Hallo,
nach ersten Druckversuchen habe ich mir jetzt ein paar
verschiedenfarbige Rollen PLA-Filament gekauft. Die wurden in Folie
eingeschweißt und mit Trockenmittel geliefert.
Bei Wikipedia steht, PLA sei hydrophob. Zieht das Filmanent also doch
kein Wasser aus der Umgebungsluft an?
So eine Rolle ich ja nicht gleich aufgebraucht, muss ich die jetzt bei
längerer Lagerung auch irgendwie einschweißen und Trockenmittel dazu
packen?
Wäre dankbar für Hinweise und Erfahrungen.
Gruß
Fabian
Zip-Gefrierbeutel und Silicagel rein.
Btw: Kann man PLA eigentlich "tempern", sprich ungünstig gelagerte
Rollen vir Verwendung trocknen? Z.B. bei 50°C im Backofen.
Ernstl schrieb:> Btw: Kann man PLA eigentlich "tempern", sprich ungünstig gelagerte> Rollen vir Verwendung trocknen? Z.B. bei 50°C im Backofen.
Unterhalb der Glastemperatur bleiben, je nach Filamentsorte. Ein/zwei
Stunden in warmer Luft und es ist wieder ausreichend trocken, zum
Beispiel kann man das Dörrgerät nehmen/umbauen das man sonst für das
Trocknen seiner Chili-Schoten benutzt.
Von PETG weiß ich daß auch eine klatschnasses Filamentrolle schon allein
durch ein paar Wochen Lagerung im Zip-Beutel mit 200g frischem Silicagel
vollkommen austrocknet.
Bei anderen Sorten (Nylon wäre auch so ein empfindlicher Kandidat)
konnte ich das allerdings noch nicht testen (mach ich aber irgendwann
mal).
Ich hab ein paar hemdsärmelige gravimetrische Messungen mit PETG gemacht
und nach etwa einer Woche in feuchter Luft hat es Gleichgewicht mit der
Umgebung erlangt, ich habe 0.7% Gewichtszunahme bei 100% relative
Luftfeuchte gemessen nach einer Woche, 0.4% schon nach nur einem Tag.
Trocknen in <5% relativer Feuchte bei Zimmertemperatur erfolgte in
weniger als zwei Tagen!
Also zieht PLA doch Wasser an, obwohl es hydrophob ist?
Dann schaue ich mal nach diesem Trocknungsmittel.
Hoffe, das funktioniert auch noch, nachdem die Rollen 14 Tage offen
lagen...
Zumindest in den meisten Gegenden Deutschlands bei normaler
Luftfeuchtigkeit sollte das Feuchteproblem bei PLA eher hinfällig sein,
wichtig wärs bei ABS und Nylon.
Ich nutze jetzt schon zeit einem Jahr die gleiche Rolle und hab null
Probleme mit Feuchtigkeit die Rolle hängt ständig drausen am Drucker hab
die von Amazon gekauft nur zu empfehlen : https://amzn.to/2GQCzH8
Muss dazu sagen ich Drucke vieleicht einmal im Monat ein Gehäuse auch
nur mit 0.2mm Layer also nicht der Power user
Das erste Anzeichen das man bemerkt ist wenn es einem so vorkommt als
würde die Retraction überhaupt nichts mehr bewirken und es Fäden zieht
wie ein schweizer Käsefondue und bei allen Travelbewegungen Filament aus
der Düse sifft und Du es nicht abstellen kannst, egal wie viel Retract
oder wie schnell Du die Travelmoves machst.
Dann machst Du mal zum Spaß mal einen Retraction-Testprint und stellst
fest daß es überhaupt keinen Unterschied mehr macht ob deaktiviert oder
1mm oder 5mm, nicht den geringsten Unterschied, alles sieht gleich
schlecht aus.
Dann legst Du die Rolle 1 Stunde in den Umluft-Ofen (Temperatur
beachten!) und versuchst die obigen Testprints nochmal. Unterschied wie
Tag und Nacht. Dies wird der Tag sei an dem Du beschließt Zip-Beutel und
nen Sack voll Silicagel zu kaufen.
Pla ist relativ zahm was Feuchtigkeit angeht. Würde ich mir ausserhalb
der Sauna keine Sorgen machen.
PETG und Abs sind da etwas schwieriger und hydrolysieren wenn man die zu
feucht druckt (mechanische Stabilität geht in den Keller).
