Amper hochskillen

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Da fehlt nicht nur ein Vokal, sondern auch noch ein Akzent. Der gute 
Mann, nach dem die Einheit benannt wurde, heißt Ampère.

Nein, die Franzosen sind mit ihrer Sprache nicht "schuld", andere 
Sprachen sind da keinen Deut besser, insbesondere das Deutsche nicht. 
Dagegen sind die Ausspracheregeln des Französischen noch leicht.

Das fällt uns Deutsch-Muttersprachlern natürlich erst dann auf, wenn wir 
uns wirklich intensiv mit anderen Sprachen beschäftigen.
Rufus Τ. F. schrieb:
> Dagegen sind die Ausspracheregeln des Französischen noch leicht.

Der Zusammenhang zwischen Schriftform und Aussprache im Französischen 
entspricht einer Einwegverschlüsselung. In eine Richtung gehts ganz gut, 
in die andere aber... ;-)

Von schrägen Eigennamen und nicht ins Schema passenden Lehnworten 
abgesehen, kann man mit entsprechenden Grundkenntnissen französisch 
leidlich vorlesen, ohne so recht zu wissen, was man da sagt.

Umgekehrt durchgeführt verzweifeln allerdings auch die Franzosen an 
ihrer Sprache. Also in klassischen Schuldiktaten, wenn man aus der 
Aussprache die Schriftform erraten will, weil man die Worte nicht 
auswendig kennt. Zähl mal all die Schreibweisen, die als endständiges 
"o" ausgesprochen werden.
Gerd E. schrieb:
> Eine in Amper gemessene Eingangsspannung - das ist wohl sowas ähnliches
> wie die Stromspannung, die Windows zur Überwachung von USB-Ports
> verwendet.

Wenn du mal ordentlich mit der Faust auf den Tisch haust, und leider 
dabei den USB-Stick im Notebook deiner Frau erwischst, was meinst du 
wohl, was da alles für Spannungen entstehen? Und keine davon hat was mit 
Strom zu tun. ;-)
Moderator
A. K. schrieb:
> Der Zusammenhang zwischen Schriftform und Aussprache im Französischen
> entspricht einer Einwegverschlüsselung. In eine Richtung gehts ganz gut,
> in die andere aber... ;-)

Noch schlimmer ist es nur im Englischen: Hier haben wir es mit einer
echten Nullwegverschlüsselung zu tun, d.h. es gibt weder einen Weg,
zuverlässig von der Aussprache auf den geschriebenen Text zu schließen,
noch umgekehrt :)
Yalu X. schrieb:
> Noch schlimmer ist es nur im Englischen: Hier haben wir es mit einer
> echten Nullwegverschlüsselung zu tun, d.h. es gibt weder einen Weg,
> zuverlässig von der Aussprache auf den geschriebenen Text zu schließen,
> noch umgekehrt :)

Das haben aber auch die Franzosen verbockt. :)
Wie soll das auch funktionieren, wenn die Crème lange Zeit nur 
altfranzösisch parliert, das gemeine Volk aber nur altenglisch plappert 
(germanisch).
(Firma: www.harerod.de) Persönliche Seite
Yalu X. schrieb:
> A. K. schrieb:
>> Der Zusammenhang zwischen Schriftform und Aussprache im Französischen
>> entspricht einer Einwegverschlüsselung. In eine Richtung gehts ganz gut,
>> in die andere aber... ;-)

Sprache auf ein paar Formeln reduzieren zu können, ist immer die 
Hoffnung des Lernenden. Lange Jahrzehnte war sogar die vorherrschende 
Meinung unter Linguisten, dass alle Ausnahmen ein Zeichen für mangelnde 
Fähigkeiten des Sprechers waren. (sehr überspitzte Darstellung, 
Stichwort: Chomsky, Generative Grammar)
Seit einigen Jahren setzt sich aber immer stärker die Auffassung durch, 
dass Sprache sehr viel mit Gedächtnis zu tun hat. Vokabeln und Regeln 
werden nicht getrennt gelernt, sondern als komplexe Bausteine 
(Stichwort: Goldberg, Construction Grammar, CxG).
Als Ingenieur kann ich beiden Ansätzen etwas abgewinnen, immer nach dem 
Motto: das verwendete Modell der Wirklichkeit muss für die aktuelle 
Anwendung passen. Als Sprachlernender finde ich CxG persönlich 
zielführender.

