Fehler in Trafonetzteil

OP #5736158
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Hallo Forum,

ich habe hier ein kleines Problem mit einem Netzteil aus einem 
Tonbandgerät.
Den Schaltplan habe ich mal per Scan und Screenshot beigefügt.

Folgende Symptome:

-an Messpunkt D liegen 0V an
-die beiden Schutzwiderstände R501/R502 werden heiss
-am Kollektor von TS2 liegen ca 25V an, Basis u. Emitter (Messpunkt G) 
0V

Alle weiteren Bauteile sind fingergefühlt kalt und werden nicht 
wärmer/heiss.

Ich würde gefühlt den Fehler bei TS2 oder den Zenerdioden vermuten, bin 
mir aber nicht sicher.
Hat jemand einen Hinweis für mich um dem Problem auf die Spur zu kommen?

Danke und Grüße
Andreas
Angehängte Dateien:
Gast #5736193
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Entweder das, oder eine an D hängende Last ist zu niederohmig geworden 
(Kurzschluß). Zur Fehlereingrenzung ist es am einfachsten, C506 kurz 
herauszunehmen und die Spannungen an D und G nochmals zu kontrollieren.
OP #5736195
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Zunächst mal danke für die Hilfe!

Hier die Ergebnisse:

Spannung über D3 0.05V, über D1 0.01V

Dann Gerät abgeschaltet und C506 angeschaut, hat Durchgang in alle 
Richtungen. Da lädt/entlädt nichts mehr.

Frage: Kann C506 infolge eines Fehlers "weiter hinten" in der Elektronik 
zerstört worden sein?
OP #5736215
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Die Punkte A, B, C usw sind nur Messpunkte, keine tatsächlichen 
Verbindungen.
Zwischen R502 und D3 ist ein Verbindungskabel. Das habe ich nun mal 
entfernt, dann liegen an Messpunkt D rund 36V an.

PS: Wenn ich nun C506 wieder einlöte, zeigt er kein Kurzschlussverhalten 
mehr sondern lädt/entlädt scheinbar normal.
Gast #5736271
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Wenn der Strom, der die Widerstände so erhitzt, nicht über einen 
defekten C506 nach Masse fließt, kann er nur durch D3 und dann - da R36 
ja nicht mehr da ist - über durch R1 fließen. Demnach müßten sowohl D3 
als auch D1 defekt sein.
OP #5736283
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Thomas S. schrieb:
> Andreas J. schrieb:
>> Die Spannung an D1 ist nach wie vor 0.01V, an D3 hat sich auch nichts
>> geändert. Hitze der Schutzwiderstände ebenso unverändert.
>
> wenn du an Messpunkt C eine Spannung messen kannst wird D1 defekt sein,
> mach eine neue rein



OK danke, an Messpunkt C messe ich 26V und an D 0V. Demnach müsste wie 
erwähnt der Strom über D1+D3 verlustig gehen.
Ich werde beide austauschen.

Die D3 BZY88-C3V3 scheint eine Wald und Wiesen Zenerdiode zu sein, 0.5W 
3,3V. Ebenso die BZX79-C16.

Bestehen Einwände die beide gegen BZX79-C3V3 BZX79-C16 zu tauschen?
Gast #5736328
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Und wieso solltest Du mit dem ungeeigneten Hähnchengrillomat 
herumbraten, wenn Du doch geeignetes in naher Aussicht hast? Warte doch, 
bis Dir die gewohnte, gute (und komplette) Ausrüstung wieder zur 
Verfügung steht.
Gast #5736346
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Joachim B. schrieb:
> wer hindert dich die einseitig auszulöten und auf Durchgang- und
> Sperr-richtung zu prüfen, messen?

Das braucht man nicht.
Man kann das auch in der Schaltung messen.
Vor allem Kurzschluß ist eindeutig.

Beide Z-Dioden sind vermutlich nicht defekt. Und wenn, tut man dann auch 
noch ca. 0,5V messen.
Der R502 sollte dann auch kochen. Bei rund 2W.

Ist der i.O.? Evtl. auch eine kalte Lötstelle oder Unterbrechung.
OP #5736392
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RH schrieb:
> Und wieso solltest Du mit dem ungeeigneten Hähnchengrillomat
> herumbraten, wenn Du doch geeignetes in naher Aussicht hast? Warte doch,
> bis Dir die gewohnte, gute (und komplette) Ausrüstung wieder zur
> Verfügung steht.

Ja völlig korrekt.
Habe es jetzt hier in der Werkstatt stehen, und beide Dioden sind raus.
Und defekt, haben beide Durchgang.

Insofern kommt meine Frage von Oben wieder ins Spiel bzgl. der Typen :)

Bedanke mich vielmals bei den Helfern!
OP #5736462
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karadur schrieb:
> Dioden sollten passen. Frage ist aber warum sind die Dioden gestorben?

Wenn ich den Vorbesitzer richtig verstanden habe, wollte er das Netzteil 
ausbauen um die Elkos zu tauschen (steht als nächstes auf meiner Liste) 
und hat das Gerät dann bei teilweise abgelöteten Kabeln versehentlich 
eingeschaltet (soviel zum Thema "vom Strom trennen"). "No magic smoke 
escaped", wie er schildert und danach hat er es mir gegeben und hier 
steht es nun.
Ich ersetze jetzt erstmal die Dioden.