Ganz widerlich sind wohl pva und nylon (hatte ich noch nicht selbst).
Die ziehen wohl teilweise während längerer Druckvorgänge genug Wasser um
problematisch zu sein.
Röhry schrieb im Beitrag #5753022:
> Wieso darf man Umweltverschmutzung hier nicht erwähnen?
Weil der OP nach sachgerechter Lagerung von PLA-Filament gefragt hat und
nicht nach irgendwelchen Umweltaspekten von irgendwas ganz anderem.
Röhry schrieb im Beitrag #5753030:
> Sachgerechte Lagerung heißt, das Zeug erst nicht zu erwerben!
Es wäre Ökologischer du würdest auf Digitaltechnik und Internet
verzichten. Du kannst noch heute damit anfangen! Und es wird dir nicht
nur die Umwelt danken.
Röhry schrieb im Beitrag #5753022:
> Alle Plastik Bauteile sind so etwas von überflüssig und werden nicht> receicelt.
Röhry schrieb im Beitrag #5753030:
> Sachgerechte Lagerung heißt, das Zeug erst nicht zu erwerben!
Vielleicht solltest Du erstmal rausfinden, warum PLA auch Bio-Kunststoff
genannt wird und 100% abbaubar ist, bevor Du Unsinn schreibst und Dich
auslachen lassen musst.
Cyblord -. schrieb:> Röhry schrieb im Beitrag #5753030:>> Sachgerechte Lagerung heißt, das Zeug erst nicht zu erwerben!>> Es wäre Ökologischer du würdest auf Digitaltechnik und Internet> verzichten. Du kannst noch heute damit anfangen! Und es wird dir nicht> nur die Umwelt danken.
Oder wie Peter Lustig es immer sagte: "Abschalten!"
zu den PLA-Boxen:
Hier tut es eine größere Box von Curver für alle Filamente mit
Gummidichtung im Deckel und 500 Silikagel (gesammelte Werke :-) in einem
Baumwollsäckchen.
Hat keine 10 Euro gekostet.
Chris D. schrieb:> 500 Silikagel (gesammelte Werke :-)
Wieviel Gramm ist 1 Silikagel? Die Einheit kenn ich nicht!
> (gesammelte Werke :-)
Hoffentlich das halbnasse gebrauchte Silikagel vorher ordentlich bei
120°C ein paar Stunden aufgebacken um es wieder frisch zu machen? Denn
wenn Du einen Blick auf das Isotherm von Kieselgel wirfst siehst Du daß
die nicht besonders steil ist und daß bereits auch nur teilweise
gebrauchtes Kieselgel bereits keine richtig trockene Luft mehr machen
kann, es gibt sogar wieder Wasser an die Luft ab wenn die Luft trocker
ist als der momentane Wassergehalt des Gels es verlangt!
Idealerweise willst Du Trockenmittel die links möglichst steil
ansteigen, mit denen kann man auch bei Teilsättigung immer noch schön
trocken halten. Oder ersatzweise welche aus denen man wirklich jedes
Quentchen Wasser rausgequetscht hat so daß man noch möglichst weit im
linken Teil der Kurve liegt, dann muss man aber relativ früh wieder
aufbacken und kann bei weitem nicht seine volle Kapazität ausschöpfen!
Also nicht erst auswechseln wenn es schon nahe am Ende der Kapazität ist
denn dann war es schon lange vorher reativ nutzlos.
Bernd K. schrieb:> Chris D. schrieb:>> 500 Silikagel (gesammelte Werke :-)>> Wieviel Gramm ist 1 Silikagel? Die Einheit kenn ich nicht!
Es dürfte sich kaum um Milligramm und auch nicht um Kilogramm handeln.
Das Einsetzen der wahrscheinlichsten Einheit überlasse ich Dir als Übung
:-)
>> (gesammelte Werke :-)>> Hoffentlich das halbnasse gebrauchte Silikagel vorher ordentlich bei> 120°C ein paar Stunden aufgebacken um es wieder frisch zu machen?
Das ist selbstverständlich. Davon abgesehen war das Gel aber sowieso
noch sehr trocken, da der Farbindikator noch nicht ansprach.
