Wieso Kupfer beim Stator eines Motors?

OP #5723368
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Hey Leute,

wozu braucht man eigentlich Kupfer beim Stator eines Motors? In der 
Regel wird da ja Kuperlackdraht verwendnet. Aber wieso? Ich frage grade 
aus folgendem Grund:

Ich habe hier gerade ein Motor bei dem im Datenblatt angegeben wird, 
dass der Motor mit Aluminium draht mit Kupfer Coating gewickelt ist. Der 
Motor ist eher so die Budget-Preisklasse. Aber wozu braucht man dann ein 
Kupfer-Coating? Wieso nimmt man nicht gleich Alu-Draht?
#5723371
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Frank H. schrieb:
> Hey Leute,
>
> wozu braucht man eigentlich Kupfer beim Stator eines Motors?

Für die Wicklungen zur Erzeugung des Magnetfeldes.

> In der
> Regel wird da ja Kuperlackdraht verwendnet. Aber wieso?

Wieso nicht? Kupfer ist einer der besten elektrischen Leiter und auch 
noch bezahlbar.

> Ich habe hier gerade ein Motor bei dem im Datenblatt angegeben wird,
> dass der Motor mit Aluminium draht mit Kupfer Coating gewickelt ist.

Aluminium ist billiger und leichter, allerdings braucht man im 
Verhältnis zu Kupfer ca. 40% mehr Volumen bei halbem Gewicht.

> Der
> Motor ist eher so die Budget-Preisklasse. Aber wozu braucht man dann ein
> Kupfer-Coating?

Damit das Alu an den Kontaktstellen nicht oxidiert.

> Wieso nimmt man nicht gleich Alu-Draht?

Weil der an den Kontaktstellen oxidiert und nur mit Zusatzaufwand zu 
löten ist.
#5723465
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Frank H. schrieb:
> Falk B. schrieb:
>> Weil der an den Kontaktstellen oxidiert und nur mit Zusatzaufwand zu
>> löten ist.
>
> Das ist der einzige Grund um die Leitung zu coaten? Ist der Prozess so
> billig? Ich hätte jetzt sonnst einfach eine Klemme raufgesetzt.
> Lötstellen sind bei Teilen mit Vibration ja eh nicht so das Mittel der
> Wahl.

Der Rest der Welt sieht das wohl anders. Kann sein, daß es noch andere 
Gründe gibt. Dieser kupferbeschichtete Aludraht heißt CCA, copper 
cladded aluminium. Den gibt es sogar in verdammt dünnen Ausführungen, 
z.B. in USB-Kabeln. Hab ich erst vor kurzem gelernt.
#5726212
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Ich hatte mal ein Paar (Leder-)Schuhe vom Schuhdiscounter (Deichmann 
oder so). Die Sohle war etwas weicher wie sonst, aber vorallem extrem 
Temperaturempfindlich. Am Lagerfeuer hat sich Glut in die Sohle 
eingeschmolzen. Das kannte ich so ueberhaupt nicht. Es gibt also 
durchaus Unterschiede im Material.
#5726450
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Frank H. schrieb:
> Das ist der einzige Grund um die Leitung zu coaten? Ist der Prozess so
> billig? Ich hätte jetzt sonnst einfach eine Klemme raufgesetzt.

In älteren DDR-Installation habe ich reichlich Verteilerdosen gesehen, 
wo das Alu weggegammelt ist. Daher wurden in der DDR dann Alukabel mit 
Kupfermantel entwickelt.
Alukabel sind auch leichter bei gleicher Strombelastbarkeit.
Moderator Persönliche Seite #5727192
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Harald W. schrieb:
> Egon D. schrieb:
>
>> Dir ist schon klar, dass die Läufer von
>> Käfigläufermotoren aus ALU gegossen werden?
>
> Nein, ich bin kein Elektromaschinenbauer. Beim Rotor hätte ein
> geringeres Gewicht ja auch Vorteile. Aber hier gings ja um die
> Wicklung im Stator.

Ein Hauptgrund dürfte der deutlich niedrigere Schmelzpunkt von Aluminium 
sein, so dass die Massenfertigung problemlos im Druckgussverfahren 
durchgeführt werden kann.
#5727744
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Cyblord -. schrieb:
> Peter D. schrieb:
>> In älteren DDR-Installation habe ich reichlich Verteilerdosen gesehen,
>> wo das Alu weggegammelt ist. Daher wurden in der DDR dann Alukabel mit
>> Kupfermantel entwickelt.
>> Alukabel sind auch leichter bei gleicher Strombelastbarkeit.
>
> Und passen besser zum Alu Besteck, nech?

Daß Besteck, Leitungen und Münzen aus Aluminium statt aus Edelstahl, 
Kupfer oder Neusilber bestanden, hatte in der Tat einen ähnlichen 
Hintergrund: Aluminium war im Vergleich leichter beschaffbar. Daß sich 
Aluleitungen vergleichsweise beschi**en verarbeiten ließen, war jedem 
bekannt. Aber besser Alu als gar nichts.
#5728258
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Harald W. schrieb:
> Falk B. schrieb:
>
>>> Das sind bei 50Hz noch einige mm Eindringtiefe.
>>
>> Ca. 10mm.
>
> Bei welchem Wert hört eigentlich "einige" auf und "viele" beginnt?

Das ist kulturabhängig. Es soll Sprachen geben, in denen man nicht bis 
fünf zählen kann, weil alles > drei "viele" heißt. Dafür gibt es 
anderswo aber auch schon mal mindestens dreißig paarweise verschiedene 
Verwandschaftsbezeichnungen.
Es kommt halt auf die Wichtigkeit im Kontext an.

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