Hallo
Ich habe eine meiner EmailAdressen, die ich hauptsächlich für
OnlineKäufe verwende, auf https://haveibeenpwned.com/ kontrolliert, und
sie wurde leider gefunden. Anscheinend gibt es 2 data braches wo sie
enthalten ist.
Ich möchte nun herausfinden, um welche Databreaches es sich handelt (um
zu wissen, wann sie gehackt wurde), bzw. die Webseite von wo die Daten
stammen.
Dies wird mir auf der genannten Seite nicht angezeigt. Weiß jemand einen
anderen Weg dies heruaszufinden?
Zum Glück geht das zumindest bei Sammlungen (z.B. aktuell Collection 1)
icht so einfach, das würde den Leuten, die diese Daten sammeln und
missbrauchen wollen ja grandios in die Hände spielen.
Ansonsten werden die Seiten unten aufgelistet, bei mir z.B. Dropbox und
000webhost
hast du individuelle Passworte pro Dienst? Dann kannst du über die
Funktion von https://haveibeenpwned.com/Passwords genauer herausfinden
worum es geht.
Dabei musst du natürlich SEHR genau darüber nachdenken, ob du dem Dienst
vertrauen willst und dort dein Passwort eingibst. Alternativ kannst du
auch selbst die dortige API bedienen. Das dort beschriebene System
erscheint mir relativ sicher.
https://haveibeenpwned.com/API/v2#PwnedPasswords
Ein Problem mit haveibeenpwned ist, dass es im Einzelfall schwer sein
kann, richtige Handlungsanleitungen abzuleiten (1)
Wenn es um eine einzelne Mail-Adresse geht, würde ich vorschlagen:
* Prüfen, ob der Betreiber soweit vertrauenswürdig ist, dass man von
einem Einbruch bei ihm selbst informiert worden wäre. Wenn nein -->
Provider wechseln.
* Gewissenserforschung, ob das Passwort für diese Mailadresse (was
immer für eine Infrastruktur dranhängen mag) auch anderswo (andere
Betriebsverantwortung) benutzt wurde. Wenn ja --> Passwort sofort ändern
und zukünftig getrennte Passwörter für getrennte Services nehmen.
Keepass is your friend.
* Im Zweifel sicherheitshalber Passwort ändern, das sollte ansich
routinemäßig leicht möglich sein.
(1) Das ist kein Fehler von haveibeenpwned. Dieses Service ist mit sehr
viel Hirn und Sorgfalt gebaut. Genau deswegen allerdings erhält man nur
eingeschränkte Informationen, sodass sie nicht missbraucht werden
können.
JJ schrieb:
Zwei Anmerkungen zu:
> Funktion von https://haveibeenpwned.com/Passwords genauer herausfinden
1. Wenn das Passwort nicht bekannt ist, garantiert das allerdings nicht,
dass es nicht gehackt wurde.
2. Das Passwort bei Webseiten anderer Betriebsverantwortung einzugeben,
wird in vielen Fällen der jeweiligen Policy widersprechen. Auf jeden
Fall widerspricht es dem Sinn der allgemeinen drinenden Empfehlung,
getrennte Passwörter für getrennte Dienste zu verwenden.
Die Art und Weise, wie die Webseite implementiert ist, zwar sehr schlau
und gibt technisch gesehen das Passwort nicht an haveibeenpwned weiter.
Das kann man als Anwender aber normalerweise nicht beurteilen. Daher
unterminiert eine Empfehlung für Anwender, dieses Service zu nutzen,
gute Security-Practices.
tip schrieb:> 1. Wenn das Passwort nicht bekannt ist, garantiert das allerdings nicht,> dass es nicht gehackt wurde.
Stimmt, weitere Unschärfen gibt es wenn das Passwort mittlerweile
ohnehin geändert wurde (Collection#1 ist ja mitunter auch steinalt) oder
wenn zwar ein Breach vorliegt, das Passwort aber nicht im Klartext oder
anders als erwartet gehasht wurde.
> 2. Das Passwort bei Webseiten anderer Betriebsverantwortung einzugeben,> wird in vielen Fällen der jeweiligen Policy widersprechen. Auf jeden> Fall widerspricht es dem Sinn der allgemeinen drinenden Empfehlung,> getrennte Passwörter für getrennte Dienste zu verwenden.>> Die Art und Weise, wie die Webseite implementiert ist, zwar sehr schlau> und gibt technisch gesehen das Passwort nicht an haveibeenpwned weiter.> Das kann man als Anwender aber normalerweise nicht beurteilen. Daher> unterminiert eine Empfehlung für Anwender, dieses Service zu nutzen,> gute Security-Practices.
