden
> kein Lösemittel, sondern das Material selbst.

Das was du sagst ist schon richtig, aber bei der Herstellung wird so 
eine Art Lösungsmittel verwendet welches später, wie auch immer, aus dem 
Material hinaus diffundiert.

Ich habe diesen komischen Geruch mal wahrgenommen als ich Styropor 
zugeschnitten habe und später hatte ich mal eine größere Bestellung 
gemacht wo das Zeug quasi frisch vom Werk gekommen ist, das hat recht 
extrem nach dem Expandiermittel gestunken.

Wenn du Sitzsäcke aus China kaufst, dann nutzen die eben frisch 
expandierte Styroporkügelchen, da sie das Zeug nicht ein paar 
Wochen/Monate lagern und ausstinken lassen wollen. Das stinkt dann 
natürlich und ist gesundheitsschädlich.


Dieses "Flammschutzmittel" hingegen setzt man nur frei wenn man das 
Material bearbeitet und da ist eine gute Lüftung des Arbeitsbereichs 
eben zwingend erforderlich.

Autor: Alex G. (dragongamer)
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Mike J. schrieb:
> Ich habe diesen komischen Geruch mal wahrgenommen als ich Styropor
> zugeschnitten habe und später hatte ich mal eine größere Bestellung
> gemacht wo das Zeug quasi frisch vom Werk gekommen ist, das hat recht
> extrem nach dem Expandiermittel gestunken.
Deine Lieferung wurde höchstwahrscheinlich ja auch mit einem Heissdraht 
zurechtgeschnitten. Sicher dass du nicht also beide Male im grunde den 
Selben Geruch wahrgenommen hast, der aber schlicht vom erhitzten 
Material stammt?

: Bearbeitet durch User
Autor: Uhu U. (uhu)
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Mike J. schrieb:
> Dieses "Flammschutzmittel" hingegen setzt man nur frei wenn man das
> Material bearbeitet und da ist eine gute Lüftung des Arbeitsbereichs
> eben zwingend erforderlich.

Aber genau darum geht es hier…

Autor: Mike J. (linuxmint_user)
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Alex G. schrieb:
> Deine Lieferung wurde höchstwahrscheinlich ja auch mit einem Heissdraht
> zurechtgeschnitten.

Als ich das Styropor von Baumarkt zugeschnitten habe nutzte ich ein 
Cuter-Messer oder alternativ die Stichsäge und da ist nichts heiß 
geworden. Dieser Geruch ist da einfach ausgetreten weil dieses 
Lösungsmittel oder was das ist eben recht tief im Styropor drin war.
So hat das Zeug ja gar nicht nach irgend etwas gerochen, erst nach dem 
zurecht schneiden.

Bei der Lieferung war es so dass es schon gestunken hat als es einfach 
so rumstand. Beim zurecht schneiden wird es wohl auch nach dem 
geschmolzenen Material gestunken haben, aber das ist ja im Betrieb bei 
der Herstellung passiert.

Autor: Mike J. (linuxmint_user)
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Uhu U. schrieb:
> Aber genau darum geht es hier…

5. Beitrag -> Gut durchlüften, mehr kann man nicht machen.

Dieses Lösungmittel tritt bei der Verarbeitung aber auch verstärkt aus 
und das gilt als krebserregend/fruchtschädigend, ist also alles nicht 
gerade etwas was man eine längere Zeit lang machen sollte.

Autor: Percy N. (vox_bovi)
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Mike J. schrieb:
> Uhu U. schrieb:
>> Aber genau darum geht es hier…
>
> 5. Beitrag -> Gut durchlüften, mehr kann man nicht machen.
>
> Dieses Lösungmittel tritt bei der Verarbeitung aber auch verstärkt aus
> und das gilt als krebserregend/fruchtschädigend, ist also alles nicht
> gerade etwas was man eine längere Zeit lang machen sollte.

Im fertigen Produkt sollte nach meinem Verständnis eigentlich kein 
Lösemittel mehr enthalten sein. Wie sonst soll der Schaum erstarren?

Autor: Kara B. (Firma: ...) (karabenemsi)
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Percy N. schrieb:
> Im fertigen Produkt sollte nach meinem Verständnis eigentlich kein
> Lösemittel mehr enthalten sein. Wie sonst soll der Schaum erstarren?

Zur Schaumextrusion wird häufig Pentan verwendet: 
https://de.wikipedia.org/wiki/Schaumstoff#Schaumextrusion

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