Die Datensammler können sowohl über VPN mit dem Rechenzentrum verbunden
werden, als auch die Daten einfach nur sammeln und einem Ableser im
walk-by Verfahren bereitstellen. Das geschieht dann nicht über VPN,
sondern wieder über Datenfunk.
Die Erfassungsgeräte nutzen mit Sicherheit kein VPN, da dies viel zu
viel Overhead bedeuten würde. Die Batterie muss ja mindestens 10 Jahre
halten. Aber ja, sie werden ein proprietäres Funkprotokoll nutzen. Da
Brunata aber Mitglied der OMS Group ist, die für sehr viele
Erfassungsgeräte den Standard setzt, gab es schon ein begründete
Hoffnung, dass man die Telegramme empfangen kann. Zumal auch die
Wettbewerbsbehörden zunehmend Interoperabilität anmahnen.
Trotzdem hätten die Telegramme natürlich verschlüsselt sein können. Sind
sie ja wahrscheinlich auch. Da hätte ich Brunata dann um den Schlüssel
gebeten. Typischerweise hat jedes Gerät einen eigenen Schlüssel, so dass
es keine Datenschutzprobleme mit den Erfassungsgeräten des Nachbarn
geben dürfte.
Dem Geschäftsmodell von Brunata läuft das übrigens nicht zuwider. Ich
bin ja sehr dankbar, dass die eine saubere Abrechnung auf die Beine
stellen. Letztlich sind es aber meine Daten und die Europäische Energie
Effizienz Direktive, die ja nun auch in deutsches Recht umgesetzt wurde
und ab Anfang 2022 dem Verbraucher erhöhte Rechte an die Einsicht der
Daten einräumt, geht ja genau in die gleiche Richtung: Nur wer seinen
Verbrauch regelmäßig anschauen kann, kann auch Einsparpotenziale finden
und heben. Das ist ja überhaupt der Haupttreiber hinter den Funkzählern,
die daher ja ab sofort gesetzlich vorgeschrieben sind. Es fehlt quasi
nur die letzte Meile.