Ich bin ein Entwicklungsingenieur verantwortlich für die korrekte
Qualifikation einer bestimmte Produktreihe. Im Moment ist bei mir gar
nichts los. Ein Projekt wurde noch Ende 2018 abgeschlossen. Die
Produktqualifikation läuft ohne Probleme.
Weitere Projekte sind angeblich geplant, aber unsere Managers/Direktorer
teilen uns nichts mit, so das man schon vorher auf irgenwas vorbereiten
kann.
Im Januar habe ich nur ein kleines Dokument erstellt, und das wars.
Ansonsten surfe ich im Netz und lese relevante/wenig relevante
technische Artikeln.
Letzte Woche habe ich hauptsächlich über lüstige GaN Transistoren
gelesen...
Und was macht ihr so?
Weiterbilden
an privaten Projekten arbeiten
Sich Arbeit suchen
Seinen Chef fragen was man tun kann
Wenn der Chef darauf keine gute Antwort hat Stellenangebote anschauen
Hier auf Trollthreads antworten
...
Torpedo schrieb:> Im Moment ist bei mir gar> nichts los.> Und was macht ihr so?
in meiner Industriezeit, solche Pausen genossen, es wird ja danach
wieder stressig.
Was hat man gemacht? versucht alle 32000 freecell level zu lösen, ich
habe bei Level 10000 (ja von 1-10000 in dieser Reihenfolge) die Lust
verloren und wusste das ein Kollege zumindest vermutlich gelogen hat der
meinte alle gelöst zu haben, es ist machbar aber irre und auch
langweilig irgendwann.
10000 Level heisst 100 Tage 100 Level täglich, nicht jeden Level schafft
man beim ersten Mal.
Torpedo schrieb:> Im Januar habe ich nur ein kleines Dokument erstellt, und das wars.> Ansonsten surfe ich im Netz und lese relevante/wenig relevante> technische Artikeln.> Letzte Woche habe ich hauptsächlich über lüstige GaN Transistoren> gelesen...
Willkommen im Club.
Ich rödle momentan auch bei vielleicht 50% Auslastung herum.
Was ich auch manchmal tue: Meine privaten Bastelprojekte mit in die
Arbeit bringen. Das Equipment ist viel besser als Zuhause, und auf den
ersten Blick sieht es nach Arbeit aus.
Sonst wird halt im Internet herumgeklickt und so weiter.
Trotzdem bin ich vom Leerlauf ziemlich genervt. Es ist traurig. Arbeit
gäbe es genug, aber nichts wird angegangen, weil wir "keine Ressourcen"
haben. Fängt man einfach etwas an, bekommt man Probleme, weil man kein
Material beschaffen kann - dazu ist ein Projekt nötig.
Und wenn doch Arbeit kommt, muss es "morgen" fertig sein, weil der
"Kunde das schon bestellt hat".
Naja, was soll man machen, solange die Kohle kommt, komm ich auch.
Wichtig ist, dass du die mangelnde Auslastung oft und schriftlich
kundtust. Wichtig ist auch, das rechtzeitig zu tun. In der Form "in 3
Wochen bin ich fertig, und ich habe danach nichts mehr". Man sollte
Cheffe zumindest eine Chance geben.
Torpedo schrieb:> Weitere Projekte sind angeblich geplant, aber unsere Managers/Direktorer> teilen uns nichts mit, so das man schon vorher auf irgenwas vorbereiten> kann.
So?
Vllt. haben die euch schon als "obsolet" markiert?
Gefährlich wenn keine Arbeit da ist!
Denk mal über andere "Vorgänge" in deiner Firma nach, vllt. fällt dir da
auch auf das "umorganisiert" wird!
Hey, ich bin Entwickler in einem KMU.
Sowas wie 'keine Arbeit' ist hier gänzlich unbekannt.
Ich jongliere ständig mit mehreren Projekten.
Alleine mit meinen Ideen für neues könnte ich mich Jahre beschäftigen.
soso... schrieb:> Fängt man einfach etwas an, bekommt man Probleme, weil man kein> Material beschaffen kann
Denken kostetet nix.
Material braucht man erst wenn man mit dem Denken fertig ist.
Torpedo schrieb:> Und was macht ihr so?
dummer Angestellter -> Dienst nach Vorschrift, also nix.
kluger Angestellter -> was hat dich beim letzten Entwickeln gebremst,
unvollständige Bauteillibrary, schlechte Software, blöde Testumgebung ?
