Hallo,
was mich angesichts der Gefahren im Internet (eben mal wieder gleich
mehrere Betrügermails erhalten) schon länger interessiert: Wer haftet
eigentlich, wenn hier mal was anbrennt? Also wenn sich mein Gerät
infiziert hat, andere Geräte im Netz angreift und dadurch Schaden
verursacht.
Z.B. öffne ich eine Betrügermail von PayPal, weil ich bei PayPal einen
Account unterhalte. Wird man mir den schwarzen Peter zuschieben, weil
ich Post von meinem Bezahldienstleister öffne?
Wer haftet, wenn mir bei einem "Update" eine Schadsoftware untergejubelt
wird, die dann andere Geräte angreift und Schaden entsteht? Oder werde
ich hier hören, dass dies gar nicht möglich ist, weil ja alles 100%ig
sicher ist?
Dann etwas anderes: Wer haftet, wenn mein PC/Notebook nach einem
"Update" nicht mehr funktionsfähig ist? Als Laie muss ich mir einen
"PC-Doktor" kommen lassen, der mir das Gerät wieder in einen
funktionsfähigen Zustand versetzt. Wer zahlt die 3-stellige Rechnung und
den möglicherweise entstanden Schaden wegen nicht nutzbarem Internet?
Im Lenovo-Forum ist lesen, dass mittlerweile bei einem Treiber-Update
auch gleich das BIOS ein Update erhält. Und nicht selten ist das Gerät
danach kaputt. Und zwar so richtig für die Tonne.
Wer kennt sich aus, bzw. hat schon eigene Erfahrungen gemacht?
Walter
Nachtrag:
Wenn ich mir zu Zeiten von WinXP ein Notebook "Designed for Windows XP"
gekauft habe, darf ich das nach Abkündigung von MS nicht mehr im
Internet nutzen?
Dazu passt ein Beitrag aus dem gerade geschlossenen Nachbarthread:
Admins Freund schrieb:
"Es ist mir schon lange ein Rätsel, warum es heute immer noch Leuten,
die nicht einmal ansatzweise davon Ahnung haben, gestattet ist, ein
Computersystem selbst zu verwalten, und dadurch viele andere
Netzwerkbenutzer zu gefährden. Das gehört eigentlich auf der Stelle
unterbunden und unter staatliche Kontrolle gestellt."
Martin S. schrieb:> Wenn man selbst nichts> auf die Bahn bringt, soll es der Staat richten.
Du erwartest von jeder Hausfrau, dass sie eine Systemspezialistin ist?
Klar, nur dann darf die Hausfrau das Internet nutzen.
Walter Carlos schrieb:> Wer haftet> eigentlich, wenn hier mal was anbrennt? Also wenn sich mein Gerät> infiziert hat, andere Geräte im Netz angreift und dadurch Schaden> verursacht.
Du.
Dazu gibt es im deutschen Recht die "Störerhaftung". Du bist für allen
Schaden, der mit Hilfe deines Rechners angerichtet wurde (auch wenn das
gegen deinen Willen geschah) voll haftbar, wenn du "adequat kausal" dazu
beigetragen hast. Das ist bei Update-Verweigerung trotz bekannter
Sicherheitslücken m.M.n. voll gegeben.
Und wenn "Hausfrau" es geschaft hat, die Auto-Update Funktion ihres OS
lahmzulegen, dann hat sie ausreichend Sachkenntnis um auch die volle
Verantwortung für ihr Handeln zu tragen.
iANAL schrieb:> Das ist bei Update-Verweigerung trotz bekannter> Sicherheitslücken m.M.n. voll gegeben.
Hier würde ich aber meiner Meinung nach noch unterscheiden, ob Updates
für bestimmte Bereiche nur für einen begrenzten Zeitraum (z.B. 2 Wochen)
zurückgehalten werden, oder ob man sich denen komplett verweigert.
Insbesondere da MS ja in letzter Zeit gerne mal Updates für Windows
ausgeliefert hat, die eher Beta-Status hatten, wäre ein verzögern der
Windows Updates wohl durchaus legitim.
