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Forum: Fahrzeugelektronik AGM-Batterien von Elektro-Rollstuhl


Autor: BeakerBunsenbrenner (Gast)
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Hallo zusammen,

mit einem Freund, der u.a. auf einen E-Rollstuhl angewiesen ist, rätseln 
wir angesichts leichter Fehlfunktionen über den Zustand der Batterien. 
Kann man die noch nutzen oder müssen die ersetzt werden oder ist was 
ganz anderes los?

Installiert sind in dem Rollstuhl zwei 12 V AGM-Batterien mit je 48 Ah. 
Nach Laden und reichlich Ruhe sind jeweils nur 12,4 V messbar +- 0,0x.

Die Fehlfunktion: Bei Geradeaus-Fahrten macht der Rolli zwar die volle 
Geschwindigkeit, die Ladestandsanzeige des Rollis zeigt dann auch voll 
geladen an, ABER sobald man rechts/links lenkt und zügig Kurven fahren 
will (wofür weitere Motoren zugeschaltet werden, wobei könnte auch nur 
einer sein...), ist der schlagartig langsam (und die Ladestandanzeige 
geht glaube ich auch runter - aus der Erinnerung dies nur, kann mich 
hier auch irren). Tendenziell macht er den Eindruck, dass er auch 
langsamer wird, wenn Licht und Blinker an sind. Die Vermutung liegt 
nahe, dass die Batterien nicht mehr so pralle sind.

Könnte man durch tiefes Entladen und langsames Aufladen wieder die 
Batterie verbessern? (Falls hier das Problem liegt)

Was ist eigentlich die günstigste Variante an Batterien für einen 
E-Rollstuhl? AGM, Gel, oder ganz andere?

Für Hilfe sind wir sehr dankbar!

Schöne Grüße

Autor: batman (Gast)
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BeakerBunsenbrenner schrieb:
> Könnte man durch tiefes Entladen und langsames Aufladen wieder die
> Batterie verbessern? (Falls hier das Problem liegt)

Dann eher andersrum: Langsam Entladen (nicht unter 10,5V!) und dann 
möglichst schnell aufladen verbessert ggf. etwas Spannung und Leistung.

Autor: BeakerBunsenbrenner (Gast)
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Danke für die Antwort!

Ich habe zwar selbst kein Ladegerät, das sich für AGM-Batterien eignet, 
aber wenn (m)eines geeignet wäre, was wäre ein geeigneter Ladestrom? 6A?

Was für einen Verbaucher würdest Du zum Entladen dranhängen?

(Da fällt mir ein: Zum Entladen könnte ich einen Arduino nano mit Relais 
und diesem Voltmeter für Kinder flott umsetzen 
http://www.mint-unt.de/mediapool/78/781152/data/Voltmeter.pdf)

Autor: oszi40 (Gast)
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BeakerBunsenbrenner schrieb:
> sind jeweils nur 12,4 V messbar

Miss doch nochmals bei Benutzung. Tiefentladung schadet jedem Bleiakku. 
Nach 2 Jahren ist mancher Akku schon hinüber.

Autor: batman (Gast)
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Das Entladen sollte ca. 5-10h dauern, peile ich so an. Bei 48Ah paßt 
eine 55/60W H4 Scheinwerferbirne, ggf. die Wendeln noch in Reihe 
schalten. Kommt nicht so drauf an, der Konditionierungseffekt hängt eher 
vom Ladestrom ab und da gilt i.a. "viel hilft viel". Wenn 20A Bulk-Laden 
keine meßbare Besserung mehr bringt, sollte man imo recyceln.

Eine Tiefentladung ist übrigens sehr schädlich, also vorsichtshalber bei 
11,5V abschalten. Das geht auch analog, mit Komparator, Z-Diode, Relais.

Autor: BeakerBunsenbrenner (Gast)
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Hallo nochmal und danke für Eure Antworten!