> wenn Du einen Blick auf das Isotherm von Kieselgel wirfst siehst Du daß> die nicht besonders steil ist und daß bereits auch nur teilweise> gebrauchtes Kieselgel bereits keine richtig trockene Luft mehr machen> kann, es gibt sogar wieder Wasser an die Luft ab wenn die Luft trocker> ist als der momentane Wassergehalt des Gels es verlangt!
Daher besitzt das Gel üblicherweise einen Farbindikator, so dass das
auch der Laie problemlos erkennt.
Chris D. schrieb:> Daher besitzt das Gel üblicherweise einen Farbindikator, so dass das> auch der Laie problemlos erkennt.
Ja, wenn der anschlägt ist es schon zu feucht wenn Du mal einen Blick in
den angefügten Plot werfen magst. Dann bist Du schon lange bei 30% oder
mehr relativer Feuchte. Du willst kleiner 5% bleiben, das unterste linke
Zipfelchen in der Kurve wenns wirklich was bringen soll und da schlägt
der Indikator noch kein bisschen um.
Synthetische Zeolithe (Molekularsieb) haben da bessere Eigenschaften,
die saugen den Großteil ihrer Kapazität bereits bei niedriger
Luftfeuchte wie man schön erkennen kann in dem Plot den ich gepostet
habe.
Gebrannter Kalk ist auch nicht von schlechten Eltern in der Hinsicht.
Allerdings wesentlich langsamer.
mein angebrochenes Filament lagert offen im selben schrank wie mein
drucker
ohne zusätzliches Trocknungsmittel, dadurch das der Schrank eh alle paar
Tage für ein paar Stunden aufgeheizt und die Luft umgewälzt wird sollte
das PLA auch immer einen guten Feuchtewert haben
Bernd K. schrieb:> Gebrannter Kalk ist auch nicht von schlechten Eltern in der Hinsicht.
Aber nichts, was ich in meinem Labor haben möchte.
Dank HTU21 oder BME280 kann man das heute ja wunderbar selbst
überwachen.
Bernd K. schrieb:> Synthetische Zeolithe (Molekularsieb) haben da bessere Eigenschaften,
Was wäre denn für "unsere" Anwendung geeignet? Dies hier?:
eBay-Artikelnummer: 131758900837
Kann man das auch mit Hausmitteln wieder trocken machen oder muss es
wieder auf 900°C hochgeheizt werden?
Walta S. schrieb:> Ist Katzenstreu nicht so was ähnliches wie dieses Trockenmittel? Wäre> leicht erhältlich und billig.
Katzenstreu ist nicht als Trockenmittel konzipiert und vorgesehen.
Wahrscheinlich minderwertigstes Zeug und hat noch weniger Kapazität bei
niedrigen Feuchtigkeiten als gutes Kieselgel, brauchst wahrscheinlich
die doppelte Menge für den gleichen Effekt.
Ne Rolle Filament kostet zweistellig und ist das teuerste
Verbrauchsmaterial beim Drucken, das nötige Trockenmittel für eine Rolle
kostet einen Bruchteil davon und kann unbegrenzt wiederverwendet werden,
warum also bei wichtigen Sachen die einem helfen teure Fehldrucke zu
vermeiden plötzlich wegen ein paar Cent rumgeizen und neue Unbekannte in
die Gleichung einbringen? Das ergibt keinen Sinn!
Dennis K. schrieb:> Was wäre denn für "unsere" Anwendung geeignet? Dies hier?:> eBay-Artikelnummer: 131758900837
Ich habs noch nicht selber ausprobiert. Hab mal irgendwo einen Bericht
gesehen wo bei einem Testkauf und anschließender Analyse festgestellt
wurde daß das chinesische Zeug zwar prinzipiell funktioniert aber bei
weitem nicht dem entspricht was man für mehrfaches Geld im Laborhandel
bekommt.
> Kann man das auch mit Hausmitteln wieder trocken machen oder muss es> wieder auf 900°C hochgeheizt werden?
Nicht ganz so heiß aber ich müsste mangels präzisem Gedächtnis jetzt
selber googeln.
c.m. schrieb:> zusammen mit einem Hygrometer. Die rel LF blieb bei 30%.
Das hat nichts zu sagen. Vergiss die digitalen Hygrometer, ich hab zum
Beispiel eins das war sogar gar nicht mal so billig (hab ich mal beim
Obi gekauft als es mich in der Warteschlange vor der Kasse angelacht
hat) aber das weigert sich tiefer als 29% zu gehen, das bleibt da
einfach am virtuellen "Anschlag" hängen. 75% und 100% sind halbwegs
kalibriert (bei 75% zeigt es 72% an, bei 100% zeigt es 98%) aber 29% ist
untere Grenze.