Wenn es ein von außen manipuliertes "altes" System schafft, ein "neues"
System anzugreifen und lahm zu legen, dann würde ich mal behaupten, dass
das "neue" System nichts taugt. Am Ende alles eine Frage der Sichtweise.
Zur Haftung: Da ist sehr vieles in der Schwebe und bewegt sich in einer
Grauzone. Hier wird es auf den Einzelfall ankommen und welcher Sichweise
der Richter zugeneigt ist.
iANAL schrieb:> Und wenn "Hausfrau" es geschaft hat, die Auto-Update Funktion ihres OS> lahmzulegen, dann hat sie ausreichend Sachkenntnis um auch die volle> Verantwortung für ihr Handeln zu tragen.
Im Browser den Software-Schieber mit der Maus von links nach rechts und
ab geht es für paar Jahre ins Gefängnis. Na denn ...
iANAL schrieb:> Du bist für allen> Schaden, der mit Hilfe deines Rechners angerichtet wurde (auch wenn das> gegen deinen Willen geschah) voll haftbar, wenn du "adequat kausal" dazu> beigetragen hast. Das ist bei Update-Verweigerung trotz bekannter> Sicherheitslücken m.M.n. voll gegeben.
Ganz so einfach ist es nicht. Die Kausalität muss erst einmal
nachgewiesen werden. Der BGH hat dazu klar gesagt, dass ein Störer nur
sein kann, wer
- nicht Täter oder Teilnehmer ist und
- in irgendeiner Weise
a) willentlich und
b) adäquat kausal
zur Verletzung des geschützten Rechts beitragen
hat.
Das reine Unterlassen eines Sicherheitsupdates reicht nicht aus, um eine
adäquate Kausalität darzustellen.
Von daher ist Deine Meinung leider recht wenig maßgeblich.
Walter Carlos schrieb:> Wenn ich mir zu Zeiten von WinXP ein Notebook "Designed for Windows XP"> gekauft habe, darf ich das nach Abkündigung von MS nicht mehr im> Internet nutzen?
Doch. Da es für das Internet keine ablaufenden Zulassungen gibt, kannst
du jegliches Gerät verwenden. Man könnte dir höchstens Fahrlässigkeit
unterstellen, wenn du ein derartiges Gerät verwendest und es zu einem
Schaden kommt.
Walter Carlos schrieb:> Wer haftet, wenn mein PC/Notebook nach einem> "Update" nicht mehr funktionsfähig ist? Als Laie muss ich mir einen> "PC-Doktor" kommen lassen, der mir das Gerät wieder in einen> funktionsfähigen Zustand versetzt. Wer zahlt die 3-stellige Rechnung und> den möglicherweise entstanden Schaden wegen nicht nutzbarem Internet?
Den "PC-Doktor" darfst du schön selbst zahlen. Bei einem Defekt nach
Update in der Gewährleistungsfrist kann man noch auf einen
Gewährleistungsfall spekulieren, aber auch da wirst du erstmal einige
Wochen ohne Gerät darstehen. Und einen Ersatz für Nutzungsausfall gibt
es nicht.
Martin S. schrieb:> Ach ja, der Ruf nach staatlicher Intervention. Wenn man selbst nichts> auf die Bahn bringt, soll es der Staat richten.
Sagen wirs mal so, so falsch ist das nicht. Im normalen Leben ist es
doch völlig selbstverständlich dass man sich auf den Staat verlässt.
Wieso sollte man das also nicht auch im Internet wollen (und wieso
denken dann fast alle Leute gleich an Missbrauch durch den Staat >_>)?
Dass das leider sehr schwierig ist solang es Staaten gibt denen egal ist
was Landsleute machen, oder gar von profitieren, ist mir schon klar...
Zum Thema:
Soweit ich das kenne machen größere Unternehmen einfache Schulungen die
einen zeigen sollten worauf man achten muss. Wenn man dann auf etwas
rein fällt was klar besprochen wurde, kann es schon doof für einen
ausgehen.
In der Praxis dürften Konsequenzen aber wirklich selten sein und
staatliche schon agrnicht.
Ein dreistellige Betrag ist selbst für ein kleineres Unternehmen eher
Portokasse und grade Kleinunternehmen haben mindestens einen IT-Freak
dabei.
