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Forum: Fahrzeugelektronik elektronischer Umschalter 100V


Autor: Ralf Z. (zweisonnen)
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Hallo zusammen,

leider habe ich nicht so die Riesen Ahnung von Elektronik, konnte aber 
bisher alle meine Kleinprojekte mit AVR/Arduino und Co realisieren durch 
koreanischen Nachbauerstil ;) , hatte im Modellbaubereich bisher gut 
geklappt.

Ich möchte bei meinem Roller meinen zweiten Akku gleichzeitig mit dem 
Original Akku betreiben:
Original: 60V 20Ah,
Nachbau: 60V 49.3Ah, Lipos. Max Entladestrom 80A möglich
der Motor, der damit betrieben wird ist ein 2000W Bosch Motor.

Gibt es einen Kippschalter (oder irgendwas, hauptsache Umschalten), der 
die Stromstärke verträgt?

Oder ist es doch sinnvoller, wie im Betreff, einen elektronischen 
Umschalter zu basteln? Wenn ja.... hier brauch ich natürlich Eure Hilfe 
zwecks Schaltplan und Bauteile, den manuellen Schalter kann ich 
vermutlich direkt mit den Kabeln verbinden.

Gruss
Ralf

Autor: Michael B. (laberkopp)
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Nun, 60V DC liegen über der Gleichstromtrennspannung von 30V die für die 
meisten Kontaktsätze das Limit darstellt.
Für Wechselspannung sind höhere Spannungen kein Problem.
Da man aber ungern die dicken Kabel bis zur Stelle führt an der man den 
Knopf montieren will, sind Relais sowieso nütze: Halten die Kabel kurz 
und erlauben den Schalter ergonomisch zu platzieren
Da du nicht in Betrieb bei fliessendem Strom umschalten wirst, sondern 
bei stehendem Motor, ist das Problem mit dem Trennen der Kontakte 
sowieso weniger wichtig,, Funkenbildung ist nicht das Problem. Es reicht 
also ein Relais welches nur die nötige Spannung isolieren kann, und 
davon gibt es einige:

https://sites.google.com/a/e.hdmisplitter.ga/a483/11-VAC-8-A-SPDT-x-132586239047

Witzigerweise ist die Konstruktion mit MOSFETs viel kleiner und könnte 
sogar in Betrieb trennen, ABER ein MOSFET lässt rüclwärts den Strom 
fliessen, die abgetrennte Batterie könnte also rückwärts geladen werden, 
was man vermeiden muss mit 2 Antiseriell geschalteten MOSFETs pro Akku 
(oder je einer zusätzlichen Diode).
Akku1 ------+
            |           
NDPL100N10B I|--+--+--o--o--+ +
           S|   |  R   :   9V
            +---)--+--------+ -
           S|   |      :
NDPL100N10B I|--+      :
            |          :
            +--------------------- Motor
            |          :/
NDPL100N10B I|--+--+--o/ o--+ +
           S|   |  R        9V
            +---)--+--------+ -
           S|   |
NDPL100N10B I|--+
            |
Akku2 ------+
Mit geeigneten Bauteilaufwand durch Pegelwandlung käme man auch ohne die 
2 Hilfsspannungen von 9V aus und mit nur 1 Kontakt.

: Bearbeitet durch User
Autor: Ralf Z. (zweisonnen)
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Super,
danke schön, das liest sich gut. Da ich eh einen Step Down Wandler 
benutze, um ein wenig Elektronik anzusteuern, kann ich da auch 9V 
anlegen.

Sind das 4 Relais? oder nur jeweils die Anschlußpins?

Autor: Jens M. (schuchkleisser)
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Das sind 4 Mosfets, die mit 2 getrennten Kontakten und 2 getrennten 
9V-Batterien angesteuert werden.
Das "getrennt" ist wchtig, sonst rauchts. Isolierte Spannungswandler 
gehen auch.

Autor: Christoph db1uq K. (christoph_kessler)
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In einem THW-Fahrzeug haben wir vor vielen Jahren einen "NATO-Knochen" 
dafür benutzt. Der Ausdruck war mir zuvor nicht bekannt, scheint aber 
immer noch als Suchbegriff tauglich.

Autor: Harald W. (wilhelms)
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Christoph db1uq K. schrieb:

> In einem THW-Fahrzeug haben wir vor vielen Jahren einen "NATO-Knochen"
> dafür benutzt.

Das ist aber nur der Schlüssel, nicht der Schalter. Und ob diese
einfachen Schalter 60V schalten kännen, wage ich zu bezweifeln.

