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Forum: Analoge Elektronik und Schaltungstechnik 60Hz Kondensatormotor mit 50Hz betreiben


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Autor: TomH (Gast)
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Hallo zusammen,

ich habe hier einen Radiallüfter mit Kondensatormotor, und stelle gerade 
fest, daß da "60Hz" draufsteht. Darum war er vor nem Jahr so günstig als 
Restposten zu bekommen...

EBM R2E190-AE26-29
230V~ 60Hz 90W
Kondensator: 2uF

Mit verminderter Leistung an 50Hz habe ich kein Problem, mit erhöhter 
Erwärmung schon. Die Lüfter sollen die Luft in einer Art "Klimabox" bzw. 
Lackierbox umwälzen, und als Zusatznutzen dieser Box würde ich mir 
geregelte Innentemperaturen bis vielleicht 50°C wünschen, zum Tempern 
von Klebungen, schnelleren Trocknen von Lack usw.
D.h. im Umluftbetrieb würden die Lüfter in dieser Temperatur arbeiten - 
allerdings dürfen sie dann mit stark verminderter Leistung laufen.

Fragen:
- Sollte ich den Kondensatorwert bereits erhöhen, und auf wieviel? Pi 
mal Daumen 2,5uF?
- Sollte ich grundsätzlich mit einem Spartrafo die Spannung reduzieren? 
Ich will die Lüfter ja sowieso mit einem Spartrafo in mindestens zwei 
Leistungsstufen schalten.

Vielen Dank für Eure Antworten.
Tom.

Autor: Ingo Less (Gast)
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Also an niedriger Frequenz geht der Blindwiderstand hoch, folglich der 
Strom runter.

TomH schrieb:
> - Sollte ich den Kondensatorwert bereits erhöhen, und auf wieviel? Pi
> mal Daumen 2,5uF?
Versuch doch erstaml so und beobachte ob der Motor noch gut (genug) 
anläuft.

TomH schrieb:
> Sollte ich grundsätzlich mit einem Spartrafo die Spannung reduzieren?
> Ich will die Lüfter ja sowieso mit einem Spartrafo in mindestens zwei
> Leistungsstufen schalten.
Das man Asynchronmaschinen nicht über die Spannung in der Drehzahl 
beeinflussen kann (jedenfalls vernünftig) ist dir bekannt?

Autor: Matthias S. (Firma: matzetronics) (mschoeldgen)
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Ingo Less schrieb:
> Das man Asynchronmaschinen nicht über die Spannung in der Drehzahl
> beeinflussen kann (jedenfalls vernünftig) ist dir bekannt?

Sowas geht nur sinnvoll mit Frequenzumrichter und da sind wir beim 
Problem des Kondensatormotors. Die Dinger sind nur sinnvoll mit 
speziellen Umrichtern für Kondensatormotoren zu steuern.
Die kosten aber so viel, das man besser eine Drehstrommaschine beschafft 
und die mit einem normalen FU steuert.

Autor: nachtmix (Gast)
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TomH schrieb:
> Sollte ich grundsätzlich mit einem Spartrafo die Spannung reduzieren?

Ein Vorwiderstand ist billiger, wenn du sowieso heizen musst.

Autor: Werner H. (werner45)
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USA-Geräte werden am 50-Hz-Netz betrieben, indem man die Spannung von 
117 V auf 240 V umschaltet bzw. einen Vorschalttrafo verwendet.
Die Motore werden im Betrieb etwas wärmer, aber das kümmerte bisher 
niemanden. Kondensatoren wurden noch nie getauscht.
Anschließen und fertig.

Gruß   -   Werner (ex. Kundendienst an USA-Geräten)

Autor: A-Freak (Gast)
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Als erstes würde ich die Spannung im Verhältnis 60/50 anpassen also 191V 
statt 230V und den Kondensator im Verhältnis (60/50)² also 2,88µF statt 
2µF

Als zweites kannst du ausprobieren ob der Motor mit noch niedrigerer 
Spannung noch weniger Strom aufnimmt und damit kühler bleibt oder wieder 
mehr zieht.