Btw. bei Amazon wurde nicht mal einer gefeuert der mehr als sein
Jahresgehalt an Verlusten verursacht hat indem er versehentlich zu
Testzwecken mit einem Vertipper, 10 mal mehr Maschinen runter gefahren
hat, als beabsichtigt =D
iANAL schrieb:> Du bist für allen> Schaden, der mit Hilfe deines Rechners angerichtet wurde (auch wenn das> gegen deinen Willen geschah) voll haftbar, wenn du "adequat kausal" dazu> beigetragen hast.
Dann würde ich auch haften, wenn mein altes Auto ohne elektronische
Wegfahrsperre gestohlen wird und bei einem Banküberfall als
Fluchtfahrzeug eingesetzt wird. Denn ich hätte in meine alte Karre ja
längst eine elektronische Wegfahrsperre einbauen lassen können.
Zwar bietet eine elektronische Wegfahrsperre in einem modernen Auto auch
keine absolute Sicherheit gegen Diebstahl, aber da das Auto dem
aktuellen technischen Stand entspricht, wäre man von einer Haftung
ausgenommen.
Dann bleibt der Appell an alle: Leute, schmeißt eure alten Autos auf den
Müll, oder wollt ihr in Teufels Küche kommen?
Walter Carlos schrieb:> Wer haftet> eigentlich, wenn hier mal was anbrennt? Also wenn sich mein Gerät> infiziert hat, andere Geräte im Netz angreift und dadurch Schaden> verursacht.
Derjenige dessen unsichere Geräte nicht vor den Daten aus dem Internet
(von deinem Gerät) geschützt sind und so den Schaden durch Daten
verursachen.
> Wer haftet, wenn mir bei einem "Update" eine Schadsoftware untergejubelt> wird, die dann andere Geräte angreift und Schaden entsteht?
Ähnlich wie in dem Fall wenn sich dein Gerät selbst infiziert hat:
derjenige der die anderen unsicheren Geräte an das Internet
angeschlossen hat und durch Daten aus dem Internet den Schaden
verursacht hat, allerdings ist auch derjenige der dir Schadsoftware
vorsätzlich untergejubelt hat, genauso wie wenn er den anderen Geräten
direkt die auslösenden Daten geschickt hätte, haftbar.
Die Verwendung deines Gerätes als Proxy (praktisch über Bande Täter --->
Internet(oder Update oder ...) --> dein Gerät --> Internet --> unsichere
andere Geräte mit Schaden) ändert nichts daran, dass ein vorsätzlicher
Täter für seine Tat haftbar ist.
Dein Datengerät (Pc/Telefon/Handy/TV/Router/u.U.
Toaster/Kühlschrank/....) ist keine gefährliche Maschine/Substanz wie
Waffen, Pkw, Sprengstoff o.ä. für die du besondere Sorgfaltspflichten
gegen Fremdbenutzung einhalten musst und wenn du deine Wohnung/Computer
nicht sicher verschließt und ein Einbrecher benutzt deine
Bestecksammlung, PC, Telefon, Internetanschluss, (W)lan, o.ä. für
seine (weiteren) Taten, dann ist nur dieser haftbar (den
Einbruchschaden musst du allerdings vorstrecken bzw. häufig selbst
bezahlen, da viele Täter flüchten
Falls ein Täter einen rechtswidrigen Zustand an deinem Eigentum bewirkt
bspw. von deinem Internetanschluss/(W)lan/PC werden Kinofilme verteilt
oder an deiner Hauswand steht "opensource ist **********" [illegalen
Text gelöscht] dann kann von den Filmrechteinhabern oder im Fall der
Hauswand von mit verlangt werden, dass du den Zustand beseitigst, da du
bzw. das Eigentum das du verantwortest, den rechtmäßigen Zustand
'stören'.
Bis vor ca. 11/2 Jahren (Update-Verweigerer die mit ihrer Weigerung
Wikipedia oder andere Updatemöglichkeiten zu nutzen im Internet prahlen
und Störerhaftung nur als Markenname in Anführungszeichen kennen, können
davon natürlich noch nicht wissen) konnte eine derartige Störerhaftung
neben der Beseitigung des Zustands auch nennenswerte Kosten durch
Rechtsanwälte verursachen (das müsste auch der Punkt der von Martin
erwähnten BGH Entscheidung sein)
Walter Carlos schrieb:> Wenn ich mir zu Zeiten von WinXP ein Notebook "Designed for Windows XP"> gekauft habe, darf ich das nach Abkündigung von MS nicht mehr im> Internet nutzen?
