Unverständliches/unterschiedliches Verhalten von DMM & DSO

Gast #5714335
Hallo an alle Hilfsbereiten!

Ich habe eine, vielleicht nicht sehr schlaue, Frage bezüglich des 
Messverhaltens meiner Multimeter an den Adern einer Gegensprechanlage:

Um in der Wartezeit auf die Lieferung unserer Gegensprechanlage 
überhaupt eine Klingel zu haben, probiere ich die Aderbelegung des aus 
der Wand geführten Kabels heraus zu bekommen um eine improvisierte 
Klingel ran hängen zu können.
Beim Messen mit dem Multimeter habe ich weder auf V-DC noch V-AC 
erwartete Werte erhalten. Auf V-AC erhielt ich etwa 4V RMS.
Als ich es noch mal mit dem Oszilloskop probierte, maß ich an den 
gleichen Adern eine Wechselspannung von 12V bei etwa 50 Hz

Wie erklärt es sich der Unterschied? Auch ein hochwertigeres Multimeter 
konnte weder die korrekte Wechselspannung, noch die Frequenz dieser 
ermitteln.

Könnte der Innenwiderstand der Multimeter so groß sein, dass die 
Spannung so sehr einbricht? Doch wohl nicht, oder?!

Ich würde mich freuen wenn mich jemand erleuchten könnte!
Danke
Gina schrieb:
> Um in der Wartezeit auf die Lieferung unserer Gegensprechanlage
> überhaupt eine Klingel zu haben, probiere ich die Aderbelegung des aus
> der Wand geführten Kabels heraus zu bekommen um eine improvisierte
> Klingel ran hängen zu können.

Normalerweise werden 2 Adern auf einer Seite kurz geschlossen und
auf der anderen Seite mit Durchgang (Piepser, Ohm) geprüft...

Wie sollte eine Spannung wohl gemessen werden, wenn am anderen
Ende die Leitungen in der Luft hängen, weil ja nichts angeschlossen
ist?

Warscheinlich hast Du nur eine Brummspannung oder kapazitiz
eingekoppelten Schmarrn gemessen, je nach Eingangswiderstand des
Mess/Test/Schätzgerätes...
Gina schrieb:
> Könnte der Innenwiderstand der Multimeter so groß sein, dass die
> Spannung so sehr einbricht?

Wenn die Spannung einbrechen würde wäre der Innenwiderstand des DMM zu 
klein, nicht zu groß.


> Beim Messen mit dem Multimeter habe ich weder auf V-DC noch V-AC
> erwartete Werte erhalten. Auf V-AC erhielt ich etwa 4V RMS.
> Als ich es noch mal mit dem Oszilloskop probierte, maß ich an den
> gleichen Adern eine Wechselspannung von 12V bei etwa 50 Hz

Wenn die 12 Volt am Oszi der Spitze-Spitze Wert ist kommen die 4 Volt am 
DMM hin, das wäre der Effektivwert der Oszimessung.
Gast
Die Vermutung ist aber leider falsch. Es geht beide male um den RMS. Es 
müsste daher der gleiche Wert abzulesen sein!

Davon abgesehen meinte ich natürlich einen zu Kleinen Widerstand.

Andere Ideen?

Das mit der Brummspannung klingt interessant. Leider stecke ich nicht 
tief genug in der Materie um damit etwas anfangen zu können. Warum kann 
das DMM diese ggf nicht korrekt messen?

Any other suggestions?
Gast
Oder um adäquat auf bisherige Vorschläge zu reagieren:

Was wäre denn ein geeignetes Messinstrument?

Abgesehen von meiner eigentlichen Frage scheinen die Adern außer dem 
Führen ihrer Wechselspannung ohne ihre ursprüngliche Funktion zu sein. 
Weder ließ sich durch kurzschließen aller möglichen Aderpaarungen der 
turoffner bedienen, noch ändert sich irgendetwas an einer der Paarungen 
beim betätigen der Klingel.
Ich vermute daher dass nicht die alte Gegensprechanlage defekt war, 
sondern das Problem außerhalb unserer Wohnung liegt.
Oder kann jemand pauschal noch einen Tipp geben was ich ubersehen haben 
könnte?

Auf jeden Fall erklärt das auch warum die alte gegensprechanlage vor 
unserem Einzug abgenommen wurde, da sie demnach ohne Funktion gewesen 
sein muss.