Autor: Erich (Gast)
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Der hier hat bereits Umschaltkontakte und sieht nicht schlecht aus, hat 
auch gute Bewertungen.

https://www.amazon.de/1-2-BOTH-OFF-Batterie-Trennschalter-Schalter-Caravan-Fahrzeuge/dp/B074LZTKWV/ref=cm_cr_arp_d_pdt_img_top?ie=UTF8

Gruss

Autor: Harald W. (wilhelms)
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Erich schrieb:
> Der hier hat bereits Umschaltkontakte und sieht nicht schlecht aus, hat
> auch gute Bewertungen.
>
> 
https://www.amazon.de/1-2-BOTH-OFF-Batterie-Trennschalter-Schalter-Caravan-Fahrzeuge/dp/B074LZTKWV/ref=cm_cr_arp_d_pdt_img_top?ie=UTF8

Der kann auch nur 48V!

Autor: Erich (Gast)
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Harald W. schrieb:
> Der kann auch nur 48V!

Mein Gott Harald W. (wilhelms)

Dann nimmste eben einen der aus demselben Fabrik in China kommt und bei 
dem der Verkäufer "60 Volt" rangeschrieben hat!
https://www.amazon.de/dp/B07GVGT4PH/ref=sspa_dk_detail_1

Und demnächst kommt einer, der sagt "aber meine Batterie kann auch mal 
61 Volt haben".
Oder 70V (5x14) oder 70,0001 Volt.

Dann kannste dich wieder aufregen, mein Harald W. (wilhelms).

Mit dann !!!

Gruss

Autor: Harald W. (wilhelms)
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Erich schrieb:

> Dann nimmste eben einen der aus demselben Fabrik in China kommt und bei
> dem der Verkäufer "60 Volt" rangeschrieben hat!

Wenn man keine Ahnung hat, sollte man einfach mal...
Es gibt eine harte Grenze von 30V, oberhalb der man bei Schaltern
mit Lichtbögen beim Ausschalten rechnen muss. Hat man keine Vor-
kehrungen zum Löschen des Lichtbogens getroffen, wird der Schalter
schon beim ersten Ausschalten zerstört!

Autor: Erich (Gast)
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Üblicherweise schaltet man mit dem o.g. Batterie-Umschalter zwei 
Batterien um während das Fahrzeug steht bzw. ausgeschaltet ist.

Kein Stromfluss, kein Lichtbogen, kein Problem.

Ausser man ist der Gott Harald W. (wilhelms)


Gruss

Autor: Harald W. (wilhelms)
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Erich schrieb:

> Üblicherweise schaltet man mit dem o.g. Batterie-Umschalter zwei
> Batterien um während das Fahrzeug steht bzw. ausgeschaltet ist.

Und unüblicherweise vegisst das irgenwer mal.
Ich würde für obiges Problem einfach einen
Stecker und zwei Buchsen nehmen.

Autor: Ralf Z. (zweisonnen)
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Ok,
wenn ich das richtig verstanden habe, siehe angehängtes Bild.
Ist der zweite Mosfeht dafür da, das keine Spannung zurückfliest? Hab 
ich das richtig verstanden?

Autor: Jens M. (schuchkleisser)
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Ja.
Aber von G nach S muss jeweils noch ein Widerstand von ein paar k, damit 
die Transistoren definiert zu sind wenn der Schalter offen ist.
Sonst ist bei der kleinsten Elektrostatik ein bumm zu hören. Also wenn 
man das nur anschaut.
Oben im Plan mit 'R' markiert. 10 - 47k sollten es tun.

: Bearbeitet durch User
Autor: Ralf Z. (zweisonnen)
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Jens M. schrieb:
> Ja.
> Aber von G nach S muss jeweils noch ein Widerstand von ein paar k, damit
> die Transistoren definiert zu sind wenn der Schalter offen ist.
> Sonst ist bei der kleinsten Elektrostatik ein bumm zu hören. Also wenn
> man das nur anschaut.
> Oben im Plan mit 'R' markiert. 10 - 47k sollten es tun.

oh, das hab ich doch glatt übersehen, danke.

Wo bekomme ich denn diesen Power Mosfet her?
Habe bei Mouser Electronics das Teil gesehen, aber nur einer an Lager.
Aliexpress wirft mir auch nichts aus.
Gibt es evtl. eine Ersatzteil dafür?

... ok, wenn ich nach einem 80A 100V Mosfet schaue...
wäre der STP60NF10, oder IPP086N10N3 G ,oder STP80NF10... worauf muss 
ich achten, ausser auf dei Strom/Spannungswerte?

: Bearbeitet durch User
Autor: qwerzuiopü+ (Gast)
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Ralf Z. schrieb:
> Wo bekomme ich denn diesen Power Mosfet her?

Den würde ich sowieso nicht nehmen, der ist etwas unterdimensioniert. Da 
brauch man schon einen recht fetten Kühlkörper für (8W pro Transistor im 
Dauerbetrieb ca.)

IRFP4468PBF wäre eine Option, da reicht dann vermutlich schon ein sehr 
kleiner Kühlkörper (Leider nicht wirklich billig).
TK2R9E10PL,S1X wäre deutlich günstiger und nicht viel schlechter (Ca. 3W 
bei 33A). Da reicht pro MOSFET dann ein Kühlkörper mit schätzomativ 
10K/W oder weniger.

Autor: Bernd K. (bmk)
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