Seit dem Update vom Frühjahr 1949 gilt in der BRD eine allgemeine
Handlungsfreiheit sofern kein Gesetzt diese ausdrücklich einschränkt und
bspw. die Nutzung von (durchaus gefährlichen) PKW ohne staatliche
Kontrolle einschränkt. Wenn in deinem Internetvertrag keine
Einschränkung der zu verwendenden Geräte vereinbart ist, dann darfst du
jedes Gerät benutzen, auch ein altes DOS.
Walter Carlos schrieb:> Du [Martin S.] erwartest von jeder Hausfrau, dass sie eine Systemspezialistin
ist?
Nein im Text stand eindeutig der Bezug zu der Forderung des
Rätselsprogramms das Daten ins Internet "unter staatliche Kontrolle
gestellt" wünscht, da es sich ohne staatliche Hilfe nicht vor Daten
schützen kann.
Die personellen Schwierigkeiten bspw. die Updates von Martin S. und
Ntldr - wahrzunehmen kannst du übrigens an der automatischen Reaktion
des Systems von Hans H. ablesen: dessen System konnte nur "Du haftest"
mit dem Systemfehlerausrufezeichen als "zusammengefaßt"(vermutlich aus
dem Versuch Worte zu fassen) ausgeben.
Gerade stark Technikgläubigen die nur auf Hersteller-Updates setzen
fehlt häufig das Personal um etwas Eigenverantwortung zu realisieren und
wenn Hersteller-Updates nicht reichen, dann fordern sie vom Staat oder
Mitbürgern sie vor gefährlichen Daten aus dem Internet zu beschützen.
Für die Generation die häufig nicht mal einen Satz eigenverantwortlich
beantworten kann wäre ein staatliches AOL u.U. die einfachere
Alternative zum gefährlichen Internet
iANAL schrieb:> Und wenn "Hausfrau" es geschaft hat, die Auto-Update Funktion ihres OS> lahmzulegen, dann hat sie ausreichend Sachkenntnis
Die legt sich erwiesenermaßen regelmäßig selber lahm und man braucht
erhebliche Sachkenntnis um sie wieder in Gang zu setzen. Du hast
anscheinend noch nie näheren Kontakt mit Windows gehabt - sei froh!
Alex G. schrieb:> Sagen wirs mal so, so falsch ist das nicht. Im normalen Leben ist es> doch völlig selbstverständlich dass man sich auf den Staat verlässt.
Das ist doch ein himmelweiter Unterschied.
Der Staat unterliegt dem Fürsorgeprinzip, denn er ist ein Konstrukt von
uns Bürgen als Gesamtheit, um unser Leben auf eine gemeinsame Basis zu
stellen.
Prinzipiell hat der Staat sich aus allem heraus zu halten, das nicht für
eben jenes Miteinander notwendig ist. Staatliche Eingriffe sind daher
auf ein absolutes Mindestmaß zu reduzieren.
Der Staat hat dann einzugreifen, wenn Rechte anderer massenhaft
missbraucht werden, und eine Basis zu schaffen, die das verhindert. Oder
wenn massenhaft Rechte anderer beschnitten werden (z.B. wenn
Bot-Netzwerke entstehen, weil es keine Sicherheitspatches gibt). Es ist
dann Aufgabe des Staats Regelungen zu erlassen, die Hersteller dazu
verpflichten, diese bereitzustellen (Stichwort Gerätelebensdauer). Es
ist auch Aufgabe des Staats, Geräte aus dem Verkehr zu ziehen, die dafür
hergestellt wurden, um Grundrechte von Menschen zu beschneiden
(Stichwort Spionage-Barbie).
Es ist aber nicht seine Aufgabe dafür zu sorgen, dass Mutti artig einen
Virenscanner installiert. Das fällt in Individualrechte und -pflichten,
für die jeder Bürger selbst verantwortlich ist.
