Hallo
wir haben zu Hause eine Synology DS laufen. Der Zugang zum Internet
erfolgt mittels Fritzbox 7490. Auf dieser ist eine Portweiterleitung zu
der Weboberfläche der DS eingerichtet
Wenn ich nun von außerhalb auf die DS zugreifen möchte (W10, Kapsersky
Total Security, Chrome) erhalte ich ständig die angefügte Meldung. DOrt
muss ich dann zweimal auf "I understand..." clicken bevor ich auf das
Webportal komme.
Ich habe mir heute das Zertifikat von der Fritzbox zu Hause
heruntergeladen und auf meinem Laptop installiert. Hat aber nichts
gebracht, die Meldung erhlte ich trotzdem noch.
Hat jemand Rat?
Oliver schrieb:> Ich habe mir heute das Zertifikat von der Fritzbox zu Hause> heruntergeladen und auf meinem Laptop installiert. Hat aber nichts> gebracht, die Meldung erhlte ich trotzdem noch.
Wenig erstaunlich, was hat die Fritzbox mit dem SSL-Zertifikat der
Synology zu tun?
Der eleganteste Weg wäre, die Synology mit einem vernünftigen Zertifikat
für den von aussen genutzten FQDN zu versorgen, sofern sie das
unterstützt.
> Wenn ich nun von außerhalb auf die DS zugreifen möchte (W10, Kapsersky> Total Security, Chrome) erhalte ich ständig die angefügte Meldung. DOrt> muss ich dann zweimal auf "I understand..." clicken bevor ich auf das> Webportal komme.
Du kannst die Meldung ignorieren. Sie bemängelt nur, daß es ein
selbstsigniertes Zertifikat ist. Die dahinter stehende Sicherheit hat
damit eher nichts zu tun.
Vom technischen Aspekt her kann eine eigenes Zertifikat deutlich
sicherer sein als ein "vertrauenswürdiges". Dein Kaspersky prüft nur, ob
das Zertifikat von einer offiziellen Stelle signiert worden ist. Die
Warnung ist in Deinem Fall komplett irrelevant für die Sicherheit.
Beispiel:
Fall A: Zertifikat selbst erstellt und signiert. Damit bestätigst Du Dir
selbst, daß das Zertifikat von Dir ist. Das ist dann das selbstsignierte
Zertifikat. Kaspersky sagt: Du bist nicht vertrauenswürdig.
Fall B: Zertifikat von einer externen Zertifizierungsstelle signiert.
Damit bestätigt ein Dritter, daß Du wirklich Du bist, obwohl er Dich
weder kennt noch gesehen hat. Aber dafür will er Geld haben. (Es gibt
Ausnahmen, z.B. letsencrypt). Kaspersky sagt: Alles gut, weil das ein
Dritter behauptet.
Ich verwende auch selbstsignierte Zertifikate für meinen privaten
Gebrauch und vertraue mir hier selbst am meisten und wähle deshalb stets
Fall A. :)
BTW: Dein Kasperl gaukelt Dir eine Sicherheit vor, die er Dir nicht
bieten kann. Du brauchst sowas nicht, die betriebssystemeigenen
Bordmittel sind vollkommen ausreichend. Wenn Du es sicher haben willst,
empfehle ich den Umweg über ein VPN statt den Direktzugriff.
Antwort schrieb:> Ich verwende auch selbstsignierte Zertifikate für meinen privaten> Gebrauch und vertraue mir hier selbst am meisten und wähle deshalb stets> Fall A.
Das ist nicht weit genug gedacht, denn niemand hindert den "Bösen Mann
in der Mitte", sich selbst ein Zertifikat mit Deinen Informationen
auszustellen und sich damit als Du auszugeben. Da Du glaubst, Dir zu
vertrauen, vertraust Du somit auch dem nachgemachten Zertifikat.
Du müsstest schon eine Kopie Deines Zertifikats (oder einen Hash o.ä.
davon) an separater Stelle ablegen/mit Dir herumtragen, um zu
verifizieren, daß das Zertifikat, das vorgibt, "Dein" Zertifikat zu
sein, auch wirklich "Dein" Zertifikat ist.
Machst Du das? Jedes Mal?
Da ist ein letsencrypt-Zertifikat erheblich sicherer.