Vollkommen richtig, daher der Hinweis im nächsten Absatz. Für mich
selbst habe ich einen API Client als Shellscript implementiert. Wer mag
kann ihn gern nutzen: https://github.com/elfrinjo/my-haveibeenpwned
Ralf schrieb:> Hallo>> Ich habe eine meiner EmailAdressen, die ich hauptsächlich für> OnlineKäufe verwende, auf https://haveibeenpwned.com/ kontrolliert, und> sie wurde leider gefunden. Anscheinend gibt es 2 data braches wo sie> enthalten ist.>> Ich möchte nun herausfinden, um welche Databreaches es sich handelt (um> zu wissen, wann sie gehackt wurde), bzw. die Webseite von wo die Daten> stammen.>> Dies wird mir auf der genannten Seite nicht angezeigt. Weiß jemand einen> anderen Weg dies heruaszufinden?
Wenn du für jede Webseite ein anderes Passwort verwendet hast, dann ist
das ganz einfach.
Eine Lösung wie man das unter Linux mit der downgeladenen gehashten
Passwortliste von haveibeenpwnd machen kann, habe ich hier angegeben:
Beitrag "Re: ICQ verlangt Angabe einer Handynummer zur Passwortänderung"
Mit dieser Lösung geht es.
Wenn du mit dieser Lösung eines deiner Passwörter in der Liste findest,
dann solltest du das Passwort für den jeweiligen Webdienst auf jeden
Fall ändern.
Falls du ein Passwort für mehrere Webseiten verwendest, dann solltest du
alle Passwörter ändern und jeder Webseite ein individuelles Passwort
zuweisen, so kannst du beim nächsten mal leicht herausfinden, welche
Webseite das war, bei welcher die Zugangsdaten geleaked wurden.
JJ schrieb:> Alternativ kannst du> auch selbst die dortige API bedienen. Das dort beschriebene System> erscheint mir relativ sicher.> https://haveibeenpwned.com/API/v2#PwnedPasswords
Die API Lösung ist leider mit Vorsicht zu genießen, das Problem wird
hier beschrieben:
https://www.heise.de/forum/heise-Security/News-Kommentare/Passwort-Sammlung-mit-773-Millionen-Online-Konten-im-Netz-aufgetaucht/Re-HIBP-Passwortueberpruefung-ist-nicht-sicher/posting-33782079/show/
Und der Mann hat recht und es gut erklärt.
Wer seine Passwörter absolut sicher testen will, der sollte die
Passwortliste downloaden und die besser oben von mir verlinkte Lösung
verwenden.
tip schrieb:> JJ schrieb:>> Zwei Anmerkungen zu:>>> Funktion von https://haveibeenpwned.com/Passwords genauer herausfinden>> 1. Wenn das Passwort nicht bekannt ist, garantiert das allerdings nicht,> dass es nicht gehackt wurde.
Wenn das PW nicht bekannt ist und es nicht in der Liste gefunden wird,
dann wurde es zumindest nicht über diese Liste geleaked.
Und darum geht es doch. festzustellen ob die eigenen Zugangsdaten Teil
dieses Leaks sind.
Etwas mehr Info bekommst du beim Hasso Platner Institut. Von denen
bekommst du eine Mail zurück mit Infos, aus welchen Quellen das Passwort
stammt, und ob damit möglicherweise noch weitere Daten verknüpft waren.
(z.B. Kreditkarte)
https://sec.hpi.de/ilc/search?lang=de
tip schrieb:> Ein Problem mit haveibeenpwned ist, dass es im Einzelfall schwer sein> kann, richtige Handlungsanleitungen abzuleiten (1)>> Wenn es um eine einzelne Mail-Adresse geht, würde ich vorschlagen:>> * Prüfen, ob der Betreiber soweit vertrauenswürdig ist, dass man von> einem Einbruch bei ihm selbst informiert worden wäre. Wenn nein -->> Provider wechseln.>> * Gewissenserforschung, ob das Passwort für diese Mailadresse (was> immer für eine Infrastruktur dranhängen mag) auch anderswo (andere> Betriebsverantwortung) benutzt wurde. Wenn ja --> Passwort sofort ändern> und zukünftig getrennte Passwörter für getrennte Services nehmen.> Keepass is your friend.>> * Im Zweifel sicherheitshalber Passwort ändern, das sollte ansich> routinemäßig leicht möglich sein.>> (1) Das ist kein Fehler von haveibeenpwned. Dieses Service ist mit sehr> viel Hirn und Sorgfalt gebaut. Genau deswegen allerdings erhält man nur> eingeschränkte Informationen, sodass sie nicht missbraucht werden> können.