Danke noch mal!
- mit welchen Messgeräten musst du?
- zeige mal Fotos von den Messungen, sowohl Oszilloskop wie auch vom 
DMM, inkl. der Einstellungen der Messgeräte.
- schließe die Leistungen mal mit einem Widerstand ab, so dass einige mA 
fließen.
- was musst du direkt am Trafo?
(Firma: matzetronics)
Seid ihr denn die einzigen, die diese Klingelanlage nutzen?
Wenn es andere Parteien in diesem Haus gibt, kann es ja auch ein 
Bussystem sein, wie es heute üblich ist. Dabei bekommt jede Sprechstelle 
eine Adresse zugeteilt und die Signalisierung erfolgt digital.
Da kann man mit dem Multimeter nicht mehr viel stemmen.
Gast
Gina schrieb:
> Abgesehen von meiner eigentlichen Frage scheinen die Adern außer dem
> Führen ihrer Wechselspannung ohne ihre ursprüngliche Funktion zu sein.
> Weder ließ sich durch kurzschließen aller möglichen Aderpaarungen der
> turoffner bedienen, noch ändert sich irgendetwas an einer der Paarungen
> beim betätigen der Klingel.

> Ich vermute daher dass nicht die alte Gegensprechanlage defekt war,
> sondern das Problem außerhalb unserer Wohnung liegt.

Mooooomeeeeeentttttttt! Da hängt noch was am anderen Ende (Tür, Anlage, 
Netzteil ...) und du schließt einfach mal Adern kurz? Das ist kein 
Neubau, bei dem an beiden Enden das Kabel unbelegt rumbaumelt?

> Oder kann jemand pauschal noch einen Tipp geben was ich ubersehen haben
> könnte?

Bevor du irgendwas weiter machst, finde die Marke der Sprechanlage und 
den Bustyp heraus. Dann versuch dafür wenigstens die Anschlussbelegung 
zu bekommen. Wenn das eine moderne Anlage "Made in Germany" ist, dann 
sind die Komponenten nicht nur sehr teuer, sondern es wird auch ein 
proprietäres, digitales Bussystem verwendet. Da ist nichts mit einfach 
eine Klingel dranhängen.

Sogar wenn es eine ältere Anlage "Made in Germany" ist sind die 
Komponenten teuer, besonders wenn es kaum noch Ersatz gibt.

> Auf jeden Fall erklärt das auch warum die alte gegensprechanlage vor
> unserem Einzug abgenommen wurde, da sie demnach ohne Funktion gewesen
> sein muss.

Oder sie wurde geklaut. Bei bis zu 500 Euro für eine moderne Siedle 
Audio-Video Wohnungsstation ist alles möglich.
Gast
Gina schrieb:
> Wie erklärt es sich der Unterschied?

In dem Fall hinreichend durch "NF, Funk und Felder" und die 
Messmethoden.

Welchem es traust Du? Erklär Du uns ob Du glaubst, was Du misst, wenn Du 
den Tastkopf mit der Hand berührst obwohl Du nicht selbst am 50 Hz 
Hausnetz hängst?

Das Oszi muss ja kaputt sein, oder aber das DMM?

Jein. Jede Leitung ist auch eine Antenne, wandelt Felder in Spannungen 
um, nimmt sie auf und strahlt sie wieder ab.

Zu den auf der Leitung vorhandenen 50 Hz-Spannung kommen weitere 
kapazitiv oder induktiv eingekoppelte dazu, durch das 50 Hz Haus und 
Wiesen Streufeld aka sogenannter Störnebel. Das sind systematische 
Messfehler die durch geeignete Massnahmen identifizierbar sind.
Gina schrieb:

> Die Vermutung ist aber leider falsch. Es geht beide male um den RMS.

...und wie hoch ist die Spitze-Spitze-Spannung auf dem Oszi?

Es gibt auch bei eher einfachen Messungen eine Menge möglicher
Fehler, die man nur dann erkennen kann, wenn man den Meßaufbau
direkt vor Ort inspizieren kann.

> Das mit der Brummspannung klingt interessant. Leider stecke ich nicht
> tief genug in der Materie um damit etwas anfangen zu können.

Da hilft wohl nur das Erlernen der Grundlagen. Auch den Begriff
"Brummschleifen" solltest Du kennen (lernen).
Gast
Harald W. schrieb:
> ...und wie hoch ist die Spitze-Spitze-Spannung auf dem Oszi?

wer lesen kann ist im Vorteil:

Gina schrieb:
> Als ich es noch mal mit dem Oszilloskop probierte, maß ich an den
> gleichen Adern eine Wechselspannung von 12V bei etwa 50 Hz

Harald W. schrieb:
> Da hilft wohl nur das Erlernen der Grundlagen. Auch den Begriff
> "Brummschleifen" solltest Du kennen (lernen).

Nein, da brummt in Ermangelung eines Audioverstärkers rein gar nichts.

Falls Du Erdschleife meints, schreibs richtig: 
https://de.wikipedia.org/wiki/Erdschleife

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