Forum: Offtopic DSGVO und Loginmasken


von Ruediger A. (Firma: keine) (rac)


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Hallo,

ich habe soeben an den Bundesdatenschutzbeauftragten folgende Beschwerde 
gerichtet:

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Hallo,

es greift im Internet immer mehr die Praxis um sich, bei der 
Authentifizierung die Eingabemasken für Benutzerkennung und Passwort 
voneinander zu trennen (z.B. Soundcloud.com oder outlook.com). Was dort 
passiert ist dass erst der Benutzername (in der Regel eine Emailadresse) 
einzugeben ist, und abhängig davon ob der Nutzername im System bekannt 
ist oder nicht darauf folgend die Passworteingabe- oder 
Registrierungsmaske aufgeblendet wird.

Ich halte diese Praxis für datenschutzrechtlich höchst bedenklich, da 
sie einen Angreifer dazu in die Lage versetzt, mit Hilfe von Skripten 
und (legalen oder illegalen) Emailadressdatenbanken umfangreiche Profile 
herzustellen, auf welchen Portalen ein gegebener Nutzer sich registriert 
hat.

Ich würde Sie darum bitten, sich dafür einzusetzen, diese Praxis zu 
unterbinden und Internetanbieter dazu zu verpflichten, Loginboxen nur 
noch (wie bis vor einigen Jahren selbstverständlich war) kombiniert zu 
verwenden, also eine Authentifizierungsablehnung lediglich mit dem 
Hinweis "Benutzername ODER Passwort ungültig" zu kommentieren.

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Wer die Bedenken teilt, kann unter 
https://www.bfdi.bund.de/DE/Service/Beschwerden/beschwerden_node.html 
ebenfalls eine Beschwerde einreichen und damit den Druck etwas erhöhen.

Vielleicht können wir auch eine Liste der "schwarzen Schafe" hier 
zusammentragen. Ich denke nicht, dass Mails an die Betreiber hier viel 
bringen würde (vor Allem bei den Grösseren kommt man da in der Regel 
noch nicht einmal bei einem menschlichen Wesen heraus, und wenn doch 
Jemand ohne Einflussmöglichkeit).

Danke!

von Purzel H. (hacky)


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Nein, dem ist nicht so. Ich hab ein login auch derart getrennt 
implementiert. Man fragt ueblicherweise beides ab, getrennt ab, und 
nimmt dann noch etwas Bedenkezeit, um abzulehnen. Die Gruende dahinter :

1) Um nicht beides auf demselben Form zu haben. Dann wird's auch nicht 
im selben Form uebermittelt.
Man kann dazwischen auch die Sessionnummer wechseln. Das erlaubt dann 
nicht mehr die Kommunikation zuzuordnen.

2) Die Bedenkzeit macht man anpassbar, immer ungleich Null, um 
automatisierte Angriffe zu verlangsamen. Die naechste Stufe ist die 
Bedenkzeit fuer Anfrage von derselben IP progressiv zu verlaengern.


Was natuerlich nicht geht, ist die zweite Frage wegzulassen wenn die 
erste schon falsch beantwortet wurde. Und die Ablehnung, bezieht sich 
immer auf beide : Das Login (als Ganzes) passt leider nicht.

von Yalu X. (yalu) (Moderator)


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Name H. schrieb:
> Nein, dem ist nicht so.

Doch. Der TE hat ja zwei Beispiele angegeben. Probier's einfach aus,
indem du dort irgendeine Fantasie-E-Mail-Adresse eingibst.

von (prx) A. K. (prx)


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Diese Methode könnte mit alternativen Authentifizierungstechniken 
zusammenhängen. Abhängig davon kommt dann als nächstes keine 
Password-Abfrage, sondern etwas anderes.

Man könnte natürlich bei unbekanntem User vorsorglich ein nutzloses 
Password abfragen. Dennoch wird so Information vermittelt.

von Jens M. (schuchkleisser)


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Sowas gehört verboten.
Genau wie die Seiten, die regelmäßige PW-Wechsel erzwingen, oder solche, 
die das PW einschränken (8-10 Zeichen, je mindestens ein Zeichen 
Groß/Klein/Sonder/Ziffer, aber am Anfang und Ende keine Ziffer oder 
Sonderzeichen).
Der Schlüsselraum wird dadurch sinnlos eingeschränkt und der regelmäßige 
Wechsel forciert Zettel oder repetitive Passwörter ("Pass1!" und 
"Pass2!" im Wechsel), also genau das Gegenteil von dem was man erreichen 
wollte.
Außerdem muss ein Großteil der Seiten, die ja ach so sicher sind, mal 
ganz grandios an der Hintertür nacharbeiten. Vorne wird 2FA erzwungen, 
hinten reicht "Name der Mama" und "Geburtsort". Was man bei Facebook 
findet.
Gern auch: Emailwechsel ohne Passwort ermöglichen, oder keine 
Benachrichtigung und Bestätigung bei Passwortwechsel usw.