> Noch schlimmer ist es nur im Englischen: Hier haben wir es mit einer
> echten Nullwegverschlüsselung zu tun, d.h. es gibt weder einen Weg,
> zuverlässig von der Aussprache auf den geschriebenen Text zu schließen,
> noch umgekehrt :)

Für das Französische habe ich mir das ganze noch nicht angeschaut, aber 
zumindest im Englischen ist der heutige Unterschied zwischen 
kontinentaler Aussprache (z.B. Deutsch) und englischer Aussprache u.a. 
ein Ergebnis der Verbreitung der Druckkunst. Gedruckte Sprache ist 
langfristig stabiler, gesprochene Sprache stärkeren Änderungen 
unterworfen. Im Englischen gab es gerade zur Einführung der 
Buchdruckkunst eine weitere massive Verschiebung in der Aussprache von 
Vokalen (Great Vowel Shift).
https://en.wikipedia.org/wiki/Great_Vowel_Shift

Es gibt aber definitiv schlimmeres als Englisch und Französisch. Die 
Ausprache von sino-japanischen Schriftzeichen im Japanischen ist massiv 
kontextabhängig. Da hilft nur noch Auswendiglernen.
Yalu X. schrieb:
> Noch schlimmer ist es nur im Englischen: Hier haben wir es mit einer
> echten Nullwegverschlüsselung zu tun, d.h. es gibt weder einen Weg,
> zuverlässig von der Aussprache auf den geschriebenen Text zu schließen,
> noch umgekehrt :)

Versuchs mal mit Mandarin oder gar mit Kantonesisch, da wirst Englisch 
hinterher wieder lieben dafür dass du ziemlich genau weißt wie das 
Geschrieben ausgesprochen wird...
Yalu X. schrieb:
> Noch schlimmer ist es nur im Englischen: Hier haben wir es mit einer
> echten Nullwegverschlüsselung zu tun, d.h. es gibt weder einen Weg,
> zuverlässig von der Aussprache auf den geschriebenen Text zu schließen,
> noch umgekehrt :)

Sprachwissenschaftler sind sich ziemlich einig, dass Englisch wegen der 
Unregelmäßigkeiten schwerer als Deutsch zu lernen ist. Ich muss immer 
innerlich ein bisschen weinen, wenn mal wieder jemand mit der dämlichen 
Behauptung kommt, dass Deutsch eine schwere zu lernende Sprache sei.
(Firma: Funkenflug Industries)
Naja das geht doch eigentlich noch.

Viel schlimmer finde ich solche Fehler von Reportern, die meinen sie 
hätten von dem über was sich da berichten ganz viel Ahnung. Oder wenn 
irgendwelche technischen Texte z.B. aus dem Englischen übersetzt werden 
und der Übersetzer keinen blassen Schimmer hatte, über was er da 
schreibt. Das find ich immer sehr peinlich sowas.
Die Deutsch hat aber schon ein paar schwierigere Seiten als der 
Englisch. Eine Bekannte aus den USA hatte dieses Problem auch nach 
vielen Jahren in Deutschland nie in den Griff bekommen. Eigentlich 
wollte sie Deutschlehrerin in den USA werden.
Jens K. schrieb:
> Selbst in Videos von Horst Lüning bestehen Chips aus Silikon. Da wundert
> es doch nicht, wenn in irgendwelchen Werbeblättern der sprichwörtlichen
> Blödmärkte die Amper geskillt wird.

Was erwartest du denn von einem ehemaligen Opel Ingenieur der 
mittlerweile Deutschlands größter Teslas Fanboy ist und Whiskey 
verkauft? ;-P
(Firma: Nisch-Aufzüge) Persönliche Seite
Ben B. schrieb:
> Oder wenn
> irgendwelche technischen Texte z.B. aus dem Englischen übersetzt werden
> und der Übersetzer keinen blassen Schimmer hatte, über was er da
> schreibt.

Das Problem ist nicht auf das englische Beschränkt oder das Deutsche.
In vielen Sprachen gibt es neben den Gebräuchlichen Worten und Wendungen 
Spezielle Fachtermini und fachliche Wendungen. Diese sind sowohl für 
Übersetzer als auch für Programme schwer zu handhaben.

 Die beste Lösung für dieses ist ein muttersprachlicher Lektor welcher 
Fachtexte nach der Übersetzung durch einen Fachübersetzer nachbearbeitet 
und sowohl fachliche als auch sprachliche Korrekturen vornimmt, 
alternativ übersetzt von vorn herein ein muttersprachlicher Fachmann der 
Zielsprache, welcher die Ausgangssprache hinreichend beherrscht.