Martin S. schrieb:> Der Staat hat dann einzugreifen, wenn Rechte anderer massenhaft> missbraucht werden
Willst du etwa sagen dass nicht genau das geschieht wenn Rechner durch
Viren im Netz geschädigt, Daten zur Erpressung verschlüsselt und ganze
Unternehmenswebseiten durch DDoS Angriffe lahm gelegt werden?
Alex G. schrieb:> Martin S. schrieb:>> Der Staat hat dann einzugreifen, wenn Rechte anderer massenhaft>> missbraucht werden> Willst du etwa sagen dass nicht genau das geschieht wenn Rechner durch> Viren im Netz geschädigt, Daten zur Erpressung verschlüsselt und ganze> Unternehmenswebseiten durch DDoS Angriffe lahm gelegt werden?
Was schlägst Du vor? Den Betrieb von Windows unter Strafe stellen?
Gustav K. schrieb:> iANAL schrieb:>> Du bist für allen>> Schaden, der mit Hilfe deines Rechners angerichtet wurde (auch wenn das>> gegen deinen Willen geschah) voll haftbar, wenn du "adequat kausal" dazu>> beigetragen hast.>> Dann würde ich auch haften, wenn mein altes Auto ohne elektronische> Wegfahrsperre gestohlen wird und bei einem Banküberfall als> Fluchtfahrzeug eingesetzt wird. Denn ich hätte in meine alte Karre ja> längst eine elektronische Wegfahrsperre einbauen lassen können.
Ganz so extrem ist es weder bei PC noch PKW. Aber gegen unbefugte
Inbetriebnahme musst du deinen PKW jedenfalls abgesichern, sonst
riskierst du eine Verwaltungsstrafe. Du kannst bspw. die Türen
unversperrt oder die Fenster offen lassen, aber darfst nicht den
Zündschlüssel stecken lassen.
Bernd K. schrieb:> Alex G. schrieb:>> Martin S. schrieb:>>> Der Staat hat dann einzugreifen, wenn Rechte anderer massenhaft>>> missbraucht werden>> Willst du etwa sagen dass nicht genau das geschieht wenn Rechner durch>> Viren im Netz geschädigt, Daten zur Erpressung verschlüsselt und ganze>> Unternehmenswebseiten durch DDoS Angriffe lahm gelegt werden?>> Was schlägst Du vor? Den Betrieb von Windows unter Strafe stellen?
Nein, bessere Strafverfolgung von Tätern! Hab aber schon im obigen
Beitrag gesagt dass es schwer zu erreichen ist mit Ländergrenzen etc.
Opensource _. schrieb:> Wenn in deinem Internetvertrag keine> Einschränkung der zu verwendenden Geräte vereinbart ist, dann darfst du> jedes Gerät benutzen, auch ein altes DOS.
OK, das hört sich schon bedeutend stimmiger an.
Dann verstehe ich deinen Beitrag so, dass jeder auf sein System selber
aufpassen und es entsprechend absichern muss, soweit dies (für den
Laien) überhaupt möglich ist. Dann kann man zusammenfassend sagen: Wer
das Internet nutzt, muss damit rechnen, dass ihm jederzeit Schaden
entstehen kann. Und wenn Nutzer veralteter Systeme das Risiko für alle
erhöhen (falls das so ist), dann ist das eben so.
Ansonsten müsste von zentraler Stelle jede Kombination und Konfiguration
von Hardware, Betriebssystem und Browser zertifiziert werden. Zusätzlich
auch jedes Update zu Hardware, Betriebssystem und Browser. Wird wohl
nicht machbar sein. Zusätzlich hätte man wieder das Problem der
Enteignung, wenn Systeme von heute auf morgen nicht mehr benutzt werden
dürfen, siehe Diesel.
>> Was schlägst Du vor? Den Betrieb von Windows unter Strafe stellen?> Nein, bessere Strafverfolgung von Tätern!
Das (+ höhere Strafen) höre ich schon, seit ich auf der Welt bin.
Hört sich brachial an, ist aber nicht mehr als lauwarme Luft.