Besser machen, aufräumen, vorbereiten damit es beim nächsten Mal
schneller geht.
Bei uns alle Jahre wieder. Zum Jahresende muss noch schnell Geld raus
und Ergebnisse her da kommt man nicht mal mehr zum Kaffee trinken und
nach Neujahr ist dann erst mal flaute. Die reicht mindestens bis März
bis neue Gelder genehmigt sind und Projekte beschrieben werden. Solange
ist halt Privat und Arbeit nich mehr so leicht zu trennen ;)
Michael B. schrieb:> Torpedo schrieb:>> Und was macht ihr so?>> dummer Angestellter -> Dienst nach Vorschrift, also nix.
Lebt glücklich.
> kluger Angestellter -> was hat dich beim letzten Entwickeln gebremst,> unvollständige Bauteillibrary, schlechte Software, blöde Testumgebung ?> Besser machen, aufräumen, vorbereiten damit es beim nächsten Mal> schneller geht.
Hat mit 40 einen Burnout und wird aus der Firma gekickt. Dann Scheidung
und früher Tod.
Marx W. schrieb:> Torpedo schrieb:>> Weitere Projekte sind angeblich geplant, aber unsere Managers/Direktorer>> teilen uns nichts mit, so das man schon vorher auf irgenwas vorbereiten>> kann.>> So?>> Vllt. haben die euch schon als "obsolet" markiert?
Frisch aus dem Studium oder was?
Das läuft hier seit >5 Jahren genau so. In keiner Firma, in der ich je
gearbeitet habe, ist sowas sinnvoll organisiert gewesen.
Leerlauf gibt es hier nicht (zu viele Projekte im Kopf), aber ansonsten,
wenn geistig nichts geht:
- Aufräumen, putzen
- Bauteile einsortieren und deren Datenbank pflegen
- Hausarbeit
- Überlegen, welche Maschinen/Geräte man nicht benötigt, aber haben will
;-)
- hier lesen/moderieren
- manchmal auch ein Spielchen - bevorzugt ältere wie "Z" oder
C64-Spiele.
Gestern habe ich einfach mal geschaut, ob unsere Backups auch
funktionieren.
Chris D. schrieb:> - hier lesen/moderieren
Das hält sich aber sehr in Grenzen.
Marx W. schrieb:> Gefährlich wenn keine Arbeit da ist!
Vor allem, auf welche Kostenstelle soll man das buchen?
Ich habe noch nie erlebt, dass es fürs Gammeln eine gab.
Hi,
ich war mal ein einer ähnlichen Situation.
Eigentlich von der Arbeit her unterfordert. Habe dann nebenbei ein paar
Dinge gemacht wie u.a. entwickeln von Messequipment im Videobereich
(wurde auch beruflich gebraucht, allerdings nicht nach Sicht des Chefs)
und ein wenig private Programmierung.
Problematisch war, dass dies an und für sich Aufgaben sind wo man sich
konzentrieren muss. Das geht leider nicht wenn jede 1/2h nen Kollege im
Büro steht und ne Frage hat oder man mit in die Integration muss um es
dort jemanden zu erklären... Abgsehen davon ist es blöd jedesmal den
Monitor zu sperren/umzuschalten damit nicht alle mitbekommen was man
noch so macht.
Grundsätzlich eigentlich eine nette Auszeit, wenn ich nicht gerade ein
"Feuerwehr"-Projekt/"Welt retten"-Projekt hatte oder zum Kunden musste.
Aber wie oben erwähnt war dann die "reale Zeit" am Projekt immer gestört
und man kam nie so richtig voran. Das hat micht frustiert.
Habe dann einfach die Abteilung gewechselt, habe jetzt genug Arbeit die
mir Spaß macht.
Freddy
Cerberus schrieb:> Vor allem, auf welche Kostenstelle soll man das buchen?> Ich habe noch nie erlebt, dass es fürs Gammeln eine gab.
Darum muss man das dem Chef so auch vorab schriftlich mitteilen und
lästig bleiben und täglich nach arbeit fragen.
Wer schreibt, der bleibt.
Cerberus schrieb:> Chris D. schrieb:>> - hier lesen/moderieren>> Das hält sich aber sehr in Grenzen.
Stimmt - im Moment gibt es hier auch wenig Leerlauf. Wir haben einige
neue Maschinen, die so eingerichtet werden müssen, dass sie lange Zeit
autonom arbeiten können. Das ist eine recht ideale Verknüpfung von
geistiger und körperlicher Anstrengung.