von Ruediger A. (Firma: keine) (rac)


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Jens M. schrieb:
> Sowas gehört verboten.
> Genau wie die Seiten, die regelmäßige PW-Wechsel erzwingen, oder solche,
> die das PW einschränken (8-10 Zeichen, je mindestens ein Zeichen
> Groß/Klein/Sonder/Ziffer, aber am Anfang und Ende keine Ziffer oder
> Sonderzeichen).
> Der Schlüsselraum wird dadurch sinnlos eingeschränkt und der regelmäßige
> Wechsel forciert Zettel oder repetitive Passwörter ("Pass1!" und
> "Pass2!" im Wechsel), also genau das Gegenteil von dem was man erreichen
> wollte.
> Außerdem muss ein Großteil der Seiten, die ja ach so sicher sind, mal
> ganz grandios an der Hintertür nacharbeiten. Vorne wird 2FA erzwungen,
> hinten reicht "Name der Mama" und "Geburtsort". Was man bei Facebook
> findet.
> Gern auch: Emailwechsel ohne Passwort ermöglichen, oder keine
> Benachrichtigung und Bestätigung bei Passwortwechsel usw.

Hallo Jens,

Danke für deinen Beitrag, aber er hat meiner Interpretation nach wenig 
mit meinem Anliegen zu tun. Natürlich sind Passwortpolicies ein 
sicherheitsrelevantes Thema, aber etwas völlig Anderes als das hier 
angesprochene!

Es geht darum, dass es hier möglich ist, aufwandslos allein die 
Registrierung einer Emailadresse bei einem dieser "schwarzen Schaf" 
Portale herauszufinden.

(Wenn übrigens ein Datingportal so einen split login hat, könntest Du 
damit herausfinden, ob Deine Liebste sich dort registriert hat. Oder sie 
könnte herausfinden, ob Du Dich dort registriert hast. Nur so als 
teaser).

Auf genügend dieser Portale angewandt, lässt sich über eine gegebene 
Emailadresse schon ein gehöriges Mass von Informationen herausfinden, 
ohne dass Passwörter überhaupt nur als Thema auftauchen.

von Purzel H. (hacky)


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>Name H. schrieb:
>> Nein, dem ist nicht so.

>Doch. Der TE hat ja zwei Beispiele angegeben. Probier's einfach aus,
indem du dort irgendeine Fantasie-E-Mail-Adresse eingibst.

Das mag sein, dass es schlechte Implementaionen gibt, ist aber nicht der 
Sinn, noch die Ursache fuer die getrennten Eingaben.

Seitenentwicker und Benutzer sind immer mehr in verschiedenen Welten.
Ich hab das Privileg in beiden zu sein.

Wenn mir ein login nicht wichtig ist, weil's nur um ein Datenblatt oder 
so geht, nehme ich eine wegwerf email, www.10minutemail.com oder so plus 
muell als username & passwort. Da kommt einmal eine mail zu Bestaetigen 
und das war's.

Wenn's mittelwichtig ist, schreib ich's mir in ein file. Mit einem 
Passwort wie 
a4f8386f3a9505012bfe8b3242f7d8db7da9d235bf1673453310022df0b20146, ist ja 
zum copy/pasten.

Wenn's wichtig ist zum haeufigen Gebrauch, schreib ich's in ein 
buechlein.

Wenn's wichtig fuer selten ist, lass ich mir ein neues Passwort 
zusenden.

......

Weshalb konnte der Poster seine Bedenken nicht der Webseite vermitteln ? 
Die sind oft dankbar und aendern's.

von Vn N. (wefwef_s)


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Name H. schrieb:
> Das mag sein, dass es schlechte Implementaionen gibt

Fast alle implementieren es nicht so, so auch z.B. Google.
Gibt man eine Fantasieadresse ein, wird man sofort abgewiesen, existiert 
das Konto, wird man zur Passworteingabe weitergeleitet.