Autor: Michael B. (laberkopp)
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Ingo Less schrieb:
> Also an niedriger Frequenz geht der Blindwiderstand hoch, folglich der
> Strom runter

Ähm, ein Motor ist wie ein Trafo eine Spule, und die hat nur ein 
begrenztes Spannungs-Zeit-Fenster:

Bei gleicher Spannung ist bei 50Hz die Zeit die sie anliegt bevor sie 
umpolt länger, also wird der Kern weiter in Sättigung getrieben, also 
wird die Stromaufnahme höher.

Da der Motor langsamer dreht, könnte auch die Gegen-EMK geringer sein, 
was die Stromaufnahme snket.

Welcher Term gewichter wird, ist kaum zu erahnen.

Autor: Blubb (Gast)
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Warum nicht einfach bei EBM-Pabst anfragen ob das geht?
Oder sich halt mal das Datenblatt besorgen und schauen was dort steht..

Autor: TomH (Gast)
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Danke für die Antworten schon mal.

Ich glaube auch, es wird auf Ausprobieren rauslaufen.

Ich habe auch andere Threads durchgelesen, es ergibt sich eigentlich nie 
eine klare Aussage. Michael hat es in seinem Post ungefähr ausgedrückt: 
Es sind so viele unwägbare Einflüsse beteiligt - Frequenz, 
Phasenverschiebung durch das Zusammenspiel Spule-Kondensator - 
Sättigung, daß man es einfach nicht sagen kann.

Ausprobieren geht bei einem solchen Radiallüfter mit rückwärtsgekrümmten 
Schaufeln und ohne Gehäuse aber erst, wenn er zumindest einen 
provisorischen Einbauort gefunden hat. Ich bevorzuge sogar den 
endgültigen, da muß ich mich jetzt mal ranhalten.

Eine Frage hätte ich noch:
Kondensatormotor über Spannung mittels Spartrafo drehzahlregeln geht 
echt nicht?
Vor Jahren hatte ich die Aufgabe, einen riesigen 230V-Lüfter mit sage 
und schreibe 1,4kW und 50uF-Kondensator zu steuern.
Phasenanschnitt und -abschnitt waren mir unheimlich, FU hatte ich noch 
gar nicht auf dem Schirm. Also Spartrafo, 5 Geschwindigkeitsstufen über 
Relais geschaltet. Schnell mußte ich lernen, daß Löschglieder über den 
Relaiskontakten nötig sind. Aber seitdem lief das ganze wunderbar 7 
Jahre, bis ich wieder die Relais wechseln mußte, jetzt wirds wieder ein 
paar Jahre weiterlaufen.
Und der Lüfter hat wirklich alle Drehzahlstufen von leise säuselnd bis 
Tornado.

Autor: Michael B. (laberkopp)
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TomH schrieb:
> Kondensatormotor über Spannung mittels Spartrafo drehzahlregeln geht
> echt nicht?

Nicht gut.

Bei geringerer Spannung bekommt er weniger Kraft und dadurch mehr 
Schlupf und dreht deswegen langsamer.

Als Antrieb beispielsweise eines Autos geht das nicht, da fährt das Auto 
oder es bleibt stehen weil ein bestimmtes Drehmoment benötigt wird.

Bei Antrieb eines Lüfters oder einer Pumpe geht das schon, weil der 
Kraftaufwand stark mit der Drehzahl steigt, also weniger Kraft zu 
weniger Drehzahl führt und nicht gleich zum stehen bleiben.

Aber man muss sich immer vor Augen führen, daß man nicht die Drehzahl 
reduziert sondern nur die Kraft. Steigt nun der Reibungswiderstand eines 
Lagers oder der verstaubten Propeller kann so ein drehzahlreduziert 
verhungernder Motor ganz schnell stehen bleiben, denn er hat es ja auch 
zuvor nur gerade eben geschafft in Bewegung zu bleiben.