Joachim B. schrieb:> in meiner Industriezeit, solche Pausen genossen, es wird ja danach> wieder stressig.
Genau. Deswegen spiele ich zwischendurch immer dieses
Kistenschieberspiel. Wie dieses Spiel in Wirklichkeit heißt, weiß ich
nicht, aber es gibt 100 Level und ich bin nach einem Jahr erst auf Level
61.
Man muss versuchen die Kisten auf die grünen Punkte zu schieben, ohne
sich dabei den Weg zu versperren. Der Ton kann abgestellt werden, er
trägt nicht zur Lösung des Levels bei.
Keiner N. schrieb:>> keine Arbeit da. Das wäre mal schön. Bisher kannte ich das in noch> keiner Firma^^
Das ist nicht schön, das ist die Hölle.
Ich war mal vor vielen vielen Jahr(zehnt)en zwei Wochen als Resident im
CSL in Belgien. Die Jobbeschreibung war "zu normalen Bürozeiten anwesend
sein, bei Problembesprechungen teilnehmen, nach Hause reporten". Nur gab
es keine Probleme und für die einzigen paar Stunden Action (optische
Messungen) in den zwei Wochen haben sie eine Expertin eingeflogen.
Nach drei Tagen war mein mitgebrachter Lesestoff aufgebraucht und
nachdem ich damals(tm) der französischen Sprache noch nicht mächtig war,
war das mit Nachsschub schwierig.
Du glaubst gar nicht, wie langsam Zeit vergehen kann.
Anja Zoe C. schrieb:> Du glaubst gar nicht, wie langsam Zeit vergehen kann.
Die hättest du mit Französisch lernen überbrücken können :-)
Aber ich weiß was du meinst.
Keine Arbeit geben ist eines der effektivsten Mittel um einen
unliebsamen Arbeitnehmer loszuwerden.
Torpedo schrieb:> Letzte Woche habe ich hauptsächlich über lüstige GaN Transistoren> gelesen...
Falls nicht bereits in eurer Firma geschehen, könntest du eine Art
Voruntersuchung initiieren, in der ihr die GaN Schalter bei euch im
Labor testet.
Doppel-Puls Tester für MOSFETs, Doppel-Puls Tester für GaN. Soweit wie
möglich dasselbe Layout und gleiche Treiberstufe. 4 lagige Platine für
ca. 50€ beim Chinamann bestellen und ab ins Labor zum Testen.
Bei mir haben die MOSFETs genauso schnell geschaltet wie die GaN Teile.
Und die MOSFETs waren sogar wesentlich robuster was Stromspitzen anging.
Ansonsten:
In Bereichen weiterbilden, die dich interessieren, für die in der
Vergangenheit aber kaum Zeit übrig geblieben ist.
Gruß,
Ist mir in den letzten 15 Jahren in der SW Entwicklung noch nicht
untergekommen. Wir waren immer in Verzug und es lagen immer Projekte in
der Schubladen die nicht fertig geworden sind, weil dann plötzlich was
anderes wichtiger war.
IT G. schrieb:> Kommt bei mir nicht vor.
Nur als Ergänzung:
Ich hab jetzt keiner super großen Stress und schieb 60h Wochen.
Nur was tun kann man immer. Auch wenn mal keine „richtige“ Arbeit da
ist.
Dann setzt man eine neue Testungebung auf, „spiel“ am Netzwerk/mit den
RasperryPi oder liest Fachzeitschriften. Ist auch alles Arbeit
Udo S. schrieb:> Keine Arbeit geben ist eines der effektivsten Mittel um einen> unliebsamen Arbeitnehmer loszuwerden.IT G. schrieb:> Nur was tun kann man immer. Auch wenn mal keine „richtige“ Arbeit da> ist.> Dann setzt man eine neue Testungebung auf, „spiel“ am Netzwerk/mit den> RasperryPi oder liest Fachzeitschriften. Ist auch alles Arbeit
genau, ein Lapptop, ein Breadboard und einen µC ist ja heute kein Ding
mehr, man übt programmieren, verfeinert seine eigenen LIBs oder testet
anderes.
Wer sogar noch eine Lötstation @work hat und Bauteile dem sind ja keine
Grenzen gesetzt.
Heute keine Arbeit @work ist also weniger ein Problem als vor 20 Jahren.
Irgendwas (sinnvolles) kann man immer machen