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Forum: HF, Funk und Felder RFID als Durchfahrtskontrolle (und Zeitmessung)


Autor: Ralle (Gast)
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Hallo zusammen

für eine Mountainbike-Rallye soll überprüft werden, ob die Fahrer 
bestimmte Checkpunkte passieren und nicht abkürzen). Die Strecke ist 
grundsätzlich frei wählbar, lediglich die Checkpunkte müssen passiert 
werden. Jeder Checkpunkt besteht aus 2 Toren, z.B. A1 und A2. Die 
Strecke zwischen A1 und A2 ist besonders anspruchsvoll und muss in einer 
bestimmten Zeit durchquert werden ("Sonderprüfung").

Die Fahrer sind mit RDID-Armbändern ausgestattet. Sobald ein Fahrer Tor 
A1 passiert, soll der Tag registriert werden und ein Zeitstempel in 
einer Datenbank eingetragen werden. Sobald er A2 passiert, soll ein 
weiterer Zeitstempel gesetzt werden. Beim Überschreiten einer gewissen 
Zeit wird ein "Alarm" ausgelöst. Die soll auch der Sicherheit dienen: 
taucht der Fahrer nicht an A2 auf, ist ihm offensichtlich etwas passiert 
und es kann reagiert werden.

Ich habe NULL Ahnung von der Technik und mich würde Eure Einschätzung 
bzgl. Machbarkeit und Hardwarekosten interessieren. Die max. 
Geschwindigkeiten wären vielleicht 40km/h.

Was meint ihr?

Grüße und 1000 Dank schonmal
Ralf

Autor: Michael D. (sirs)
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Das erinnert mich irgendwie an die Messung der Zeiten von 
Marathonläufern.
https://de.wikipedia.org/wiki/Zeitmesstransponder

Ob die bei "zuspätkommen" einen Alarm auslösen können ist mir unbekannt. 
Selber bauen sollte sich sowas auch lassen, aber die Genauigkeit der 
Messung würde ich dann nur bedingt trauen.
Vielleicht gibt es sowas speziell für Radfahrer?

Autor: Stefan M. (derwisch)
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Ich vermute mal, dass technisch noch nichts festgelegt ist?

RFID wird auch im Motocross Sport eingesetzt.
Ich kenne Anlagen, die im UHF Bereich arbeiten ( 868 MHz ).
Die Vorteile:
-Hohe Reichweite bis zu 10m, wenn die Positionierung des Transponders am 
Objekt kompromisslos gewählt wird.
-Transponder preisgünstig ( passiv, ohne eigene Batterie ).
-Schnell, d.h. 40km/h sind kein Problem
-Pulkfähig, d.h. es können viele Transponder gleichzeitig erfasst 
werden.

UHF Nachteile:
-Leser verhältnismässig teuer.
-Selten als "plug and play" möglich, man muss sich mit der richtigen 
Konfiguration des Gesamtsystems beschäftigen. Eine falsch gesetzte 
Einstellung im Leser kann über Erfolg und Misserfolg entscheiden.
-Die Transponder dürfen nicht auf der Haut oder Kleidung getragen 
werden, denn das verringert die Reichweite dramatisch ( Absorption, 
Verstimmung der Antenne ), bis hin zu Null Reichweite.
-Transponder müssen quasi Sichtverbindung zum Leser haben, da z.B. 
Metall abschirmend oder reflektierend wirkt.

RFID in niederigen Frequenzbereichen ( 125khz, 13,56MHz ) arbeiten mit 
"magnetischen" Antennen, d.h. die Antenne im Transponder und im Leser 
ist eine Drahtspule.
Die Transponder können auch durch den Körper hindurch erfasst werden, 
ohne dramatische Reichweiteneinbußen.
Die Reichweite ist generell aber sehr begrenzt.
Für eine Reichweite von mehr als 1m muss ein erheblicher Antennenaufwand 
getrieben werden.
Dafür kann bei Läufern z.B. der Transponder im oder am Schuh befestigt 
werden, und die Leseantenne ist eine "Fußmatte",über die die Läufer 
laufen.

