Hallo miteinander,
ich habe mir die Tage den bekannten Maiskolben nachgebaut.
Nach einigen Schwierigkeiten und kleinen Fehlern funktioniert nun alles
soweit.
Das letzte Problem, welches nun noch vorhanden ist:
"Not heating/Weak power source or short"
Die Spitze heizt kurz, anschließend wird besagter Fehler angezeigt.
Platine habe ich bereits mehrfach geprüft, alles OK.
Steckverbindungen, Kabel usw auch OK.
Netzteil OK.
Nur zur eigentlichen Frage:
Die RT hat ja bekanntlich 3 Kontakte. Wenn ich die RT durchmesse (nicht
angeschlossen), habe ich von jedem zu dem Kontakt vollen Durchgang.
+/- ist klar, sollte hier der Sensor auch Durchgang zu Masse UND +
haben?
Ist die RT evtl defekt?
Grüße :)
Michael schrieb:> habe ich von jedem zu dem Kontakt vollen Durchgang.
Hast Du nicht, es sind ungefähr 2 Ohm. Defekte RT mit Kurzschluß habe
ich noch nicht gesehen.
Wie hast Du das Teil gebaut, ohne die Spitze zu verstehen, blind
kopiert?
Die Heizung kann man testen, indem man extrem vorsichtig etwas
Spannung drauf gibt, Labornetzteil. Mit 1 Volt fließen etwa 500mA, kann
man noch mit der Hand halten. Bei zwei Volt wird das schon zuviel für
die Finger. Gibst Du 12V drauf, ist die Heizung binnen weniger Sekunden
tot.
Wenn man die Spitze extern beheizt, anderer Lötkolben oder Gasflamme,
lässt sich am Sensor eine Spannung messen - bei 300°C etwa 4,8
Millivolt.
Heizen und messen gleichzeitig geht nicht.
Hallo Manfred,
vielen Dank! Das hilft mir doch schon weiter.
Es stimmt, ich habe die Schaltung "blind" Anhand der Anleitung in der
Make 5/2016 aufgebaut.
Ich habe gestern den Steuerungs- und Mess-Teil (Display funktioniert)
nochmals akribisch auf falsche Verdrahtung geprüft. Alles in Ordnung.
Allerdings ist nun bei einer der Versuchen die Spitze als Glühkerze
aufgegangen :)
Ich hab nun erst mal ne Neue bestellt.
Bis dahin werde ich weiter die Platine zu Sicherheit in alle Richtungen
prüfen.
Wenn die Spitze da ist werde ich diese nach deinen Werten testen, wobei
diese ja nicht defekt sein dürfte.
Grüße
Michael schrieb:> Allerdings ist nun bei einer der Versuchen die Spitze als Glühkerze> aufgegangen :)
Das passiert sehr schnell, leider. Ich hoffe, dass die Meßschaltung
gleich ist wie im pdf von
https://wiki.openlab-augsburg.de/Bauanleitung%20L%C3%B6tstation.pdf ,
der 10M-Widerstand R18 ist vorhanden? Sein Sinn ist es, bei
unterbrochener Fühlerleitung der Regelung zu sagen, dass der Kolben
heiss ist und nicht mehr geheizt werden darf.
Wenn Du ohne Lötspitze ein Drehpoti mit 22kOhm von Sense nach Gnd
anklemmst, müsste die Temperaturanzeige bei Mittelstellung etwa 330°C
zeigen - andernfalls ist da etwas faul.
Die Heizung ist durch, aber zwischen Gnd und mittlerem Anschluss der
Klinke sollten noch etwa 2 Ohm zu finden sein, das Thermoelemet. Du
beheizt die Spitze extern und testest, ob glaubhafte Temperaturen
angezeigt werden.
Darüber hinaus empfehle ich, am Heizungsanschluss eine weiße LED mit
5..10k Vorwiderstand nach Gnd anzuschalten, da sieht man, was wirklich
am Heizungsanschluss ankommt.
> Wenn die Spitze da ist werde ich diese nach deinen Werten testen, wobei> diese ja nicht defekt sein dürfte.
Aber gaaaaaaaaaaanz vooooooorsichtig :-)
Ich habe meine vor gut 3 Jahren selbst entwickelt und dabei mehrere
Heizungen zerstört, deshalb der erhobene Zeigefinger mit den vielen "o".
Hi Manfred,
hab deine "Anweisungen" soweit befolgt :)
* Widerstand R18
Ist vorhanden, die Schaltung ist 1:1 wie abgebildet. Lediglich C7 fehlt.
Dieser ist im Plan der Make nicht drin.
* Poti
Angeschlossen und getestet. Passt soweit, hatte allerdings auf die
Schnelle nur ein 25K. Werte ändern sich aber sauber.
* Fühler der RT
Hab die defekte RT im angeschlossenen Zustand erhitzt. Ab ca 60°C steigt
die Temperatur plausibel an.
* LED
Nachgerüstet :)
Ich hab eben noch nen Test gefahren: Poti ran, theoretische Temperatur
auf 130°C. Heizung an. Maiskolben lief.
Das deutet doch wieder auf Netzteil hin? Wobei das dafür gedachte 6A
liefern sollte. Das ebenso getestete PC-Netzteil ging auch nicht.
