Elektronische Sicherung mit ACS711 und MOSFET

Gast #5704135
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Mir ist grad ein MOSFET bei einem Kurzschluss explodiert, die 
Temperaturerhöhung war schneller als die 10A Schmelzsicherung.
Nun hab ich da mal ein Vorschlag, den MOSFET mit einem ACS711 zu 
schützen.
Die Schaltung ist meiner Meinung recht einfach gehalten.
Per I2C wird die LED im Optokoppler auf Masse gezogen. Tritt ein 
Überstrom auf, dann zieht der ACS den anderen Eingang des Optokopplers 
auch auf Masse und bleibt da. Der MOSFET wird ausgeschaltet.
Etwas Sorgen macht mir die Reaktionszeit des ACS im Mikrosekunden 
Bereich, ist das zu flink für Einschaltströme?
Das ganze kommt in ein Auto, es werden Verbraucher wie Licht, Hupe, 
Lüfter, Scheibenwischer geschaltet.
Ich Danke euch im Voraus, ich war schon viel hier unterwegs und hab 
interessantes gelesen.
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Moderator (Firma: Titel) Persönliche Seite #5704311
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Bernhard schrieb:
> Per I2C wird die LED im Optokoppler auf Masse gezogen.
Mal grundsätzlich: wozu braucht dieses Design einen Optokoppler?
Du hast ja links und rechts beidesmal GND, da reicht doch ein ordinärer 
Transistor zum Ansteuern aus:
1
    GP7 ------------2k2--------o---- ACS FAULT#
2
high=Ausgang aktiv             |                      .--- Gate
3
                               |                    |/
4
                               '-------------2k2----|
5
                                                    |>.
6
                                                      |
7
                                                     ---

John P. schrieb:
> in ich der einzige der sich wundert warum ein 70A Mosfet "explodiert"
> und die 10A Sicherung nicht?
Ja, wenn man den nur halb durchsteuert, dann stirbt der auch schon mit 
30A. Und die dreifache Last hält eine Schmelzsicherung lange aus. 
Mindestens für für ein paar Sekunden...
Gast #5704322
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Lothar M. schrieb:
> Und die dreifache Last hält eine Schmelzsicherung lange aus.

Die Batterie (LiFePo) liefert 300A Kurzschluss Strom, das ist dem MOSFET 
nach einer Sekunde einfach zu viel.

Optokoppler möchte ich belassen, da es im Auto Bordnetz eine totale 
Sauerei an Spannungen hat und mein MCU sonst redetet oder auch zerstört 
wird wenn mal etwas Überspannung daher kommt. Wobei wenn GND verbunden 
ist. Ich mach mal ein Praxis Test mit einem Transistor. Danke für das 
Schema.
Gast #5704481
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MiWi schrieb:
> Und wie löscht Du den Überstromdetektor wieder?

Hallo MiWi, durch Aus- und wieder Einschalten. Ein Kurzschluss kommt 
eigentlich nie vor. Den letzten habe ich verursacht, indem ich eine 
Glühbirne unter Spannung aus der Instrumentenbeleuchtung raus gezogen 
habe und an Masse gekommen bin. Also währen der Fahrt muss sich sowas 
nicht zurück stellen, ich muss dann sowieso schauen wo das Problem 
liegt/lag.
Gast #5704592
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Wolfgang schrieb:
> Wozu braucht eine simple Sicherung einen Rechner?
>
> Hast du schon mal über eine elektronische Sicherung, z.B. mit einem
> LTC1153 vor dem MOSFET nachgedacht?

Hallo Wolfgang, Danke für deine Antwort. Meine "Sicherung" ist nur ein 
Teil der Steuerung, Mit der Sicherung will ich nicht den MOSFET schützen 
sondern die Kabel bei einem Kurzschluss. So wie jede Schmelzsicherung 
auch. Für die Verbraucher die ich nicht schalten muss, verwende ich 
normale Schmelzsicherungen. Bei den MOSFET möchte ich keine 
Schmelzsicherung mehr haben. Darum fallen auch die Profet und Smart FET 
raus weil die noch eine benötigen wenn ich das richtig verstehe.

Der LTC1153 ist ähnlich wie mein vorgeschlagener ACS711 und passt 
eigentlich ganz gut, nur wird beim LTC1153 ein externer Shunt zum Messen 
des Stromes verwendet. Schön ist, das man die Zeit einstellen kann und 
den digitalen Eingang, da entfällt also mein Transistor. Den Status 
Ausgang benötige ich nicht. Alles in allem macht der LTC1153 einen guten 
Eindruck.