Bei Fahrrädern ist das tückischer, denn auch diese Transponder kann man 
nicht direkt auf Metall kleben.
Bei einem Armband müsste die Leseantenne sehr groß sein, z.B. wie ein 
Rahmen, durch den die Fahrer durchfahren müssen.
Ausserdem gibt es bei magnetischen Antennen den Effekt, dass die 
räumliche Orientierung des Transponders ( flache Spule ) zu der 
Orientierung der Leserantenne passen muss.
Die gedachten Feldlinien müssen senkrecht zur Spule einfallen, sonst 
wird keine Energie induziert.

das Thema ist nicht neu und es gibt Lösungen dafür.
Aber in dem Fall wird es nicht billig, soviel kann ich sagen.

Autor: Ralf (Gast)
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Hallo und vielen Dank schonmal.

Der Chip könnte vorne auf der Startnummer befestigt sein. Ich habe 
recherchiert und es gibt in der Tat zig Anbieter, die bereits die 
Zeitmessung anbieten.

Im Prinzip könnte man ja diese Technik verwenden und lediglich die 
Datenverarbeitung anpassen: die Zeit beim passieren der 2. Antenne von 
der Zeit beim Passieren der Ersten abziehen und mit der Soll-Zeit 
abziehen und beim überschreiten einer vorgegeben Zeit ein Signal 
triggern.

Das für Motocross vorgeschlagene System hört sich gut an. Auch weil ich 
selbst aktiver Fahrer bin. Sehr sympathisch :-)

Was heißt denn „relativ teuer“? Und wie erfolgt die Stromversorgung? 
Könnte solch ein System mit Batterien betrieben werden ohne dass diese 
ständig gewechselt werden müssen?

Die Genauigkeit der Zeitmessung wäre zweitrangig. Toleranz +/- 1s 
reicht.

Ist es eigentlich möglich zu prüfen ob ein Radfahrer ohne Tag am 
checkpoint vorbei kommt?

Ich danke Euch! Super interessant was ihr von Euch gebt.

Ralf

Autor: Michael D. (sirs)
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Ralf schrieb:
> Ist es eigentlich möglich zu prüfen ob ein Radfahrer ohne Tag am
> checkpoint vorbei kommt?
Lichtschranke. Eignet sich evtl auch zur Fehlerkorrektur bzw der 
Verbesserung  der Zeitmessung.
Eine zu klärende Frage ist noch, ob es möglich ist zwei Fahrer die 
gleichzeitig an dem Leser vorbeifahren zu unterscheiden. Sonst vergisst 
man evtl einen oder sogar beide.

Autor: Ralf D. (doeblitz)
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Ralle schrieb:
> Ich habe NULL Ahnung von der Technik und mich würde Eure Einschätzung
> bzgl. Machbarkeit und Hardwarekosten interessieren. Die max.
> Geschwindigkeiten wären vielleicht 40km/h.
>
> Was meint ihr?

Der Grenzwert paßt ja (rein zufällig?) verdammt genau zu den Kenndaten 
der SportIdent SIAC/BS11-Kombination. Willst du das System nachbauen 
(lassen)?

Machbar: offensichtlich, schließlich verkauft SportIdent den Kram ja.
Preise:
  SIAC (Fahrer-Einheit) ca. 65 EUR
  BS11-BL (Station, bis 3m, als Gate einsetzbar) ca. 360 EUR
  BS11-BS (Station für punktförmigen Einsatz) ca. 180 EUR

Autor: Ralle (Gast)
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Moin und besten Dank schonmal.

SportIdent SIAC/BS11-Kombination.... das sagt mir überhaupt nichts. Ich 
hatte einfach eine Idee, und befasse mich mit der Umsetzung. Ich hätte 
nichts dagegen, mit vorhandenen Lieferanten eines solchen Systems eine 
Kooperation zu machen.

Auf jeden Fall habt ihr mir schonmal sehr geholfen!

Wenn sich was Neues ergibt, gebe ich Bescheid.

Autor: Ralf D. (doeblitz)
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Ralle schrieb:
> Moin und besten Dank schonmal.
>
> SportIdent SIAC/BS11-Kombination.... das sagt mir überhaupt nichts.

Das sind zwei Produkte der Firma SportIdent: SIAC ist das Teil, das am 
Fahrrad (oder dem Fahrer) befestigt wird. Die BS11 sind die 
Basis-Stationen, die man im Gelände aufstellt.

Einfaches Googeln sollte dich auf die passende Seite führen.

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