> Das ist nicht weit genug gedacht, denn niemand hindert den "Bösen Mann> in der Mitte", sich selbst ein Zertifikat mit Deinen Informationen> auszustellen und sich damit als Du auszugeben. Da Du glaubst, Dir zu> vertrauen, vertraust Du somit auch dem nachgemachten Zertifikat.
Dazu bräuchte er erst mal meine CA, mit dem er sein Zertifikat signieren
kann. Meine Gegenstelle prüft das selbstverständlich.
> Da ist ein letsencrypt-Zertifikat erheblich sicherer.
Nein, ist es nicht - zumindest nicht in meinem Fall. Ich verwende
selbstsignierte Zertifikate z.B. für openVPN oder einen eigenen
Webserver im nichtöffentlichen Bereich - das meine ich mit "privaten
Gebrauch". Da brauche ich niemanden, der mir bestätigt, daß ich ich bin.
Antwort schrieb:> Da brauche ich niemanden, der mir bestätigt, daß ich ich bin.
Du hast aber in diesem Fall dem Server und Client das jeweils andere
Zertifikat übergeben, damit dieser auch nur diese akzeptiert, oder?
Antwort schrieb:> Dazu bräuchte er erst mal meine CA, mit dem er sein Zertifikat signieren> kann. Meine Gegenstelle prüft das selbstverständlich.>>> Da ist ein letsencrypt-Zertifikat erheblich sicherer.>> Nein, ist es nicht - zumindest nicht in meinem Fall. Ich verwende> selbstsignierte Zertifikate
Von einem selbstsignierten Zertifikat spricht man, wenn das Zertifikat
sich selbst signiert.
Das selbst bezieht sich nicht darauf, das man das alles selbst macht.
Wenn du ein eigenes CA nimmst um ein anderes eigenes Zertifikat damit zu
signieren, dann ist diese andere eigene Zertifikat nicht selbstsigniert.
Siehe dazu auch, da wird das noch einmal erklärt.
https://wiki.ubuntuusers.de/CA/#Selbstsignierte-Zertifikate
Wenn du erstere Variante nimmst und das CA Zertifikat in den Browser
deiner Clientrechner manuell installierst und am besten noch den
Fingerprint vergleichst, dann ist gut.
Wenn du aber nur selbstsignierte Zertifikate nimmst, dann ist hier ein
man in the middle Angriff möglich wenn du das Zertifikat nicht manuell
installierst und im Browser einfach absegnest ohne den Fingerprint zu
vergleichen.
letsencrypt-Zertifikate sind normalerweise eine gute Lösung, haben aber
den Nachteil, dass man damit zu viel über seinen Internetanschluss
preis gibt, da man anhand des Zertifikats immer erkannt werden kann.
Deswegen sollte man letsencrypt Zertifikate nur auf gehostete Server
einsetzen und nicht auf Servern, die über den privaten Internetanschluss
laufen.
Für letztere sollte man besser ein eigenes Zertifikat erstellen, dass
man mit einem eigenen root CA Zertifikat signiert.
Das root CA Zertifikat muss man dann lediglich auf seine Clientrechner
manuell installieren.
Solche CA Zertifikate haben dabei auch den Vorteil, dass man damit alle
seine Serverdienste im Heimnetz signieren kann.
Also vom Router bis zum Switch bis zum NAS und sonstigen Servern.
Nano schrieb:> haben aber den Nachteil, dass man damit zu viel über seinen> Internetanschluss preis gibt, da man anhand des Zertifikats immer> erkannt werden kann.
Was magst Du damit meinen?
Nano schrieb:> Von einem selbstsignierten Zertifikat spricht man, wenn das Zertifikat> sich selbst signiert.> Das selbst bezieht sich nicht darauf, das man das alles selbst macht.>> Wenn du ein eigenes CA nimmst um ein anderes eigenes Zertifikat damit zu> signieren, dann ist diese andere eigene Zertifikat nicht selbstsigniert.
Du hast natürlich recht - ich habe mich falsch ausgedrückt.
Ich meine mit "selbstsigniert" das "signieren mit einer eigenen, nicht
offiziell beglaubigten CA". Daß das der falsche Ausdruck ist habe ich
ehrlich gesagt nicht gewußt. Wieder was gelernt.