Hallo Leute,
ich bin momentan auf der Suche nach einer Vakuum-Pumpe. Ich werde für
die Pumpe drei Verwendungen haben:
1) Um ein Valuum in Glaswaren für eine Isolation zu erzeugen.
2) Später für einen Vakuum-Tisch für eine kleine Fräse
3) Für Chemie-Anwendungen, wie z.B. Distilation, Filtration oder zur
Verhinderung von Oxidation
Mein Budget beträgt ca. 400€. Wenn ich für einen Aufpreis noch mehr
"Leistung" bekommen würde, würde ich bis max. (absolutes Limit) 600€
gehen.
Kann mir von euch jemand sagen, was man da am Besten nimmt? Mit Öl oder
ohne? China Neuware oder gebrauchte Labortechnik?
Ich vermute Du brauchst das Teil nicht jeden Tag?
DU schreibst nichts über Deine Anforderungen - wieviel Unterdruck, wie
schnell?
Schau Dir doch mal in EBAY die diversen Vakuumpumpen an, die gedacht
sind um Klimaanlagen zu evakuieren.
Mit ca. 100€ bist dabei...
Wenn Du den Punkt zwei ausklammerst, dann tut es auch ein
Kühlschrankkompressor.
Dem solltest Du ab und an ein paar ml Nähmaschinenöl in den
Ansaugstutzen geben.
Damit er keinen Kolbenfresser bekommt.
Benutze ich um Klimaanlagen zu vakuumisieren.
Funktioniert tadellos.
Dummerweise brauchen die 3 Anwendungen ganz unterschiedliche Pumpen.
1) eine Hochvakuumpumpe die unter 0.01mbar schafft, eine 2-stufige mit
Öl wie aus der Kältetechnik.
2) eine mit hoher Förderleistung, aber ob 100 oder 10 oder 1mbar ist
fast egal.
3) eine die auch Feuchte und andete Gase abtransportieren kann, also
eine mit einem Gasballast.
Es gibt als billige die Wobl-Thomaspumpen aus Sauerstoffkonzentratoren
mit Flatterventilen ohne Öl, die angeblich nicht für 2) benutzbar
sind, obwohl ich sie dafür nutze, mit zwischengeschaltetem Filter, die
unter 100mbar schaffen.
Und die rotary Pumpen mit Öl, bei denen spätestens die mit Gasballast
für 3) empfindlich teuer werden und die wegen 1) zumindest 2-stufig sein
sollte.
Von Scroll- oder Turbomolekularpumpen abgesehen, die sowieso ausserhalb
deines Budgets liegen.
Heinz R. schrieb:> DU schreibst nichts über Deine Anforderungen - wieviel Unterdruck, wie> schnell?
Das Problem ist, dass ich tatsächlich keine Ahnung habe, welche Pumpe
ich brauche. Deshalb frage ich hier nach.
MaWin schrieb:> 3) eine die auch Feuchte und andete Gase abtransportieren kann, also> eine mit einem Gasballast.
Kann so eine Pumpe keine feuchten Gase abtransportieren?
https://www.ebay.de/itm/2-5CFM-Unterdruckpumpe-Vakuumpumpe-Klimaanlagen-Larmarme-und-lange-Lebensdauer/163203301255?hash=item25ffacbf87:g:yIYAAOSwnVZawdtg
Ist tatsächlich eine spannende Frage. Wenn ich z.B. Isopropanol
destilliere, dann wird wahrscheinlich ein Teil auch als Gas in die Pumpe
geraten, nicht dass mir am Ende das ganze Zeugs um die Ohren fliegt.
Und wie sieht es aus mit der Filtration mit einem Büchner Trichter?
Brauche ich da nicht auch eher einen hohen Volumenstrom? Also dann doch
2 Pumpen kaufen?
Heinz S. schrieb:> Kann so eine Pumpe keine feuchten Gase abtransportieren?>> Ebay-Artikel Nr. 163203301255
Wenn ich schon lese "Schiff aus Deutschland" dann ist klar, wenn die
Pumpe nach einem halben Jahr verreckt freut sich der Mülleimer
Bei "Gasen" hat man immer das Problem "Korrosion"!
MaWin hat dir doch schon die Problematik genannt.