John D. schrieb:> Gustav K. schrieb:>> iANAL schrieb:>>> Du bist für allen>>> Schaden, der mit Hilfe deines Rechners angerichtet wurde (auch wenn das>>> gegen deinen Willen geschah) voll haftbar, wenn du "adequat kausal" dazu>>> beigetragen hast.>>
Es haben so manche Urteile zum Thema Urheberrecht gezeigt, dass man
durchaus für das verantwortlich sein kann, was der Rechner (oder andere
mit ihm) so treibt. Unwissenheit hat da selten geholfen.
Gruß
Axel
Axel L. schrieb:> John D. schrieb:>> Gustav K. schrieb:>>> iANAL schrieb:>>>> Du bist für allen>>>> Schaden, der mit Hilfe deines Rechners angerichtet wurde (auch wenn das>>>> gegen deinen Willen geschah) voll haftbar, wenn du "adequat kausal" dazu>>>> beigetragen hast.>>>>> Es haben so manche Urteile zum Thema Urheberrecht gezeigt, dass man> durchaus für das verantwortlich sein kann, was der Rechner (oder andere> mit ihm) so treibt. Unwissenheit hat da selten geholfen.>
Hältst Du diese Zitierweise für sinnvoll? Falls ja, warum?
Axel L. schrieb:> Es haben so manche Urteile zum Thema Urheberrecht gezeigt, dass man> durchaus für das verantwortlich sein kann, was der Rechner (oder andere> mit ihm) so treibt. Unwissenheit hat da selten geholfen.
Das gilt halt so lange man nicht nachweisen kann, dass jemand anderes
den Rechner genutzt hat (drum muss man inzwischen in freien Wlans, AGBs
zustimmen welche erlauben Identitätsdaten des Endgeräts zu speichern)
und es sind Fälle wo eine Absicht unterstellt wird.
Denke bei Viren u.ä. wofür man praktisch nichts kann, sieht das gänzlich
anders aus.
Alex G. schrieb:> Denke bei Viren u.ä. wofür man praktisch nichts kann, sieht das gänzlich> anders aus.
Sehe ich mittlerweile ebenso.
Problematisch finde ich, dass ich als Laie nicht ansatzweise sehen kann,
was über meine Internetverbindung so alles abgeht. Eine LED-Zeile o.ä.
wäre hilfreich, an der ich die Auslastung der Internetverbindung ablesen
könnte. Bleibt die Frage, ob denn der Nutzer sehen soll, dass gerade
seinen Rechner ausgelesen wird, oder er gerade irgendwelches Zeugs
untergejubelt bekommt.
Ein weiteres ungutes Problem ist, dass ein System-Update fehlschlagen
kann. Danach ist das Gerät möglicherweise nicht mehr nutzbar und ich
stehe wie ein begossener Pudel im Regen. Dass dies in der Breite so
akzeptiert wird, verwundert einigermaßen.
Die künftigen autonom fahrenden Fahrzeuge werden sicher auch laufend
Updates erhalten. Wenn danach die Karre tot ist, darf ich den
Abschleppwagen kommen lassen, der die Karre in die Werkstatt bringt. Und
ich zahle natürlich die Reparatur. Ob das dann ebenfalls in der Breite
akzeptiert wird?
Walter Carlos schrieb:> Also wenn sich mein Gerät> infiziert hat, andere Geräte im Netz angreift und dadurch Schaden> verursacht.
Nach deutschem Gesetz immer der, der die Handlung gemacht hat.
Walter Carlos schrieb:> öffne ich eine Betrügermail von PayPal, weil ich bei PayPal einen> Account unterhalte. Wird man mir den schwarzen Peter zuschieben
Selbstverständlich.
Walter Carlos schrieb:> Wer haftet, wenn mein PC/Notebook nach einem "Update" nicht mehr funktionsfähig
ist?
Niemand, das ist doch ein Hersteller, der ist erstens im Ausland, hat
zweitens eine AGB der du zugestimmt hast, und hat drittens immer Recht.
Walter Carlos schrieb:> haftet, wenn mir bei einem "Update" eine Schadsoftware untergejubelt> wird, die dann andere Geräte angreift und Schaden entsteht?
Wenn du nachweisen kannst, daß die Schadsoftware dir beim Update
untergejubelt wurde: Derjenige.