Zur Frage bzgl. GLeichrichter:
Dort messe ich 23,9V DC am Ausgang, 19,1V AC am EIngang. Eine 
Gehäusemasse sehe ich zumindest nicht, der negative Pol des 
Gleichrichters wird als Masse auf der restlichen Elektronik verwendet.
Ja, die ELkos liegen auch alle auf Gleichrichter-Minus.

PS: Nachdem die Dioden nun raus sind, wird zunächst auch nix mehr heiss 
^^

PPS: Hier gibt es den Schaltplan auch bereits digital:
https://www.google.com/url?sa=t&rct=j&q=&esrc=s&source=web&cd=3&cad=rja&uact=8&ved=2ahUKEwjei_D747vgAhUM-YUKHevBBN8QFjACegQIBBAC&url=https%3A%2F%2Fwww.vintageshifi.com%2Frepertoire-pdf%2Fpdf%2Ftelecharge.php%3Fpdf%3DPhilips-N-4415-Service-Manual.pdf&usg=AOvVaw2Q792ueBCTz5lFVirP9I6p
#5736625
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Dergute W. (derguteweka) schrieb:

>Ich wuerd's mal nicht uebertreiben. Alte Elkos koennen kaputt gehen,

Ja, sinnloses Tauschen gerade bei solch einem anspruchslosen Netzteil 
betrachte ich auch als sinnlos ;-). Konzentriere Dich (der TO) eher auf 
die beiden Dioden.

>tun's auch oft, aber halten auch oft ueber Zeitraeume, die bei modernen
>Elkos voellig illusorisch sind.

Nöö ... die in modernen Einsatzgebieten illusorisch sind. Was können die 
heutigen Elkos dafür, daß die in Schaltnetzteilen bei recht hohen 
Strömen und Temperaturen rackern müssen? Im obigen Netzteil würden die 
auch ewig halten.
#5737559
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Dergute W. (derguteweka) schrieb:

>Jens G. schrieb:
>> Im obigen Netzteil würden die
>> auch ewig halten

>Genau da hab' ich so meine Zweifel. Ist halt nur so'n Bauchgefuehl. Aber
>ich denk' mal, dass die alten Elkos deutlich grobschlaechtiger aufgebaut
>sind, mit mehr Elektrolyt, etc. Ich red' da jetzt mal von Lebensdauern
>>100000h (i.W. hunnerddausend).

Und was hat mehr Elektrolyt mit mehr Zuverlässigkeit zu tun? Aja - mehr 
Elektrolyt = mehr Reserve, da kann er länger herumsabbern, bis er 
aufgibt, während die umgebende Schaltung durch den ausgelaufene 
Elektrolyten langsam wegkeimt.
Oder wofür soll mehr Elektrolyt gut sein?
OP #5739668
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Verlauf im Abspielbetrieb bis Brummbeginn:

Start:
Primärseitig(230V) 140mA
Sekundärsetig(17,3V) 1,24A
DC Anteil 8mA Sekundärseitig

Brummbeginn:
Primärseitig(230V) 140mA
Sekundärsetig(17,9V) 1.18A
DC Anteil 8mA Sekundärseitig


Den DC Anteil Primärseitig habe ich nicht gemessen, da ich nicht an 230V 
rumdoktorn wollte.....Wenn jemand eine Idee hat, wie ich das relativ 
gefahrlos feststellen kann, ich bin ganz Ohr :)

Btw: Ich habe das Brummen auch an unterschiedlichen Orten, hoher DC 
Anteil durch defekten Solar-Wechselrichter kann man da wohl 
ausschließen...
Gast #5739861
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Das ist wohl ein temperaturabhängiger Einfluss. Wenn sich der Trafo 
langsam aufwärmt, fangen die Magnetorestriktionen an lauter zu werden. 
Mit einer Spectroid App auf dem Smartphone für das Mikrofon, müßte daher 
eine gut sichtbare Linie bei 100Hz im Wasserfalldiagramm zu finden sein. 
Verwendest Du die 220V oder 245V Einstellung?
Gast #5739951
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> -an Messpunkt D liegen 0V an

   Beseitige den Kurzschluss in dem Modul das von der D-Leitung
   versorgt wird


 > -die beiden Schutzwiderstände ...

    Sind keine Schutzwiderstände sondern kostengünstige Spannungs-
    teiler
OP #5740436
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Dieter schrieb:
> Das ist wohl ein temperaturabhängiger Einfluss. Wenn sich der Trafo
> langsam aufwärmt, fangen die Magnetorestriktionen an lauter zu werden.
> Mit einer Spectroid App auf dem Smartphone für das Mikrofon, müßte daher
> eine gut sichtbare Linie bei 100Hz im Wasserfalldiagramm zu finden sein.
> Verwendest Du die 220V oder 245V Einstellung?

Ich verwende die 220V Einstellung.
Habe mich da an der Differenz zu 230V orientiert, die ist bei dieser 
Einstellung am kleinsten. Allerdings sind dann natürlich die 
Messspannungen auch höher...
Sollte ich mal auf die 245V EInstellung wechseln?
OP #5741762
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Dieter schrieb:
> Ich würde es wenigstens einmal versuchen. Wenn es wieder brummt, aber
> die Zeit bis zum Brummen länger dauert, wäre das ein Indiz für eine
> solche Vermutung.

Es hat ganz den Anschein.
Nachdem ich jetzt auf 240V (wie ich zuvor auf 245V kam, ist mir 
rätselhaft) umgestellt habe, hat es deutlich(!) länger gedauert bis zum 
Brummen.

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