Punkt 1 und 2 schliessen sich praktisch aus und Punkt 3 bringt
zusätzliche Anforderungen.
Heinz S. schrieb:> Kann so eine Pumpe keine feuchten Gase abtransportieren
Sie ist eigentlich nicht dafür gedacht weil alles Gas durch die Pumpe
und das Öl geht.
Wenn man korrosives abdestilliert, und nicht unter den Dampfdruck von
Wasser kommen muss, nimmt man besser eine Wasserstrahlpumpe.
Um normale Luft zu evakuieren kann man die Pumpe schon verwenden.
Um vakuumtrocknung zu machen, z.B. Wasser aus einem Töpfchen zu holen
bis der Rest einfriert, oder Sachen im Vakuum zu trocknen, da sollte man
die Pumpe noch 1 Stunde nach dem Job nachlaufen lassen damit das Wasser
aus dem Öl kommt, aber eigentlich sollte man dafür schon eine Pumpe mit
Gasballast einsetzen. Bei grösseren Wassermengen wie Büchnertrichtern
sowieso.
Öllösliche wie Isoprop sollten auch nur in geringer Menge gefördert
werden und dann lange nachlaufen zum ausgasen. Deinen Büchnertrichter
nicht mit Isoprop auswaschen, dann ist das Öl so gesättigt dass es nicht
mehr schmiert.
Klimaanlagen sind unproblematisch, R134a ist inert.
Korrosive Gase bei Destillationen sind verboten, zumindest eine
Waschflasche davor die SO2 und Brom und was es noch alles gibt auffängt.
MaWin schrieb:> Wenn man korrosives abdestilliert, und nicht unter den Dampfdruck von> Wasser kommen muss, nimmt man besser eine Wasserstrahlpumpe.
Hm... An dem Platz, an dem destilliert werden soll, ist leider kein
Wasseranschluss vorhanden. Das bedeutet, ich müsste das Wasser aus einem
Schlauch holen und es in ein Fass ablaufen lassen. Ist natürlich nicht
so das optimale.
Wie viel Unterdruck brauche ich denn, um eine Destillation zu
beschleunigen? Ich habe aktuell z.B. ein Öl, das ich mit Isopropanol
gezogen habe. Dieses Öl möchte ich nun vom Isopropanol befreien. Aktuell
mache ich es ohne Unterdruck und brauche für ca. 2L Gemisch etwa 4
Stunden, ganz klassisch über einen Liebig-Kühler abdestilliert.
MaWin schrieb:> Deinen Büchnertrichter> nicht mit Isoprop auswaschen, dann ist das Öl so gesättigt dass es nicht> mehr schmiert.
Ich habe aktuell vor, zwei Gemische abzufiltern. Beide auf Wasserbasis,
aber eins mit HCl auf einen pH von 2 eingestellt und die zweite mit NaOH
auf einen pH von 12.
Ehrlich gesagt, liebäugle ich grade mit dieser Pumpe hier:
https://www.ebay.de/itm/201867425448
Nur frage ich mich grade, ob die nicht zu viel Unterdruck erzeugt, nicht
dass mir dann meine ganzem Apparaturen um die Ohren fliegen. Oder gibt
es etwas, mit dem man den Unterdruck regulieren kann?
Heinz R. schrieb:> Schau Dir doch mal in EBAY die diversen Vakuumpumpen an
Vor gebrauchten Vakuumpumpen auf Ebay kann man nur warnen. Man weiß
nicht, was mit denen gepumpt wurde.
Nicht umsonst lassen sich Hersteller von Vakuumpumpen vor einem Service
einen ganzen Stapel Papier unterschreiben und abstempeln, was mit den
Pumpen gemacht wurde und die bestätigen dass keine gefährlichen Stoffe
im Öl enthalten sind etc. Teil dieser Bescheinigungen sind auch immense
Vertragsstrafen und Haftungsübernahmen für den Auftraggeber sollte
dennoch was sein.
Vakuumpumpen werden ganz oft in sehr speziellen Bereichen eingesetzt. Da
will man auch nicht mit ein paar Restmolekülen irgendeines Gases, das
gepumpt wurde, in Kontakt kommen.
Diese ganzen Ebay-Pumpen, man hat keine Ahnung was durch die durchging.