Autor: Harald W. (wilhelms)
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TomH schrieb:

> ich habe hier einen Radiallüfter mit Kondensatormotor und 60Hz.

Du solltest ihn einfach mal anschliessen und dabei die Aufnahme-
leisung messen. Vielleicht tut er ja auch so gnau das, was Du
willst. Bei meiner Arbeit hatte ich mal mit einer Vacuumpumpe
zu tun, die beide Netzvarianten zuliess. Die Pumpleistung war
allerdings bei 50Hz um 20% geringer.

> - Sollte ich den Kondensatorwert bereits erhöhen, und auf wieviel?
> Pi mal Daumen 2,5uF?

Das wäre die zweite Alernative, falls die erste nicht klappt.

> Sollte ich grundsätzlich mit einem Spartrafo die Spannung reduzieren?

Wenn die aufgenommene Leistung stimmt, brauchst Du das vermutlich nicht.

> Ich will die Lüfter ja sowieso mit einem Spartrafo in mindestens zwei
> Leistungsstufen schalten.

Das ist eine andere Baustelle. Das kann klappen, muss aber nicht.
Auf jeden Fall solltest Du dabei die aufgenommene Leistung kon-
trollieren.

Autor: Harald W. (wilhelms)
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TomH schrieb:

> ich habe hier einen Radiallüfter mit Kondensatormotor und 60Hz.

Du solltest ihn einfach mal anschliessen und dabei die Aufnahme-
leisung messen. Vielleicht tut er ja auch so genau das, was Du
willst. Bei meiner Arbeit hatte ich mal mit einer Vacuumpumpe
zu tun, die beide Netzvarianten zuliess. Die Pumpleistung war
allerdings bei 50Hz um 20% geringer.

> - Sollte ich den Kondensatorwert bereits erhöhen, und auf wieviel?
> Pi mal Daumen 2,5uF?

Das wäre die zweite Alternative, falls die erste nicht klappt.

> Sollte ich grundsätzlich mit einem Spartrafo die Spannung reduzieren?

Wenn die aufgenommene Leistung stimmt, brauchst Du das vermutlich nicht.

> Ich will die Lüfter ja sowieso mit einem Spartrafo in mindestens zwei
> Leistungsstufen schalten.

Das ist eine andere Baustelle. Das kann klappen, muss aber nicht.
Auf jeden Fall solltest Du dabei die aufgenommene Leistung kon-
trollieren.

Autor: Werner H. (werner45)
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Was soll die ganze Rumeierei?
Seit 1945 (!) werden USA-Geräte in Europa problemlos betrieben, indem 
man die 117-V-Spannung an die 220-240 V anpaßt.
Hat bisher immer funktioniert.

Gruß   -   Werner

Autor: Michael (Gast)
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@Werner H.
So, so? Warum mussten dann bei Plattenspielern und Tonbandgeräten die 
Antriebsräder angepasst werden? Man konnte sich das natürlich auch 
sparen, der Plattenspieler oder das Tonbandgeräte lief dann halt 
langsamer. Woran, mag das wohl gelegen haben?

Autor: Werner H. (werner45)
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@Michael:
Das sind Sonderfälle. Spektrometer, Zweistrahler haben auch einen 
Synchronmotor, liefen auch mit 50 Hz problemlos.
Bei einem Lüfter ist das egal, der muß nur blasen.

Gruß   -   Werner

Autor: Michael (Gast)
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@Werner
Da hast du natürlich recht. Ja es war auch bei den Plattenspielern und 
den Tonbandgeräten egal ob der Motor mit 50Hz oder 60Hz betrieben wurde. 
Die Drehzahl war zwar anders, aber das hat man mit den besagten anderen 
Antriebsrädern gemacht. An der Elektrik hat niemand etwas geändert. 
Übrigens auch nicht, wenn 50Hz Plattenspieler oder Tonbandgeräte in 60Hz 
"Gebiete" exportiert wurden.

Gruß
Michael

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