Forum: Mikrocontroller und Digitale Elektronik Problem mit Elektroverteiler


von Toni V. (ospray955)


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Servus,

bräuchte mal eure Hilfe ich steh vor nem Problem und komme einfach nicht
auf denn Fehler.

Mir ist bei einer bekannten beim anschließen eines Selbständigen
Induktionsplatte
was aufgefallen das mir sehr merkwürdig vorkommt.

Und zwar messe ich mit einem Duspol Digital zwischen

L1 und N 230V
L1 und Erde 230V

L2 und N 230V
L2 und Erde 230V

L3 und N 230V
L3 und Erde 230V

L1 und L2 0V
L2 und L3 0V
L3 und L1 0V
Die Werte sind an der Verteilung in der Wohnung gemessen und an der
Herdanschlussdose.

Noch ein paar infos zur Anlage es ist ein Wohnblock mit mehreren
Parteien errichtet ca. 1970 seit dem nicht umgebaut soweit mir bekannt
ist.
Es sind noch Schmelzsicherungen verbaut das zwar auch nicht mehr sein
sollte aber ok das ist halt bestand.
In die Hauptverteilung kann ich nicht rein um zu sehen das alle drei
Phasen des Verteilers der Wohnung in der Hauptverteilung an eine Phase
angeschlossen sind was auch meine Vermutung wäre.

Danke schon mal im vorraus für eure Hilfe

von Patrick (Gast)


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Toni V. schrieb:
> In die Hauptverteilung kann ich nicht rein um zu sehen das alle drei
> Phasen des Verteilers der Wohnung in der Hauptverteilung an eine Phase
> angeschlossen sind was auch meine Vermutung wäre.

Genau so ist es. War in älteren Häusern üblich - manchmal eine Sicherung 
im Hausflur für den Herd und eine für den Rest der Wohnung.

Sollte dich nicht stören - das Induktionsfeld auch nicht.
Wenn es nen dreiphasigen Anschluss hat, dann nimm halt die drei Phasen, 
die an der Dose ankommen und Klemme stumpf "Farbe auf Farbe"- das Feld 
braucht keine Phasenverschiebung, wie jeder E-Herd auch.

von Chris M. (chris_appment)


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E-Herd ist ein Wechselstromverbraucher, kein Drehstrom. Phasen werden 
lediglich zur Lastverteilung getrennt, was früher aber keinen juckte.

von P. W. (deneriel)


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Dann schau doch mal auf den Zähler der wohneinheit. Der muss zugänglich 
sein (zumindest in DE) und ist wahrscheinlich auch ein 
Wechselstromzähler.
Ist im Altbestand nicht ungewöhnlich. Man hat halt schon für Drehstrom 
vorbereitet, das dann aber nicht genutzt.
Z.b. Kein  Bedarf weil mit Gas gekocht wurde, kein Durchlauferhitzer 
montiert wurde, Eigentümer zu geizig, sonstwas.

Für das Kochfeld ist das normalerweise auch kein Problem weil Herde 
hierzulande eigentlich drei einzelne Wechselstromverbraucher sind.

Das einzige Problem ist eine mögliche Überlastund des Neutralleiters 
wenn du 3 Zuleitungen an der gleichen Phase hast. Denn der muss ja alle 
Rückströme zusammen aufnehmen.
Beim Wechselstrom verteilen die sich nicht über das Drehfeld sondern 
addieren sich!

In 1970 sollte es keine klassische Nullung mehr gewesen sein, also 
5adrige Herdzuleitung. Je nach Querschnitt und Verlegeart kannst du eine 
einzelne Ader höher absichern und die anderen beidne L gar nicht 
benutzen. bei Verlegung im Mauerwerk/Putz und 2,5qmm Querschnitt können 
20 oder gar 25A drin sein. Mit 1,5qmm oder bei Aluleitungen (Osten) 
allerdings nicht. Die Gegebenheiten vor Ort musst du bzw. der 
ausführende Elektriker abschätzen.
Die Verwendung von je zwei Adern als L, N und 1xPE ist nicht 
normkonform, denn der zweite N hat die falsche Farbe. Wenn der 
ausführende Elektriker das vertreten kann und am besten noch eine 
unverlierbare Kennzeichnung anbringt (z.b. Schrumpfschlauch) kann er das 
aber auf SEIN RISIKO durchaus tun. Ebenso muss er das am Herd dann 
passend klemmen.

Normalerweise kannst du ein Kochfeld mit 20-25A Absicherung problemlos 
einphasig betreiben, auch wenn die Leistung des Kochfeldes insgesamt 
höher ist. Man gibt halt selten bis nie auf allen Platten gleichzeitig 
Vollgas. Weihnachtsessen mit der Gans im Ofen und 4 Platten in Betrieb 
ist da ein Kandidat wo man dann tatsächlich mal die Grenzen erreichen 
kann.

von ZF (Gast)


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P. W. schrieb:
> Das einzige Problem ist eine mögliche Überlastund des Neutralleiters
> wenn du 3 Zuleitungen an der gleichen Phase hast. Denn der muss ja alle
> Rückströme zusammen aufnehmen.

Das ist ein gewaltiges Problem. Der Querschnitt des N muss geprüft 
werden.

von Ben B. (Firma: Funkenflug Industries) (stromkraft)


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Früher war es vor allem in ländlichem Gebiet üblich, daß Häuser gar 
nicht über Drehstrom verfügten. Der lag zwar in der Straße, aber der 
Hausanschluss war nur einphasig ausgeführt. Wenn Bauer Schulz dann eine 
größere Kreissäge oder einen Durchlauferhitzer betreiben wollte, führte 
das bisweilen zu sehr merkwürdigen Effekten in der näheren Umgebung.

von Chris M. (chris_appment)


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Wenn du aber - was ich denke - einen neuen Herd installierst sollte der 
i.d.R. weniger Energie als der alte Vorgänger verbrauchen. Wenn die 
Leitungen das 40 Jahre ausgehalten haben, werden sie jetzt einen Herd, 
der weniger verbraucht auch aushalten. Falls du gelernter Elektriker 
bist und was passieren sollte kann man dich trotzdem an den Ei... 
kriegen. Genau wie beim FI...

von Stefan F. (Gast)


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Ich hatte mal bei einem Umzug ein provisorisches Kochfeld aufgestellt, 
zu dem die technischen Unterlagen fehlten. Es hatte Erde und drei 
Leitungen, die habe ich an die drei Phasen angeschlossen.

Irgendwann fragte meine Frau, ob es normal sei, dass die Kochplatte nach 
wenigen Sekunden zu glühen beginnt, wenn man den Topf oder die Pfanne 
herunter nimmt...

Die Heizleistung war aber Klasse :-)

von hinz (Gast)


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P. W. schrieb:
> In 1970 sollte es keine klassische Nullung mehr gewesen sein,

Erst ab Mai 1973 (alte BL) bzw Oktober 1990 (neue BL).

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