Gebrauchte Vakuumpumpen unbekannter Herkunft ist ein definitives No-Go!
Das sollte man nicht unterschätzen!
Heinz S. schrieb:> 2) Später für einen Vakuum-Tisch für eine kleine Fräse
Dsfür ist "normale" Vakuumpumpen nicht geeignet, da diese eine zu
niedrige Fördermenge haben.
Dafür sind Staubsauger, Lüfter und dergleichen besser geeignet.
Wenn der Vakuumtisch länger betrieben wird, sollte darauf geachtet
werden das der Motor nicht von der Saugluft gekühlt wird.
Denn wenn der Motor von der Saugluft gekühlt wird, brennt der gerne ab
wenn er mit dem Vakuumtisch betrieben wird.
Heinz S. schrieb:> An dem Platz, an dem destilliert werden soll, ist leider kein> Wasseranschluss vorhanden. Das bedeutet, ich müsste das Wasser aus einem> Schlauch holen und es in ein Fass ablaufen lassen. Ist natürlich nicht> so das optimale.
Wegen der hohen Betriebskosten sind Wasserstrahlpumpen heute vielfach
schon aus den Labors verschwunden.
Zum Absaugen wasserlöslicher Gase wie Isopropanol oder zum Filtrieren
kann man gut auch Wasserringpumpen verwenden. Das wäre evtl eine Lösung
für dein Problem.
https://de.wikipedia.org/wiki/Fl%C3%BCssigkeitsringpumpe
Das Wasser im Vorratsgefäß muss man eben gelegentlich wechseln, und das
Vorratsgefäß sollte nicht zu klein sein, da sich das Wasser durch die
Leistung des Pumpenmotors allmählich erwärmt, und das Vakuum nicht
besser sein kann als der Dampfdruck des Wasserstrahls bei der
betreffenden Temperatur.
Ob beim Filtrieren die Druckdifferenz 0,99 Bar oder 0,8 Bar beträgt,
macht den Kohl nicht wirklich fett. Evtl kommt dafür auch eine
Membranpumpe in Frage.
Für ein Feinvakuum brauchst du eine Drehschieberpumpe, und wenn sie
kondensierbare Gase, wie etwa Wasserdampf, absaugen muss, musst du mit
Gasballast arbeiten.
Die meisten korrosiven Gase (auch kondensierbare), und solche die sich
im Pumpenöl lösen, kann man vor der Pumpe mit einer Kühlfalle, die mit
flüssigem Stickstoff gekühlt wird, entfernen.
Wenn du Vakuum zur Isolation machen willst, musst du noch größeren
Aufwand treiben, sonst wird nur eine Glimmlampe draus.
Für derartiges Hochvakuum wäre also eine zweistufige Drehschieberpumpe
mit nachgeschalteter Öldiffusions- oder Turbomolekularpumpe
erforderlich.
Den Unterdruck reguliert man mit einem Nadelventil, indem man den
Volumendurchsatz verstellt. Das funktioniert optimal bei festem
Dampfdruck.
Wenn auch noch eine Kondensation dabei ist, zB in einem
Rotationsverdampfer, geht das nicht mehr, denn es gibt eigentlich kein
Volumen abzusaugen. Da muss der Druck effektiv reguliert werden, mit
Sensor und Stellglied.
Heinz S. schrieb:> Hallo Leute,>> ich bin momentan auf der Suche nach einer Vakuum-Pumpe. Ich werde für> die Pumpe drei Verwendungen haben:
eine eierlegende Wollmilchsau wirst du nicht finden.
>> 1) Um ein Valuum in Glaswaren für eine Isolation zu erzeugen.
gebrauchte Laborpumpe
> 2) Später für einen Vakuum-Tisch für eine kleine Fräse
Wie klein?
> 3) Für Chemie-Anwendungen, wie z.B. Distilation, Filtration oder zur> Verhinderung von Oxidation
Wasserstrahlpumpe oder andere Niederdruckpumpe
> Mein Budget beträgt ca. 400€.
sollte reichen. eBay ist zu teuer. Wer macht bei dir in der Gegend
Insolvenzverkauf?
> Kann mir von euch jemand sagen, was man da am Besten nimmt? Mit Öl oder> ohne? China Neuware oder gebrauchte Labortechnik?
gebrauchte Labortechnik