@oszi40: Ja, es wäre gut möglich, dass die Batterie aufgrund des Alters 
und Nutzungsverhaltens durch ist. Aber da er dauerhaft auf den Rollstuhl 
angewiesen ist, macht vielleicht ein halbes Jahr mehr oder weniger doch 
einen Unterschied bei angenommen gleichen Kosten. Zumal in diesem 
speziellen Fall nicht die Krankenkasse aufkommt (dann würde das eine 
geringere Rolle spielen - das Thema führt aber zu weit).

@batman: Dann werde ich das mal probieren mit dem Entladen. Fürs Laden 
werde ich mich dann mal bei den örtlichen "KFZ-Werkstätten des 
Vertrauens" durchfragen, wer AGM-Akkus mit 20 A laden kann für einen 
Beitrag in die Kaffeekasse oder auch mehr.

Also nochmal Danke, Ihr seid eine große Hilfe!

Schöne Grüße!

Autor: oszi40 (Gast)
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BeakerBunsenbrenner schrieb:
> 48 Ah

> AGM-Akkus mit 20 A laden

Das Experiment 1/2 C würde ich mir in diesem Fall noch gründlich 
überlegen. Schlimmstenfalls erhitzt sich od. gast der Akku und bekommt 
dicke Backen. ERST mal Datenblatt des Akkus lesen was erlaubt ist.

Autor: oszi40 (Gast)
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BeakerBunsenbrenner schrieb:
> Zumal in diesem speziellen Fall nicht die Krankenkasse aufkommt

2019 hat sich einiges geändert. Fragt jetzt mal die KK.
https://www.pflegegeld-info.de/reparatur-strom-und-wartungskosten-fuer-hilfsmittel/

Autor: BeakerBunsenbrenner (Gast)
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Hallo Oszi40,

Ein Datenblatt ist leider nicht verfügbar. Es handelt sich um die 
Original-Akkus des Rollstuhl-Bauers (Invacare heißt der meine ich), der 
sich offensichtlich die Akkus herstellen lässt und mit eigenem Logo etc. 
beschriften lässt. Auf den tatsächlichen Hersteller gibt es vermutlich 
keinen Hinweis - aber wer weiß. Die einzigen Informationen auf dem Akku 
(abgesehen von Inbetriebnahme und Warnhinweise) sind "LPC12-45/10HR" und 
darunter "48,2 Ah/20HR".

Mit wie viel A würdest Du es denn machen, um im sicheren Bereich zu 
sein? Vergleichbare Rollstühle haben eine Reichweite von max 35 km (je 
nach Ausführung bei 10 km/h, ich vermute darauf bezieht sich die max 
Reichweite), was einer Entladung in ungefähr 3 h entspricht. Mit 14-15 
Ah müsste man umgekehrt vielleicht sicher sein?

Mit der Krankenkasse danke für den Hinweis. Die Krankenkasse springt 
natürlich nur für einen el. Rollstuhl ein, auch wenn die Person immer 
auf einen angewiesen ist. Aus diversen speziellen Gründen und nicht 
zuletzt wenn Reparaturen anfallen (die gerne mal Wochen dauerten) oder 
es spontan Ausfälle gibt, ist ein zweiter als Backup zwingend 
erforderlich. In solchen Fällen stellt die Kasse aber nur einen ohne el. 
Antrieb bzw. weist auf diesen hin und er ist dann wochenlang auf 
"Personal" angewiesen, das ihn schiebt.

Autor: BeakerBunsenbrenner (Gast)
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Ich sehe gerade über Deinen Link einen entsprechenden (!) Akku (Du hast 
ja indirekt eine Ersatzliste verlinkt): 
https://www.rollstuhl-akku.de/#MP50   und dort dann das Datenblatt 
https://www.jewo.de/images/stories/produkte/062015_update/multipower/pdf_files/MP50-12C.pdf

Dort steht maximaler Ladestrom 15 A - danke für den Hinweis!