Grüße
Michael schrieb:> Hi Manfred,> hab deine "Anweisungen" soweit befolgt :)
Sehr schön, Du bist also auf dem Weg zur Lösung. Ja, ich bin eher gerade
und grob unterwegs ... aber Du gehst da ja sehr souverän mit um.
> * Poti> Angeschlossen und getestet. Passt soweit, hatte allerdings auf die> Schnelle nur ein 25K. Werte ändern sich aber sauber.
Kommt nicht drauf an, den Wert hatte ich überschlägig gerechnet.
Die ganzen Bastelprojekte dürften auf der Arbeit von Martin Kumm
basieren, die er im Funkamateur 07/2014 veröffentlicht hat. Bis auf den
Typ der OPs entspricht der Meßverstärker exakt seiner Schaltung. Aktuell
finde ich leider keine Links mehr zu seinem vollständigen Artikel, ob es
da Zoff mit dem Urheberrecht gegeben haben könnte?
Sei es so, das Thermoelement gibt um 16µV/K aus, also sollte Deine
Station bei 4,8mV am Sense 300°C anzeigen.
> * Fühler der RT> Hab die defekte RT im angeschlossenen Zustand erhitzt. Ab ca 60°C steigt> die Temperatur plausibel an.
Klingt gut, also ist 'nur' die Heizung durch, andernfalls hätte ich
vermutet, dass Du Heizung und Sense vertauscht hast.
> * LED> Nachgerüstet :)
Der Hinweis kommt aus meiner Praxis, nicht dem µC mit seiner Anzeige zu
vertrauen, ein echter Draht lügt nicht.
> Ich hab eben noch nen Test gefahren: Poti ran, theoretische Temperatur> auf 130°C. Heizung an. Maiskolben lief.
Das heißt also, wenn Du am Poti drehst und der Istwert über dem Sollwert
liegt, bleibt die Heizung aus? Das erklärt leider nicht, weshalb die
Heizung durchgebrannt ist.
> Das deutet doch wieder auf Netzteil hin? Wobei das dafür gedachte 6A> liefern sollte. Das ebenso getestete PC-Netzteil ging auch nicht.
Dafür fehlt mir die Erklärung und der Zusammenhang zum Tod der Spitze.
Die RT1 / RT2 benennen 40 Watt, die dickere Meißelspitze 60W - also
dürften da nicht mehr als 5A notwendig sein.
Ich würde jetzt meine "Prüfbirne" als Last anhängen.
Vorab bitte testen, ob diese direkt am Netzteil funktioniert, deren
niedriger Kaltwiderstand ist evtl. problematisch.
Wenn ich jetzt nicht gerade Unfug messe, liegt der Kaltwiderstand der
Heizung kurz unter 2 Ohm, es könnte also sein, dass Dein Netzteil beim
Anlauf Überlast erkennt und damit auch die µC-Regelung undefinert
abfliegt.
Meinen Eigenbau speise ich aus einen 60VA-Halogenleuchtentrafo mit
Brückengleichrichter und Ladeelko.
Ich drücke die Daumen!
Ich klinke mich mal ein, da ja hier wohl einige Maiskolben Besitzer
mitlesen:
Habe vor paar Jahren so ein Teil (fertig bestückt) gekauft - leider
zeigt es im kalten Zusand 50°C an
Mit Kältespray bekomme ich das "Cold" zu sehen
würdet Ihr eher in der Software oder am Spannungsteiler was ändern?
Hier:
https://github.com/ArduinoHannover/Maiskolben
steht bei Changelog /3.0:
"Interne Temperatur-Kalibrierung für jeden Maiskolben individuell
(bisher nur für Kalibrierung ab Werk)"
Gibt es hierfür ein spezielles Menü oder über die serielle
Schnittstelle?
Grüße
Heinz
Hallo Manfred,
ich kam die letzten Tage leider nicht dazu das Projekt richtig voran zu
treiben.
Allerdings kam die Tage die neue RT1 an.
Natürlich wollte das Kind in mir gleich wieder testen. Wie gehabt das
selbe Fehlerbild, wäre ja auch komisch wenn es das nicht wäre.
Nun bin ich auf die Idee gekommen die Spitze vorab etwas anzuwärmen
bevor ich sie per Steuerung erhitze.
Ich hab sie also angewärmt bis 60°C angezeigt wurden und dann per
Steuerung weitergemacht.
Die Spitze hat kurz danach wieder geglüht (aber nicht gestorben), die
angezeigte Temperatur hat aber definitiv nicht zum glühen gepasst.
Ich gehe also davon aus das hier was mit der Ansteuerung der Spitze
nicht stimmt. Ich teste weiter und berichte.
Grüße
Heinz R. schrieb:> "Interne Temperatur-Kalibrierung für jeden Maiskolben individuell> (bisher nur für Kalibrierung ab Werk)">> Gibt es hierfür ein spezielles Menü oder über die serielle> Schnittstelle?
Hallo zusammen,
da werde ich hellhörig. Meiner einer sucht schon seit über einem Jahr
nach der Möglichkeit die angezeigte Temperatur abzugleichen.
Wie soll das funktionieren? Wo gibt es eine Anleitung?
Grüße
Tommi