Ich danke euch für Eure Tipps und schau mir die Lösungen nochmals an.
Moderator (Firma: Titel) Persönliche Seite #5704884
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Bernhard schrieb:
> Optokoppler möchte ich belassen, da es im Auto Bordnetz eine totale
> Sauerei an Spannungen hat und mein MCU sonst redetet oder auch zerstört
> wird wenn mal etwas Überspannung daher kommt.
Dann hilft dir der Optokoppler auch nichts, denn wenn die Schaltung sich 
von solchen Störungen beeindrucken lässt, dann gibt es andere 
Kopplungmechanismen oder das Layout ist schlecht.

Bernhard schrieb:
> Danke Lothar, dann gehe ich mal damit in das Rennen. Warum braucht es
> den zweiten Widerstand (R5)?
Zum Schutz vor dem GAU: wenn der Mosfet zur Siliziumschmelze wird und 
den Treibertransistor mit in den Tod reißt, dann ist wenigstens noch die 
Schaltung davor von dem Drama entkoppelt.

Bernhard schrieb:
> Mit der Sicherung will ich nicht den MOSFET schützen sondern die Kabel
> bei einem Kurzschluss. So wie jede Schmelzsicherung auch.
Zum Schutz der Leitungen würde ich aber tatsächlich eine thermische 
(oder auch magnetische) Sicherung nehmen, denn die können wenigstens 
sicher trennen. Deine "Sicherung" ist ja keine Sicherung, die trennen 
könnte, wenn der Mosfet oder sein Treiber nicht mehr funktioniert...
#5704899
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Bernhard schrieb:
> Nun hab ich da mal ein Vorschlag, den MOSFET mit einem ACS711 zu
> schützen.
> Die Schaltung ist meiner Meinung recht einfach gehalten.

Eben das ist eines Deiner Probleme.

> Per I2C wird die LED im Optokoppler auf Masse gezogen.

Bei dem dabei fließenden Strom (des Optokoppter Transistors)  wird das 
Gate ziemlich langsam ausgeräumt.
Der AOD403 ist ein Trench FET, dessen SOA ist relativ klein und es 
zerreißt den FET.

http://www.aosmd.com/pdfs/datasheet/AOI403.pdf

Eben deshalb "explodiert" Dein FET: killed by SOA.


> Etwas Sorgen macht mir die Reaktionszeit des ACS im Mikrosekunden
> Bereich, ist das zu flink für Einschaltströme?
> Das ganze kommt in ein Auto, es werden Verbraucher wie Licht, Hupe,
> Lüfter, Scheibenwischer geschaltet.


Für alle Motoren und LAmpenlasten mit hohem einschaltstrom: Ja, deutlich 
zu flink bei programmierten 10A.

Eine Xenon-L mit Startgerät nimmt für etliche zig Mikrosekunden 70 A 
auf.
Dannach geht der Strom deutlich runter.

Motoren haben ebenfalls hohe Eisnchaltströme
#5704903
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Bernhard schrieb:
> Hallo Wolfgang, Danke für deine Antwort. Meine "Sicherung" ist nur ein
> Teil der Steuerung, Mit der Sicherung will ich nicht den MOSFET schützen
> sondern die Kabel bei einem Kurzschluss. So wie jede Schmelzsicherung
> auch. Für die Verbraucher die ich nicht schalten muss, verwende ich
> normale Schmelzsicherungen. Bei den MOSFET möchte ich keine
> Schmelzsicherung mehr haben.

Schau mal bei power net guardian von Dräxlmaier  :

https://www.draexlmaier.com/produkte/elektronik/intelligente-stromverteiler/

Leitungsschutz mit ASIL Anforderung ist ein schwieriges Thema.
Gast #5704964
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Der Optokoppler und der AOD403 sind schon ein Jahr im Einsatz im Auto, 
sie Steuern das Licht und das Batterie Trenn Relais (200A). Bis jetzt 
gab es damit nie Probleme bis auf den Kurzschluss, den ich verursacht 
habe.

Neu habe ich 2 Platinen mit je 8 Optokopplern, 8 Schmelzsicherungen und 
8 MOSFETs. Also total 16 Ausgänge.

So wie es aussieht komme ich nicht um die Schmelzsicherungen herum.
Heute Abend baue ich mal eine Testschaltung auf. Ohne Optokoppler dafür 
mit einem Transistor zum Ansteuern des MOSFET. Mal schauen wer dann 
schneller ist bei einem Kurzschluss.

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