Auch die ganzen Leute in den 3d-Druck-Foren und auf Youtube die immer
stolz ihre selbstgebauten Dryboxen vorführen mit den billigen
chinesischen Hygrometern vom Aliexpress, die sind allesamt untauglich,
die hängen alle am unteren Anschlag bei 15%.
Es gibt aber keinen Grund sich mit 15% zufrieden zu geben, man kann
locker unter 5% kommen, nur muss man sich dann von diesen billigen
Digitalhygrometern verabschieden, die sind rausgeschmissenes Geld.
Ich steck im Augenblick in jeden meiner Zip-Beutel eins von den 5%
Indikatorkärtchen mit rein die bei jeder Mouser-Lieferung dabei sind.
Der 5%-Punkt wird solide blau. Der Farbumschlag ist deutlich zu
erkennen.
Horst schrieb:> Vielleicht solltest Du erstmal rausfinden, warum PLA auch Bio-Kunststoff> genannt wird und 100% abbaubar ist, bevor Du Unsinn schreibst und Dich> auslachen lassen musst.
Vielleicht solltest du dich mal etwas genauer damit beschäftigen und
nicht nur oberflächlich die Schlagwörter interpretieren.
Dann wirst du sehen das einige dieser "Bio-Kunststoffe" u.U. nicht
unproblematisch ist.
Karl schrieb:> Horst schrieb:>> Vielleicht solltest Du erstmal rausfinden, warum PLA auch Bio-Kunststoff>> genannt wird und 100% abbaubar ist, bevor Du Unsinn schreibst und Dich>> auslachen lassen musst.>> Vielleicht solltest du dich mal etwas genauer damit beschäftigen und> nicht nur oberflächlich die Schlagwörter interpretieren.
Du meinst weil die Industrie eine komplett andere Vorstellung davon hat
was "biologisch abbaubar" bedeutet als der Konsument?
Nee, das wäre zu einfach.
Und dann werfe ich mal noch ein Schlagwort aus dem Buzzword-Bingo in den
Topf: Lebensmittelecht
Zum Thema, nach 1 1/2 Jahren Erfahrung mit 3D Druck erscheint mir PLA
komplett unkritisch zu sein was Wasser-Aufnahme angeht.
Ich lagere zwar auch meine ganzen angefangenen Rollen in einer
Luftdichten Kiste und werfe da die ganzen Drypacks rein die mit
irgendwelchen Lieferungen mitkommen, kann aber keinen Unterschied zu den
Rollen feststellen die teilweise über Wochen hinweg einfach so am
Drucker hängen.
Karl schrieb:> Vielleicht solltest du dich mal etwas genauer damit beschäftigen und> nicht nur oberflächlich die Schlagwörter interpretieren.>> Dann wirst du sehen das einige dieser "Bio-Kunststoffe" u.U. nicht> unproblematisch ist.
... und gleich zurück an den Absender (Karl) damit:
Hier geht es ja ausschließlich um PLA-Filament (siehe Threadtitel).
Wie wäre es daher, uns an Deiner Weisheit partizipieren zu lassen und
uns konkret, sachlich, nachvollziehbar und mit Quellenangaben versehen
darzulegen, inwiefern und unter welchen Umständen PLA-Filament "u.U.
nicht unproblematisch ist" - statt einfach einen Pauschalplatz ins Forum
zu rotzen, verbunden mit der Aufforderung "Google's doch selbst!".
Das ist weder produktiv, hilfreich für Irgendjemanden - und wirft auch
kein besonders positives Licht auf dich - auch wenn es dir für einen
kurzen Moment nach Betätigen des "Senden"-Knopfes hilft, dich besser zu
fühlen.
Danke.
Also ich hab das "Problem" dass ich regelmäßig das Silica Zeugs trocknen
darf. Zumindest das aus der PETG/TPU Kiste.
Meine bisherige Erfahrung hat gezeigt das sich das PLA bezüglich
Feuchtigkeit nicht zickig verhält. In der PLA Kiste hab ich momentan
(lt. BME280) ~35% rF bei einer Raumfeuchte von ~60% - 70% und 10°C im
Durchschnitt über den den Tag. Es ist halt kein direkt beheizter Raum,
und dann auch noch im Nebengebäude.