Danke. Sinnvollster Beitrag zu dem Thema.
Was man hier sonst für Müll liest in dieser Hinsicht z.B.
"Schwachsinniges Tool, habe Passwort vor Jahren geändert und trotzdem
scheint Adobe und Dropbox bei mir kompromittiert zu sein"
Im zweiten Schritt wird dann auf keepas gemeckert, weil "jedes Tool
knackbar", "die NSA alle meine Daten sowieso schon hat", und "ich keinem
Tool vertraue"....
Nano schrieb:> Wenn das PW nicht bekannt ist und es nicht in der Liste gefunden wird,> dann wurde es zumindest nicht über diese Liste geleaked.> Und darum geht es doch. festzustellen ob die eigenen Zugangsdaten Teil> dieses Leaks sind.
Jein, in der Liste kommen auch nicht gebrochene Hashes vor. D.h. es kann
vorkommen, dass die Adresse einen Treffer hat und mit einem Dienst
verbunden werden kann, das Passwort aber (noch) nicht geknackt wurde.
Ich halte das auch nicht für tragisch aber der Vollständigkeit halber
sollte es dazugesagt werden.
Nano schrieb:> Wer seine Passwörter absolut sicher testen will, der sollte die> Passwortliste downloaden und die besser oben von mir verlinkte Lösung> verwenden.
Ja diese Option für größtmögliche Sicherheit muss natürlich genannt
werden.
JJ schrieb:> Jein, in der Liste kommen auch nicht gebrochene Hashes vor. D.h. es kann> vorkommen, dass die Adresse einen Treffer hat und mit einem Dienst> verbunden werden kann, das Passwort aber (noch) nicht geknackt wurde.> Ich halte das auch nicht für tragisch aber der Vollständigkeit halber> sollte es dazugesagt werden.
Okay, ich bin jetzt davon ausgegangen, dass man das PW einfach ersetzt,
sobald man den Hash davon in der Liste findet.
Du hast natürlich Recht, dass der Hash selbst auch noch nicht gebrochen
sein könnte, aber darauf würde ich mich nicht verlassen, deswegen rate
ich dazu das PW zu ändern, sobald man den Hash davon in der Liste
vorfindet.
JJ schrieb:> Dabei musst du natürlich SEHR genau darüber nachdenken, ob du dem Dienst> vertrauen willst und dort dein Passwort eingibst. Alternativ kannst du> auch selbst die dortige API bedienen.
Man kann das ganz einfach lösen:
Man ändert das Passwort, und gibt es erst danach bei diesem Dienst ein.
Ralf schrieb:
Hallo
> Ich habe eine meiner EmailAdressen, die ich hauptsächlich für> OnlineKäufe verwende, auf https://haveibeenpwned.com/ kontrolliert, und> sie wurde leider gefunden. Anscheinend gibt es 2 data braches wo sie> enthalten ist.>> Ich möchte nun herausfinden, um welche Databreaches es sich handelt (um> zu wissen, wann sie gehackt wurde), bzw. die Webseite von wo die Daten> stammen.
Was nutzt Dir das? Du kannst ja nicht mal wissen, ob sie "gehackt"
(dämliches Wort) wurde. Nur weil die Emailadresse in der Liste ist,
heißt grade mal gar nix (s.u.).
JJ schrieb:> Nano schrieb:>> Wenn das PW nicht bekannt ist und es nicht in der Liste gefunden wird,>> dann wurde es zumindest nicht über diese Liste geleaked.>> Und darum geht es doch. festzustellen ob die eigenen Zugangsdaten Teil>> dieses Leaks sind.>> Jein, in der Liste kommen auch nicht gebrochene Hashes vor. D.h. es kann> vorkommen, dass die Adresse einen Treffer hat und mit einem Dienst> verbunden werden kann, das Passwort aber (noch) nicht geknackt wurde.> Ich halte das auch nicht für tragisch aber der Vollständigkeit halber> sollte es dazugesagt werden.
