Der Entscheidende Punkt bei dieser Frage ist, so sehe ich das auch:
> Was sind die genauen Kriterien um die Stabilität eines
> Arbeitspunktes festzustellen?
Zunächst kann man einmal betrachten, was "Gleichgewicht" bedeuten. (Das
ist nicht das selbe wie "Stabilität").
Ein Gleichgewicht ist ein bestimmter Zustand eines System. Ein System
kann mehrere Gleichgewichtszustände haben, je nachdem welche Kräfte
(bzw. Energien) insgesamt darauf wirken. Stell Dir eine Balken-Waage
vor.
Sind beide Waagschalen gleich belastet, so ist der Balken waagerecht
(von daher der Begriff, denke ich). Sind die Waagschalen ungleich
belastet, so wird sich der Balken in einer schiefen Lage einstellen und
so bleiben.
Jetzt kommt vielleicht ein Einfluss von aussen hinzu. Man stösst etwa
den Balken der Waage an, oder hebt eine der Schalen kurz an. Wesentlich
ist, dass der Einfluss nur eine kurze Zeit einwirkt. Die Waage wird
pendeln und nach einiger Zeit wieder in ihren ursprünglichen Zustand
zurückkehren.
Wenn aber der Einfluss andauert, indem ich etwa ein wenig zusätzliches
Gewicht in eine der Schalen lege, denn wird sich ein neuer
Gleichgewichtszustand einstellen.
So weit so gut. Aber damit sind wir noch nicht bei der Stabilität
angelangt.
Denn die Waage wird bei äusseren Einflüssen die andauern nicht wieder
in den ursprünglichen Zustand zurückkehren. Sie wir einen neuen
Gleichgewichtszustand einnehmen, aber nicht den alten.
Stabile System hingegen tun das. Sie kehren auch bei einem andauernden
äusseren Einfluss wieder in die alte Lage zurück (in realen System oft
auch nur in eine Lage, die der alten wenigstens sehr nahe ist) Oder sie
weichen, sobald der äussere Einfluss beginnt nicht (oder nur sehr wenig
oder sehr kurze Zeit) von ihrer Lage ab. Letztes wird in elektronischen
Schaltungen angestrebt. (Es gibt übrigens auch Fälle in denen man die
Stabilität erhöht, in dem man absichtlich Störungen hinzufügt).
Wie kommt das aber nun und welche Bedingungen müssen vorliegen, damit
ein System stabil ist?
! Es muss in dem System einen physikalischen Zusammenhang geben, der
einem Störeinfluss zwangsweise entgegenwirkt !
Ein stabiles System ist auch ein System im Gleichgewicht. Alle inneren
und äusseren "Kräfte" führen einen ganz bestimmten Zustand herbei - das
Gleichgewicht ist dieser Zustand.
Aber ein System im Gleichgewicht ist nicht zwingend auch ein stabiles
System. Bei einer Waage gibt es nicht etwa einen Geist (wenn Du den
Scherz erlaubst), der sich auf die andere Waagschale setzt, um die Waage
in dem ursprünglichen Zustand zu halten, wenn jemand auf die andere
Schale drückt.
Ich will Dir die PTC-Schaltung nicht vollständig erklären. Zum einen,
damit Du selbst auf die Lösung kommst, zum anderen weil ich dazu vorher
auch den Text zu dem Bild lesen wollen würde und die Schaltung selbst
sehen - nicht nur das Diagramm. Was ist z.B. der erwähnte Zweipol?
Aber Du kannst Dir nun einmal überlegen, wenn Du möchtest, welche
Faktoren in welchem Teil des Diagramms, verursachen, dass eine Wirkung
sich selbst hemmt oder sich selbst verstärkt.
Das ist hier im wesentlichen die Temperatur und deswegen sind auch
Abschnitte mit "Eigenerwärmung" und "Fremderwärmung" hervorgehoben.
Nimmt man nur einen PTC allein und schliesst ihn an eine
Konstantspannungsquelle an, dann wird sein Widerstand sowohl von der
äusseren Temperatur als auch von der "inneren", also der Wärme abhängen
die er selbst erzeugt. Je wärmer der PTC wird, desto höher wird sein
Widerstand und desto mehr Energie wird er in Wärme umsetzen.
Die Frage ist, wieviel von dieser Wärme abgeführt wird.
Aber der genannte Zweipol verhindert offenbar nicht, dass bei Spannungen
oberhalb von A2, der Widerstand ansteigt und die erzeugte Wärme den
Widerstand sozusagen im Kreis weiter erhöht.
Ich hoffe, das hilft Dir, selbst weiter zu überlegen.
Viel Erfolg.