In der PLA Kiste hatte ich auch schon 45-50% und das Zeug war noch
einwandfrei zu drucken. Bei dem PETG merkt man ab 35-40% die ersten
Bläschen beim extrudieren und es stringt gefühlt mehr. TPU scheint total
zickig zu sein. Das verarbeite ich nicht oft, sodass ich nur 50g Samples
bestelle und diese vor dem Druck bei 70°C im Ofen für ne Stunde ziehen
lasse.
Das Silicagel hab ich ohne Farbindikator gekauft und in Säckchen
gefüllt, jeweils 200g Brutto. Dann habe ich in jeder Box 2 Säckchen.
Also 400g Silicagel für ca. 50L Volumen.
Ich beobachte die Feuchtewerte per BME280[1] und wenn es mir zu hoch
erscheint kann ich die Säckchen wiegen/austauschen. Meiner Erfahrung
nach muss ich bei erreichen eines Bruttogewichts von 220-230g das
Silicagel "Backen", wobei gerade bei der PETG/TPU Kiste muss das aber
viel früher passieren.
Daher würde mich interessieren wie man das Molekularsieb regenerieren
kann.
Dann könnte ich die Wechselintervalle möglicherweise strecken.
Aber wenn man zum Regenerieren Temperaturen >250° braucht kann ich das
vergessen :-)
[1]: Ich habe die BME 280 momentan als "Referenz" und zeitgleich noch
DHT22 und SI7021 als Testobjekte in den Kisten liegen. Die DHT Teile
driften mit der Zeit nach unten und zeigen irgendwann (2-3Wochen) 25% rF
weniger als die beiden anderen. Zwischen BME und SI7021 habe ich einen
konstanten Offset von 4-5% in beiden Kisten, und denke das ist völlig in
Orgnung. Wie genau die wirklich sind kann ich mangels passender
Kalibrierlösung im Bereich 15-30% rF nicht beantworten.
Deshalb nagelt mich nicht an den Feuchtewerten fest :-)
Bernd K. schrieb:> c.m. schrieb:>> zusammen mit einem Hygrometer. Die rel LF blieb bei 30%.>> Das hat nichts zu sagen. Vergiss die digitalen Hygrometer, ich hab zum> Beispiel eins das war sogar gar nicht mal so billig (hab ich mal beim> Obi gekauft als es mich in der Warteschlange vor der Kasse angelacht> hat) aber das weigert sich tiefer als 29% zu gehen, das bleibt da> einfach am virtuellen "Anschlag" hängen. 75% und 100% sind halbwegs> kalibriert (bei 75% zeigt es 72% an, bei 100% zeigt es 98%) aber 29% ist> untere Grenze.
Zusammen mit dem oragngenen Silica Gel ging das Hygrometer runter auf
5%RL, das ist der tiefste Wert den es anzeigen kann.
Dennis K. schrieb:> Also ich hab das "Problem" dass ich regelmäßig das Silica Zeugs trocknen> darf. Zumindest das aus der PETG/TPU Kiste.> Meine bisherige Erfahrung hat gezeigt das sich das PLA bezüglich> Feuchtigkeit nicht zickig verhält. In der PLA Kiste hab ich momentan> (lt. BME280) ~35% rF
Deine Kiste ist wahrscheinlich undicht. Auch die winzigste Undichtigkeit
reicht schon daß die Kiste jeden Tag literweise Luft rein und raus
atmet bei jeder kleinen Temperaturschwankung oder Wetteränderung. Da
macht es dann keinen Unterschied mehr ob sie ein riesen Loch im Deckel
hat oder nur nur einen winzigen Spalt. Entweder ist der Behälter
luftdicht oder er ist es nicht.
Deshalb lagere ich meins in Beuteln, die sind auf jeden Fall dicht und
ich komme locker unter 5 Prozent! In der Umgebung trocknet selbst
ehemals feuchtes PETG nach nur einer Woche vollständig aus! Das wird
zwar oft abgestritten aber das liegt nur daran daß diejenigen die das
abstreiten alle undichte Kisten haben, womöglich gar noch mit
absichtlichen Löchern drin um gleich aus der Kiste zu drucken,
untaugliche Kisten also in denen die Luft niemals richtig trocken werden
kann!