Name H. schrieb:
> Wenn mir ein login nicht wichtig ist, weil's nur um ein Datenblatt oder
> so geht, nehme ich eine wegwerf email, www.10minutemail.com oder so plus
> muell als username & passwort. Da kommt einmal eine mail zu Bestaetigen
> und das war's.
>
> Wenn's mittelwichtig ist, schreib ich's mir in ein file. Mit einem
> Passwort wie
> a4f8386f3a9505012bfe8b3242f7d8db7da9d235bf1673453310022df0b20146, ist ja
> zum copy/pasten.

Geht leider absolut am Thema des TS vorbei.

Name H. schrieb:
> Weshalb konnte der Poster seine Bedenken nicht der Webseite vermitteln ?
> Die sind oft dankbar und aendern's.

Microsoft oder Google werden ganz sicher auf Bedenken eines einzelnen 
Nutzers hören.

von Ruediger A. (Firma: keine) (rac)


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Hallo Hacky,

Es geht hier allein um die Tatsache, dass dieses Authentifikationsschema 
es mühelos erlaubt, allein die Tatsache festzustellen, DASS eine 
gegebene Emailadresse einen Zugang zu diesem Portal hat (zugegeben, 
outlook ist vielleicht kein gutes Beispiel, weil outlook auch seine 
Emailadressen vergibt, also ist die gewonnene Information hier nicht zu 
kritisch).

Und klar, solange es um Datenblattportale zum Einmalzugriff geht, 
brauchen wir auch keinen Sturm im Wasserglas loszublasen. Aber fändest 
Du die Idee gut, dass es Jemandem problemlos möglich ist, 
herauszufinden, auf welchen Diskussionsforen Du registriert bist?

Natürlich ist es sicherheitsmässig die beste Lösung, 
Einmalwegweradressen für jede Portalregistrierung zu haben, aber es ist 
unrealistisch, das von Jedem Benutzer zu erwarten, da heutzutage das #1 
Verkausargument für jede Software die Bequemlichkeit der Benutzung ist. 
Jeder grössere Serviceprovider versucht, mit einer "Log Dich mit einer 
Kennung ein und komm überall rein" Kunden zu gewinnen. Wenn man damit 
nicht (viele) Leute ködern könnte, wäre dieser thread komplett unnötig.

Es wäre schon geholfen, wenn jedes Portal es einfordern würde, 
benutzerdefinierte (anonymisierte) Namen statt personenbezogene Daten 
wie Emailadressen im Benutzerfeld anzugeben, aber auch so liessen sich 
schon Daten abschürfgen. Weil Menschen eben bequem sind (und auch ihre 
Benutzernamen recyclen), sonst wäre Internetsicherheit kein Thema.

Grundsätzlich sollte eine der Prämissen jeder sicherheitsrelevanten 
Software sein, so wenig Informationen wie unbedingt nötig 
unauthentifiziert zu veröffentlichen.

Und nein, Einfachheit der Implementation darf hier KEIN Argument sein, 
das gegen Datensicherheit ausgespielt wird. Schreibe ich als Jemand, der 
tagtäglich sicherheitssoftware entwickelt...

Name H. schrieb:
>>Name H. schrieb:
>>> Nein, dem ist nicht so.
>
>>Doch. Der TE hat ja zwei Beispiele angegeben. Probier's einfach aus,
> indem du dort irgendeine Fantasie-E-Mail-Adresse eingibst.
>
> Das mag sein, dass es schlechte Implementaionen gibt, ist aber nicht der
> Sinn, noch die Ursache fuer die getrennten Eingaben.
>
>
> Seitenentwicker und Benutzer sind immer mehr in verschiedenen Welten.
> Ich hab das Privileg in beiden zu sein.
>
> Wenn mir ein login nicht wichtig ist, weil's nur um ein Datenblatt oder
> so geht, nehme ich eine wegwerf email, www.10minutemail.com oder so plus
> muell als username & passwort. Da kommt einmal eine mail zu Bestaetigen
> und das war's.
>
> Wenn's mittelwichtig ist, schreib ich's mir in ein file. Mit einem
> Passwort wie
> a4f8386f3a9505012bfe8b3242f7d8db7da9d235bf1673453310022df0b20146, ist ja
> zum copy/pasten.
>
> Wenn's wichtig ist zum haeufigen Gebrauch, schreib ich's in ein
> buechlein.
>
> Wenn's wichtig fuer selten ist, lass ich mir ein neues Passwort
> zusenden.

von Vn N. (wefwef_s)


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Ruediger A. schrieb:
> Es geht hier allein um die Tatsache, dass dieses Authentifikationsschema
> es mühelos erlaubt, allein die Tatsache festzustellen, DASS eine
> gegebene Emailadresse einen Zugang zu diesem Portal hat (zugegeben,
> outlook ist vielleicht kein gutes Beispiel, weil outlook auch seine
> Emailadressen vergibt, also ist die gewonnene Information hier nicht zu
> kritisch).