Dann sollte man auch zur Vollständigkeit dazuschreiben, daß in der Liste
scheinbar auch abgeerntete Emailadresse vorkommen, die irgendwo mal
veröffentlich waren.
In meinem Fall z.B. eine Adresse, die dann intern weitergeleitet wird
und zu der es gar kein irgendwo verwendetes Paßwort gibt. Vermutlich zu
Spamzwecken vor langer Zeit mal im Usenet abgefischt.
Ach ja, steht ja auch u.a. da unter "largest breaches":
|River City Media Spam List
..
|Compromised accounts: 393,430,309
|Compromised data: Email addresses, IP addresses, Names, Physical addresses
Also ne Spamliste. Fast 400 Millionen abgefischt Adresse, kein Paßwort.
Damit hat für mich die Abfrage über die Startseite nur eingeschränkt
Aussagekraft.
MfG
Ralf schrieb:> Hallo>> Ich habe eine meiner EmailAdressen, die ich hauptsächlich für> OnlineKäufe verwende, auf https://haveibeenpwned.com/ kontrolliert, und> sie wurde leider gefunden. Anscheinend gibt es 2 data braches wo sie> enthalten ist.>
Ja und?
Von mir sind alle Mailadressen, die ich für Adobe, Dropbox, Paypal, Ebay
verwende dort auffindbar. Das möchte ich aber auch meinen, da dort in
den letzten Jahren immermal wieder Mailadressen und andere Daten (nicht
unbedingt Passworte) abgefischt worden. Bei ebay ist jeder Verkäufer für
die eigenen Daten (nicht Passwort) ein "Sicherheitsproblem".
Das ist ja noch kein Grund zur Panik - es sei denn, du verwendest für
viele Denste das selbe Passwort. Aber das macht man ja eh nicht.
Die Collection1 ist - so wie ich das sehe - eine bunte Sammlung von
irgendwelchen abgeschöpften Daten (Mailadressen, Adressen usw.), die
aber schon mindestens zwei Jahre alt sind.
Wenn man seine wichtigen Accounts im Auge behält - will heißen, man
erneuert mindestens jährlich die Passworte und verwendet nicht die
gleichen wiederholt - hat man schon ein Stück Sicherheit mehr
gewonnen...
Meine These: Daten die einfach so veröffentlicht werden sind eh kaum
noch etwas wert.
MeierKurt schrieb:> Von mir sind alle Mailadressen, die ich für Adobe, Dropbox, Paypal, Ebay> verwende dort auffindbar. Das möchte ich aber auch meinen, da dort in> den letzten Jahren immermal wieder Mailadressen und andere Daten (nicht> unbedingt Passworte) abgefischt worden.
Bei Adobe und Dropbox wurden durchaus Passwörter abgegriffen.
MeierKurt schrieb:> es sei denn, du verwendest für> viele Denste das selbe Passwort.
"Man" nicht, die meisten schon. Und genau deswegen ist es ja auch
problematisch.
Wenn du zu den wenigen gehörst, die brav getrannte Passwörter nutzen,
ist es natürlich etwas anderes.
M.M.M schrieb:> Dann sollte man auch zur Vollständigkeit dazuschreiben, daß in der Liste> scheinbar auch abgeerntete Emailadresse vorkommen, die irgendwo mal> veröffentlich waren.
Die PW Listen beziehen sich allein auf die PW Listen.
M.M.M schrieb:> Also ne Spamliste. Fast 400 Millionen abgefischt Adresse, kein Paßwort.> Damit hat für mich die Abfrage über die Startseite nur eingeschränkt> Aussagekraft.
Ich habe noch die alte PW Liste Version 1.0 und dazu noch das Update 1
und 2.
-rw-rw-r-- 1 nano nano 12862899504 Aug 2 2017 pwned-passwords-1.0.txt
-rw-rw-r-- 1 nano nano 574389228 Aug 4 2017
pwned-passwords-update-1.txt
-rw-rw-r-- 1 nano nano 16791180 Aug 5 2017
pwned-passwords-update-2.txt
12862899504+574389228+16791180 = 13454079912
Die neue Liste ist deutlich größer:
-rwxrwxrwx 1 nano nano 24303121452 Jan 15 03:17
pwned-passwords-sha1-ordered-by-hash-v4.txt
24303121452 - 13454079912 = 10849041540
Da sind also jede Menge neuer PW oder Hashes davon dazu gekommen.