Die Beutel-Lösung skaliert auch besser, die Beutel kosten erheblich
weniger als die Kisten und brauchen nur so viel Platz wie die Rollen
selbst, ich kann in dieser Ecke des Regals noch 3 unterbringen und in
jener Ecke noch 5 Rollen übereinander stapeln, ich kann mal eben eine
Rolle entnehmen ohne die Luft für 5 andere Rollen zu kontaminieren und
wenn ich eine einzige Rolle mehr habe als in die vorhandenen Kisten
passt brauch ich nicht gleich wieder eine weitere riesige unförmige
Kiste zu kaufen.
> Hier geht es ja ausschließlich um PLA-Filament (siehe Threadtitel).> Wie wäre es daher, uns an Deiner Weisheit partizipieren zu lassen und> uns konkret, sachlich, nachvollziehbar und mit Quellenangaben versehen> darzulegen, inwiefern und unter welchen Umständen PLA-Filament "u.U.> nicht unproblematisch ist" - statt einfach einen Pauschalplatz ins Forum> zu rotzen, verbunden mit der Aufforderung "Google's doch selbst!".>> Das ist weder produktiv, hilfreich für Irgendjemanden - und wirft auch> kein besonders positives Licht auf dich - auch wenn es dir für einen> kurzen Moment nach Betätigen des "Senden"-Knopfes hilft, dich besser zu> fühlen.>> Danke.
Ich zitiere es mal:
PLA ist nach EN 13432 biologisch abbaubar, allerdings sind hierfür
bestimmte Umweltbedingungen nötig, die in der Regel nur in industriellen
Kompostieranlagen zu finden sind. Bei Raumtemperatur und normalen
Umgebungsbedingungen ist PLA unbegrenzt stabil [3]. Darüber hinaus ist
die biologische Abbaubarkeit stark von der chemischen Zusammensetzung
sowie den Einsatz eventueller Copolymere abhängig.
Und rotze noch ne webadresse hin
http://www.kunststoffe.de/themen/basics/biokunststoffe/biobasierte-kunststoffe/artikel/polylactid-pla-2822577.html
Da PLA lediglich ein Oberbegriff ist kann man pauschale Aussagen dazu
nur bedingt treffen.
Wer von Euch Zip-Tüten einsetzt: Wie lange hält das Trockenmittel darin?
Kunstoff lässt ja u.a. Wasserdampf durch. PE (Beutel) mehr als PP
(Gefrierdosen): http://www.polyprint.com/flexographic-wvtr.htm
Da die Zip-Tüten aus viel dünnerem PE bestehen als die PP-Dosen, würde
ich erwarten dass sie ein Vielfaches an Wasserdampf durchlassen. Wie
viel, habe ich aber noch nicht ausgerechnet.
Ich habe meine Filamente entweder in Dosen (Emsa Superline 4l) oder in
Tüten aus Barrierefolie (mit Alufolienkern - dampfdicht). Ob das nötig
wäre oder ob die PE-Tüten es auch getan hätten, weiss ich nicht. In
jeder Tüte/Dose habe ich ca. 200 g Silikagel und einen analogen (keine
Batterie!) Hygrometer drin.
Noch ein Tip an die "ich werfe jede Silikagel-Tüte aus Verpackungen in
die Box" - vergesst das, Silikagel ist an der Luft in kürzester Zeit
gesättigt.
Das funktioniert gut, in meiner PETG-Dose zeigt es grade 10% an. Wenn es
gegen 30% geht, wird das Silikagel (mit orangem Indikator, wäre
eigentlich nicht nötig gewesen) im Backofen regeneriert.
Martin schrieb:> Das funktioniert gut, in meiner PETG-Dose zeigt es grade 10% an. Wenn es> gegen 30% geht
Halt ich für zu spät.
Druck mal diesen: https://www.thingiverse.com/thing:2219103 (geht sehr
schnell) einmal mit 30% feuchtem PETG und einmal mit möglichst trockenem
PETG (am besten aus dem Ofen). Versuch jeweils die beste Retraction zu
ermitteln (und auch einmal ganz ohne) und vergleiche.
Danke für den Tip, ich werde es im Auge behalten. PETG drucke ich nicht
so häufig; nur, wenn ich die mechanischen Eigenschaften brauche, sonst
PLA. Die PETG-Dose war glaube ich immer bei 10%.