Da der Geschädigte, der mit Mühe herausfinden konnte deß sein Problem
von deinem Rechner stammte, dich verklagt, wirst du erstmal haften und
zahlen. Du kannst dann ja, so sagt der Richter, im Nachhinein deine
Ausrede und Theorie, daß jemand anderes schuld war, versuchen vor
Gericht durchzusetzen und deine Schadenszahlung bei diesem Anderen
einklagen.
Gustav K. schrieb:> Bleibt die Frage, ob denn der Nutzer sehen soll, dass gerade> sein Rechner ausgelesen wird, oder er gerade irgendwelches Zeugs> untergejubelt bekommt.
es wird einem Nutzer doch schon verschleiert,
was in seinem Futter drin ist. Oder wer das herstellt.
wie soll der denn die EDV durchschauen?
WIE mündig ist der Bürger?
Michael B. schrieb:> Walter Carlos schrieb:>> Wer haftet, wenn mein PC/Notebook nach einem "Update" nicht mehr>> funktionsfähig ist?> Niemand, das ist doch ein Hersteller, der ist erstens im Ausland, hat> zweitens eine AGB der du zugestimmt hast, und hat drittens immer Recht.
Im Thinkpad-Forum war zu lesen, dass man die Treiber von seinem Notebook
über das Internet von Lenovo updaten lassen kann. Bei der Gelegenheit
konnte man auch ein BIOS-Update durchführen. Ist hier was dumm gelaufen,
konnte man hinterher das Mainboard tauschen, oder gleich das ganze Gerät
in der Tonne versenken. Trotzdem wird das Verfahren empfohlen und in der
Folge von Anwendern durchgeführt.
● J-A V. schrieb:> WIE mündig ist der Bürger?
DAS ist die große Frage, wobei zur Mündigkeit auch Wissen und
Sachverstand gehört. Die große Mehrheit sind eher Anwender, die wollen,
dass es funktioniert. Damit es funktioniert, wird den Empfehlungen
gefolgt und dann eben auch laufend Updates durchgeführt.
● J-A V. schrieb:> es wird einem Nutzer doch schon verschleiert,> was in seinem Futter drin ist.
Abhilfe: Sein Futter selber aus Nahrungsmitteln zubereiten und
konsequent auf Fertigfraß verzichten. Fertigfraß aus der Dose war
ursprünglich eh nur für Hund und Katze vorgesehen.
Gustav K. schrieb:> Abhilfe: Sein Futter selber aus Nahrungsmitteln zubereiten und> konsequent auf Fertigfraß verzichten. Fertigfraß aus der Dose war> ursprünglich eh nur für Hund und Katze vorgesehen.
Davon gab es in der Grande Armee eher nicht so viele ...
Gustav K. schrieb:> ● J-A V. schrieb:>> es wird einem Nutzer doch schon verschleiert,>> was in seinem Futter drin ist.>> Abhilfe: Sein Futter selber aus Nahrungsmitteln zubereiten und> konsequent auf Fertigfraß verzichten. Fertigfraß aus der Dose war> ursprünglich eh nur für Hund und Katze vorgesehen.
muss das im Umkehrschluss heissen, dass damit dann OK ist?
Axel L. schrieb:> John D. schrieb:>> Gustav K. schrieb:>>> iANAL schrieb:>>>> Du bist für allen>>>> Schaden, der mit Hilfe deines Rechners angerichtet wurde (auch wenn das>>>> gegen deinen Willen geschah) voll haftbar, wenn du "adequat kausal" dazu>>>> beigetragen hast.>>>>> Es haben so manche Urteile zum Thema Urheberrecht gezeigt, dass man> durchaus für das verantwortlich sein kann, was der Rechner (oder andere> mit ihm) so treibt. Unwissenheit hat da selten geholfen.>> Gruß> Axel
Ums mal zu verallgemeinern.. auch der Ausschluß der Haftung für Links
hilft Nichts wenn Anwälte Geld verdienen wollen (Abmahnwelle der
Mediamärkte gegen Internet-Händler..ist ne Weile her). Im Zweifelsfalle
hat der Richter immer Verständnis für seine armen Juristenkollegen die
doch auch von irgendwas leben müssen, man bekommt ein Urteil, mit Recht
oder gar Gerechtigkeit hat das eigentlich nie was zu tun.