Gutes Beispiel wäre ein Forum für ungeoutete Homosexuelle, Fetischisten, 
AIDS-Kranke, Dogenabhängige oder sonstige Dinge von denen man vielleicht 
nicht will dass die restlichen Einwohner des erzkonservativen 
Heimatdorfes im tiefsten Bayern (Leser aus Bayern dürfen stattdessen 
Sachsen oder Tirol nehmen) es erfahren.
Man könnte also einfach mal eine Liste mit ein paar Millionen 
Mailadressen nehmen (gibts im Internet ja schon an jeder Ecke), bei 
einzelnen Foren so gegenprüfen wer da denn so registriert ist, und dann 
eine automatisierte Erpressermail rausschicken. Vielleicht ist auch der 
eine oder andere Politiker oder Unternehmer dabei, bei denen ist 
vielleicht noch mehr zu holen...

von Purzel H. (hacky)


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Wie schon gesagtt, der Zusammenhang zwischen email verraten und 
zwei-formigem Login ist nicht gegeben. Auch wenn es solche 
Implementaionen gibt.
Richtig angewandt erhoeht der zwei-form login prozess die sicherheit.

Ich mach's auch so, zur Erhoehung der sicherheit.

von Vn N. (wefwef_s)


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Name H. schrieb:
> Wie schon gesagtt, der Zusammenhang zwischen email verraten und
> zwei-formigem Login ist nicht gegeben.

Ist insofern richtig, dass viele Seiten selbst mit "normaler" Loginmaske 
dieses Problem aufweisen: falsche Mail und falsches Passwort produzieren 
unterschiedliche Fehlermeldungen, so dass man erst wieder herausfinden 
kann ob ein Account zu einer Mailadresse existiert.

Name H. schrieb:
> Auch wenn es solche
> Implementaionen gibt.

Ziemlich viele sogar.

von Uhu U. (uhu)


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Ruediger A. schrieb:
> Und nein, Einfachheit der Implementation darf hier KEIN Argument sein,
> das gegen Datensicherheit ausgespielt wird. Schreibe ich als Jemand, der
> tagtäglich sicherheitssoftware entwickelt...

Unsinn. Auf die Eingabe eines nicht bekannten Nutzernamens / 
EMail-Adresse mit sofortigem Abbruch des Login zu reagieren ist ganz 
einfach ein gravierender Implementierungsfehler. Unterschiedliche 
Fehlermeldungen für falschen Nutzernamen und falsches PW natürlich 
genauso.

Sowas muss kommuniziert werden, und zwar an den betreffenden 
Seitenbetreiber, aber eine Beschwerde beim Bundesdatenschutzbeauftragten 
ist einfach nur völlig neben der Spur - wäre das nicht so, dann müsste 
man sich dort auch über Bufferoverruns und ähnliche 
Sicherheitsdauerbrenner beschweren und könnte so die ganze 
Datenschutzbehörde durch Dauerfeuer lahmlegen.


Papal machts übrigens richtig.

von Εrnst B. (ernst)


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Ruediger A. schrieb:
> einen Angreifer dazu in die Lage versetzt, mit Hilfe von Skripten
> und (legalen oder illegalen) Emailadressdatenbanken umfangreiche Profile
> herzustellen, auf welchen Portalen ein gegebener Nutzer sich registriert
> hat.

Super. Das kann der Angreifer auch mit der "Neu Registieren"-Seite:

>> Tut mir leid, ruediger_k@gmail.com hat bereits einen Account, wähle einen 
anderen Benutzernamen.

oder über die "Passwort vergessen"-Seite:

>> "account nicht gefunden" vs: "Lieblingshaustier Hund oder Katze?"

oder über die Fehlermeldung in der "outlook.com"-Bounce email.

oder über die Webseiten-Interne "Direktnachricht"/"Benutzer 
Kontaktieren"-Funktion.

oder, oder, oder...