Autor: Stefan W. (dl6dx)
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BeakerBunsenbrenner schrieb:
> Die einzigen Informationen auf dem Akku
> (abgesehen von Inbetriebnahme und Warnhinweise) sind "LPC12-45/10HR" und
> darunter "48,2 Ah/20HR".

Mit der Information lande ich beim Hersteller "Leoch": 
http://www.leoch.com

Eine an anderer Stelle gefundene Liste der Typen:
http://www.mvs.se/wp-content/uploads/2015/05/LPLLPC.pdf

Und ein Datenblatt der 55AH-Ausführung:
http://www.leoch.com/pdf/reserve-power/agm-vrla/lpc-deep-cycle/LPC12-55.pdf

Damit sollte es möglich sein, einen passenden Ersatz zu finden.

Viele Grüße

Stefan

Autor: BeakerBunsenbrenner (Gast)
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Wobei ich gerade sehe, dass für diesen Rollstuhl (Modell Dragon) ein 75 
Ah-Akku angegeben ist 
https://www.jewo.de/images/stories/produkte/062015_update/multipower/pdf_files/MP75-12C_2016.pdf

Wenn ich mir da die Werte durchlese, bin ich etwas irritiert. Denn die 
Abmaße der Grundfläche dieses Akkus s.o. x 2 (mal zwei, weil zwei Akkus) 
entsprechen der vorhanden Grundfläche im Rollstuhl. Die installierten 
Akkus vom Hersteller sind nur 19,8 cm breit und nicht wie dieser hier 26 
cm. Ausgelegt ist der Rollstuhl aber für diese 26 cm. Da hat also 
schonmal jemand ersetzt und gespart.

Autor: BeakerBunsenbrenner (Gast)
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@Stefan: Danke Dir! Ich hatte danach auch gesucht und dachte Leoch bzw. 
LPC wäre ein Hinweis auf die Art/Technik des Vliess-Akkus. Hätte nicht 
gedacht, das ist der Hersteller. Aber oszi hat mir einen Link gegeben, 
wo gute preisliche Alternativen gelistet sind. Dort ist ein 
vergleichbarer Akku für 109 Euro gelistet. Da kann man nichts sagen.

Autor: ● J-A V. (Firma: FULL PALATINSK) (desinfector) Benutzerseite
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BeakerBunsenbrenner schrieb:
> mit 20 A laden

:-o

ich zitiere Eckat:

"üs dat nich'n beetn veel Scheff?"

man bedenke, dass über dem immer vorhandenen Innenwiderstand
einer Batterie dann eben auch dieser Strom in Wärme gewandelt wird.

Mit bereits gezeigter Folge...

Autor: batman (Gast)
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Der Innenwiderstand ist aber auch beim Entladen da und da sind im DB 
Werte bis dauerhaft 150A angegeben, also von daher werden 20A wohl kein 
Problem sein.

Dicker wird ein Bleiakku durch Laden auch nicht, also bitte keine 
Märchen.

Autor: ● J-A V. (Firma: FULL PALATINSK) (desinfector) Benutzerseite
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batman schrieb:
> Dicker wird ein Bleiakku durch Laden auch nicht

sicher?
komm vorbei ich zeige Dir das Gegeneteil an meinem WoMo.
da darf ich die Batterie grad tauschen.

Autor: batman (Gast)
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Ok, dann glaub ich es dir mal so. ;)

Ich habe schon 45Ah Akkus mit 100A geladen, wenn ichs eilig hatte aber 
das waren Starterbatterien für Autos und nicht für Rollstühle.

Autor: BeakerBunsenbrenner (Gast)
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Kleines Update: Wir bestellen jetzt zwei Akkus nach (s.o.). Da diese 
aber, nach dem was ich bisher sah, ohne Pfand sind, kann ich die alten 
Akkus ja trotzdem noch einmal austesten, ob da noch was rauszuholen ist. 
Das werde ich in jedem Fall trotzdem tun.