Namaste
Winfried J. schrieb:
> Die beste Lösung für dieses ist ein muttersprachlicher Lektor welcher
> Fachtexte nach der Übersetzung durch einen Fachübersetzer nachbearbeitet
> und sowohl fachliche als auch sprachliche Korrekturen vornimmt,
> alternativ übersetzt von vorn herein ein muttersprachlicher Fachmann der
> Zielsprache, welcher die Ausgangssprache hinreichend beherrscht.

Und welche Firma macht das?

Gruss Asko
Asko B. schrieb:
> Winfried J. schrieb:
>> Die beste Lösung für dieses ist ein muttersprachlicher Lektor welcher
>> Fachtexte nach der Übersetzung durch einen Fachübersetzer nachbearbeitet
>> und sowohl fachliche als auch sprachliche Korrekturen vornimmt,
>> alternativ übersetzt von vorn herein ein muttersprachlicher Fachmann der
>> Zielsprache, welcher die Ausgangssprache hinreichend beherrscht.
>
> Und welche Firma macht das?
>
Die Frage ist eher, wer das bezahlt;  es reicht häufig nicht einmal für 
das Einfachste. Der geneigte TV-Konsument durfte kürzlich in einer 
"Dokumentation" erfahren, dass die Wilhelm Gustloff auf der Fahrt von 
Preußen nach Schleswig-Holstein versenkt wurde. Den Redakteur des 
Senders scheint es nicht gestört zu haben (falks er überhaupt 
existiert). Wer wird es denn sooo genau nehmen wollen ...
Gast
Rufus Τ. F. schrieb:
> Da fehlt nicht nur ein Vokal, sondern auch noch ein Akzent. Der gute
> Mann, nach dem die Einheit benannt wurde, heißt Ampère.

Mag sein, die Einheit heißt aber trotzdem Ampere (akzentlos).
Die Kondensatoren haben ja auch keine Mikrofaraday und die Batterie hat 
nicht 1,5 Volta.

Matthias L. schrieb:
> Habt ihr mal versucht, aus einer polnischen Konsonantensammlung ein
> aussprechbares Wort zu formen? Ich schon - und bin kläglich gescheitert.
> Die polnisch-stämmige Bekannte hat breit gefeixt...

Ist doch einfach. Man muss sich einfach nur im Klaren sein, dass im 
Polnischen das "Y" auch ein Vokal ist. - Das haben wir schon im 
Kindergarten gelernt. ^.^ https://youtu.be/t-fcrn1Edik

Französisch ist aber ggü Schwedisch noch relativ einfach, was die Aussprache betrifft. Die schwedische Königin haut auch nach 53 Jahren noch so manche Lapsien raus. Schwedisch ist relativ einfach zu lernen, man versteht es sehr schnell relativ gut, wenn man es ams Text vor sich hat, aber sprechen und hörverstehen ist eine andere Sache.

Manche wörter Werden da noch so ausgesprochen, wie im Althochdeutschen, Altenglischen oder Altfranzösischen.

Und in Island hat sich die Sprache seit über tausend Jahren kaum verändert. Neue Wörter, wie z. B. Fernseher, werden da nicht als neues Wort eingeführt. sondern beschrieben, also sjónvarp, etwa Sichtkasten.

(Firma: Starfleet)

Schwedisch ist relativ einfach zu lernen, man versteht es sehr schnell relativ gut, wenn man es ams Text vor sich hat, aber sprechen und hörverstehen ist eine andere Sache.

Neue Wörter, wie z. B. Fernseher, werden da nicht als neues

Wort eingeführt. sondern beschrieben, also sjónvarp, etwa Sichtkasten.

Och und ich dachte "Grossbild-Fernseher" heisst auf schwedisch "Protze-Klotze". ;-)

(Firma: Starfleet)

Danke für den Link, habe allmählich die Tränen wieder trocken gewischt und kann wieder normal atmen! Gerne doch, ging mir ähnlich. Bei Gelegenheit erzähl ich mal die türkische Version (knallt aber nicht so wie der Originale Schwede).

Du bist aber sehr leicht zu bespaßen, genau der richtige Kandidat fürs deutsche Flachfernsehen.

Nö, so einen Brüller wie den genannten findet man im Fernsehen nie, TV ist eher zum Wegrennen öde.

BTW, manche Witze sind angeblich so gut, das sie schon wieder tödlich sind (und deshalb nicht erzählt werden dürfen):

https://de.wikipedia.org/wiki/Der_t%C3%B6dlichste_Witz_der_Welt

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