Du kämpfst gegen Windmühlen, und erreichst bestenfalls, dass die 
Seitenbetreiber einen zusätzlichen Absatz in ihren 
Datenschutzbestimmungen unterbringen müssen, und machst vielleicht ein 
paar Abmahnanwälte reich.

Nimm lieber für jeden Dienst eine andere Mailadresse.

von Uhu U. (uhu)


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Εrnst B. schrieb:
> Das kann der Angreifer auch mit der "Neu Registieren"-Seite:

Wenn Mailauthentifizierung durch Antwort implementiert ist, kann man die 
Meldung "Account existiert bereits" in diese Mail schreiben und am 
Bildschirm nur auf die eben abgeschickte Mail verweisen und schon hats 
dem Schnüffler den Trick verrissen.

> oder über die "Passwort vergessen"-Seite:

Da muss nur immer eine Meldung ausgegeben werden, dass die Mail 
verschickt wurde und schon funktioniert der Trick nicht mehr.

> oder über die Webseiten-Interne "Direktnachricht"/"Benutzer
> Kontaktieren"-Funktion.

Da gibts noch ein ganz anderes Problem: sowas kann, wenn es dumm 
implementiert ist, als Spam-Schleuder missbraucht werden. Wie man es 
sicher machen kann, siehst du an der PN-Funktion hier.

Fazit: wenn man bei der Implementierung dieser Geschichten etwas 
nachdenkt, lässt sich das durchaus so realisieren, dass ein potentieller 
Schnüffler nach seinem Schnüffelversuch so schlau ist, wie vorher…

Wer sich aber seinen EMail-Account kapern lässt, der guckt in die Röhre.

von (prx) A. K. (prx)


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A. K. schrieb:
> Diese Methode könnte mit alternativen Authentifizierungstechniken
> zusammenhängen. Abhängig davon kommt dann als nächstes keine
> Password-Abfrage, sondern etwas anderes.

"Passwortlose Anmeldung: WebAuthn ist beschlossene Sache"
https://www.heise.de/newsticker/meldung/Passwortlose-Anmeldung-WebAuthn-ist-beschlossene-Sache-4325432.html

von Vn N. (wefwef_s)


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Uhu U. schrieb:
> Unsinn. Auf die Eingabe eines nicht bekannten Nutzernamens /
> EMail-Adresse mit sofortigem Abbruch des Login zu reagieren ist ganz
> einfach ein gravierender Implementierungsfehler. Unterschiedliche
> Fehlermeldungen für falschen Nutzernamen und falsches PW natürlich
> genauso.

Und trotzdem machen es Google, Microsoft und Co.

Uhu U. schrieb:
> Sowas muss kommuniziert werden, und zwar an den betreffenden
> Seitenbetreiber, aber eine Beschwerde beim Bundesdatenschutzbeauftragten
> ist einfach nur völlig neben der Spur

Viel Spaß, mit Google darüber zu reden. Der First-Level-Support aus 
Indien für den Normalnutzer wird dir da sicher weiterhelfen können.

Εrnst B. schrieb:
> Super. Das kann der Angreifer auch mit der "Neu Registieren"-Seite:
>
>>> Tut mir leid, ruediger_k@gmail.com hat bereits einen Account, wähle einen
> anderen Benutzernamen.

Könnte man auch anders (besser) lösen. Ist aber zumindest mehr Aufwand, 
und die Registrierung üblicherweise per Captcha gesichert.

Εrnst B. schrieb:
> oder über die "Passwort vergessen"-Seite:
>
>>> "account nicht gefunden" vs: "Lieblingshaustier Hund oder Katze?"

Könnte man auch einfach per Mail lösen, auf der Seite könnte eine 
generische Meldung ausgegeben werden. Wird auch teilweise so gelöst: 
"Falls die Adresse im System existiert, wurde eine Mail geschickt".

Εrnst B. schrieb:
> oder über die Fehlermeldung in der "outlook.com"-Bounce email.

Dass outlook.com ein schlechtes Beispiel ist, hat der TS ja bereits 
selbst erwähnt. Fürs HIV-Forum funktioniert dieser Angriffsweg nicht.

Εrnst B. schrieb:
> oder über die Webseiten-Interne "Direktnachricht"/"Benutzer
> Kontaktieren"-Funktion.

Viel komplexer, da der Angreifer erstmal einen Account braucht.

Εrnst B. schrieb:
> Nimm lieber für jeden Dienst eine andere Mailadresse.

Das hilf dem unbedachten 0815-Nutzer auch nicht weiter.

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