Autor: BeakerBunsenbrenner (Gast)
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Da ich nur Hobby-Fummler bin kurze Frage: Kann man den Entlader so 
machen wie in der Zeichnung s. Anhang?

Das Relais-Modul hat natürlich selbst LEDs, aber da ich einen einzelnen 
Relais-Klotz ohne Modul/Platine vom Typ SRD-05VDC-SL-C habe, würde ich 
lieber diesen direkt verwenden. Als Stromversorgung für den Nano würde 
ich einen 5V-USB-Adapter nehmen wollen. Das sollte ja für das Relais 
auch reichen. Muss man da noch was absichern Richtung Arduino?

Autor: BeakerBunsenbrenner (Gast)
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Ergänzung: Das LCD-Display soll mir die Ziel-Spannung und die 
Ist-Spannung anzeigen.

Autor: batman (Gast)
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Klar, aber eine extra Stromversorgung find ich an der dicken Batterie 
überflüssig. Der Nano läuft mit 5-12V und kann auch ein paar 
Kleinigkeiten noch mit 5V versorgen. Der sollte nur alles komplett 
abschalten, wenn leer.

Autor: Circle (Gast)
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Schau dir deinen Teiler (100 Ohm / 10 kOhm) zur Spannungsmessung 
nochmals genau an! Das ergibt fast 12V am Eingang des Nano.

Wenn du kein Relais-Modul, sondern nur ein Relais nimmst, dann kann der 
Nano das nicht ohne weiteres treiben.

Autor: Jobst Q. (joquis)
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BeakerBunsenbrenner schrieb:
> Was ist eigentlich die günstigste Variante an Batterien für einen
> E-Rollstuhl? AGM, Gel, oder ganz andere?

Ganz andere. Jedenfalls, wenn man über viele Jahre rechnet.

LiFePO4-Akkus haben deutlich bessere Eigenschaften an Spannungskonstanz, 
Belastbarkeit, Kapazitätsausnutzung, Schnellladefähigkeit und nicht 
zuletzt an Lebensdauer als Blei-Akkus.

Wenn der Platz passt, würde ich 4 Winstonzellen 60Ah empfehlen:

http://www.litrade.de/shop/Akkus,Zubehoer/Thundersky,Winston,LiFeYPo4/Thunder,Sky,Winston,60Ah,WB,LYP60AHA.html

Die 60 Ah Nennkapazität sind in der Praxis mehr als die 96Ah Blei, da 
bei Blei die Entnahme der vollen Kapazität drastisch die Lebensdauer 
verringert,was bei LiFePO4 nicht der Fall ist.

Autor: BeakerBunsenbrenner (Gast)
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@Jobst Q.:

4 Stück um eine Batterie zu ersetzen oder für zwei? Der Rollstuhl hat ja 
zwei. Wäre es für beide ersetzen, ist das natürlich schon extrem 
interessant.

@Circle: Dann schaue ich da nochmal nach der Spannung und denke/rechne 
da nochmal drüber nach ;) ... Mit dem einzelnen Relais muss ich dann mal 
schauen. Würde mir die paar Teile eigentlich gerne fest auf Lochplatine 
löten und in ein Gehäuse bauen. Dafür hätte ich alle Teile da. Erweitern 
kann man das ja immer noch, z.B. mit Poti oder Button, um die 
Zielspannung zu wählen.

@Batman: Die Stromversorgung des Nano mache ich doch lieber extra.

Dann kann ich das ja angehen.

Danke nochmals und schöne Grüße!

Autor: Jobst Q. (joquis)
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BeakerBunsenbrenner schrieb:
> 4 Stück um eine Batterie zu ersetzen oder für zwei? Der Rollstuhl hat ja
> zwei. Wäre es für beide ersetzen, ist das natürlich schon extrem
> interessant.

Unter der Annahme, dass die beiden paralell geschaltet sind, für beide. 
Wenn sie in Serie wären, also 24V, bräuchte man 8 Zellen, dafür könnte 
die Kapazität kleiner sein.

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