Es ist deutlich besser mal ein Bier auszugeben oder die Kohle in einen
mafiösen Prügelclan zu investieren, als in einen Anwalt. Das lehrt die
aktuelle Realpolitik.
Gruß,
Holm
● J-A V. schrieb:>> Abhilfe: Sein Futter selber aus Nahrungsmitteln zubereiten und>> konsequent auf Fertigfraß verzichten. Fertigfraß aus der Dose war>> ursprünglich eh nur für Hund und Katze vorgesehen.>> muss das im Umkehrschluss heissen, dass damit dann OK ist?
Man bekommt ein Gefühl dafür was für unterschiedliches Futter es
überhaupt gibt und wie akzeptables Futter gefälligst mindestens
auszusehen und zu schmecken hat, das allgemeine Qualitätsniveau wird
steigen.
Wenn man nämlich die augenblickliche Softwaresituation auf die
Futteranalogie überträgt dann sieht es im Moment so aus daß alle
weltweit jeden Tag den gleichen halb vergammelten Einheits-Schweinefraß
aus dem 25l-Sack verspeisen und nicht mal im Traum auf die Idee kommen
daß es auch andere Nahrung geben könnte. Deswegen beschwert sich auch
keiner, damit ist auch die Frage von weiter oben beantwortet warum das
alle ohne zu murren hinnehmen. So siehts nämlich aus.
Dann fang mal damit an die Analogie von Bio-Lebensmittel zu
produzieren.. Bio-Software ;)
Als Desktop-Softwareentwickler weiss ich dass das leichter gesagt als
getan ist. Bzw. ich weiss nicht mal so recht auf was du ansprichst. Zu
viele Bugs/Hotfixes?
Fürchte dieses fundamentale Problem werden wir wahrscheinlich nie wieder
los. Bei der Komplexität moderner Software ist Bugfreiheit schlichtweg
unwirtschaftlich.
Alex G. schrieb:> Dann fang mal damit an die Analogie von Bio-Lebensmittel zu> produzieren.. Bio-Software ;)
wie wäre es erstmal mit CO2-neutral
- da fahren ja heute auch so viele drauf ab.
● J-A V. schrieb:> Alex G. schrieb:>> Dann fang mal damit an die Analogie von Bio-Lebensmittel zu>> produzieren.. Bio-Software ;)>> wie wäre es erstmal mit CO2-neutral> - da fahren ja heute auch so viele drauf ab.
Dann muss er aber beim Schreiben die Luft anhalten - auf Dauer nicht
gesund, zumindest für ihn selbst.
Wir sollten mehr Rücksicht auf Einzelschicksale nehmen!
Holm T. schrieb:> Es ist deutlich besser mal ein Bier auszugeben oder die Kohle in einen> mafiösen Prügelclan zu investieren, als in einen Anwalt. Das lehrt die> aktuelle Realpolitik.>
Alkohol oder Gewaltanwendung zur Lösung rechtlicher Probleme?
Ja, zu manchen mag das passen.
Percy N. schrieb:> ● J-A V. schrieb:>> Alex G. schrieb:>>> Dann fang mal damit an die Analogie von Bio-Lebensmittel zu>>> produzieren.. Bio-Software ;)>>>> wie wäre es erstmal mit CO2-neutral>> - da fahren ja heute auch so viele drauf ab.>> Dann muss er aber beim Schreiben die Luft anhalten - auf Dauer nicht> gesund, zumindest für ihn selbst.>> Wir sollten mehr Rücksicht auf Einzelschicksale nehmen!>> Holm T. schrieb:>> Es ist deutlich besser mal ein Bier auszugeben oder die Kohle in einen>> mafiösen Prügelclan zu investieren, als in einen Anwalt. Das lehrt die>> aktuelle Realpolitik.>>>> Alkohol oder Gewaltanwendung zur Lösung rechtlicher Probleme?>> Ja, zu manchen mag das passen.
Nö..ich schrieb doch Geld ..und das ist wohl opportun..mein zumindest
Soros.
Gruß,
Holm