Ich hab mir jetzt eine 100er Packung von diesen Trockenbeutelchen
bestellt und einen analogen Hygrometer. Die Dinger gibts in der 1,50
Klasse und sind gemacht für Zigarrenschachteln - brauchen keine
Batterie.
Bei welcher Temperatur trocknet man diese Beutel bzw. die Filament
Rollen? Etwas über 100 Grad sollte reichen, oder?
Walta
Walta S. schrieb:> Bei welcher Temperatur trocknet man diese Beutel
120°C scheint ideal zu sein. Das ist einerseits die Temperatur bei der
Kieselgel so gut wie kein Wasser mehr halten kann und andererseits die
Temperatur bei der der eventuell vorhandene Farbindikator gerade noch
nicht zerstört wird.
Allerdings weiß ich nicht aus welchem Material die Beutel selbst
bestehen! Ich hätte mir an Deiner Stelle lieber loses Kieselgel
bestellt, das ist auch preiswerter.
> bzw. die Filament> Rollen? Etwas über 100 Grad sollte reichen, oder?
Filamentrollen immer gut unterhalb der Glastemperatur. PLA würd ich also
nicht höher als 50°C gehen sonst kannst Du die Rolle hinterher
wegschmeißen.
Dieses schreibt ein Chemikalienhändler dazu:
Kieselgel kann innerhalb von 3 Stunden bei ca. 140°C im Trockenschrank
oder Backofen regeneriert werden. Nach der Regeneration hat ein
Farbwechsel von grün zu orange stattgefunden und das Produkt ist wieder
voll einsatzfähig.
Welche Toppits-Beutel sind denn aureichend für die typischen 1kg PLA
Spindeln?
Oben steht was von 8l, aber das scheint mir massiv überdimensioniert.
Hat jemand Erfahrung mit den versch. Größen?
Mal eine Variante, mit der ich SCHLECHTE Erfahrung gemacht habe:
Bei Lidl kann man 3l Gefrierbeutel mit Zipverschluss kaufen. Da passt
eine 1kg Rolle zwar gerade so eben rein, aber ...
nach einer Woche war das Orangegel trotzdem wieder grün. Ob der
Verschluss nicht dicht ist oder das Wasser durch die Folie diffundiert
... mir doch egal.
Fail.
Nimm was besseres!
Wurstrakete schrieb:> Welche Toppits-Beutel sind denn aureichend für die typischen 1kg PLA> Spindeln?> Oben steht was von 8l, aber das scheint mir massiv überdimensioniert.
Toppits 8 Liter, 1kg Spule passt gerade so rein.
Röhry schrieb:> Wir haben professionell Silicagel blau benutzt.
Hoffentlich mit den passenden Arbeitsschutzmaßnahmen.
Das dort noch oft als Indikator verwendete Cobalt(II)-chlorid
(blau=trocken, blassrosa=feucht) ist seit fast 20 Jahren als
krebserzeugend und fruchtschädigend eingestuft (Gefahrstoffkennzeichnung
mit H-Satz 350i „Kann bei Einatmen Krebs erzeugen“ und Piktogramm GHS08
„Gesundheitsgefahr“)
http://gestis.itrust.de/nxt/gateway.dll/gestis_de/002590.xml?f=templates$fn=default-doc.htm$3.0
Wolfgang schrieb:> Das dort noch oft als Indikator verwendete Cobalt(II)-chlorid> (blau=trocken, blassrosa=feucht) ist seit fast 20 Jahren als> krebserzeugend und fruchtschädigend eingestuft
Das Orange ist auch nicht besser, nur noch nicht von irgendwem verboten
worden.
Ich habe zwar gelesen, dass man Silicagel nicht mit Mikrowellen
regenerieren solle. Das hat mich nicht davon abgehalten zu Fragen "Warum
eigentlich nicht?"(1) und es einfach trotzdem auszuprobieren. Meine
Erfahrungen damit waren 100% positiv. Da ist nichts zerplatzt oder so.
3 Zyklen mit:
- 1 min Mikrowelle
- Absaugen des Wasserdampfs mittels Staubigsauger
... und das Orangegel ist wieder aufbereitet.
Meine persönliche Erfahrung, nicht Herstellerempfehlung! :)
(1) Angeblich sprengt Wasserdampf / Temperaturspannung die
Silicagelkügelchen.